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Meijn Modderschproch de schtirft

 

 

Dieter Laux / Werner Wendel

 

Wie halten wir es mit der ”Muttersprache“ die wir von unseren Eltern gelernt haben oder nicht mehr!? Nutzen wir noch die Gelegenheiten mit Hilfe unserer Muttersprache zu kommunizieren? Besonders die Eifel ist, was den Dialekt betrifft, fast einmalig. In jedem Ort wird eine andere Abwandlung des ”Moselfränkisch” gesprochen. Es gilt eine Sprache zu erhalten, die in ihrer Eigenart wohl ein absolutes Novum darstellt. Jeder Eifelaner sollte stolz auf seinen, hier so speziellen Dialekt sein und die Pflege des alten Wortschatzes unterstützen.Werner Wendel (Laubach) hat in einem Beitrag zum Kreis Jahrbuch Cochem-Zell 1993 versucht, die alte Sprache der Müllenbacher und Laubacher in Erinnerung zu bringen. Viele, auch ältere Dorfbewohner, mussten dabei feststellen, dass auch ihnen einige Worte nicht mehr, oder nur noch wenig in Erinnerung waren.

 

 

 

Domols jof nach Platt jeschwatt! De zwei Basen hatten mott Huhdeijtsch näist am Hot!

 

 

 

Was ist das für eine Zeit, in der sich Kinder wegen ihres Dialektes schämen müssen, der für sie zum Nachteil werden kann? Natürlich ist es in der heutigen, hoch technisierten Gesellschaft ein Problem wenn ein vortragender Geschäftsmann in typisch Müllenbacher Manier „schpeziell” oder „sischerlisch” und „datt” anstatt „speziell”, „sicherlich” und „das” in seiner Rede benutzt. Jedenfalls hat er erst einmal die Lacher auf seiner Seite. Das verunsichert und führt dazu, dass man automatisch versucht diese Eigenart der Muttersprache abzulegen. Es sollte trotzdem nicht dazu führen, dass man sich von seinem Dialekt ganz verabschiedet. Spätestens wenn man zu einem der vielen Feste in der Heimat weilt, wird man froh sein, sich in der „Modderschbroch” (Muttersprache) und dem so eigenen Orts-Dialekt unterhalten zu können und somit etwas ganz besonderes zu haben, das einen mit der Heimat verbindet.

 

Werner Wendel schreibt: "Was ist das für eine Zeit, in der Eltern mit ihren Kindern nur noch sprechen und nicht mehr„schwätzen udder storjen”?!?

„Bä was da hout noch batt e Jeheschniss oss udder en Saaschhannes??”

„Bä was da hout noch onn Millebaach bo Knewwels Liss säi Hous woar, onn dat do freher och dä Wutze Pitter(Schweinehirt) war?

Merkt Ihr, wie die Farben verschwinden, das„Einheitshochdeutsch” alles grau einfärbt? Mein„Platt” aber gehört doch zu mir, ist ein Teil meiner Wurzeln, meiner Heimat.

Die Eltern sind heute froh, wenn ihre Kinder ein vernünftiges Hochdeutsch sprechen, wenn man in den Ort geht und durch die alten Straßen wandelt, hört man die Kinder in perfektem Deutsch und fremdartigen neuen Wortschöpfungen miteinander reden. Wollen wir versuchen den alten Wortschatz unserer Muttersprache mal wieder ins Gedächtnis zurück zu rufen, vielleicht haben auch wir dann wieder Spaß daran mal wieder richtig schön„Platt se schprochen”.

Ein paar Wortschöpfungen und Sätze wollen wir wieder von Werner Wendel übernehmen, hier sehen wir den Unterschied zwischen den Dialekten sehr gut. Werner Wendel schrieb hauptsächlich in seiner”Lahper Moddersproch” (Laubacher Dialekt) obwohl nur anderthalb Kilometer voneinander entfernt unterscheidet sich der Müllenbacher Dialekt schon wieder wesentlich. Die folgenden Wörter und Sätze wurden somit in„Millebaacher Platt”„übersetzt“.

