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Müllenbach, chronologische Geschichtsdaten

 

Liebe interessierte Leser, die chronologischen Geschichtsdaten der Ortsgemeinde Müllenbach haben in der Zwischenzeit einen Umfang von fast 450 DIN A4-Seiten (WORD) erreicht und sind somit für die Darstellung auf unserer Homepage zu umfangreich geworden. Der aktuellste Stand informiert Sie über sämtliche relevanten Informationen zur Ortsgemeinde Müllenbach seit der urkundlichen Erstnennung bis zum aktuellen Datum. Bei Interesse an dem Gesamtwerk, setzen Sie sich bitte mit dem Verfasser in Verbindung: Zu erreichen unter folgender E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Dieter Laux                                                                                               Stand: 30.01.2013

 

 

Die vorliegende Sammlung von Geschichtsdaten der Ortsgemeinde Müllenbach wird durch den Verfasser ständig nach neuesten Erkenntnissen aktualisiert.

 

 

Vor- und Frühgeschichte  Hallstattzeit = älteste Periode der Eisenzeit

 

700-500 v. Chr: Eine aus dieser Zeit (Hallstattzeit / älteste Periode der Eisenzeit) stammende Rasierklinge fand man westlich des heutigen Sportplatz (Auf der Höhe).

 Römisch-germanische und fränkische Zeit (bis 918)

 

 1. Jhd. n. Chr: Eine römische Brandgrabstätte aus jener Zeit fand man etwa 200 - 250 Meter südöstlich der Pfarrkirche im Distrikt „Rosenberg".

 

Hochmittelalter 919 - 1257

 1036 n. Chr: Wahrscheinlich erstmalig urkundliche Erwähnung Müllenbachs als „Michelembach sup Cumitato" (wird allerdings von Historikern angezweifelt). Erzbischof Poppo, Schirmvogt der trierischen Kirche soll hier Güter besessen haben.

 1052 n. Chr.: Erstmals erwähnt wird in einer Urkunde im Jahre 1052 der Wald Hochpochten. Erzbischof Eberhard von Trier schenkt hiernach dem Stift St. Martin in Münstermaifeld den Wald „Puthena".

 

Spätmittelalter  1257 - 1517

 1316 n. Chr: Müllenbach wird indirekt als zum Kirchspiel und Hochgericht Masburg gehörig genannt ( nicht urkundlich ).

 01.05.1333: Weitere urkundliche Erwähnung (siehe auch 1036n. Chr.), die Witwe des Heinrich von Molinbach, Aleidis, verkauft ihr mütterliches Erbe in Düngenheim für 100 Denare an das Kloster Stuben.

 1349 / 1350: Das Eifelland wird von einer verheerenden Seuche, der „Pest", heimgesucht. Auch die Orte unserer Umgebung werden nicht verschont.

 1357:  11.12. Der pfalzgräfliche Ort „Mollenbach“ wird durch Pfalzgraf Ruprecht I. zugleich mit dem „Hause Kaldenbrunnen“ (Kalenborn), Haurode (Hauroth) und „Gut Rode" (später Gerhardsroth) im  Gericht Mastbrecht (Masburg) an Ritter Konrad von Brohl, Syfrieds Sohn, verlehnt.

 1382: In den Akten des Klosters Maria Martental wird ein Jakob Friess von Mulenbach erwähnt, der dem Kloster eine Rente für ein Jahresgezeit schenkt. Siegler ist der Schultheiss von Kaisersesch, ein Beleg dafür, dass schon damals Müllenbach zum kurtrierischen Amt Kaisersesch gehörte.

 1382-1389: Johann von Klotten, Burggraf in Cochem (1363 - 1389), kauft eine Wiese zu Müllenbach.

 1482: Wird eine Wiese im „Frauenbornsiefen" (Hochpochten) an einen Müllenbacher verlehnt, er muss hierfür 2 Pfund Wachs an die Kirche in Polch abliefern.

 

Reformation und Glaubenskriege (1517 – 1648)

 1527: Auch in unseren Orten hat zwischen 1500 und 1650 die Hexenverfolgung ihren Höhepunkt erreicht. Nur wenige Akten und Urkunden berichten über diese schlimme Zeit, die bei näherer Betrachtung die mögliche Perversität menschlichen Denkens und Handelns zeigt. Für Müllenbach gibt es keine Unterlagen die von der Hexenverfolgung berichten, man muss jedoch davon ausgehen dass auch Bürger unseres Ortes nicht verschont wurden. In Ulmen z. B. werden am Donnerstag nach Aschermittwoch des Jahres 1527 vier Hexen öffentlich verbrannt. Weitere Hexenverbrennungen sind aus Kaisersesch, Gamlen, Kaifenheim und Düngenheim bekannt.

 1534: Wird von einem „doerfflein nudorff nit weit von Mollenbach gelegen" berichtet, welche Siedlung das heutige Neuhof sein dürfte.

Als 1534 auf der Burg Cochem wegen eines Weidestreites zwischen den Gemeinden Müllenbach und Ulmen verhandelt wird, bringen die Ulmener vor: „daß der und jener Büsch und Hecken gerodet und Wiesen und Äcker daraus gemacht und teils andere, teils sie selbst den Polcher-Erben Pacht dafür gezahlt hätten". Müllenbach entgegnet dem: „Daß wer in Hochpochten hauen und roden will, dies mit Willen derer von Polch tun muß, und daß die drei Schmiede von Ulmen viel Büsch und Hecken ausgehauen, die Plätze gerodet und Felder daraus gemacht" und „daß bis in die zweite Hälfte des 15.Jh. die Ulmener wohl anderthalb hundert Morgen gerodet und zu Feldern und Wiesen gemacht hätten". Diese Aussage bekräftigten sie durch die Zeugenaussage eines 80jährigen Zeugen aus Ürsfeld der zu Protokoll gibt: „In derselbigen hecken habe er Gezeuge und der Müllenbacher Hirte oft und viel mit ihrem Vieh gehütet".

 1543: Ein Weistum weist die Grafen von Virneburg als Hochgerichts - und Grundherren in Müllenbach aus. Der Ort wird vom kurtrierischen Amt Mayen verwaltet. Das Hochgericht Masburg ist im Alleinbesitz der Grafen von Virneburg. Wörtlich heißt es im Weistum: „Das Weistum des Hochgerichtsbezirks Masburg, bestehend aus den sieben Dörfern Masburg, Bermel, Hauroth, Laubach, Müllenbach, Eppenberg und Kalenborn, weist dem Grafen von Virneburg alle weltlichen Sachen zu, Gebot und  Verbot, den Glockenklang, den Vogel im Walde, das Wild im Walde und die Fische im Bache. Wenn in diesem Gebiet ein Antast geschieht, dann soll man den Gefangenen dem Grafen von Virneburg als seinem Gewaltherrn in dessen Gewahrsam überliefern, um von ihm verhört zu werden. Wird er übeltätig befunden, soll der Graf ihn bis an den behauenen Stein bringen lassen, daselbst sollen die von Masburg mit wehrhaftiger Hand erscheinen und den Übeltäter an das Gericht von Masburg liefern. Der Graf soll ihn dann nach seiner Überweisung richten lassen, jedoch ohne Schaden der Untertanen, doch was von Gehölz zu dem Gerichte für den Galgen fehlt, das sollen die Masburger aus ihren Wäldern holen, im Beisein der Schöffen und der Nachbarn. Die Schöffen weisen noch, sie hätten es von ihren Eltern hören weisen, dass Gott der Allmächtige ihr oberster Gewaltherr sein soll, danach der Graf von Virneburg als ein Lehnträger. Auch zeigen die Schöffen an, dass im Hochgerichtsbezirk Masburg sieben Dörfer gelegen, von denen zwei, das eine Eppenberg, das andere Kalenborn genannt, sich von ihnen abziehen und eine besondere Gerechtigkeit haben wollen, welche nie gewesen sei. Wer im Bezirk Feuer und Flamme unterhält, sich auch des Wassers und der Weide gebraucht, es sei gleich, wo er her ist, der ist dem Grundherr schuldig jedes Jahr zu geben: ½ Malter Hafer, ein Weideschaf wer Schafe hält, eine Weinfahrt wenn er Pferde hat, muss daneben auch andere Frondienste tun, zu Weihnachten eine Holzfahrt, zur Ernte einen Tag Gras mähen, ein Fastnachtshuhn, hat er aber keins, muss er einen Albus zahlen. Kommt Waffengeschrei in den Hochgerichtsbezirk, dann soll ein jeder Nachbar und Untertan seinem Herrn folgen soweit sich der Bezirk erstreckt. Wer dieses nicht tut, den überweisen sie der Gnade oder Ungnade des Herrn.

Das Sendschöffenweistum Masburg weist, dass die Grafen von Virneburg über 100 und noch mehr Jahren, seit Menschengedenken das Kirchspiel Masburg in Besitz hätten und das es Brauch gewesen sei, dass die früheren Sendschöffen ihr Weistum genauso gehandhabt hätten, wie sie es jetzt tun. Das Weistum weist auch die Pfarrangehörigen an, den hohen Thurm, das Beinhaus und die Ringmauer des Kirchhofes zu bauen und in Stand zu halten.“

 1545: Sterben die Grafen von Virneburg mit dem Tod Kuno von Virneburgs aus. Die eigentlichen Erben sind die Grafen von Manderscheid. Jedoch geht ein großer Teil der Besitzungen verloren.

 1548: Kurtrier bekommt die gleichen Rechte über Müllenbach wie vorher die Grafen von Virneburg.

 1555: Verbieten die "Adeligen Erben" (zu Polch) den Müllenbachern das Weiden der Geißen „auf pichtinger gewaeltds" (Hochpochtenwald), beim antreffen und „drüber farren" wird beschlagnahmt.

 1563: Älteste Notierung über die Einwohnerzahl von Müllenbach. Aus dem „Kurtrierischen  Feuerbuch" entnehmen wir 23 Feuerstellen (etwa einer Einwohnerzahl von 130 bis 150 Personen entsprechend).

 1576: Müllenbach (im Kirchspiel Masburg) wird vom kurtrierischen Amt Monreal und dessen Kellnerei (Finanzbehörde) verwaltet. Der Ort unterliegt der Zivilgerichtsbarkeit des Amtes Monreal.

 16. Jhd.: Hier heißt es zum „Gut Rode": „wird der Roider Hof genannt, bi Moillenbach gelegen, gehoirt dem von Bruynsberg zu". Es handelt sich hierbei um den späteren Hof „Gerhards Roth“ im Hochpochtenwald.

 1618: Bei einer Waldbereisung durch die Adeligen-Erben zu Polch beschweren sich die Gemeinden Ulmen, Laubach, Müllenbach und Eppenberg heftig gegen die von den Erben zugelassenen Rodungen im Bereich der „Mittleren- und Unteren Endert", weil sie darin eine Einschränkung und Behinderung ihrer Weiderechte sehen.

 1621: Wird in Müllenbach eine Kapelle erwähnt, die einen Altar besitzt, auch einen Kelch mit Zubehör und das wöchentlich das hl. Opfer gefeiert wird. Der Pfarrer in Masburg (Pfarrort) bedient die Kapelle in Müllenbach. Das Stift Karden, das den Pastor anstellte, überließ 1621 dem Seelenhirten in Masburg ein Drittel des Zehnten in Masburg, Maria Martental und Müllenbach. 1657 dieselben Angaben, zuzüglich 2 ½ Fuder Heu und das Stipendium von 12 Jahrmessen, a 6 Albus.

 1641: Gemäß einer vorliegenden Rechnung erhält ein Schmied aus Müllenbach das Holz zum brennen von Kohle aus dem Wald Hochpochten.

 

Zeitalter des Absolutismus  (1649 – 1789)

 1649: Erhält Simon Kliss, aus Müllenbach, für 40 Reichsthaler die Genehmigung zum Brennen von Pottasche im Hochpochtenwald wobei er „kein (dem Wald) schädliches, nur abfälliges Holz" verwerten darf.

 1657: Wird berichtet, dass die Kapelle in Müllenbach dem hl. Hubertus geweiht ist, der Kaplan von Masburg die hl. Messe zelebriert, dafür von der Gemeinde 13 Gulden erhält, aber den Messwein selbst stellen muss. Ferner wird vermerkt, dass das Vermögen der Kapelle aus 4 Morgen Land, 20 Gulden Kapitalien (wohl Stiftmessen), 4 Bienenstöcken, und einem Schafe besteht. Die Größe der Gesamtpfarrei Masburg (Masburg, Müllenbach, Laubach, Bermel und Kalenborn) wird mit 300 Kommunikanten angegeben.

 1676: Werden die Wiesen „Ronden Sohr", „Auf der Pletsch" und  „Im Motzenseifen" (alle Hochpochten) an drei Müllenbacher, auf 8 Jahre, mit der Auflage „sollten dieselben von bewachsenen Dornen ausbutzen", verlehnt.

 1680: Leben in Müllenbach 20 Familien, was in etwa der Personenzahl wie 1563 (130-150) entspricht. Erstaunlich trotz des Krieges und der Pestzeit. In Laubach z.B. werden 1563 15 Feuerstellen genannt, 1680 nur noch 5 Familien.

Ein Visitationsprotokoll berichtet über die Abtrennungsbestrebungen des Ortes von der Pfarrei Masburg. Müllenbach möchte eigenständige Pfarrei werden. „Die Abtrennungsbestrebungen liegen beim Bischof“ heißt es im Protokoll.

Die Müllenbacher Schöffen bitten um einen Schulbauplatz. Über die Ausführung der Pläne wird weiter nichts bekannt.

 1689: 20. Aug.: Verheerende Feuersbrunst in Ulmen. Die französischen Truppen sind eingezogen und haben den Ort in Brand gesetzt. Zahlreiche Ulmener Bürger werden gezwungen in den Hochpochtenwald zu flüchten. Sie hausen dort über einige Zeit in selbst erstellten Hütten unter ärmlichsten Bedingungen.

Die Franzosen fallen am 25. August in das nahe Cochem ein. Die ganze Stadt wird ein Raub der Flammen und fast alle Einwohner werden von den französischen Truppen getötet.

 1691: 09.Januar: Johannes Fischer aus Alflen wird auf dem jährlichen Dingtag bewilligt, „ein Mühlgen" (die spätere Fischermühle an der Mündung des Lessierbach in die Endert) „in der Endert, da die Bäche zusammenlaufen“ zu bauen. Die Pacht wird auf einen Gulden festgesetzt, jedoch später reduziert: „weilen dieselbige Platz ein solches verworfenes ödes Orth gewesen, daß von selbigem etwas zu gewinnen, viel weniger eine Mühle darauf zu setzen, allen menschen gleichsam eine Unmöglichkeit seye.....“.

Nach Dingtagsprotokollen bestehen damals schon folgende Mühlen: „die Perlemüll auch Prolingsmühle genannt sowie die Öhlmühle, und die Martental-Springiersbacher Mühle auf der Müllenbacher Seite, und die Wagenmühle bzw. Auderather Mühle auf der Auderather Seite, die bisher die umliegenden Dörfer versorgt hatten, so dass es für die neue abgelegene Mühle nicht viel Kundschaft gab.

 1695: In Unterlagen der Kellnerei (Finanzverwaltung) Mayen-Monreal wird erstmals der Schieferbergbau in Müllenbach als Abgabenpflichtig (Deckleyenzehnt) erwähnt.

 1703: 16 Müllenbacher Familien stiften Geld und Sachwerte um im Ort eine Vikarie zu errichten. Im einzelnen werden gestiftet: „150 Taler bares Geld, die 71/2 Taler Zinsen einbringen, Ländereien im Wert von 342 Talern, Wiesen und Pesche im Wert von 527 Talern und auswärtiges Feld im Wert von 377 Talern, ferner ein Wittumshof nebst Stall im Wert von 140 Talern dazu freies Holz und freie Viehweide, endlich von jedem Einwohner 2 jährliche Fahrten, die aber mit 12 Albus abgefunden werden können.“

 1704: 17. März: Die kirchliche Behörde errichtet die erste Vikarie zu Ehren der Hl. Hubertus und Antonius Einsiedler in Müllenbach. Der erste Vikar ist der Priester Jakob Heinrich Jäger, der vom Masburger Pfarrer in sein Müllenbacher Amt eingeführt wird. (Amtszeit:1704 - 1718)

08. Nov: Der Curat von Müllenbach, Jakob Heinrich Jäger, wird vom Kurfürsten zum Seelsorger für die Hochpochtener Hofleute bestimmt.

