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Lichte Wälder, ruhige Bachläufe

 

Wo der Müllenbach in die Endert mündet

 

Start unserer Wandertour ist das 500 Meter hoch gelegene Müllenbach in der Eifel. Entlang des Friedhofs gehen wir durch den Holzweg in den Ort. An der Kirche folgen wir dem Hinweisschild zum Enderttal.

Am Ende des Ortes führt ein schmaler Weg durch Schlehen und Haselbüsche ins Kaulenbachtal. Wir halten uns rechts und kommen auf eine riesige Schieferhalde. Wir befinden uns im Naturschutzgebiet, das wegen dieser "Schieferberge" und seiner einmaligen Flora und Fauna unter Schutz gestellt wurde. Auf einer Bank sitzend läßt sich anhand einer Schautafel die harte Arbeit der Vorväter bestaunen. Durch den "Abfall" vom Schieferbergbau sind kulturell und ökologisch wertvolle landschaftsprägende Strukturen entstanden.

Die Mauereidechse, sonst in den Steilhängen des Moseltals verbreitet, hat hier fernab von der Mosel ideale Lebensbedingungen gefunden. Die lockeren Schieferplatten bieten Unterschlupf und im Sommer die Wärme einer Trockenmauer. Entlang der Halden kommen wir talwärts zur erlengesäumten Endert. Über eine Holzbrücke gehen wir trockenen Fußes auf die andere Bachseite. Die Bäume ringsum haben sich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit eine Moosschicht "angelegt".

Unterhalb der Falkenlay, an der Mündung des Müllenbaches in die Endert sehen wir die Reste der ehemaligen Zirwesmühle. Wir wandern über die Straße halbrechts über den beschrankten Weg ins Lessierbachtal. Hier im Hochportenforst wandern wir durch abwechslungsreichen Wald. Unter den dicken Buchen ist der Waldboden grün von den Horsten des Wald-Schwingel , eine Charakterart der Buchenwälder.

An der Wegkurve gehen wir talwärts durch Nadelforst. In der Luft kreisen laut "miauend" Bussarde, und die ersten Rotmilane kehren aus ihren Winterquartieren zurück. Wir bleiben immer links des Baches auf dem Hauptweg. Mächtige Fichten hängen voller Zapfen, für die Eichhörnchen ein üppig gedeckter Tisch. Die Talwiesen sind alle "verwildert" , wahrscheinlich werden sie nicht mehr gebraucht. Eine extensive Bewirtschaftung würde das Landschaftsbild verbessern, sind sie doch ruhige Äsungsplätze fürs Wild.

Wir befinden uns in der "Wolfskaul". An knorrigen Hainbuchen biegt ein Pfad nach rechts, der uns über einen Steg ans andere Ufer führt. Hier wurde eine Quelle gefaßt, zur Erfrischung ist sie gut geeignet. Wir wandern auf den "Schlangenberg". Über einer Felsnase steht die Hubertushütte. Durch einen Hohlweg, der schöne Panoramablicke in die Eifel freigibt, kommen wir nach einer Wanderstrecke von 10 Km zum Ausgangspunkt zurück.

 

 

(Quelle: Rhein-Zeitung, Wandertip von Hermann Schausten.)