 

 

 

Losst uss anfänken(lasst uns beginnen.)

 

En Uhrz machen (Vom Essen etwas übrig lassen)

Et zeescht en schief Brutsch (trauriges Gesicht machen)

Mein leev klan Krutsch (weibl. Kosewort)

Dou boss me en Schouter (ein eigenartiger Kerl)

Et jett att hader (es wird schon hell)

knusselejer Sack (unordentlicher Kerl)

Dä lässt de flutten hänken (Flügel hängen lassen, niedergeschlagen sein)

De oss am idderejen (Sie ist am wiederkäuen)

Bäkes, be seist dou da ous (Pfui, wie siehst du denn aus)

De Räipet voll Käwwäxen (Hosentasche voller Maikäfer)

E kla Schabelltje (ein kleiner Stuhl)

De janze Daach nur foahr jehatt (Den ganzen Tag nur Ärger gehabt)

Et oss schwer huffedesch (sie ist sehr eitel)

Doher hann esch att de Kiehr (da war ich schon)

De oss schwer kiehr (sie ist sehr empfindlich)

En decke Schwelles (ein dicker Kopf)

Onn de hieh Fichtelen, Fichtelindja sochen (Auf der Höhe, Tannenzapfen suchen)

En Krowwen voll (Ein Topf voll)

Loss mech as koaren (lass mich mal kosten)

Dovann kriecht ma jo schlieh Zänn (davon bekommt man einen schlechten Geschmack im Mund)

Datt primmst ewwer (das tut weh)

Janz schien verschammerärt (ganz schön verunstaltet)

Dä oss riss fott (er ist ziemlich direkt)

Dat kla Pettje runner (den kleinen Pfad hinunter)

Et flippst got (es brennt gut)

De Hillesch singen (Zur Verlobung singen)

Dat oss e keytjen winnesch (Das ist etwas wenig)

Dou ahler Flappes (Du alter Dummkopf)

Dou boss en Knäiles(Du bist ein Dickkopf)

Dou hass äwwer en ahl Bocks an (Du trägst aber eine alte Hose)

De Sopp ous demm Soppedeppen (Die Suppe aus dem Henkelmann)

Datt Deppen hatt en bouf (Der Topf hat eine Delle)

Der oss topesch (Der ist tollpatschig)

Ech äaßen de Kuscht (Ich esse die Brotkruste)

Maach dat Klouster drann (Bring das Vorhängeschloss an)

Sei net su zwudderesch (sei nicht so unruhig)

Maach dä Huhbaaner fott (entferne die Spinne)

Joff mir dä Appelkrotz (gib mir den Apfelrest)

schmäaste mir e Schlehsteck (schmierstdu mir ein Marmeladenbrot)

Der träntelt (er geht langsam)

Ech säin janz dimmelesch (Ich bin ganz verwirrt)

schunn widder am kekkelen (schon wieder am Lachen)

Ech moos off de Abtrott (Ich muss zur ”Toilette (im freien”))

Dä foutelt (er beschummelt)

Hout äaßen ma Deppekochen (Heute essen wir Kartoffelfkuchen)

Mir foaren moddem Zuch off Esch (Wir fahren mit dem Zug nach Kaisersesch)

Do hann ech mir de Dänz jeknutzt (Da habe ich mir den Kopf angeschlagen)

Half mir mol dä Wohn deyen (Hilf mir mal den Wagen schieben)

De dolken vileijscht(Die qualmen/rauchen aber)

Dä gräijlt (Er fürchtet sich)

Me maant der wär am idderejen (Man glaubt fast er ist am wiederkäuen)

De janze Wand beklentert (Die ganze Wand beschmiert)

Dä janze Daach am krouden (Den ganzen Tag Unkraut jäten)

Haste widder jeloustert (Hast du wieder gehorcht, gelauscht)

Siwwe Schräm(Sieben Striche, Striemen)

Bä hat lo on de Eck jespeekst? (Wer hat in die Ecke gespuckt?)