 1705: Werden Johann Fischer (Fischer Hof) und P.P. Gilles (Müllenbach), erlaubt, die so genannten „Medemsfelder" (heute Vorpochten) und Th. Wagner, Johann Welling die Felder auf „Gerhardsrodt" zu pachten. Ulmen sieht das als Angriff auf seine Lebensinteressen durch Einschränkung seiner Weidegerechtigkeit und Ackernahrung und eine Beeinträchtigung seiner Behölzigungsrechte. Kurzerhand lässt der Ulmener Kellner (eigentlich Finanzverwalter, hier wohl als Vertreter des kurfürstlichen Amtmannes tätig geworden) die neu erbauten Hütten der Höfer niederreißen.

Wird Johann Anton Stoll, geb. in Müllenbach, als Pfarrer in Kaisersesch genannt. Er verstirbt daselbst am 06.01.1731.

Zwischen Ulmen und Müllenbach entsteht ein Streit der Pfarrer, zu welcher Pfarrei die Hochpochtener Höfe gehören und viel wichtiger, an wen Diese ihre kirchlichen Abgaben zu leisten haben.

 1706: Als vorläufigen Höhepunkt des Streites zwischen Ulmen und Müllenbach zerstören Ulmener Bürger die Gebäude der Hofleute P. Faber und Th. Wellings (den alten Schulmeistern) auf dem „alten Roth" (in der Nähe des Höchstberges), 2 Häuser, 2 Scheunen, einen Backofen und einen Garten.

Ulmen erhält das alleinige Weiderecht auf „Reyersrodt" (Vorpochten). Die anderen Gemeinden dürfen den übrigen Wald in Hochpochten nutzen.

 1707: Die adeligen Erben (Polch) beschweren sich über die Gewalttaten der Gemeinden Müllenbach, Laubach und Eppenberg, die ihr Vieh ständig dort im Walde weiden ließen, wo sie kein Recht hätten (Reyersrodt).

Der Kurfürst genehmigt den Wiederaufbau der 1706 von den Ulmener Bürgern niedergerissenen Hütten, um Mensch, Tier und Ernte vor dem nahenden Winter zu schützen. Die Ulmener reißen auch die neuen Hütten wieder nieder und pfänden dabei auch noch die Flinte des Waldförsters.

Ende des Jahres pfänden Ulmener Bürger die zum „Nachecker" zugelassenen Müllenbacher Schweine in Hochpochten.

 1708: 8 Familien werden als im Walde Hochpochten ansässig gemeldet.

 1709: Der Kellner (Finanzverwalter) von Ulmen, Jacobi, zieht unberechtigt und mit Gewalt den Zehnt auf dem „Reyersrodt" (Vorpochten) ein. An dieser gewaltsamen Zehnteinnahme beteiligt sich auch der Pfarrer von Ulmen, der gleichfalls den Höfern die Fruchtgarben mit Gewalt entwendet.

 1711: Ulmen beantragt die Weidegerechtigkeit im ganzen Hochpochtener Bezirk wie „abgesteint."

Johann Welling aus Müllenbach wird als Nutzer der Schiefergrube (Steinmannskaul) in Hochpochten genannt. Im gleichen Jahr werden die von ihm geförderten Leien durch den Kurfürsten in Arrest gelegt, da Welling wohl den Zehnt hierfür nicht zahlen kann. Erst nach langen Verhandlungen bekommt er von der kurfürstlichen Kammer die Genehmigung in Hochpochten weiterhin Leien zu brechen.

 1714: Werden in Hochpochten folgende Höfe genannt:Auf den Rödern am Höchst mit Peter Faber als Hofmann / Auf den Rödern am Höchst mit Franz Schwarz als Hofmann / Gerhardsroth mit Franz Werner als Hofmann / Steinmannskaul mit Hermann Arends als Hofmann / Pützfeld mit Hans Stephan Prost als Hofmann / Pützfeld mit Johann Schneider als Hofmann / Hunel (oder Hundel) mit Friedrich Fischer als Hofmann, Sohn des Joh. Fischer / Mühle u. d. Weissebuch mit Johann Fischer als Hofmann / Maisfelder Hof mit Peter Fischer als Hofmann (Sohn des Johann Fischer) / Hof an der Straße mit dem Köhler Johann Berg.

 1715: Der Pfarrer von Alflen meldet an, dass auch er ein Recht auf die Seelsorge eines Teiles der Hochpochtener Höfe hat. Hier besonders bei dem Höfer und Müller Fischer, ehemals Alfler Bürger.

23.Sept.: Die Kurfürstliche Kammer ordnet an, dass der Kellner von Ulmen den Zehnt auf den Hochportener Höfen einziehen soll.

 1717: Die Müllenbacher Bürger werfen ihrem Vikar (Jakob Heinrich Jäger) vor, dass er offene Wirtschaft treibe, welches keinem Geistlichen anständig wäre, ferner, dass er die neulich angepflanzten Hofleute im ritterschaftlichen Wald Pochten anlocke, so dass sie selbst in ihrer Kapelle keinen Platz mehr finden.

 1718: 11.01.: Werden die Höfe in Hochpochten durch eine Erzbischöfliche Verordnung seelsorgerisch dem Curaten von Müllenbach zugeteilt.

 1721: Werden nach den Consistorialverordnungen von 1715 u.1720 die Hofleute Matthias Fischer und H. P. Fischer seelsorgerisch dem Alflener Pastor zugeschrieben. Sie entfallen somit der Seelsorge des Curaten v. Müllenbach.

Am 17.06 stirbt Nikolaus Miesen aus Müllenbach durch einen Felssturz im Bergwerk; er war vermutlich wenig über 20 Jahre alt, verheiratet und hatte 1 Kind.

 1723: Stimmt Müllenbach einem Vergleich zu, in dem der Gemeinde Ulmen das alleinige Weidrecht in Hochpochten zugesprochen wird und Müllenbach dafür Brennholz gegen geringe Bezahlung erhält. In der Folge halten sich die Müllenbacher Bürger nicht an den Vergleich, sie treiben ihr Vieh weiterhin nach Hochpochten.

Vikar in Müllenbach: Schmidt Matthias (geb. in Masburg), 1733 Erbauer der neuen Kapelle in Müllenbach, in der er auch beigesetzt wird (Amtszeit:1723 - 1744)

1724: Bei einer Neu-Verlehnung bekommt H. Arendt aus Müllenbach die Schiefergrube in Hochpochten, zunächst mit 3 Freijahren, mit Rücksicht auf die große Mühe und Kosten der Aufräumung der Anlage, zugesprochen.

Aus einer Kellnereirechnung von Mayen und Monreal geht hervor, dass aus Müllenbach folgende Zahlungen zu leisten sind: „Die Prolingsmühle zu Mühlenbach, 1 Sümmer Korn; Johann Fischer von der Mühle an der Niederendertsbach, 1 Malter Korn; Die Josephsmühle zu Mühlenbach, 6 Sümmer Korn; Die Gemeinde Müllenbach, 3 Malter und 4 Sümmer Gerste, 7 Hämmel und jede Ehe ein Huhn; Als Deckstein-Zehnten wird geleistet: 121 ½  Reiß, Fleckstein: 50 Reiß.“

 1725:In den Kirchenakten wird die Kaulenmühle erstmals erwähnt, als Nikolaus May aus Müllenbach am 16.10. 1725 in Masburg die Elisabeth Niederelz, seine erste Frau ehelicht. Hierbei wird in die Heiratsunterlagen eingetragen: „wohnen in der Mühle hinter Müllenbach“. Später wird die Mühle hinter Müllenbach als Kaulenmühle im Kaulenbachtal bezeichnet.

 1726: Der Vikar von Müllenbach wird angewiesen den genossenen Zehnten der Fischer -Höfe an den Pfarrer von Alflen zu erstatten. Hierüber entsteht ein Rechtsstreit der Pfarrer vor der Nuntiatur in Köln.

 1728: Im Sterbebuch der Müllenbacher Kirche wird am 13. März 1728 der Lehrer Johann Georg Molitor erwähnt. Der Eintrag lautet: <Lehrer in Monreal, er hat die Kinder in Müllenbach unterrichtet und wird in Müllenbach begraben>

 

1729: Am 19.12. findet man am Schieferbergwerk „die Oberkaul“ genannt, den toten Körper der Maria Margaretha Pörling aus Müllenbach. Man nimmt an, dass sie auf dem Rückweg von Cochem kommend am 17.12. hier gestürzt ist und dadurch den Tod gefunden hat. Sie war Mutter von 5 Kindern.

 1732: Weist die Nuntiatur in Köln an, dass der Vikar in Müllenbach die Seelsorgepflicht in „ganz Hochpochten" behält, der Pfarrer von Alflen die Kosten des Rechtsstreites zu tragen hat.

 1733: Neubau der Kapelle in Müllenbach. Der Ort ist gewachsen, zudem besuchen die Gläubigen aus Laubach und Hochpochten die Messe. Der Neubau (Kirchenschiff) hat die Maße 21 X 21 Fuß (ca. 7 x 7 m). Es fehlen jedoch Beichtstuhl, Orgel und Sakristei.

 1734: Der Pfarrer von Alflen erreicht beim Kurfürsten eine Verfügung wonach dem Pastor von Müllenbach die Seelsorge in Hochpochten untersagt wird. Dieser wendet sich wieder an die Nuntiatur in Köln, die endgültig den Pfarrer von Müllenbach als Seelsorger für die Höfe in Hochpochten bestätigt unddem Pastor von Alflen unter Androhung der Exkommunikation die weitere Belästigung des Müllenbachers verbietet.

Nikolaus Klasen, aus Masburg, wird als Oberförster in Hochpochten eingesetzt.

 1738: Wird flüchtig über den Tod eines früheren Lehrers Johann G. Molitor berichtet. Ob es sich hierbei schon um einen Lehrer des 1680 geforderten Schulbaus handelt, kann nicht ermittelt werden.

 1739: Wird der Amtsverwalter von Cochem beauftragt, auf den Höfen (im Hochpochtenwald) zu requirieren und ohne längeres Verweilen alle in Hochpochten befindlichen Beisassen (Kinder der Höfer, die nach ihrer Hochzeit mit der Familie auf dem Hof geblieben sind) wegschaffen zu lassen.

Versucht ein Mann aus Müllenbach ohne Genehmigung eine 2. Mühle (neben der Fischer-Mühle) in Hochpochten zu bauen. Da er sich jedoch mit den adeligen Erben nicht einlassen will, reißt er später die schon erstellten Grundmauern wieder ein.

Wieder werden die Abtrennungsbestrebungen des Ortes von der Pfarrkirche Masburg vom geistlichen Gericht abgewiesen.

 1741: Wird erstmals die Kolfenmühle in der Endert mit ihrem Besitzer Matthias Kolf genannt. Später, nach der Übernahme der Mühle durch Servatius Arenz (1750), wird die ehemalige Kolfenmühle als Zirwesmühle bezeichnet. Sie liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Müllenbach-Mündung in die Endert.

Nikolaus Klasen, aus Masburg, wird aus dem Amt als Oberförster in Hochpochten entlassen, zum einen, wegen der großen Entfernung von Hochpochten bis Masburg, wo er wohnt, zum anderen aber auch, wegen der groben Unterschlagungen und Holzfrevel, die er mit seinen beiden Waldförstern begangen hat.

 1743: Da sich die Hofleute in Hochpochten ihrer Pflicht entziehen den Zehnt an den Pfarrer von Müllenbach abzuliefern, ziehen die Müllenbacher Bürger unter „vorhergehendem Glockenschall von dasigem Bürgermeister angetrieben" in Hochpochten ein und rauben dem Hofmann Diedrich Alflen (Gerhardsroth) 21 Garben Korn mit Gewalt vom Karren. In der darauf folgenden Untersuchung berufen sich die Müllenbacher auf den Befehl ihres Hochwürdigen Herrn Pfarrer. In der Folge schließen die Hofleute von Pochten einen Vertrag mit den Müllenbachern zur jährlichen Lieferung von 18 Maltern Korn und Hafer, je zur Hälfte. Die Pochtener erkaufen sich so einen kirchlichen Anschluss in Müllenbach.

 1746: Zu den Lieferungen der Hochpochtener Höfer an Müllenbach aus dem Vertrag vom Oktober 1743 kommen nun nochmals 10 Rtlr. jährlich hinzu.

 1747: Wird eigens für die Höfer aus Hochpochten in der Pfarrei Müllenbach ein Pfarrbuch angelegt. In diesem sind vermerkt: 5 besiedelte Villen: Pützfeld, Hohenpochten, Steinmannskaul, Girratsroth und Hunolt

 1749: Vikar in Müllenbach: Esch Heinrich ( geb. in Prüm)  ( Amtszeit:1749 - 1769 )

 1751: Wiederum geht ein Gesuch des Ortes um Abtrennung von der Pfarrei Masburg an das Koblenzer Offizialat. Am 23.12.1751 kommt die Anweisung, dem Schreiben von 1739 nachzukommen, mit dem Befehl, dass der Pastor oder sein Kaplan von Masburg aus im Winter die hl. Sakramente in Müllenbach spende. Im Auftrag der Behörde, muss der Pastor von Retterath als Kommissar fungieren.

 1759: In den speziellen Pfarrbüchern für die Höfer in Hochpochten werden in diesem Jahr zwei weitere Höfe genannt. Auch sie werden unter der Pfarrei Müllenbach geführt. Es sind: Schwarzenhof und Hoechst (Hoechsterhof  von 1732)

 1765: Wird die Fischermühle, oder besser die Reste der ehemaligen Fischermühle, durch Hochwasser völlig verwüstet und muss gänzlich erneuert werden.

1769: Vikar in Müllenbach: Gilles Bartholomäus (geb. in Müllenbach), tritt in der Folge auch handgreiflich für die „Rechte" der Müllenbacher ein. (Amtszeit: 1769-1786)

1771 / 1772 wird auch ein Rhein, Johann Peter (geb. in Metternich), als Vikar in Müllenbach genannt.

In Hochpochten werden 94 Seelen auf den Höfen und Mühlen ansässig gemeldet.

Auf dem Steinmannskauler Hof in Hochpochten wird Anton Alflen mit seiner  Frau und 2 Kindern, 2 Mägden, 1 Hütejunge als ansässig gemeldet. Er besitzt 14 Rinder und 10 Schweine.

Es werden fünf Höfe in Hochpochten aufgelöst. Da die Zehntzahlungen an die Müllenbacher Kirche aus dem Vertrag von 1743 und 1746 für den Rest der Höfe gleich bleiben, ist ein Konflikt mit den Hofleuten abzusehen. Sie weigern sich, die weiterhin gleich gebliebenen Zehntzahlungen zu leisten.

Nach Auflösung der Höfe werden nur noch 37 Seelen als in Hochpochten wohnhaft gemeldet.

 1770: Nachdem Oberförster Michels den Müllenbacher Schweinehirten zum dritten mal wegen unerlaubten Weidens in Hochpochten zur Rede stellt, wird er von 6 bis 7 in der Nähe befindlichen Müllenbachern, unter denen sich auch der örtliche Bürgermeister befindet, umringt und trotz seiner Drohung zu schießen, so geschlagen, „dass ihm nur das Dazwischengehen eines Mannes aus Laubach das Leben rettet."

 1771: Die Gemeinde Müllenbach klagt (und verliert) vor dem Amt in Cochem auf das Weiderecht im Hochpochtenwald.

 1773: Brennt die Zirwesmühle im Enderttal, an der Mündung des Müllenbachs, ab. Für den Wiederaufbau erhält der Müller (Servatius Arenz) Vergünstigungen, wie Holz und Decklatten zur Errichtung des Strohdaches.

Beschreibt der Klottener Schultheiß Johann Peter Bathasar den Jagdbezirk des Klosters Brauweiler an der Mosel und in der Eifel. Hier heißt es unter anderem:  „……die Eltz hinauff biß an die Lohnbrücke an der Landstraß, der Landstraß nach durch Dünichheim biß an die Eschersforth, von dannen auff Maßburg, über Laubach undt Müllenbach in die Enderth, die Enderth herunter biß Cochem uff die brücke,…..“

 1774: Klagt Vikar Gilles bei den „Adeligen Erben" über den Oberförster Michels, der ihn: „in ein Haus gelockt, dort bedroht und beschimpft habe und ihm im Wald auflauere, so daß er seines Lebens nicht mehr sicher sein könne.“ Dem entgegnet der Oberförster, er habe den Herrn Pastor bestellt, ihm die 5 Knopfstücke abzufordern, die er auf dem Dingtag wegen der gestohlenen Reiser für ihn ausgelegt habe. Hierbei wäre der Vikar Gilles handgreiflich geworden und hätte ihn unter den Schimpfworten „Hundspfott und Scheisskerl" aus dem Hause gejagt.

 1775: Die Gemeinde Müllenbach klagt (und verliert) vor dem Hofgericht in Trier auf das Weiderecht im Hochpochtenwald. Die Müllenbacher Bürger denken jedoch nicht daran sich an das gesprochene Urteil zu halten. Am 09. Juli pfändet Ulmen zwei und am 18. Juli einen Ochsen der Müllenbacher Hirten.

In den Pfarrakten werden weitere Höfe / Mühlen genannt, deren Bewohner in Müllenbach ihren kirchlichen Pflichten nachgehen. Es sind dies: Maisfeldermühle, Kolbsmühle, Wagenmühle, Kotteborn, Schulmeisterhof auf Hohenpochten, Stollenhof und Meyersmühle. Niemand kümmerte sich um die eigentlich festgelegte Zugehörigkeit, die Leute gehen nach Müllenbach zur Kirche und lassen sich auch dort beisetzen.

 1776: Pastor Gilles (gebürtiger Müllenbacher) und die Gemeindsleut werden wegen Holzdiebstahl (Frevel) zu einer Geldstrafe von 15 Rtlr. verurteilt. Die Strafe, auf 10 Rtlr reduziert, ist 1780 noch nicht bezahlt. „Die Müllenbacher behaupten, sie wären dem Pastor das Holz zu fahren schuldig und hätten selbst nicht gewusst dass es gestohlen war".

 1777: Kommt es wegen der Weide in Hochpochten zwischen Bürgern von Ulmen und Müllenbach zu Gewalttaten.

 1779:Im Januar 1779 wird der Waldförster M. Faber in der Abenddämmerung von Laubacher Holzfrevlern derart misshandelt, dass er drei Monate später, nach langem Krankenlager, stirbt.

Werden 3o Kinder aus Müllenbach genannt, die „zu einem liederlichen Mann, der sich nie dem Pfarrer gezeigt hat", in die Schule gehen. “Dieser empfängt von jedem Bürger, derer bey 50 sind, 1 Sester Korn. Von jedem Kind Schulgeld 12 ½ Albus.“ Wenn dieser Lehrer zugleich die Glöcknerdienste versieht, welche jetzt in der Gemeinde umgehen, so erhält er bey jedem Begräbnisse 2 Brote. Neben den 30 Müllenbacher Schülern besuchen auch 6 Kinder aus Laubach den Schulunterricht in Müllenbach.

1781: bis 1783 erwirbt der Kölner Kaufmann Paffrath die Abbaurechte für Schiefervorkommen in Müllenbach. Er beauftragt mit dem Abbau Karl Rido (Rideaux) aus Fumay in Frankreich. Rido (Rideaux) bringt viele Verwandte aus Fumay mit. Die französischen Schieferbrecher haben wertvolle Kenntnisse im Schieferbergbau und sorgen mit ihrem Fachwissen für einen Aufschwung des Bergbaus in unserer Region. Seither tauchen in den Kirchenbüchern von Müllenbach viele französische Namen auf: Lefevre, Allard, Bourgeoise, Dardenne, Doudoux, Goffart, Pasfort, Regnier, Sarde, um nur einige zu nennen.

 1783: Werden die Hochpochtener Hofleute vom Appellationsgericht endgültig dazu verurteilt ihren Zehnt nach Müllenbach abzuliefern. Hiernach sind die Bepfarrungsverhältnisse in Hochpochten für die Dauer der Kurfürstlichen Herrschaft abschließend geregelt.

 1784: In Müllenbach leben 66 Bürger (Familienoberhäupter) in 65 Häusern, dass entspricht etwas weniger als 400 Personen. Im Bann von Müllenbach sind 619 Morgen Ackerland und 93 Morgen Wiese erfasst.

 1785: In einem Visitationsprotokoll der Pfarrei Masburg wird der Müllenbacher Bürger Niclas Stoll als Sendschöffe genannt. Es ist vermerkt, dass Stoll dieses Amt schon 6 Jahre bekleidet.

 1786: In Müllenbach werden Bürgermeister, Geschworene und ein Spiessförster genannt.

Aus Kirchenakten der Pfarrkirche in Pommern (1106 erbaut) geht hervor, dass anlässlich der Restaurierung des Kirchendaches 1786 125 Reis Dachschiefer aus den Gruben bei Müllenbach geliefert werden. Aus Zell, wahrscheinlich Altlay, dagegen nur 15 Reis.

 1787:Im Jahre 1787 zählt Laubach 106, Müllenbach 188 Einwohner.

Peter Alflen übernimmt den Gerhardsrother Hof in Hochpochten gegen eine Pachtzahlung von 27 Reichstalern.

 1788: Erhält Müllenbach wieder ein, wenn auch begrenztes, Weiderecht im Hochpochtenwald.

Als Bürgermeister in Müllenbach wird „Anthon Ollig“ genannt. Als Geschworene sind erwähnt: „Joannes Alflen“ und „Mathias Wilhelmy“.

Vorrätiges Brandgeschirr in der Gemeinde: „36 Leder Eymer, 3 Brand Hacken, 2 Leyderen, 1 Wasserspritz.“

In Müllenbach leben 60 Bürger (Familienoberhäupter).

 

Napoleonische Zeit  ( 1789 – 1815)

 1789: In Müllenbach leben 62 Bürger (Familienoberhäupter).

Die Amtsbeschreibung des Oberamtes Mayen von Karl Kaspar und Urban Meesen berichtet über Müllenbach:

„Der Boden ist fauler, kaltgründiger Beschaffenheit. In der Gemarkung dieses Ortes werden die wegen ihrer Güte und schönen blauen Farbe sehr bekannten Deckleyen gebrochen. Die Haupt-Nahrungsquelle der Bürger ist Ackerbau und die Viehzucht. Hat einen lang wierigen Process mit der Gemeind Ulmen in Betreff der Mitweide in Hohenpochten. Zehentherr ist das Stift Karden. Zur Jagd ist das Erzstift Trier, Graf von der Lay und Eltz und zur Schafweid allein die Gemeind berechtigt.“

Vikar in Müllenbach: Thelen Johann, (geb. in Monreal)  ( Amtszeit:1789 - 1802 ).

In der Ortsmitte von Laubach wird eine neue Kapelle gebaut. Da der Bauplatz eine sumpfige Wiese ist, muss das Fundament auf eingeschlagenen Holzpfählen gegründet werden. Die Herren Klee, Erbauer der neuen Kirche, richten eine Stiftung ein um an jedem Sonntag eine Frühmesse auszurichten.

 1790: In Müllenbach werden 63 Bürger (Familienoberhäupter) genannt.

 1791: In den Akten des Kloster Springiersbach sind am 27.09 die Versteigerung von 1,29 ha. Ackerland an den Müllenbacher Landwirt M. Steffen verbucht.

 1794: Nach der Annektierung durch Napoleons Truppen wird Müllenbach der Mairie (Amtsverwaltung) Kaisersesch zugeordnet.

 1802: Vikar in Müllenbach: Pauli Peter Joseph ( geb. in Maring) ( Amtszeit:1802 - 1805).

Das Jahr 1802 wird als sehr unfruchtbar verzeichnet.

 1804: Ab dem 21. Juli hat es fast 30 Stunden lang stark geregnet und ständig gedonnert. Die Bäche der Region schwellen stark an und treten über die Ufer. Man hört von der Ahr, dass hier viele Häuser von dem Hochwasser mitgerissen wurden.

 1805: Vikar in Müllenbach: Reichards Philipp, (geb. in Demerath) 1. Pfarrer in Müllenbach (Amtszeit: 1809 -1818)

 1806: Napoleon erlässt ein Dekret, nach dem ab dem 01. Januar 1806 der republikanische Kalender (französischer Revolutionskalender) endet und die gregorianische Zeitrechnung (weltweite Zeitrechnung) beginnt.

Haben alle Bemühungen der Müllenbacher Bürger, endlich eigener Pfarrort zu werden Erfolg. Müllenbach wird von Masburg abgetrennt und zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Die neue Pfarrei gehört zum Bistum Aachen. Müllenbach zählt zu diesem Zeitpunkt 390 Seelen.

Erster Pfarrer wird Philipp Reichards, der am 6.5.1754 in Demerath geboren ist und am 27.3.1784 in Trier ordiniert. Seine Amtszeit in Müllenbach dauert von 1805 bis 1818. 1805 legt er die Kirchenbücher an und legiert auch 2 Jahrmessen. Nach seiner Pfarrstelle in Müllenbach geht er 1818 nach Düngenheim, wo er am 11.12.1830 verstirbt.

 1808: Werden im Bann von Müllenbach 87 ha Ackerland, 30 ha Wiesen und 72 ha Wald angegeben. Größe des Gemeinde-Bannes 428 ha.

In den Schiefergruben werden 25 Arbeiter beschäftigt, die in diesem Jahr 2070 Reis Schiefer mit einem Verkaufswert von 6.240 Franken fördern.

Nach Entweihung der Kapelle in Martental kommt die Glocke der Kapelle nach Müllenbach. Sie dient hier lange als Schul - und Feuerglocke.

 1810: (05.03.1810) In Müllenbach wird Johann Theodor Regnier geboren. Er ist später ein sehr angesehener Rechtsanwalt in Trier. Dr. Theodor Regnier verteidigt 1848 Karl Grün in dem berühmten Hochverratsprozess. Er war stets ein überzeugter Katholik. Der berühmte Trierer Kirchenhistoriker Franz Xaver Kraus bezeichnete Regnier neben dem späteren Bischof Eberhard als die „glänzendste geistige Potenz, die Trier im 19.Jhd. aufzuweisen hatte. Wäre er Priester geworden, so hätte die deutsche Kirche in ihm eine Kraft ersten Ranges und einen Prediger von wundersamer Beredsamkeit gewonnen". Regnier ist somit wohl einer der bekanntesten Söhne unseres Ortes. Er stirbt am 06. März 1859 im Alter von 49 Jahren an einem Herzleiden.

Laubach geht als Filiale in die  Pfarrei Müllenbach über.

 1814: Am 01. Januar setzen die verbündeten Armeen der Deutschen bei Kaub über den Rhein. Die französische Besatzungsarmee wird aus dem Linksrheingebiet vertrieben. Müllenbach verbleibt, nach der Vertreibung der Franzosen, bei der nun preußischen Bürgermeisterei Kaisersesch, die dann später Amtsverwaltung wird.

 

Restauration und Revolution (1815 – 1850)

 1815: Am 10. April explodiert auf der indonesischen Insel Sambawa der Vulkan Tambora. Die Aschewolke, die hierbei entsteht, verdunkelt die Atmosphäre und lässt selbst in Europa den Sommer ausfallen. So sind die schlechten Ernten, der lang andauernde Winter und die darauf folgende Hungersnot in den folgenden beiden Jahren zu erklären.

Viele Einquartierungen durch die preußische Armee auf ihrem Feldzug gegen Frankreich. Die Bevölkerung hat arg zu leiden, auch unter der Abgabe der Kriegssteuer die von jedem Bürger verlangt wird.

 1816: Ein sehr harter Winter in der Eifel, der Schnee liegt bis in den Juni. Die Ernte kann erst im Oktober nur teilweise eingebracht werden, da der neue Frost den größten Teil der Ernte zerstört hat. Die Herbstsaat verzögert sich bis auf Ende Oktober. Die Witterung ist durch das ganze Jahr überaus schlecht.

Wird in der Pfarrei Müllenbach (mit Laubach und Leienkäulchen) eine Schule mit einer Lehrperson genannt. Die Schulchronik Laubach schreibt: „Von einer eigentlichen Schule war keine Rede. Manche Kinder besuchten wochen- ja monatelang keine Schule, und es war auch keine Seltenheit, dass Kinder nicht einmal ihren Namen schreiben lernten.“

 1817: Einwohnerzahl in Müllenbach 392 (alle Einwohner römisch/katholisch).

Durch die schlechte Ernte im letzten Jahr und den harten Winter entsteht in Müllenbach sowie in den anderen Orten der Eifel eine unbeschreibliche Hungersnot.

Der Preußische König Friedrich Wilhelm III. erlässt ein Dekret, wonach alle Pfarrer von Einquartierungen und Gemeindeabgaben befreit werden.

In diesem Jahr machen sich die Folgen der schlechten Saatbedingungen des vergangenen Jahres bemerkbar. Es gibt nur wenig zu ernten. Sogar die gut bemittelten Bürger haben kaum genug Brot zum Essen. Es wird größte Not in der Region gelitten und viele haben lange Monate kein einziges Stück Brot im Haus. Man ernährt sich von Kräutern und Wurzeln, welche man sonst nie zum Verzehr genommen hätte. Der Preußische König lässt über 10.000 Malter Korn von der Ostsee in die Rheinischen Provinzen bringen und hier zu geringem Preis verkaufen. Das sichert vielen Bürgern das Überleben in dieser armen Zeit.

Am 5. Dezember fasst man im Waldgebiet von Hochpochten 3 von 9 Bandenmitgliedern der so genannten „Alfler Bande“ die im Verdacht steht, am 21. November des Jahres den Pfarrer von Kaifenheim heimtückisch ermordet zu haben. Weitere 5 Mitglieder der Bande werden in Alflen gefasst.

 1818: Pfarrer in Müllenbach: Schmitt Johann Heinrich, (geb. in Ransbach) (Amtszeit:1818 - 1824).

Die Witterung in diesem Jahr vortrefflich. Endlich kann von den Bauern wieder eine halbwegs reichhaltige Ernte eingefahren werden.

1819: Am 07. Dezember wird mit dem 2-jährigen Matthias Klasen, Sohn des Peter Klasen (Nr. 2441 OFB), der erste Tote auf dem von Pastor Schmitt neu eingesegneten Friedhof im Holzweg bestattet. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Friedhof als so genannter „Kirchhof“ im Umfeld der Pfarrkirche.

Das Jahr dürfte als sehr fruchtbar bezeichnet werden, wenn nur mehr Regen für Grundwasser im Sommer gesorgt hätte. Die große Hitze und Trockenheit schadet dem Land.

 1821: Gute Fruchtbarkeit auch in diesem Jahr. Die Winter- und die Sommerfrüchte sind gut gewachsen und bieten einen sehr befriedigenden Ertrag. Auch Obst und Gemüse sind reichlich gewachsen. Das Vieh auf den Weiden hat gut zu Fressen.

 1822: Die Brandordnung des Kreises Cochem sieht im Paragraph 3 vor, dass ab sofort die Ausführung von Strohdächern auf neu zu erstellenden Häusern verboten ist. Auch größere Reparaturen an Strohdächern dürfen nicht mehr ausgeführt werden. Die Dacheindeckung ist nur noch mit Lehmziegeln oder Schiefer auszuführen.

 1823: Am 04.09 stirbt Johann Arenz aus Müllenbach, 41 Jahre alt, Ehemann von Anna Maria Wilhelmi, Vater von drei unmündigen Kindern, durch einen Steinschlag in der Schiefergrube. Mit ihm zusammen stirbt sein Gehilfe Johann Ostermann aus Eppenberg.

Ein feuchtes Jahr. Wenn Ende August und im September nicht die große Hitze gewesen wäre, wären die Sommerfrüchte nicht reif geworden. Mit der Ernte ist man aber allenthalben zufrieden.

 1824: Pfarrer in Müllenbach: Steffes Franz Joseph, (geb. in Alflen) (Amtszeit:1824–1845). Die Pfarrei Müllenbach wird dem Bistum Trier zugeteilt.

Etwa 18 – 20 Kinder aus Laubach besuchen die Schule in Müllenbach.

Am 30. Und 31. Oktober sehr starker Regen, der die Bäche und Flüsse über die Ufer treten lässt.