Dä hat de janze Daach Most jestraut (Er hat den ganzen Tag Mist gestreut)

Et janze Jesicht voller Spronzelen (Das ganze Gesicht voller Spritzer)

Mir moosten en steijpen (Wir mussten ihn stützen)

Holl mol e bissje anfenkies (Gib bitte etwas zum Feuer entzünden)

Do war der ewwer am fochen (Er hat schwer geatmet)

Am laachen on am flennen oss der Noar zo erkennen (Am lachen und am flennen ist der Narr zu erkennen)

Dä janze Schopp voll Jemelter (Der ganze Schuppen voller Unrat/Gerümpel)

En Komp voll Sopp (Ein Trog/Gefäß mit Suppe gefüllt)

Mott der Schmeck off dä Ochs jekloppt (Mit der Peitsche den Ochsen getrieben)

Dä oss off em Boa, Kullerawen wäschen (Er ist am Brunnen , Rüben waschen)

Holl mir mol dä Dill (Hol mir bitte die Baubohle)

Hann mir de Leyen jeschleppt (Haben wir den Schiefer geschleppt)

Hey risseroff (Hier hoch, geradeaus)

En janze Persch voll Schoof on Jaaßen (Ein ganzes Gatter voller Schafe und Ziegen)

Äh hatt en Bäis am Kopp (Er hat eine Beule am Kopf)

Batt zeescht dä hout widder en Lepsch (Er verzieht heute wieder den Mund)

De Kiwwel voll jestoppt (Die Kinnbacken voll gestopft)

Dä hatt en huuh Räih (Er hat einen hohen Fuß (Rist d. Fußes))

De janze Buckel voller Riefen (Den ganzen Rücken voller Wundkrusten)

Datt oss en aal Muck (Alte Zuchtsau/Sau/Mutterschwein)

Hann esch en Brassel mott dem Kerl (Habe ich einen Ärger mit dem Kerl)

Misserabeler Hundsfott (Elender Schurke/Feigling)

Joff mir eh keijtje mieh (Gib mir etwas mehr)

Ech mooß sehn dat ech on de Koul kunn (Ich muss sehen, das ich ins Bett komme)

Dä oss en foust huher be en Säistallsdier (Um eine Faust größer als die Tür zum Schweinestall)

Hout äaßen ma Krompereschloot mott Wiischtja (Heute essen wir Kartoffelsalat mit Würstchen)

Esch schmäißen desch de Reach erof (Ich werfe dich den Hang hinab)

Dä gräilt äh kräsch nix mih (Er hat Angst, er bekommt nichts mehr)

Mir hinn Koutzekäpp fänken (Wir gehen junge Frösche fangen)

Haste deijn Staanschlouder debey (Hast du deine Steinschleuder dabei?)

Datt oss en Quackert (Das ist ein Schreihals/Plagegeist)

De hatt schunn widder eh bunnesje krischt (Sie - die Kuh - hat schon wieder gekalbt)

Dä oss moddem Krummes on de Besch (Er ist mit der Sichel in den Wald)

Et läit se Haaf (letzte Einladung zum Kirchgang, alle Glocken läuten.)

 

 

 

Batt meijn Oma mir su jeroden hat:

 

 

 

Batt ahle Läit mir su jesoht hann:

 

 

 

 

Hier noch einige Ausdrücke aus dem Mundartlexikon (Idiotikon)

 

( Reihenfolge nicht alphabetisch)

 

Aan Schell (eine Schale, Kartoffelgericht)

Aas (einmal)

Aal Schees (alte Kutsche, altes Fahrzeug)

Abtrott (Toilette)

Ähr (Ernte)

allejoar (alle zusammen)

amesäaren (sich freuen, vergnügen)

Appelkrotz (Apfelrest)

Arwet (Arbeit)

Äschemeppech (Aschermittwoch)

Äwoar? (Bestätigung; Nicht wahr?)