 1825: Am 08.01 stirbt Johann Bantes aus Müllenbach, Ehemann von Christina Exius und Vater einer 2 Monate alten Tochter, durch Steinschlag in einer Schiefergrube.

Johann Arenz (Arentz) stirbt beim Einsturz der Grube „Hoheley", seine Leiche kann nicht geborgen werden. Die eingestürzte Grube wird danach nicht mehr bearbeitet.

 1826: Johann Arenz und Anna Margaretha, geb. Ollig, verpachten am 29.09.1826 an Martin Schneider sen. Die von Johann Ollig geerbte Schiefergrube, die Escherkaul.

 1827: Wird die Pfarrei Müllenbach dem Dekanat Cochem zugeteilt.

Auf der Escherkaul wird das erste Stollenbergwerk im linksrheinischen Schiefergebirge angelegt. Da die Schieferbrecher bisher immer in dem Glauben waren, dass, wenn man zu tief in den Berg eindringt, man irgendwann auf die „Hölle“ stoßen wird, ist man nie auf den Gedanken gekommen einen tiefen Stollen anzulegen. In diesem Jahr ist es nun soweit, ein Wagnis sondergleichen für die Betreiber. Dieses erkennt man auch an der Bezeichnung für das erste Stollenbergwerk im Kaulenbachtal, die Grube heißt „Höllenpforte“.

 1829: Am 03.03 stirbt Peter Josef Gerhards aus Müllenbach, 35 Jahre alt, Ehemann von Anna Sophia Schmitz und Vater eines minderjährigen Kindes durch Steinschlag in der Schiefergrube.

Am 13.03 stirbt Matthias Fischer aus Müllenbach, Ehemann von Anna Margaretha Krämer, Vater von 2 Kleinstkindern und eines noch nicht geborenen Kindes durch Unglück im Schieferbergwerk.

Ebenfalls am 13.03 stirbt Matthias Fricker an Verletzungen, die er durch Steinschlag im Bergwerk erlitten hat.

Das ganze Jahr zeichnet sich durch durchweg schlechtes Wetter aus. Anfangs sehr kalt und hoher Schnee, ansonsten feucht, regnerisch und stürmisch mit viel Hochwasser. Am Ende wieder strenge Kälte. Heu und Früchte mussten feucht eingefahren werden.

 1831: Wird vom Förster Kick (Förster in Hochpochten) beantragt, Hochpochten in die Pfarrei Müllenbach einzugliedern. Dieses wird vom Pfarrer Burkard in Ulmen abgelehnt, vom Pfarrer Steffes in Müllenbach jedoch sehr befürwortet.

Die Gemeinde Laubach kauft in diesem Jahr ein Haus in der Ortsmitte, neben der Kapelle, welches als Schulhaus mit integrierter Lehrerwohnung (dürftig) dient. Die 18 – 20 Laubacher Schüler, welche im Sommer die Schule in Müllenbach besuchten, können jetzt in ihrem eigenen Ort die Schule besuchen und müssen nicht mehr nach Müllenbach laufen.

Ein Großbrand in Ulmen ist in aller Munde. Am 31. Oktober, des Nachts gegen drei Uhr,  wird durch Unachtsamkeit ein Brand entfacht, der am Ende neun Häuser, acht Scheuern und zwanzig Stallungen in Schutt und Asche legt. Menschen werden keine verletzt, jedoch sind 34 Seelen ohne Wohnung.

 1832: Einwohnerzahl in Müllenbach 550. (140 Familien)

09.10.1832: Die Regierung in Koblenz und der Bischof in Trier sprechen die Genehmigung zur Umpfarrung Hochpochtens in die Pfarrei Müllenbach aus. Das Kirchenvermögen wird angegeben mit: einem Hof, (Gerhardsrother Hof, ehedem Eigentum d. St. Anna Altars in Adenau) mit 23 Morgen Acker, 10 Morgen Wiesen und 16 Morgen Wildland. Der Hof bringt für die Kirche eine Pacht von 42 Talern.

In den Kirchenbüchern wird besonders betont, dass in diesem Jahr wieder eine Pilgerfahrt nach Trier zum Grabe des hl. Apostels Matthias stattfindet.

Der Pastor urteilt über seine Schäfchen: „Der Kirchenbesuch ist gut, man hält Andachten in der Fastenzeit und im Mai; die moralische Haltung bezeichnet er als mittelmäßig, dreimal Tanz, an der Kirmes, am Sonntag vor Fastnacht und Ostermontag."

Wird in Müllenbach Phil. Reichard als Schullehrer genannt, mit dem der Pfarrer zufrieden ist.

 1839: Bewilligt die preußische Verwaltung der Gemeinde Müllenbach die Abhaltung von 2 Kram - und Viehmärkten (am 4. Dienstag nach Ostern und am 2.Montag vor Bartholomäus (24. August).

Der Glockengießer Matthias Schmitz aus Müllenbach gießt 2 Glocken für die Kirche in Lütz.

Am 15.08 stirbt Urban Hölzer aus Müllenbach, 36 Jahre alt, Ehemann von Maria Elisabeth Welter durch Steinschlag in der Schiefergrube. Er hinterlässt drei Kleinkinder und eine schwangere Frau.

In den Kirchenakten der Gemeinde Müllenbach finden wir erstmals einen Hinweis auf die „Brücksmühle“ im Kaulenbachtal.

 1840: Einwohnerzahl in Müllenbach 715 (im Banne von Müllenbach auch 4 Mühlen, mit 23 Einwohnern und eine Leienkaul mit 12 Einwohnern vermerkt), 115 Häuser befinden sich im Ort.

Erste Pläne für eine neue Kirche werden erstellt.

Am 14. Juni feiert Pfarrer Burkart in Ulmen sein 50. Priesterjubiläum. Aus Nah und Fern strömen die Menschen zu dem Feste. Auch Müllenbacher Bürger machen dem Ulmener Pfarrer ihre Aufwartung. Fast 9.000 Menschen nehmen an dem feierlichen Umzug zu Ehren des Jubilars teil. Ein Fest, wie es die Umgebung noch nie gesehen hat.

Auf den Schiefergruben im Bereich Müllenbach werden insgesamt 7.910 Reis (18.340 Meter) Rohschiefer gefördert und verarbeitet, der Verkaufspreis pro Reis beträgt 1,5 Thaler.

 1841: In Ulmen wird feierlich und unter großer Beteiligung des Volkes die von Matthias Joseph Schmitz in Müllenbach gegossene kleine Glocke für die Pfarrkirche eingeweiht.

Am 14. Dezember des Jahres verunglückt der Müllenbacher Krämer und Schankwirt Lambert Regnier mit seinem Fuhrwerk auf dem steilen Bergweg nach Cochem. Ihm selbst und dem Zugtier passiert nichts, jedoch fällt ihm ¼ Ohm (ca. 40 Liter) Wein vom Karren. Das Fass zerbricht und der Wein versickert im Waldboden. Sein Verlust beträgt vier Thaler.

 1842: Landrat Schönberger richtet einen Brief an den Kaisersescher Bürgermeister Driesch, betreffs Aufklärung polizeiwidriger Vorfälle nach Alkoholmissbrauch (Misshandlung eines jungen Mannes mit zahlreichen Messerstichen) in der Gemeinde Müllenbach. Er bittet den Bürgermeister zur Behebung des Mangels ggf. einen eigens für den Ort zuständigen Polizisten einzustellen, natürlich auf Kosten der Gemeinde daselbst.

 1843: 19.03. Bringt Müllenbach eine verheerende Feuersbrunst. Gegen 11:30 Uhr bricht im Haus des Anton Felser „im Ecken" (heute Haus Kutjer; der Verf.) ein Feuer aus. Das Feuer entwickelte sich schnell zu einem Grossbrand, der erst am Morgen des nächsten Tages gelöscht ist. Erschreckende Bilanz: 35 Wohnhäuser, 27 Scheunen Vieh, Frucht und Geräte sind vernichtet, Menschenopfer müssen zum Glück nicht beklagt werden.

03.04. Müllenbach hat nach dem großen Brand eine Wiederaufbau-Comission gewählt. Mit Hilfe des Geometers Burger aus Cochem kann keine drei Wochen nach dem Brand ein neuer Aufbauplan vorgelegt werden, der auch neue Straßenführungen vorsieht. Einige Grundstücke bekommen nach diesem Plan erstmals Zugang zur Strasse. Es gibt vereinzelt Widerstände gegen diese Absichten.

 1844: Werden in Müllenbach, durch Maurermeister Moritz aus Müden, 2 neue Schulsäle verbunden durch ein Treppenhaus gebaut und nach deren Vollendung der Lehrer Höff aus Collig bei Polch, neben Lehrer Minnich aus Westfalen, als 2. Lehrer angestellt. Von 1840 bis 1844 hatte Lehrer Born aus Senheim die Lehrerstelle inne.

Erstmalig seit 1818 wird im Trierer Dom von 18. August bis 06. Oktober der Heilige Rock wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Viele nutzen die Gelegenheit zu einer Wallfahrt nach Trier um dieses seltene Ereignis zu erleben.

 1845: Werden auf den Schieferkaulen um Müllenbach 250 Schieferbrecher beschäftigt. Es werden insgesamt im Bereich von Müllenbach schon 15.830 Reis (36.880 Meter) Rohschiefer gefördert und verarbeitet. Der Verkaufspreis pro Reis beträgt 2,5 Thaler.

Einwohner in Müllenbach: 735 (Das sind 10,3 % der in der gesamten Bürgermeisterei Kaisersesch (17 Orte) beheimateten Bürger)

 1846: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Joseph Schmitz genannt. Hierbei dürfte es sich um den berühmten Glockengießer Mathias Joseph Schmitz handeln (Ortsfamilienbuch Masburg-Müllenbach  Nr. 4914), der mit seiner ersten Frau, Christina, geb. Abler, 5 Kinder und nach deren Tod mit seiner 2. Ehefrau Christine, geb. Steffes-Ollig 19 Kinder, also insgesamt 24 Kinder hatte. Er wird weiterhin als Stifter des Kirchenfensters mit dem Motiv des Apostels Matthias in der Pfarrkirche Müllenbach genannt. Stellvertretender Bürgermeister ist Peter Miesen.

Die Wirtschaftskrise zeichnet sich auch in Müllenbach ab, durch den schlechten Absatz an Schiefer sind viele Kaulenmänner von der Arbeitslosigkeit betroffen.

Pfarrer in Müllenbach: Guldner Nikolaus, (geb. in Dillingen) er gilt als Erbauer der neuen Pfarrkirche 1855, (Amtszeit:1846 - 1865)

 1847: Beschließt der Gemeinderat eine neue Kirche zu errichten.

Durch die Wirtschaftskrise sinkt die Zahl der Beschäftigten auf den Schiefergruben auf 147 Mann

 1848: Revolutionsjahr: Der Gerichtsvollzieher Hartrath wird von Müllenbacher Bürgern an seinem Vorhaben gehindert im Ort zu requirieren, er wird unter „einem Steinregen" aus dem Ort gejagt.

Geht Johann Steffes-hoff als erster Müllenbacher über den großen Ozean nach Amerika. Viele die denken „drüben" ihr großes Glück machen zu können, folgen ihm.

Auf den Schiefergruben sind mittlerweile nur noch 14 Mann beschäftigt, kein Wunder also, dass so viele Müllenbacher Bürger an das Auswandern nach Amerika denken.

Werden in Alflen zwei Familien genannt (Eheleute J. Alflen und Eheleute J. Brost) die einen Teil ihres Landes verkaufen, damit der Weg nach Müllenbach verbreitert werden kann.

25. Okt.: Wieder einmal wird ein Gerichtsvollzieher in Müllenbach an seiner Arbeit gehindert. Als Gerichtsvollzieher Steintahl in Müllenbach fällige Gelder einziehen will, wird er, wie schon vormals der Herr Gerichtsvollzieher Hartrath, unter Beschimpfungen und Bewurf mit faulem Obst, samt seinem Dienstpferd aus dem Dorf gejagt. Diesmal nicht ohne Folgen; nach Meldung des Vollziehers an seinen Dienstherren, wird eigens von der Führung der Monarchie in Berlin eine Kompanie Infanteristen (280 Mann) nach Müllenbach geschickt, um hier die nötige Ordnung wieder herzustellen. Zuvor hatte der Kreis schon 2 Gendarmen in Müllenbach stationiert. Wie es heißt, können auch diese nicht für Ruhe sorgen und sich gegen die „Volksmassen" nur wenig durchsetzen, sie werden wieder abgezogen.

29. Dez.: Nachdem die Lage in Müllenbach sich allgemein beruhigt hat, zieht das 28. Infanterie-Regiment unter Mayor v. Pannewitz ab. Die Kosten für die Einquartierung müssen die 750 Müllenbacher Bürger tragen.

 1849: Als Bürgermeister in Müllenbach wird genannt „Peter Miesen“, sein Stellvertreter ist Johann Welling III.

 

Reaktion und Bismarckzeit  ( 1850 – 1890)

 1850: Die Wirtschaftslage verbessert sich, dass Schiefermaterial das auf Halde und in den Magazinen liegt wird verkauft und es muss allmählich wieder produziert werden. Auf den Schiefergruben werden darum wieder 150 Schieferbrecher beschäftigt.

 1851: Ein Kirchenbauverein wird gegründet. Hauptkassierer Mathias Schmitz, Glockengießer und Grubenbesitzer

 1852: Müllenbach verzichtet auf seine Marktrechte von 1839.

Die alte Müllenbacher Kapelle wird abgerissen, damit ein neues Kirchenbauwerk an selbigem Platz entstehen kann. Während der Bauzeit der neuen Kirche findet das Hochamt in der Kirche in Laubach, die Frühmesse aber im Knabenschulsaal zu Müllenbach statt. Um das Zeichen zum Beginn des Gottesdienstes geben zu können, wird auf dem Dach des Schulgebäudes ein kleines Glockentürmchen angebracht, und darin eine der beiden Glocken der bisherigen Kirche installiert.

23.09: Grundsteinlegung zum Bau der neuen Pfarrkirche Müllenbach durch Bischof Arnoldi

Wird durch das Farendeier-Tal von Cochem über Kaisersesch nach Landkern eine neue „Kunststraße“ (nach technischen Vorschriften kunstmäßig ausgebaute  Straße mit Packlage, Mittellage und Decklage, welche sich in der Körnung unterscheiden) gebaut. Nunmehr müssen die Fuhrgespanne nicht mehr den steilen, engen Postkutschenweg zwischen Cochem und Kaisersesch nutzen. Dies ist auch wichtig für die Schiefertransporte aus dem Kaulenbachtal in die Moselstadt.

 1853: Die Schiefergruben rund um Müllenbach sind wieder voll ausgelastet. Es werden, wie schon 1845, etwa 250 Schieferbrecher beschäftigt.

Am 22.02 wird Johann Josef Welling aus Müllenbach bei einem Steinschlag in der Schiefergrube getötet.

13. 03: Der Kaufmann Dominikus Zerwas und der Apotheker Matth. Josef Helff, beide aus Köln, gründen in Müllenbach, am Westhang des Kaulenbachtales, die Grube Colonia (Köln).

Am 09.03 werden auf der Grube „Olligskaul 1" bei Laubach zahlreiche Bergleute verschüttet. Der Grubeneingang bricht zusammen und 16 Bergleute sind 16-18 Stunden unter Tage eingeschlossen. Glücklicherweise wird keiner verletzt oder gar getötet. Bemerkenswert, dass der zuständige Revierbeamte erst Wochen nach dem Unglück Kenntnis von dem Unglück erhält.

Auf den Höfen in Hochpochten werden 29 Seelen ansässig gemeldet.

Ersehen wir aus einem Visitationsprotokoll der Gemeinde Müllenbach, dass für die Lehnen- und die Zirwesmühle 3 Familien mit insgesamt 17 Personen verzeichnet sind. In diesem Jahr werden auch 11 Kommunikanten von beiden Mühlen erwähnt.

 1854: Der Glockengießer Mathias Schmitz aus Müllenbach gießt in seiner Glockengießerei oberhalb des Friedhofes (heute Haus Annen) die 3 Glocken für die neue Müllenbacher Pfarrkirche. Die größte ist ein Geschenk des Prinzen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm I, sie ist geweiht dem hl. Hubertus. Die beiden übrigen der hl. Maria und hl. Barbara.

Am 12.03. stirbt Nikolaus Allard 22-jährig bei einem Grubenunglück.

11.04: Dominikus Zerwas scheidet aus dem Gesellschafterverhältnis der Grube Colonia aus. Matth. Josef Helff ist ab sofort alleiniger Besitzer der Grube am Müllenbacher Talhang zum Kaulenbach.

Werden, erstmalig im linksrheinischen Schiefergebirge, auf der Grube Colonia Grubenwagen (Loren) auf Gleisen zur Förderung des Schiefers aus dem Berginneren eingesetzt. Eine wesentliche Erleichterung für die Schieferbrecher, die bis Dato die bis zu 150 Kg schweren Schiefersteine auf dem Rücken aus den Gruben beförderten.

1855: 08. Juli; Einweihung der neuen Pfarrkirche durch Bischof Arnoldi. „Es war dieses ein Ereignisvolles Fest wie es die weite Umgebung noch nicht erlebte" vermerken die Akten des Kirchenbauvereins.

Die Schule wird unterteilt in eine Mädchen- und Knabenschule, erstmals werden die Geschlechter beim Schulunterricht getrennt.

 1856: Vor dem Assisenhof (Höheres Gericht) in Koblenz wird der Müllenbacher Johann Weber wegen schweren Diebstahls zu einer Zuchthausstrafe von vier Jahren verurteilt.

 1857: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Joseph Schmitz genannt, sein Stellvertreter ist Johann Franzen.

Matthias Valerius findet man zerschmettert in der Schiefergrube, er stirbt im Alter von 20 Jahren.

04. Aug: Erklärt die königl. Regierung, dass die Umpfarrung der Hochpochtener als nicht geschehen zu betrachten sei. Hintergrund: Ein Streit der Müllenbacher mit den Hochpochtenern. Diese wollen sich nicht an den Baukosten für die neue Kirche beteiligen.

Glockengießer J. M. Schmitz gießt die 332 kg schwere Alflener Kirchenglocke um. Die alte bekam zwischen 1835 und  1850 einen Riss. Die neue Glocke wiegt 442 kg und wird am 01.02 1858 in Alflen getauft.

 1858: Einwohnerzahl in Müllenbach 765  (762 Einwohner rk, 3 evang).

 1859: 06.03. In Trier stirbt der berühmteste Sohn unseres Ortes, der Rechtsanwalt Dr. Johann Theodor Regnier, an einem Herzleiden. Regnier war lange Jahre in Trier der angesehenste und begehrteste Rechtsanwalt. Auch als Minister der Regierung in Berlin war er im Gespräch.

 1860: Glockengießer Schmitz aus Müllenbach gießt zwei kleine Glocken für die 1789 erbaute Laubacher Kapelle. Die Inschrift lautet: „Schmitz aus Müllenbach goss mich, anno 1860: Eine Glocke heißt Joseph (Pate: Joseph Kreuser), die andere Maria (Patin: Maria Tholl).

Am 05.09 verunglückt im Alter von 47 Jahren Reinhard Köhn aus Müllenbach tödlich im Bergwerk durch Steinschlag. Er war der Ehemann von Frau Margarethe Scheid aus Gillenbeuren und Vater von 8 Kindern, von denen 6 bei seinem Tode noch lebten.

 1861: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Johann Josef Köhn genannt.

 1862: Wird an die beiden bestehenden Schulsäle (von 1844) ein Lehrerwohnhaus mit 2 Wohnungen angebaut (Frontansicht rechts). Der ganze Bau ist aus Bruchsteinen hergestellt und unterkellert. Unter dem Wohngebäude befindet sich nebst Keller noch Waschküche und Stall, unter dem übrigen Treppengang Keller und Spritzenhaus.

 1863: Nach dem Tode seines Vaters Matthias Schmitz, übernimmt Nikolaus Schmitz die Glockengießerei in Müllenbach. Um sein Fachwissen zu verbessern, geht er auf Wanderschaft und wird dabei am 16.11.1863 in Frankreich ermordet. Hiermit ist das Ende der Glockengießerzunft in Müllenbach besiegelt.

Die Schulchronik berichtet, dass im Jahre 1863 der Hof Gerhardsroth in Hochpochten, unweit von Müllenbach, abgerissen wird. Die zugehörigen Ländereien werden mit Baumbestand bepflanzt. Noch 1862 wurde eine Familie als auf dem Hof ansässig erwähnt.

Die Statistik des Kreises Cochem gibt Auskunft über die Beschaffenheit der Hausdächer in der Region: „Während an der Mosel und in den Landgemeinden der Bürgermeisterei Carden der Massivbau und die Schieferbedachung vorherrschen, finden sich in den auf den Höhen der Eifel und des Hunsrücks gelegenen Ortschaften noch in großer Anzahl Häuser in Fachwerk und Strohdächer vor. Dieselben werden nur sehr allmählich durch massive Neubauten verdrängt, indem man sich meist auf Reparaturen beschränkt, um die billigeren und auf den Höhen auch vorgezogenen Strohdächer beibehalten zu können, die nach Lage der Gesetzgebung im Zwangswege nur bei Neubauten zu entfernen sind.“

 1864: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Johann Joseph Franzen genannt.

 1865: Pfarrer in Müllenbach: Litzinger Johann, (geb. in Ehrenbreitstein) (Amtszeit:1865 - 1871 )

Am 23.09 wird Nikolaus Steffes-enn aus Müllenbach, 30 Jahre alt, Ehemann von Anna Barbara Bourgeois (Buschwa) und Vater eines Kleinkindes auf der Schiefergrube von Gesteinsmassen zermalmt.

 1867: Peter Johann Gilles, geboren am 19.12.1796 in Müllenbach, Ehemann von Anna Maria, geb. Berenz und Vater einer Tochter, verstirbt bei Rückkehr von der Ulmener Kirmes im Hochpochtenwald.

 1868: (November) Barthel Gilles, Ehemann von Elisabeth geb. Walgenbach, verbrennt in seiner Schmiede (im Ecken, heute Haus Felser), nachdem ein Mädchen aus Kalenborn die Schmiede mit einem Säckchen Schwarzpulver betreten hat. Das Mädchen kann gerettet werden.

 1869: Die Pfarrei Müllenbach wird dem Dekanat Kaisersesch zugeteilt.

 1871: Einwohnerzahl in Müllenbach 800.

Pfarrer in Müllenbach: Kowastch Johann, (geb. in Saarwellingen)  (Amtszeit:1871 - 1884)

 1872: Auch in diesem Jahr findet wieder, wie schon 1832, eine große Pilgerfahrt der Kirchengemeinde Müllenbach nach Trier zum Grabe des hl. Apostel Matthias statt. Der Pastor beurteilt seine Gemeinde in diesem Jahr folgendermaßen: „Die Moral ist in den meisten Familien gut, zweimal jährlich empfangen die Gläubigen die hl. Sakramente, doch viermal Tanz, schon eine Mischehe, Exzesse sind bekannt, Ursache: Bacchus et Venus (Alkohol und Liebe)“

Als Lehrer in Müllenbach werden genannt: Anton Schmitt und Katharina Knauf. Bemerkung des Pfarrers: „Sie tun ihre Pflicht".

 1873: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Johann Peter Bohr genannt.

An der Laubacher Schule unterrichtet zwischen 1873 und 1888 der 1846 in Müllenbach geborene Johann Joseph Fankel. Die Laubacher Schulchronik vermerkt, das Fankel starken Ackerbau betreibt und neben seiner Lehrertätigkeit auch den Küster- und Glöcknerdienst übernimmt. Wegen einiger Verdrießlichkeiten, die ihm in Laubach zustoßen, gibt er die Stelle im November 1888 auf und nimmt eine neue Lehrerstelle in Moselsürsch an. Seine Felder und Wiesen verpachtet er an Laubacher Bürger.

 1875: Am 10.07 wird Peter Gilles aus Müllenbach, 45 Jahre alt, Ehemann von Anna Katharina und Vater von 4 unmündigen Kindern bei einem Bergunfall auf der Grube „Heidenloch" tödlich verletzt.

Der Kirchenchor „St. Cäcilia Müllenbach" wird als katholischer Verein von Lehrer Anton Schmitz (Dirigent) und Pastor Johann Franz Kowastch gegründet.

 1876: Am 28.10 verunglückt Peter Lehnen aus Müllenbach, 22 Jahre alt, der nach seiner Heirat mit Barbara Scheid nach Masburg verzogen und Vater von 3 Kleinkindern war, tödlich in der Schiefergrube „Heidenloch"

In Müllenbach werden 790 Bewohner gemeldet.

An der Knabenschule Müllenbach werden in diesem Jahr 85 Schüler gezählt. Die Mädchenschule meldet 97 Schülerinnen.

Am vorletzten Julitag des Jahres wird unter Führung von Hauptmann Josef Ring der Junggesellenverein Müllenbach gegründet. Man setzt sich das Ziel, ein Stück Brauchtum und Sitte lebendig zu erhalten und Gemeinschaftsgeist zu fördern.

„Kulturkampf", dadurch das Pfarrer Pörzgen aus Masburg seines Amtes enthoben, und ihm die Ausübung der Seelsorge untersagt ist, müssen die Filialisten der Pfarrei Masburg (Eppenberg, Hauroth und Kalenborn) den Gottesdienst bei Pfarrer Kowastch in Müllenbach besuchen. Das führt zu einigen Unruhen im Ort. (Ständig volle Sitzbänke, Müllenbacher müssen in „ihrer" Kirche stehen usw.).

In weiteren Unterlagen wird berichtet, dass die Ulmener Bürger nicht mehr gerne zu ihrem Pfarrer in die hl. Messe gehen, da er Staatsgehalt annimmt. Pfarrer Kowastsch geht dann oft, als Bauer verkleidet, das Allerheiligste an der Brust versteckt, nach Ulmen, um bei Nacht und Dunkelheit den treu katholischen Bewohnern die Sakramente zu spenden und mit ihnen die hl. Messe zu feiern. Auch die Toten begräbt man mit seiner Unterstützung  bei Nacht und Nebel.

 1877: 10.05: (Pfingstsonntag), die vierjährige Catharina Valerius wird durch den umstürzenden Maibaum erschlagen.

 1878: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Mathias Gilles genannt.

In der Pfarrkirche Müllenbach wird ein Kreuzweg bestehend aus 14 Bildern des Malers Heinrich Steffgen aus Trier installiert. Pfarrer Josef Miesen, geboren am 28. März 1831 in Müllenbach und vom hl. Stuhl in Rom bevollmächtigt Kreuzwege zu errichten und einzusegnen, segnet den Müllenbacher Kirchen-Kreuzweg am 15. Dezember 1878 ein.

 1880: Wird im Distrikt „Wolfsburg“ bei Leienkaul (etwa 2 km Luftlinie von Müllenbach) der letzte Wolf der Osteifel erlegt.

 1881: Der Pastor beurteilt seine Gemeinde in diesem Jahr etwas härter: „Bereits elf mal Tanz im Ort". Wahrlich eine gewaltige Zahl für die damalige Zeit und das flache Land. Dies bewegte den Pfarrer dazu eine Denkschrift zu verfassen und diese der kirchlichen Behörde vorzulegen.

 1882: Die Volksschule Müllenbach wird in eine dreiklassige Schule mit 2 Lehrkräften umgewandelt.

1884: Pfarrer in Müllenbach: Matthias Weber (Bekannt als: Kära Mattes), (geb. in Körrig/Merzkirchen) (Amtszeit:1884 - 1892 )

1885: Als Bürgermeister in Müllenbach wird Franz Steffes-Holländer genannt.

Am 06.08 verunglückt Theodor Regnier (34) aus Laubach auf der Grube „Maria Schacht" tödlich. Er hinterlässt seine Ehefrau Maria Katharina Irmen und 5 Kinder. Selbige erhalten in der Folge keine Unterstützung, ihr Haus wird versteigert.

 1887: Im Herbst 1887 beginnt die Ausmalung der Kirche, welche Arbeit im Frühjahr 1888 vollendet wird. Die Kosten werden durch freiwillige Beiträge resp. Opfergeld beigebracht. Leider hat die Ausmalung in Öl und Leimfarben an den Seitenrändern durch die Feuchtigkeit bald gelitten. Um dem Kirchenchor Raum zu schaffen wurde die gleich nach dem Neubau installierte Kirchenorgel nach hinten versetzt und zeitgleich um einige Register verstärkt.

Die dreiklassige Volksschule Müllenbach zählt 167 Schüler.

Die Schulchronik berichtet, dass in diesem Jahr die so genannte „Glockengießermühle“ (ehemals auch Josephsmühle oder Mausmühle genannt) am Lessierbach (Millpettje) an den Fiskus verkauft und kurze Zeit später abgerissen wird.

 1889: Wieder wird Johann Peter Bohr als Bürgermeister in Müllenbach genannt.

 

Wilhelminische Zeit  (1890 – 1918)

 1890: Einwohnerzahl in Müllenbach 751.

Pfarrer Matthias Weber wird zum Schulinspektor ernannt.

Zur Verbesserung des Wasserzuflusses zum Brandweiher (heute Bereich Brunnen) soll die weitere Zuleitung von Quellwasser, das reichlich in der Nähe vorhanden sein soll, versucht werden, auch die alte Röhrenleitung zum Weiher erneuert werden.

1891: Der verflossene Winter war sehr kalt. Noch am 1. April lag 2 Fuß Schnee. Die meiste Wintersaat wurde durch Frost vernichtet.

Im Frühjahr 1891 soll für das Unterdorf eine Wasserleitung angelegt werden. Im Schulgarten werden zwei Schächte, etwa 5 – 6 m tief angelegt, doch ist noch kein Wasser zu sehen.

Die Volksschule Müllenbach vermeldet in diesem Jahr 188 Schüler.

 1892: Pfarrer in Müllenbach: Kirchgässer Hugo, (geb. in Oberwesel), Einführung am 12. Mai,  gilt als Erbauer des neuen Pfarrhauses, so wie es sich heute darstellt. (Amtszeit:1892-1901). Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Pfarrers ist das Verputzen des Kirchturmes, der durch die Witterung der letzten Jahre arg gelitten hat.

Gute Getreideernte in diesem Jahr. Die Kartoffelernte so gut wie seit Jahren nicht mehr. Fortgesetzt heiße Witterung im Sommer.

Die Schulchronik berichtet, dass in diesem Jahr die so genannte „Schleismühle“ (ehemals auch Zirwesmühle) an der Mündung des Müllenbach in die Endert durch ein Feuer gänzlich zerstört wird.

Am 25. November 1892 verunglückt auf der kleinen Grube „Flüsschen“, auch „Grünewald“ genannt, Johann Welter aus Breitenbruch, 26 Jahre alt. Ein schwerer Stein reißt ihm Kopf und Leib auf, so dass Gehirn und Gedärm hervortreten und der Tod sofort eintritt. Es ist dies seit sieben Jahren der erste Unglücksfall auf den hiesigen Gruben mit tödlichem Ausgang.

 1893: Stephan Reichards (40) erblindet nach einem Grubenunglück und stirbt 3 Jahre später an den Folgen des Bergunfalls.

Im Frühjahr beginnen die Bauarbeiten an der Eifelquerbahn, Abschnitt Mayen bis Gerolstein.

Heißer Sommer mit viel Trockenheit. Von März bis Juli fällt kein Tropfen Regen. Felder und Wiesen bieten, außer in den Tallagen nahe den Bächen, einen trostlosen, grauen, ausgebrannten Anblick. Große Futternot allenthalben, man sieht in den Wäldern die Leute das spärliche Gras rupfen.

20.12. Matthias Josef Gundert (30), aus Müllenbach, Ehemann von Anna Maria Reichard, Vater von 2 Kleinstkindern, verunglückt tödlich auf der Grube „Colonia". Er wird durch herabfallende Steine getötet.

Entscheidet die Bischöfliche Behörde in Trier, das die Pochtener Höfe zur Pfarrei Ulmen gehören und das die Höfer dort ihre kirchlichen Pflichten zu erfüllen haben.

 1894: Am 18.07 verunglückt Johann Peter Schopp (45) aus Leienkaul, Vater von 4 Kindern, tödlich bei einem Bergunfall in der „Escherkaul". Ihm ist ein schwerer Felsblock so über den Leib gerutscht, dass er an den Verletzungen stirbt.