Ääjen (die richtige Antwort bestätigen, ja)

 

Baas (Schwester der Großmutter)

Bangeschesser (ängstlicher Mensch, Angsthase)

Bankert (uneheliches Kind)

bässwäjen (weshalb)

Bäad (Bündel)

Bäis (Beule )

behommelt (beschmutzt)

Bejängness (Beerdigung , Leichenfeier)

bekäppen (verstehen)

biennie (wann)

Bia (Birne)

Bippja (kleine Hühner)

Bix (Dose)

Bläät (Glatze, Glatzkopf)

blätzen (schreien, oder unschönes Singen oder weinen)

Bloochschlaaf (Gerät um den Pflug auf´s Feld zu schleppen)

Boa (Brunnen)

Board (Bart)

Boket (Verkleideter)

Botzlomp (Putzlappen)

bullatschen (reden in einem fort)

Bootz (flapsiger Mensch)

bouchijes (Auf dem Bauch liegend Schlitten fahren)

Box (Hose)

Boxeträja (Hosenträger)

bärwes (barfuss)

Bindel (Bündel)

Birrebunnes (Hefekuchen mit Birnenmus)

bissje (eh) (ein wenig)

baschden (auseinander gehen, platzen)

Brämel (Brombeere)

Brostlappen (Anzugweste)

bummsdech (plötzlich)

Bunnesje (junges Kalb)

buckelen (etwas auf dem Rücken tragen, hart arbeiten)

 

daaf (taub)

Däasdesch (Dienstag)

dängelen (die Glocken schlagen oder die Sense schärfen)

defier (davor)

dehonna (dahinter)

Deykoa (Schubkarre)

däisda (dunkel)

Dilldopp (Kreisel)

Dippelbroder (Mann ohne festen Wohnsitz)

disspedären (erregt diskutieren)

Ditzjen (kleines Kind)

Ditzjesbaas (Hebamme)

Doarheck (Dornenhecke)

Dolk (dunkler Rauch)

Donneschdesch (Donnerstag)

Doukessje (kleine Hütte)

Deppekochen (Kartoffelgericht)

do mell (mach langsam)

drinna on driwwa (drunter und drüber)

Dreppsdrelles (unbeholfener Mensch)

Dreckhommel (unordentlicher Mensch)

ducken (sich bücken)

dummelen (beeilen)

dusselesch (schwindelig)

Dutz (Puppe)

Dudevurrel (Totenvogel, Umgangsspr. Käuzchen)

 

Eiaschmäa (Rührei mit Milch und Mehl aufgeschlagen)

eley (hier)

eloh (dort)

ehmes (jemand)

ehmes frimmes (ein Fremder)

Eiaschäpp (Löwenzahn)

Enkel (Knöchel am Fuß)

Erwel (ein Arm voll)

Erwes (Erpsen)

 

Fejodderen (verarbeiten, versorgen)

Faastemäis (kleine Berliner)

Flappes (flappsiger Mensch)

Flössje (Straßenrinne)

fludderen (flattern)

Flutt (Flügel)

Flutschdingen (Steinschleuder)

flitschen (zwinkern)

flootzen (Müßiggang )

Flootz (aal) (Müßiggängerin)

Flousen (Unsinn im Kopf)

Fochmill (Spreutrenner)

Foulenzer (fauler Mensch)

fräd (zäh)

Fräidesch (Freitag)

fott (weg)

fusselen (es fällt dünner Regen, Sprühregen)

fussesch (rötliche Haare)

Funsel (schlechte Lichtquelle)

 

 

Gluck (Henne)

Gluscht (Glutzange oder Feuerzange)

grängelen (nörgeln)

graaschen (schreien)

Graaf (Mistgabel)

greijlen (sich fürchten, Angst haben)

greijlesch (schrecklich, geizig)

 

Hannsbäatrouwen (Johannesbeeren)