07.08, wieder Unglück in den Schiefergruben. Peter Klinkner aus Masburg hat auf der Grube „Werresnick" eine Sprengladung angelegt. Da diese Ladung zur gewöhnlichen Zeit nicht losgeht, wollen er und sein Kamerad Hubert Miesen aus Laubach, sich den Grund des Versagens ansehen. Sie sind fast bis an die Ladung herangekommen als diese verspätet zündete. Klinkner, der als erster geht, fliegen die los gesprengten Steine gegen Brust und Kopf, dabei erleidet er so schwere Verletzungen, dass er verstirbt ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Miesen erleidet einige Gesichtsverletzungen, kann aber in einer Bonner Klinik wieder genesen. Klinkner ist der Ehemann von Katharina Steffes und Vater von 2 Kleinkindern, er wurde 35 Jahre alt.

Am 16. August trifft der erste Bauzug der neuen Eifelquerbahn in Laubach ein. Die Bürger aus Laubach und Müllenbach versammeln sich zur Begrüßung der Bahnarbeiter am Verlauf der Bahntrasse.

Am 02. September verstirbt ganz plötzlich im Alter von 27 Jahren der in Müllenbach geborene Joseph Laux auf der Straße, „die Holl“ genannt, in Laubach. Er wird in Masburg begraben.

Am 29. November 1894 verstirbt Frau Catharina Darscheid, geb. Wiersch im Alter von nur 30 Jahren. <Weil es Anzeichen gibt, die ein Vergehen irgendeines Junggesellen ahnen lassen, wurde angeordnet, den Leichnam der Frau zu öffnen> so schreiben die Kirchenbücher.

 1895:Müllenbach zählt nach der Volkszählung vom 2.12.1895 insgesamt 892 Einwohner, davon 440 männl. Und 452 weibl. Geschlechts, 881 Einwohner rk, 6 evangelisch, 5 Juden. Die Zahl der bewohnten Gebäude beträgt 148.

Die Schulchronik Laubach berichtet, dass im Jahre 1895 der Tagelohn auf den Schiefergruben zwei Mark bis zwei Mark und fünfzig Pfennig beträgt.

Anfang April 1895 wird durch Maurermeister Moritz aus Müden das neue Pfarrhaus in Müllenbach gebaut, dass Ende November des Jahres bezogen werden kann. Wie man hört soll der Neubau einem preußischen Gardeoffizier zu verdanken sein, der im Rahmen einer Militärübung des Garderegimentes im alten Pfarrhaus einquartiert war. Bei dieser Einquartierung stellte er fest, dass Mobiliar und Räumlichkeiten einiges zu wünschen übrig ließen (sein Bett war zu kurz, er musste die Füße auf der Fensterbank ablegen) und einem guten Pfarrer nicht würdig wären. Da er bei Hofe gut bekannt war, sorgte er dort für eine Unterstützung des Neubaus, der dann 1895 an der Frontseite der Pfarrkirche verwirklicht wurde.

Am 15. Mai wird die Eifelquerbahn von Mayen nach Gerolstein eröffnet. Erst soll der Bahnhof nur Laubach benannt werden, einige einflussreiche Schiefergrubenbesitzer erreichen mit einer Eingabe (im Januar 1894) an die Eisenbahndirektion, dass die Anschlussstelle Laubach-Müllenbach genannt wird. Verladen wird hier hauptsächlich Schiefer aus dem Kaulenbachtal und Holz aus den nahe liegenden Eifelwäldern.

Nach Eröffnung der Bahnstrecke Mayen–Gerolstein werden die Schiefersteine aus dem Kaulenbachtal nicht mehr nach Cochem, sondern zum Bahnhof Laubach– Müllenbach transportiert. Um diese Beförderung zu verbessern, soll ein fester Weg zu den Gruben angelegt werden „doch die Gemeinde will nicht.“ Auch ist die Einigkeit zwischen den einzelnen Betrieben nicht allzu groß. Grubenbesitzer Helff baut deshalb für sich einen Weg bis auf den „Acker“ und legt darauf eine Feldbahn. Eine solche Feldbahn ist auch bis zum Bahnhof in Aussicht genommen, allein die Sache kommt nicht zu Stande, da sich der Laubacher Gemeinderat dagegen ausspricht. Den Müllenbachern Bauersleut ist nun Gelegenheit geboten, in der weniger arbeitsreichen Zeit durch Schieferfahren Geld zu verdienen.

Auf der Grube „Werresnick" stürzt der Schieferhauer Mohr aus Laubach ca. 80 Fuss (~27m) Tief mit einem Korb und einem Wagen voller Steine ab. Fast ein Wunder, dass er nur geringfügige Beinverletzungen durch umherfliegende Steine erleidet.

Auch auf der Grube Constantia verunglückt ein Mann aus Masburg in diesem Jahr tödlich.

 1896: Stephan Reichard aus Müllenbach stirbt an den Folgen eines Bergunglücks von 1893. Er erblindete damals und litt bis zu seinem Tode an den Folgen des Unfalls.

 1897: Am 18. Januar ereignet sich ein Eisenbahnunfall zwischen dem Bahnhof Laubach-Müllenbach und Kaisersesch. Der 7:08 Zug aus Kaisersesch bleibt kurz vor Laubach in einer Schneewehe stecken. Eine Lokomotive aus Gerolstein, die gleichzeitig am Bhf. Laubach-Müllenbach eintrifft, eilt zur Hilfe. Auch von Kaisersesch wird eine Lokomotive zur Rettung geschickt. Trotz der Hilfe der Lok aus Gerolstein kann der Zug nicht aus den Schneemassen befreit werden. Erst nach dem die Wagen des verunglückten Zuges abgehangen werden, kann die Gerolsteiner Lok die Zugmaschine frei stellen. Als die nunmehr befreite Lokomotive ihre Wagen wieder anhängen will, und dabei zu stark anfährt, stößt sie heftig an die abgestellten Wagen, so dass sich ein Packwagen mit einem Beamten und zwei Personenwagen mit drei Fahrgästen selbstständig machen und auf der abschüssigen Gleisführung in Richtung Kaisersesch rollen, von wo jedoch mit großer Geschwindigkeit die nächste Lokomotive zur Rettung eilt. Der Beamte springt angesichts der nahenden Lok unvermittelt vom Packwagen ab, der kurz später von der Lokomotive total zertrümmert wird. Die beiden Wagen der 2. Und 3. Klasse, werden ebenfalls beschädigt, die darin befindlichen Gäste jedoch nur leicht verletzt. Dem Beamten hat sein beherzter Sprung vom Gepäckwagen das Leben gerettet. Auch die Kaisersescher Lokomotive wird bei dem Zusammenstoß schwer beschädigt, jedoch die Rettungsmannschaft nicht verletzt.

Peter Lefev wird als Bürgermeister in Müllenbach genannt.

Am 05.02 verunglückt Peter Schneider aus Müllenbach, 23 Jahre alt, Ehemann von Barbara Schopp und Vater von 5 Kleinstkindern auf der Grube „Colonia" tödlich.

Schlägt der Kreiswasserbaumeister Bender der Gemeinde Müllenbach vor, im Bereich Oberdorf (Sürchen oder Schmitz Driesch) einen neuen Brunnen zu installieren und den Ort mit einer Wasserleitung von demselben zu versorgen. Der Vorschlag wird vom Gemeinderat abgelehnt, da schon 3 Brunnen im Ort vorhanden sind (auf der Bach, der Holzborn, der Hauptbrunnen) und die Gemeinde keine finanziellen Möglichkeiten sieht eine Wasserleitung zu finanzieren.

 1898: Am 01.05 stirbt Matthias Gilles aus Müllenbach, 23 Jahre alt, durch einen Steinschlag in der Grube „Holzkaul".

Wegen ständig steigender Schülerzahlen beschließt der Gemeinderat den Anbau neuer Räumlichkeiten an das bestehende Schulhaus (Frontansicht linker Teil).

 1899: Peter Schmitz wird als Bürgermeister in Müllenbach genannt.

Werden im Kaulenbachtal Tiefbauschächte angelegt und damit ein weiterer Fortschritt erreicht: 1. Mariaschacht, 2. Colonia, 3. Dachschieferwerk (Herrenwiese).

 1900: Bei der Volkszählung 1900 zählt Müllenbach 932 Einwohner, darunter 200 Schulkinder in der Volksschule.

 Im März beginnen die Ausschachtarbeiten für den Anbau der Volksschule. Am 1. Mai wird von Maurermeister Birsbach aus Kaisersesch der Grundstein gelegt. In der Woche vor Weihnachten kommt der Bau glücklich unter Dach.

 Erschüttert stehen die Bürger der Pfarrgemeinde im November am Grab von Christian Lenzen aus dem Sesterbach. Nachdem seine Frau am 20. August verstorben ist, geht er, um eine Mutter für seine 4 Kinder zwischen dreizehn und einem Jahr zu suchen, auf Brautschau nach Lirstal. Dabei erleidet er dort Wunden, die am 12. November in einer Bonner Klinik zu seinem Tode führen.

 1901: Herr Pastor Kirchgässer, häufig leidend, stirbt am 15. Januar, erst 40 Jahre alt, eines plötzlichen Todes, an einem Herzschlag. Er, sonst äußerst pünktlich, gibt morgens, als der Gottesdienst beginnen soll, auf Anruf der Haushälterin keine Antwort. Der herbeigerufene Lehrer tritt die verschlossene Türe auf und findet den Pastor tot. Doch trifft ihn der Tod nicht unvorbereitet, denn am Tage vorher war er noch in Kaisersesch, um dort sein Gewissen zu reinigen. Am 19. Januar wird er unter großer Anteilnahme beigesetzt.

 Pfarrer in Müllenbach: Kirchesch Franz, (geb. in Wissen/Sieg)  (Amtszeit: 01.05.1901 - 1912 ).

 Ganzjährig findet der Innenausbau des neuen Schulgebäudes statt.

 1902: Am 2. Januar kann der neue Anbau des Schulgebäudes bezogen werden. Die Kosten des Neubaus belaufen sich Gesamt auf 18.000 Mark.

 Im Jahre 1902 gründet Pfarrer Kirschesch einen katholischen Arbeiterverein und später auch einen Spar- und Darlehenskassen Verein in Müllenbach. Ersterer zählt schon bald über 200 Mitglieder im Ort.

 1903: Bartholomäus Schmitz wird Bürgermeister in Müllenbach.

 Franz Schmitz stirbt im Alter von 26 Jahren im „Hiester Käulchen" durch ein Grubenunglück.

 1905: Bei der Volkszählung in diesem Jahr beträgt die ortsansässige Seelenzahl 905, halb männlich, halb weiblich.(???)

 Der größte Teil der Schiefersteine wird nicht mehr zum Bahnhof Laubach – Müllenbach, sondern nach Kaisersesch transportiert, wo die Gebrüder Rother ein Lager errichtet haben. Für die Bauersleut fällt dadurch eine Verdienstmöglichkeit weg, angeblich bringt dies keinen Schaden, da sie jetzt ihrer Ackerwirtschaft mehr Aufmerksamkeit schenken können.

 1906: Stirbt der Schieferbrecher Lenzen aus Laubach auf der Grube "Maria Schacht".

 Am 12. April verunglückt der Schieferbrecher M. Jos. Gilles tödlich beim Schießen (Sprengen) auf der Herrenwiese. Er hinterlässt seine Frau und 6 Kinder.

 Im September stirbt der Schieferbrecher Lanser aus Laubach auf Mariaschacht. Er hinterlässt seine Frau und mehrere unmündige Kinder.

 Die Handelslkammer Koblenz befasst sich in diesem Jahr mit der Planung einer Eisenbahn von Cochem nach Adenau durch die Endert, nah an Greimersburg vorbei, bis in die Nähe der Brücksmühle im Kaulenbachtal (Anschluss der Schiefergruben), unterhalb der Grube Herrenwiese, weiter durch das Königliche Waldrevier Hochpochten, Chausseehaus zwischen Büchel und Alflen, weiter über Schmitt, Gillenbeuren, Gevenich, Weiler, Driesch und Lutzerath, Wagenhausen, Wollmerath Demerath, Steiningen nach Utzerath, dann über Kelberg nach Adenau. Der Plan wird verworfen. Die Steigungsstrecken und damit der Preis zur Herstellung der Bahn sind zu hoch.

 Der Weg von Müllenbach nach Laubach wird in diesem Jahr ausgebessert, starke Regenfälle und Erosion haben ihn im Laufe der Zeit schwer beschädigt.

 An Stelle des Öllichtes wird in der Grube das Karbidlicht eingeführt, welches heller leuchtet und der Gesundheit zuträglicher sein soll.

 1907: Außergewöhnlich lang anhaltender Winter. Während am Sonntag den 4. Mai noch eine ziemliche Schneedecke liegt, blühen die Bäume schon den folgenden Sonntag und der Wald steht in frischem Grün.

 Für den Gemeindebrunnen „auf der Bach“ soll ein neuer „Waschkump“ beschafft werden. Zur Ableitung des Dorfwassers unterhalb des Brunnens sollen 21 m Rohr mit 60 cm Durchmesser im Bachbett verlegt werden, damit daselbst ein Wirtschaftsweg angelegt werden kann.

 Am Wege vom Ort Laubach nach Bahnhof Müllenbach verschwindet im Herbst 1907 die sogenannte „dicke Hecke“ ein strauchartiger Baum, der schon manchem Wanderer den richtigen Weg nach Müllenbach zeigte.

 1908: Nutzt das „Müllenbacher Dachschieferwerk" eine von einem Dieselmotor betriebene Bahn, die den schweren Schiefer den steilen Kaulenberg hinauf bis in den Heuweg nach Müllenbach zieht. Von hier aus wird der Schiefer per Pferdewagen weiter nach Laubach oder Kaisersesch transportiert. Auf der Herrenwiese wird eine Bahn (Steilstrecke/Bremsberg) gebaut, auf der beladene Schieferloren per Seilwinde von der Herrenwiese nach Leienkaul gezogen werden können.

 Peter Schmitz wird als Bürgermeister in Müllenbach genannt.

 07. Mai der Schieferbrecher Peter Valerius aus Müllenbach findet den Tod auf der Grube Herrenwiese. Er hinterlässt eine Frau und fünf Kinder.

 Hubert Walgenbach (30) aus Laubach, findet in der Grube „Colonia" den jähen Bergmannstod.

 Nach einem Bericht des Kreisarztes über die schlechten Wasserverhältnisse im Orte Müllenbach, die jederlei Krankheit förderlich sind, bittet der Gemeinderat beim Landratsamt um Fonds-Gelder die den Bau einer Wasserleitung für den Ort möglich machen können.

 Im Herbst 1908 ist der Ausfall der Ernte befriedigend sowohl bezüglich der Brotfrucht als auch der Kartoffeln. Gut ist auch die Obsternte, wenngleich auch die Obstbaumzucht nicht bedeutend ist.

1909:Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wird am 27. Januar 1909 in der Schule im Beisein der Gemeinderatsvertretung festlich begangen.

 Schieferbrecher Mathias Klotz aus Müllenbach stirbt durch herabfallendes Gestein auf der Grube Colonia.

 Ein strenger Winter ist zu vermelden, sechs Wochen lang liegt der Schnee Manns hoch.

 19. Februar, es stirbt auf den Schiefergruben Johann Peter Tholl aus Müllenbach. Er hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.

 Das Jahr 1909 lässt sich für den Ackerbau günstig an, doch von Ende Mai bis Ende Juni tritt Trockenheit ein die das schlimmste befürchten lässt. Ende Juni jedoch tritt ein ergiebiger Regen ein und alles wendet sich zu besseren. In der Sommerfrucht zeigt sich aber viel Zweiwuchs, die Ernte wird dadurch hinaus geschoben. Erst Mitte Oktober wird die letzte Frucht eingebracht.

 1910:Am Dienstag, 11 Januar 1910 wird bei heftigem Schneetreiben ein Wintergewitter beobachtet, das sich jedoch bald verzogen hat.

 Josef Gorges wird im jungen Alter von 18 Jahren zwischen zwei beladenen Schieferloren zerquetscht. Die schweren Verletzungen die er sich hierbei zuzieht, führen einige Wochen später zu seinem Tod.