Hauwill (Kreuzhacke)

Hännt (nachts)

heijwels (seitdem)

hellhadere Morjen (heller morgen)

Heenkel (Küken)

Hoabock (widerspenstiger Mensch)

Holjänns (Kraniche)

heppen (hüpfen)

heijlen (weinen, heulen)

Heijlsuss (Heulsuse)

huttesch (schnell)

hottz (von de Hand) Zugtier rechts)

ha (zo de Hand ) Zugtier links)

honnerwonds (rückseitig, windgeschützt, dahinter)

housen (ärmliche Wohnverhältnisse)

Hosspes (ungeschickter Mensch)

Hoossen (Socken)

Huddel (Ärger, Streit)

huttschen (hin hocken)

 

Ihm ( Oheim, Onkel )

Idderejen (wiederkäuen)

I-Detzje(I-Dötzchen; Erstklässler)

 

Jaaß (Geiß)

Jaaßebock (Geißbock)

jabsen (kurzatmig sein)

jauka (etwas heikel)

jatt (etwas)

jedaaft (getauft)

jefoutelt (falsch gespielt)

Jett (Patentante)

Jemelta (Kram)

jesprenkelt (gepunktet, verstreut)

jekappelt (Wortwechsel gehabt)

joff oascht (gib acht, Pass auf)

jommeschnaacha (um Gottes willen)

Jowwel (Gabel)

Juffer (Jungfrau)

Juppen (Jacke)

 

Kännel ( Dachrinne )

Karnick (Spindelbremse am Ackerwagen)

Kappesdeppen (Steinfass für Kraut)

keckelen (Lachen)

Kempjen (kleiner Krug)

keijtje (ein wenig)

kisselen (hageln)

Kinkeletzja (Kleinigkeiten)

Kischpell (Kirchspiel)

Kischtjen (Kruste, Brotkruste)

Kiwwel (Kinnlade)

Klatschkäs (Quark)

Klouster (Türriegel, Vorhängeschloss)

knaatschen (jammern)

kneijsdesch (neidisch, geizig)

Kneijles (Dickkopf)

Kneppjen (Pickel)

kniwwelen (knabbern)

knuatzen (schimpfen)

knuppen (Beule, Klotz, Verdickung)

knusselesch (schmutzig)

Koa (Korn oder Karre)

Koascht (vierzähnige Hacke)

koaren (abschmecken)

Kokulores (Unsinn)

Konddaaf (Kindtaufe)

konntebossesch (wunderlich)

Krannen (Wasserhahn)

Krebbjen (kleiner Kochtopf)

Krenschelen (Stachelbeeren)

Krimmelen (Krümel)

Kromperen (Kartoffel)

Kretzmill (Mühle/Hechsler zum zerkleinern der Rüben)

Krummes (kleine Sichel)

Kujonären (ärgern, quälen)

Kunder (Handwerksgeselle auf der Walz)

Kummer (Gurke)

Kuseng (Vetter)

Kusin (Base)

 

Lappes (kleiner Nichtsnutz)

Lamäng (ous de) (aus dem Stehgreif)

Läiskoul (Hinterkopf)

Leddesch (leer)

leef Drees (Ausdruck des Erstaunens (Liebe Therese) )

Lokus (Abort)

lossleddesch (unverheiratet)

lousteren (lauschen, zuhören))

Lousert (Lausbub)

 

Mallär (Missgeschick)

Manären (Manieren)

Majommesch (Ausdruck der Verwunderung, Überraschung)

Meppesch (Mittwoch)

Mesch (Spatz)

Mill (Mühle)

Mirwellen (Kugeln, Klicker)

Molldroff (Maulwurf)

Monesch (Montag)

Mosta (Senf)

Mosthaaf (Misthaufen)

Moulaff (jemand der etwas lange anstarrt)

Moulwurf (Maulwurf)

Moulspilltjen (Mundharmonika)

Mousuhr (Feldsalat)

Morren (Mohrrüben)

Muckefuck (Kaffeeersatz, schlechter Kaffee)

 

Neijstnotz (Nichtsnutz, ungezogener Bengel)

Newwerlettje (kleines Schubfach im Schrank)

Noaseijl (Spätheimkehrer, Nachteule)

Noopa (Nachbar)

ohbatt (verneinend)

off (auf)

ohseahner (unsereiner)

Olleschkrooch (Kanne oder Krug mit Oel)

Om Hurra (schnell)

oss (ist)

owwenoff (im oberen Stockwerk)

owwendroff (oben drauf)

 

Perpel (Regenschirm)

Petz (Hausbrunnen)

plotzen (rauchen)

Piddelen (Kleinkram verrichten)

Piddeltjesarwet (siehe auch Piddelen)

Pittersillesch (Petersilie)

Placken (blauer Fleck)

Poat (Tor)

Prissong (Gefängnis)

Puddel (Jauche, Pfütze)

 

Quetsch (Pflaume)

Quacket (Missgeburt)

Quant (unartiger Junge)

Quetschekoochen (Pflaumenkuchen)

Quetscheschmea (Pflaumen Konfitüre)

 

Räs (Rechts)

Räipet (Tasche im Kleidungsstück)

risselen (rütteln)

rissfott (einfach)

roppesch (aufsässig)

Rouschdebäidel (er erscheint wie Donner und Doria)

 

Saaschhannesen (Ameisen)

Simmesät (Flächeneinheit)

Schesselong (bequemes Sofa)

Schees (en aal) (altes Fahrzeug)

schännen (schimpfen)

schippelen (rollen)

Schleijta (Holzsplitter)

Schliwweren (dünne Holzstückchen zum Feuer entfachen)

Schlottefahs (Behältnis mit Wasser gefüllt für den Schleifstein der Sense)

schlouchesch (isst nicht alles)

Schmeck (Peitsche)

schmuddelesch (schmutzig)

Schmäa (Butterbrot oder Schmiere)

Schnirsch (Schwiegertochter)

Schnorres (Schnurrbart)

jeschurrescht (transportiert, gefahren)

Schottel (Schüssel)

Schopp (Schuppen)

Schniss schwoaden (übertriebene Redensweise)

Sommsdesch (Samstag)

Sonnesch (Sonntag)

steijpen (stützen)

Staanollesch (Petroleum)

Stippkaffee (Kaffee aus gebrannter Gerste)

Stiwwelskoa (Unterkunft des Schäfers)

Schlieebix (Schlehen Büchse, kleiner Schussapparat aus Hollunderholz für Schlehen)

Schlieeknall (siehe Schlieebix)

stochen (Feuerholz nachlegen)

Stitzje (kleines Reststück)

suddelen (bekleckern)

se lepp Dach nett (niemals)

 

 

Topet (einfältiger Mensch)

tooken (tasten)

tottelen (stottern)

Trepps (Tropfen)

Treppsdrelles (Ungelenk, Tolpatschig)

 

Unärtdesch (ungezogen)

unjeneijstesch (unzufrieden, nimmersatt)

 

Vurrel (Vogel)

Vierwetz (vorwitziger, neugieriger Mensch)

 

 

Weeken (draufschlagen)

wibbelesch (unruhig)

winsch (schief)

 

Zwanket (Steinschleuder)

Zeckel (junge Ziege)

Zutt am Deppen (Ausgusslasche am Topf)

Zoares (Ärger, Krach)

 

 

 

 

Die Napoleonische Zeit sowie der Dreißigjährige Krieg und die Reunionskriege Ludwigs XIV hinterließen ebenfalls ihre sprachlichen Spuren in unserer Region. Nachfolgend einige französische Wörter, welche heute noch abgewandelt im Wortschatz zu finden sind.