 Ein sich lösender Stein aus dem „hangenden" bricht am 23.05 dem unverheirateten Schieferbrecher Wollenweber aus Laubach auf der Grube Herrenwiese das Genick. Der sofortige Tod ist die Folge.

 Das Jahr ist den Landwirten günstig gewogen, auch die Schiefergeschäfte haben genügend Absatz.

 17.07: Schwere Wolkenbrüche in unserem Gebiet, die Endert führt bis zu 3 Meter reißendes Wasser.

 Am Mittwoch, den 26.10.1910 findet die feierliche Einweihung des neuen zweiklassigen Schulhauses in Laubach statt. Des Morgens um acht Uhr beginnt die kirchliche Feier. Herr Pfarrer Kirchesch aus Müllenbach hält den feierlichen Gottesdienst

 Nachdem die letzte Hälfte des Oktobers durch für die Jahreszeit ungewöhnlich milde Witterung gezeichnet ist, tritt mit dem 1. November ein Wettersturz ein. Bei heftigem Weststurm gehen große Wassermassen nieder, die sich vom 2. November in Schnee verwandeln – den ersten in diesem Jahr. Da das Thermometer nicht unter 0 Grad zu stehen kommt, schmilzt er jedoch bald wieder.

 Vom Herbst 1910 bis zum Frühjahr 1911 wird der Weg von Müllenbach / Dorf bis zum Bahnhof erneuert. Bei diesen Arbeiten sehen die Ortsbewohner erstmals eine der neuartigen Dampfwalzen.

 Bei der Volkszählung am 2. Dezember hat Müllenbach 946 Seelen.

 1911: Mord in Müllenbach: In der Nacht vom 02. zum 03. Februar wird in Müllenbach der junge Anton Lehnen von 5 jungen Burschen, ebenfalls Müllenbacher, zu Tode misshandelt. In der Laubacher Schulchronik heißt es: „Augenblicklich sehen die Täter ihrer Strafe entgegen".

 03. Mai: Vor dem Schwurgericht in Koblenz werden die Mörder, die den jungen Anton Lehnen zu Tode brachten, für Schuldig befunden. Einer der fünf Inhaftierten wird frühzeitig entlassen. Die drei Haupttäter werden unter Versagung von mildernden Umständen, Peter Krämer I und Reuter zu zehn, Lefev zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt. Peter Krämer II erhält 1/2 Jahr Gefängnis. Die Zeitungen berichten über die Tat mit Ausdrücken des Abscheus über die Bestialität der Schuldigen. Hiernach werden die Müllenbacher von den Bürgern der umliegenden Ortschaften oftmals als „Millebaacher Duudschläjer" (Müllenbacher Totschläger) bezeichnet.

 Nachdem die Eifelvereins-Ortsgruppe Kaisersesch begonnen hat im Verlauf der wilden Endert (Napoleonsbrücke bis Cochem) einen gut begehbaren Wanderweg anzulegen, wird es auch für die Menschen aus unserer Region einfacher durch die Endert nach Cochem zu kommen. Bislang war der schmale Pfad häufig zugewachsen und nicht begehbar.

 Am Fronleichnamsfest herrscht ein großer Sturm mit gewaltigem Regen, so dass die Prozession nicht abgehalten werden kann. Sie wird folgenden Sonntag  durchgeführt.

 Der Sommer bringt außergewöhnlich große Hitze und Trockenheit. Diese beginnt Anfang Juni und dauert bis in den September.

 242 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Der Tagelohn auf den Gruben beträgt 3 Mark (Akkordarbeit bis 4,50 Mark pro Tag). Wenn auch gering, so hat er doch in den letzten 10 Jahren eine Aufbesserung von 0,50 Mark erfahren.

 Fa. Helff und Comp. aus Köln beginnt im Februar des Jahres mit dem Ausbau der Bahn Grube Colonia – Bahnhof. Seit August Transport des Schiefers mittels einer „Benzin- Lokomobile“, die bei jeder Fahrt einen halben Waggon Schiefer fortbringt. Die Gemeinden Laubach und Müllenbach können diese Einrichtung nur begrüßen, da jetzt ihre Wege weniger leiden.

 Im Herbst werden auf Anordnung des Herrn Pastor und mit Hilfe des Spar- und Darlehensvereins mehrere Hundert Obstbäumchen rings um den Ort gepflanzt.

 Am 15.12 wird Johann Miesen aus Laubach auf der Grube Maria Schacht durch herabfallendes Gestein schwer verletzt. Am 16.12 verletzt sich der Schieferbrecher Wilhelm Gorges (von der Sesterbach) auf der Grube Herrenwiese ebenfalls schwer durch einen Steinsturz.

 1912: Pfarrer in Müllenbach: Mehren Cornelius, (geb. in Damscheid) (Amtszeit:1912 - 1921 )

 254 Schüler (höchste Schülerzahl der Müllenbacher Schulgeschichte) besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Sehr nasser Sommer. Die Getreideernte hat stark unter dem Regen zu leiden. Durch die anhaltende Nässe gedeiht jedoch das Gemüse sehr gut und bietet eine reichhaltige Ernte. Selbst alte Leute wollen eine so reichhaltige Kartoffelernte wie in diesem Jahr noch nicht erlebt haben. Der Preis beläuft sich pro Zentner auf 1,80 – 2,00 Mark

 Ein kurzes Stück der Dorfstraße wird mit Mayener Steinen (Kopfsteinpflaster aus Basalt) gepflastert.

 1913:Der Winter 1912/13 war ein sehr milder. Im Monat Februar waren so schöne Tage, wie man sie in normalen Jahren hier oben erst im Monat Mai gewöhnt ist. Nur zweimal rief die Glocke zum Schneeschaufeln, was in früheren Jahren nach Aussagen alter Leute jede Woche vorkam.

 Am Mittwoch, den 19. März 1913 schließt das alte Schuljahr. 250 Schüler besuchen nach den Ferien die Volksschule Müllenbach.

 Am 05.06. schwere Unwetter. Abends, gegen 19:00 Uhr, gehen zwei starke Gewitter mit unaufhörlichen Regenmassen nieder. Der Schotter wird von den Strassen und die Erde von den Feldern gespült. In Laubach tritt der Kaulenbach über die Ufer und schleppt riesige Schlammmassen mit sich, die sich an der Kapelle aufstauen.

 Die Schulchronik berichtet von 5 großen Bränden in Müllenbach. Am 13. Mai brennt das unbewohnte Haus der Witwe Johann Josef Arenz. Im August trifft es die Wohnhäuser des Johann Arenz und des Matthias Felser. Am 27. September das Haus des Peter Gilles.

 Der  Gemeinderat von Müllenbach erklärt sich im Namen der Gemeinde bereit, die Wasserleitung für den Ort nach den vorliegenden Plänen mit einer Beihilfe von ¼  aus dem Westfonds der Aufschlagsumme ausschließlich der Hausanschlüsse ausführen zu lassen.

 1914:  Im Gegensatz zu dem vorjährigen trat der diesjährige Winter mit außerordentlicher Strenge auf, wie man ihn seit 1909 hierselbst nicht mehr erlebt haben will. Sechs Wochen liegt der Schnee ununterbrochen an manchen Stellen mannshoch. Fast jede Woche müssen die Wege zum Bahnhof und nach Kaisersesch freigeschaufelt werden da weder Postbote noch Arzt durchkommen. Infolge der allmählich einsetzenden Erwärmung gehen die gewaltigen Schneemassen ohne nachteilige Folgen ab.

 Freitag den 3. April schließt das alte Schuljahr. Die Ferien enden am 22. April.

 01.08: Beginn des Krieges Deutschland-Österreich gegen Russland, Frankreich und Serbien.

 Am Freitag, den 31. Juli, erscheint gegen 5 Uhr ein Reiter aus Kaisersesch und bringt die Mitteilung von der Erklärung der Kriegsbereitschaft. Das Plakat wird am Schulraum angeschlagen. Vorher sind schon Bergleute von einer Grube heimgekommen, da ihnen gesagt wurde, es gäbe Krieg. Bei einigen Frauen gibt es jetzt schon Tränen, doch die meisten, vor allem die Männer, zeigen sich ruhig aber ernst.

Am Samstag, den 1. August, erwartete man mit Spannung die 6 Uhr Abendpost. Sie bringt die Nachricht von der Mobilmachung, die sofort in ortsüblicher Weise, Zusammenruf durch die Schulglocke am Schulhause, bekannt gemacht wird.

 Ernst aber ruhig, wird die Bekanntmachung angehört. Man unterhält sich nur mehr über den Krieg. Einige Wehrmänner erhalten telegraphische Einberufungen für den 2. August, erster Mobilmachungstag.

 Auf Mariaschacht wird die elektrische Förderung eingerichtet.

 Am 4./5. August findet in Kaisersesch die Pferdemusterung statt. Die Ersatzreserven sind dahin beordert, zum Abtransport der Pferde nach Coblenz. Mit dem Preis sind die Bauern zufrieden. Aus Müllenbach werden 2 Pferde und 4 Wagen abgegeben.

 Ebenfalls am 5. August wird die Polizeistunde auf 9 Uhr festgesetzt, Bierniederlagen dürfen kein Bier verabfolgen.

 Auf der Bahnstrecke Mayen-Gerolstein fahren die Züge nach Kriegsfahrplan. Nur 2 Fahrten pro Tag und hauptsächlich des Nachts. Wegen der langsamen, unbeleuchteten Fahrt benötigt der Zug 2 Stunden von Müllenbach-Laubach bis nach Mayen.

Ein grauenvoller Unfall ereignet sich am 08.09 auf der Grube „Mariaschacht". Nach der Mittagsschicht, etwa gegen 14 Uhr, verunglückt der Grubenaufseher Josef Mohr aus Laubach, ein Vater von 6 Kindern. Mohr fährt mit 4 anderen Bergleuten mit dem Förderkorb in den Schacht ein, von denen 3 aber auf der 3 Sohle den Förderkorb verlassen. Mohr will mit dem Bergmann Klasen aus Müllenbach in die 4 Sohle herab fahren, als plötzlich der Korb stehen bleibt. Klasen kriecht auf Händen und Füssen aus dem Korb und kann sich retten. Aber, da der Korb nun leichter geworden ist, schleudert er einige Meter in die Höhe, dass Drahtseil reißt und der Korb stürzt ungehindert in die Tiefe. Mohr wird bei dem Aufschlag zu einer unkenntlichen Masse zermalmt. Die Leichenteile werden zusammengelesen und in ein Leinentuch eingenäht, sodann auf einen Leiterwagen gebart und der Ehefrau zugeführt, die sich gerade auf einem Bittgang nach Martental befindet.

 1915: Stephan Valerius wird als Bürgermeister in Müllenbach genannt. Sein Stellvertreter ist Mathias Josef Gilles. Später im Jahr übernimmt Mathias Josef Gilles die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. Sein Vertreter wird ein Herr Scheider.

 Am Freitag den 27. März schließt das alte Schuljahr. Am 14. März beginnt das neue Schuljahr.

 Wieder hat die Grube ein Opfer gefordert. 2-3 Wochen vor Ostern verunglückt der Schieferbrecher Hubert Mertes aus Laubach auf der Grube Colonia. Durch herabfallendes Gestein wird er an der rechten Hand erheblich verletzt. Ein Finger wird abgeschlagen, 2 andere so beschädigt, dass sie lahm werden. Mertes weilt längere Zeit in einem Krankenhaus zu Coblenz.

Einen Hausbrand meldet man vom 5. auf den 6. April. Das kleine Gebäude von Nikolaus Brück wird hierbei ein Raub der Flammen.

 Am 13. April verunglückt auf dem Dachschieferwerk " Herrenwiese " der Schieferbrecher Peter Steffes-lay aus Müllenbach. Herabfallende Steine treffen ihn auf den Rücken und Hinterkopf. Die Verletzungen sind schwieriger Natur führen aber nicht zum Tode.

 Da man allgemein befürchtet, dass der Krieg länger dauern wird, versucht man die ältere Jugend schon auf den Soldatendienst vorzubereiten. Es werden Jugendwehrkompanien gebildet, die besonders am Sonntagnachmittag etwas vorgebildet werden sollen. Die Kompanie der Pfarrei Müllenbach zählt 75 Mann. Jedes Mitglied erhält eine Soldatenmütze.

 Die Schiefergruben setzen ihren Betrieb fort, wenn auch mit weniger Arbeitern. Der Absatz geht weiter. Im Dezember 1914 bleibt die Grube Dachschieferwerk Herrenwiese wegen Streitigkeiten unter den Besitzern liegen. Da der Lohn auf den Gruben sich den teuren Lebensverhältnissen nicht anpassen kann, verlassen viele jüngere und noch rüstige ältere Arbeiter die Grubenarbeit und finden Beschäftigung und besseren Lohn im Niederland oder in den Munitionsfabriken, besonders Siegburg und Troisdorf. Auch viele Mädchen finden in diesen Fabriken lohnenden Verdienst. Mehrere junge Leute suchen sich Arbeit bei der Eisenbahn oder Post.

 Kurz vor Ostern werden dem Schieferbrecher Hubertus Mertes aus Laubach durch herabfallendes Gestein auf der Grube Colonia 3 Finger der rechten Hand abgeschlagen.

 Durch herabfallende Steine wird Peter Steffes-lay aus Müllenbach auf der Grube Herrenwiese schwer an Kopf und Rücken verletzt.

 Im September werden die bisher als untauglich zum Militär­dienste erklärten Männer nochmals gemustert. Ein großer Teil von ihnen wird jetzt als diensttauglich befunden.

 1916:Seit Kriegsbeginn hört man vom Herbst bis Mai ständig den Kanonendonner von Verdun her (ca.150km Luftlinie, der Verf.), bald mehr, bald weniger, am besten aber bei leicht gefrorenem, bloßen Boden beim allgemeinen Angriff auf die Forts bei Verdun am 22. Februar und die folgenden Tage. Die Fenster klirren. Die Frauen eilen auf die Straße und gehen mittags nach der alten Martentaler Kapelle beten. Der gewaltigen Kanonendonner ist unheimlich, auch während der Nacht.

 Am Freitag den 14. April schließt das alte Schuljahr. Zu Beginn des neuen Schuljahres, am 1. Mai, besuchen insgesamt 241 Kinder die Volksschule Müllenbach.

 Um Petroleum zu ersparen, werden am 30. April die Uhren alle eine Stunde vorgesetzt, so dass das Tageslicht mehr ausgenützt wird.

 In Müllenbach wird ein Eifelverein gegründet. Die Ortsgruppe nennt sich Müllenbach-Laubach.

 Der Gemeinderat stellt den Antrag, dass die beschlossene Wasserleitung, wo bereits die Quellenfassung „In der Roth und Rothläufgen“ seit dem 29. Januar 1916 vollendet ist, in diesem Jahr gebaut wird.

 Sammlung von Bucheckern angeordnet (Schulkinder) um die Ölnot etwas zu steuern. Etwa 100 kg werden an die königliche Forstverwaltung abgeliefert, je kg 0,60 Mark. Die Hälfte der Sammlung dürfen die Kinder behalten.

 In großes Staunen setzt unsere Bevölkerung die jetzt an den Bahnhöfen in Kaisersesch und in Laubach-Müllenbach häufig zu sehenden weiblichen Schaffner in den Zügen, welche auch Herrenkleidung anlegen.

 Aussaat der Winterfrucht dauert bis November, manche Felder können nicht mehr bestellt werden. Letzte Oktoberwoche  – 5 Grad, jedoch nur kurzfristig, Anfang November nochmals Kälte dann wieder milder und Regen bis Ende des Jahres.

 Am 4. Dezember setzte, das von Seiner Majestät, angeordnete Glockengeläute aus Anlass des Sieges bei Argesul die ganze Gemeinde in großen Jubel. Viele vermuten sogar die Friedens­glocken zu vernehmen.

 1917:Der Winter 1916/17 ist einer der strengsten, den man  seit langen Jahren erlebt hat. Die Durchschnittskälte betrug im Januar 15-20 Grad. Am Morgen des 2. Februar zeigt das Thermometer 25°-. Der Schnee liegt 40 - 50 cm hoch. Mitte Februar tritt vorübergehend Tauwetter ein. Vom 20. Februar ab haben wir wieder erneut Kälte und heftigen Schneefall. Im Bereich des 8. Armeekorps werden wegen Kohlemangels sämtliche Schulen vom 7.-17. Februar geschlossen.