 

 

 

achelen (frz. achever) aufessen, austrinken)

Besch (frz. le bois) Wald)

Blessur (frz. la blessure) Wunde, Verletzung)

Bredullesch (frz. bredouille revenir) Verlegenheit, Geldnot)

babbelen (frz. babiller) schwätzen)

Beijass (frz. le paillasse) Hanswurst)

beduppen (frz. duper) betrügen)

Bläseer (frz. le plaisir) Vergnügen)

Däätz (frz. la tete) Kopf)

dispedären (frz. disputer) diskutieren)

 

estemären (frz. estimer) schätzen, achten, wertachten, würdigen)

Fassong (frz. la facon) Form)

Fillu (frz. le filou) Spitzbube)

Fumm (frz. la femme) Ehefrau, dicke Frau)

futsch (frz. foutu ) kaputt)

Gosch (frz. la gorge) Schnauze, Mund)

grummelen (frz. grommeler) nörgeln, brummen)

groppesch (frz. accroupi) ungezogen)

Greenschelen (frz. la groseille verte) Stachelbeeren)

Hott (frz. la hotte) Tragekorb)

kabott (frz. capot) kaputt, zugrunde gehen)

Kamälle (frz. le caramel) Bonbon)

Kameede (frz. comedie) Durcheinander, Aufruhr)

Kamisol (frz. la camisole) Hemd))

Kanapee (frz. la canapie) Bettkoje, Sofa)

Kanallesch (frz. canallie) Lumpenpack, Gesindel)

Knäif (frz. canif) Messer)

Kompott (frz. la compote) gekochtes Obst)

krailen (frz. craindre) sich fürchten)

kroosen (frz. creuser) suchen, ausgraben)

Krooh (frz. le corbeau) Rabe)

kulleren (frz. couler) fließen, kullern)

Kumma (frz. le concombre) Gurke)

Kuraasch (frz. le courage) Mut)

de Mann (frz. la manne) Korb)

Bagaasch (frz. le bagage) Lumpengesindel, Gepäckbündel)

Pänz (frz. la panse) Balg, freche Kinder)

Peijn (frz. la peine) Schmerz, Kummer, Sorge)

Pissem, Fussel (frz. la ficell) Faden, Flusen)

Plümmo (le plumon) Federbett)

Poat (frz. la porte) Tür, Pforte)

onn Raasch (frz. la rage) Wut)

Rapp (frz. la rape) Reibe, Raspel)

Reach (frz. rocher) jäher Bergabhang, Fels)

Scharettje (frz. la charrette) alter Karren)

Schees (frz. la chaise) Kutsche, altes Gefährt)

Spengel (frz. l`epingle) Stecknadel)

verschamerären (frz. chambarder) beschädigen)

 

 

 

Lasst uns diese wunderbare Sprache, den "moselfränkischen" Dialekt, erhalten. Wir sollten immer dann, wenn wir die Möglichkeit dazu haben, unsere ”Modderschproch” sprechen. Die Nachkommen werden es uns danken, wenn wir für sie ein Stück Sprachkultur konservieren, indem wir sie weiter nutzen.

 

Sollten Sie / Ihr, nach Studie der vorliegende Aufzählung noch weitere interessante Müllenbacher Dialekt-Wörter beisteuern können, würden wir uns über ein kurze Mail sehr freuen. Auch mit konstruktiver Kritik oder Verbesserungsvorschlägen bitte nicht hinter dem Berg halten.

 

 

 

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Quellen:

Werner Wendel, Kreis Jahrbuch Cochem-Zell 1993

German Franzen, Kreis Jahrbuch Cochem-Zell 1994, Untergegangene Wörter

Dialekt-Wortsammlung Werner Schumacher, Kaisersesch

Ortschronik der Gemeinde Ulmen, 2000

Irene Stölben, Kreis Jahrbuch Cochem-Zell 2009, Fast vergessenes Moselaner Fransiesisch und Moselfränkisch

Dieter Laux, eigene Recherchen. Umwandlung der Beiträge aus den Einzelquellen in „Müllenbacher Platt“