 18.06: Peter Klasen (Hieste Pitter), 18 Jahre alt, wird beim Klee mähen auf der Nick vom Blitz erschlagen. Der Blitz schlägt ihm direkt in den Kopf. Der Hut den er trägt, wird in viele Streifen zerfetzt, er befindet sich heute (2005) noch im Besitz der Nachkommen des Peter Klasen, der Fam. Jäger in Müllenbach.

 Ende Juli gehen die beiden kleinen Glocken der Pfarrkirche „Ave Maria" und „hl. Barbara" (die kleinsten) in den Krieg. Sie werden für die Produktion von Munition und Waffen benötigt.

 Mai, Juni, Juli warm, wenig Regen, daher schlechtes Wachstum.

 Im Sommer 1917 wird auch Müllenbach wie die umliegenden Dörfer von Städtern, die Lebensmittel aufkaufen wollen, überschwemmt. Dieselben bieten oft unerhört hohe Preise. Es sollen schon für 1 Pfund Butter 7 M bezahlt worden sein.

 Vom 3. bis 17.  Juli sind die 3 oberen Schuljahre beurlaubt, um an der Feldarbeit teilzunehmen. Die Herbstferien werden 10 Tage verlängert, damit die Kinder beim Kartoffeln einernten mithelfen können.

 Herbstwetter gut für Ernte und Aussaat, Winter bis Neujahr mild, Kartoffeln gut, Preis je Zentner 6,50 Mark, Obst und Gemüse ebenfalls gut.

 

 

Weimarer Republik (1918 – 1933)

 1918: Winter 1917/18. Schon im November hatten wir heftigen Schneefall. Auch während des Dezembers hält diese Witterung an.  Im Januar dagegen tritt in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar plötzlich Tauwetter ein. Von da ab haben wir das schönste Frühlingswetter.

 Es finden Laubsammlungen zur Behebung des Futtermangels an der Front statt. Zuerst sammeln nur Schüler, später auch die Erwachsenen, da pro Zentner Laub 18 Mark bezahlt werden.

 Auffallend viele junge Soldaten sind aus dem Felde beurlaubt, allenthalben hört man von solchen, die nach Beendigung ihres Urlaubs nicht mehr zur Truppe zurückkehren möchten.

 Eine Folge des Krieges sind auch 10-15 Deserteure, die in unserem Gebiet ihr Unwesen treiben. Sie stehlen Hühner, Vieh, Lebensmittel und auch Geld. Vielerorts werden aus Furcht vor den Dieben Nachtwachen aufgestellt. Im Herbst sitzen alle Verbrecher hinter Schloss und Riegel.

 231 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 In der Endert verunglückt am 17. August der aus Laubach stammende und sich auf Fronturlaub befindende Johann Mohr. Er versucht mit einer Handgranate zu Fischen, bei der Explosion wird er getötet.

 Am 11. November wird Waffenstillstand geschlossen. 27. November: Nachts erscheinen in Müllenbach die ersten deutschen Truppen, Garde–Funker. Der Durchzug dauert bis 2. Dezember.

 Gardeartillerie, Stab der 2. Garde-Division, Sächs. Inf. Rgt. Nr. 393, Landwehr Rgt Nr. 118, Westf. Inf. Rgt. Nr. 217, Armierungstruppen. Der Ort ist immer stark belegt, ebenso die Schul- und Wirtssäle. An 2 Sonntagen spielt die Regimentsmusik. Frostwetter begünstigt den Rückzug sehr. Die Soldaten werden aus Feldküchen versorgt. Sie führen lebendes Vieh, Fleisch, Kartoffeln, etc. mit. Die Schule fällt während des Durchmarsches aus und beginnt erst am 5. Dezember wieder.

 9. Dezember, Amerikaner erscheinen, sie nehmen die Schulsäle als Quartier in Besitz und ziehen am 11.12 weiter. Mit ihrem Autopark bringen sie viel Unruhe ins Dorf, da sie sich wohl besonders vernehmbar machen wollen. 15. Dezember, die nächsten Amerikaner erscheinen, beziehen Quartier bis 4. April 1919. Infanterie und Autopark mit 4 Feldküchen. Die Häuser sind stark belegt, jedoch ohne Verpflegung. Am Schulhaus entsteht die größte Unruhe durch die Autos, die Autoschmiede und die Pferde, die im Spritzenheim und im Keller stehen.

 Durst haben die amerikanischen Soldaten wenig, das Wirtshaus dürfen sie nur von 3–5 Uhr besuchen. Ihr Sold ist auch noch nicht sehr hoch, dass ändert sich später.

 An den Zahltagen kaufen sie besonders Andenken von geringem Wert. Sie versuchen auch eiserne Kreuze zu erwerben (10 – 30 Mark).

 1919: Winter 1918/19. Der Winter zeichnet sich bis Anfang Februar durch große Nässe aus. Dann setzt grimmige Kälte ein, die aber nur kurze Zeit anhält. Auch die letzte Hälfte des Februars und 1. Hälfte des März waren wieder sehr feucht. Schnee lag nur während ganz kurzer Zeit.

 Die amerikanische Besatzungsmacht verfasst für den Ort Müllenbach eine Verordnung, die einen Rückschluss auf die hygienischen Verhältnisse der damaligen Zeit zulässt: Absatz 1 im Originaltext: Es ist streng verboten zu scheissen neben die Hauser oder auf die Strassen. Aborten mussen immer sauber sein. Dieselbe mussen in jeden Fach mit Grueber eingerichtet werden, um mannschliche Abfall (Schmutz) zuhalten. Diejenige keine Grueber haben muss fuer dieselbe Grueber beschafft werden. Das muss sofort gemacht werden.  Alle Aborten mussen sofort von die Grunde der Grube bis zu dem Sessel (Gesitz) gruendlich gemauert werden, mit allen Spalten und Loecher vorsichtigt vermacht, so keine Fliege hineinkommen koennen, Decken fuer den Sessel (Gesitz) muss sofort besorgt werden. Der Sessel (Gesitz) muss immer bedeckt sein, so keine Fliegen hineinkommen koennen. Darueber alle Aborten mussen durchaus Fliegeloss sein.

 Mit dem 11. April endigt das alte Schuljahr. Mit Beginn des neuen Schuljahres, am 29. April besuchen insgesamt 204 Kinder die Volksschule Müllenbach.

 Beim Aufbau eines Stollens auf Grube Colonia erleidet ein Mann aus Müllenbach durch Absturz vom Gerüst schwere Verletzungen.

 Die Grube Maria-Schacht erhält eine neue Fahrtvorrichtung (Dampfbetrieb) die demnächst elektrisch betrieben werden wird.

 Im Juli des Jahres verlassen die letzten amerikanischen Besatzungstruppen unseren Ort.

 Nach dem Krieg sucht man wieder im Laubacher Flur nach Wasser zur Anlage einer Wasserleitung für Müllenbach. Es findet sich jedoch keine ausreichende Quelle.

 Der Gemeinderat bittet dringend, dass mit der Ausführung der zentralen Trinkwasserleitung für den Ort Müllenbach sobald wie möglich begonnen wird.

 Der im Krieg zum Tambourmajor ausgebildete Johann Buschwa (Kipp Hannes) gründet einen Spielmannszug in Müllenbach. Er besteht aus Flötisten: Josef Ring (Rings Josef), Josef Felser (Miesjes Josef), Matthias Krämer (Baste Mattes). Die Trommeln spielen: Heinrich Gerhards (Knewwels Hein), Peter Gilles (Irme Pitter). Der Tambourmajor, wie bereits erwähnt, Johann Buschwa.

 Die Unsicherheit nimmt wieder zu in unserem Amt. Die Angst vor dem so genannten „Stumpfarm“ geht um. Johann Wilhelm Mayer, geb. 1886 in Ürsfeld gilt als der gefährlichsten Verbrecher der Umgebung. 1918 ermordet er seine Geliebte Maria Dahm aus Mayen, im Februar 1919 Maria Folk, ebenfalls eine Geliebte, im Wald bei Masburg, im März Nikolaus Schüller aus Kalenborn, im April Lorenz Reuter aus Masburg, im Jahre 1920 findet man im Wald bei Illerich eine weitere ehemalige Geliebte des Mörders tot im Wald, sie ist seit Mai 1919 als vermisst gemeldet. „Stumpfarm“ wird am 10. August 1919 in der Nähe von Eulgem gefasst.

 Ende  August 1919 wird durch die Rheinische Basaltwerke AG mit der Anlage neuer Basaltgruben auf dem Hoechst begonnen. Der Betrieb soll einen größeren Umfang erhalten, etwa 400 bis 500 Beschäftigte. Zurzeit werden nur Vorarbeiten gemacht. 80 Mann, meist Laubacher, arbeiten an der Stelle Tag- und Nachtschicht. Bis zum 1. Januar 1920 sollen die Vorarbeiten beendet sein. Der Betrieb erhält ein  Anschlussgleis an die Bahnlinie Andernach - Gerolstein.

 1920:In wirtschaftlicher Hinsicht ist ständiges Steigen der Preise und Löhne zu verzeichnen. So heißt es allenthalben: Auf der Grube gibt es hohen Lohn, als für die Achtstundenschicht etwa 25 M gezahlt werden. Gegen Schluss des Vierteljahres empfangen tüchtige Akkordarbeiter sogar 43 M den Tag.

 Im Januar beginnt die Gesellschaft Schluckert mit der Ausführung der elektrischen Hochspannungsleitung zur Lichtversorgung in Müllenbach. Anfang September brennt das Licht im Ort, so dass endlich die lichtarme Zeit ein Ende nimmt.

 183 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Die Monate Mai und Juni bringen eine erregte wirtschaftliche Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Schieferbrechern. Mit der Begründung dass der wirtschaftliche Wettbewerb mit den Ziegelplattenfabrikanten zu einer Herabsetzung der Löhne zwinge, kündigen die Unternehmer den Tarifvertrag. Die Arbeiter erklären sich mit den neuen Löhnen nicht einverstanden und arbeiten etwa 10 Tage nicht. Unterdessen wird zwischen beiden Teilen verhandelt. Schließlich nehmen die Schieferbrecher die Vorschläge an. Jüngere Arbeiter sind gegenüber den früheren Löhnen schlechter gestellt, für verheiratete ist keine nennenswerte Änderung eingetreten.

 Gründung des „MGV Sängerlust". Der Verein wird von Josef Steffes-Ollig (Olles Josef) als Dirigent, Josef Gilles (Simmens Josef), Matthias Gilles (Simmens Wähner), Heinrich Stoll (Jungs Rickes), Heinrich Stoll (Jungs Schoster), Josef Lehnen (Kalema Jippes) und Matthias Schmitz (Hieste Mättes) gegründet.

 Die Pflasterung der Dorfstraßen, mit der 1912 begonnen wurde, wird im Bereich der Kirche fortgesetzt.

 Die Lebensmittelpreise klettern nach oben herauf, wie man will. Zuletzt klettert das Pfund Butter 25 M, Kartoffeln gehen auf 30 bis 50 M den Zentner, Rindfleisch 15 M, Schweinefleisch 20 M. Eier – das einzige Nahrungsmittel – sanken im Preis von 3 M im Winter auf 1,60 M. Schuhe stehen unerschwinglich hoch: 300 bis 750 M Kleiderstoffe ebenso  2000 M für einen Anzug. Zwirn ist, vom Wein abgesehen, der 20 000- 25 000 pro Fuder kostet – am meisten gestiegen.

 Im vergangenen Sommer jagte eine Tanzmusik die andere, und mancher Jüngling und manches Mädchen eilten Sonntag für Sonntag zum Tanzvergnügen. War es vergangenen Sonntag auf dem Laubacher Bahnhof, so diesen in Müllenbach und den nächsten in Hauroth oder auf der Schönen Aussicht oder in Kaisersesch oder sogar wieder auf dem Laubacher Bahnhof.

 Der moralische Abstieg des deutschen Volkes, der zu beobachten ist, reißt auch gewaltige Lücken in unsere Heimatkultur: Man muss sie  hören die neuen Propheten – meistens junge Burschen – wie sie verkünden: alte Leute wissen noch nicht wofür sie auf der Welt sind, schaffen von morgens bis abends für paar „Knöpp“. Man muss die Wirtshäuser sonntags besuchen und wird zurückschrecken vor der Flut schlechter Stadtkultur, die bis hierhin Wellen schlägt. (So schreibt der Chronist in Laubach).

 Ende des Jahres wird Theater gespielt. In Müllenbach betätigten sich der Männergesangverein der Arbeiterverein und die Jungfrauenkongregation auf diesem neuen Gebiet

 1921: Seit 1. März, Pfarrer in Müllenbach: Klein Peter, (geb. in Korweiler/Sabershausen)   (Amtszeit:1921 - 1925 )

 Im ersten und zweiten Viertel des vorigen Jahres scheinen die Preise ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Nun schreit die Reklame schon einige Monate „Preisabbau“! Bei Licht besehen, ist er in den meisten Fällen nur sehr gering in  andern nicht feststellbar. Schuhe kosten 200 bis 400 M, gute Kleiderstoffe pro m 150-250 M, so dass ein Anzug (Macherlohn etwa 200 M) immerhin noch 1000 M  zu stehen kommt. Auf dem Nahrungsmittelmarkt ist insofern eine große Besserung eingetreten, als wieder größere Mengen in den Handel gebracht wurden. Rinderfett kostet etwa 15 M, Rindfleisch 15 M, (auch schon 13 M) Schweinefleisch einiges mehr: 17 M /bzw. 16 o. 15 M, Butter 23 M in anderen Orten 25 M alles pro Pfund. Kartoffeln, die im Herbst zu 30 M pro Zentner verladen wurden, sind jetzt im Frühjahr auf 40-50 M gestiegen. Für Getreide besteht noch die Zwangswirtschaft. Abgelieferter Roggen hatte einen amtlichen Preis von etwa 90 M. Unter der Hand verkauftes brachte  anfangs 120 M, bald darauf 150 - 160 M. Ein 3 Pfd.-Brot kostet 5,10 M beim Bäcker.

 Wohl am meisten gesunken ist Speiseöl, das Z. Zt. etwa 15 M je Liter kostet, während es schon früher 25 - 30 M im Preise stand. Auch der Wein, der den ungeheuren Preis von 25000 – 30000 M pro Fuder hatte, fällt.

 Die durchschnittliche Größe der Preise gegenüber dem Vorkriegsstand ist aber immer noch das 10 - 25-fache. Dagegen sind die Gehälter der Beamten, auch manche Löhne nur um das 6-10 fache gestiegen.

 Gleich nach Ostern wird mit der Pflasterung der Dorfstraßen von der Post bis ins Oberdorf fortgefahren. Die Arbeiten dauern mehrere Monate und die Kosten sind wegen der hohen Fuhrlöhne und der Materialpreise enorm.

 169 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 4. Juni herrscht ein starkes Gewitter über Müllenbach. Der Blitz schlägt in die Kirche und die elektrische Leitung ein. Lehrer Stegmann, der sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe des Sicherungskastens der Kirche befindet, sinkt bei dem gewaltigen Schlag zu Boden. Nach einigen Augenblicken kommt er wieder zur Besinnung und spürt ein lähmendes Gefühl in den Armen und starken Kopfdruck.

 Die bereits 1919 begonnen Arbeiten im Basaltbergbau auf dem Höchst sind nun soweit gediegen, dass eine nennenswerte Förderung stattfinden kann. Täglich verlassen eine Anzahl Eisenbahnwagen mit Kleinschlag gefüllt, die Arbeitsstätte. Soweit als möglich, bedient man sich Maschinen  zum Brechen und Zerkleinern des Basalts, was darum  leicht fällt, weil das Werk an die elektrische Leitung angeschlossen ist. Laubach, Müllenbach, Kaperich und a. umliegende Orte stellen Arbeitsleute, die im Akkord einen täglichen Arbeitslohn von 50 -M- und mehr  erreichen.

 Sehr heißer, trockener Sommer, der Wassermangel ist sehr groß. Die ältesten Leute bezeichnen die Trockenzeit als die Ärgste die sie je erlebt haben. Die Mühlenbetriebe müssen für Monate ihre Arbeit einstellen. Sogar der Dorfbrunnen, der sonst immer reichlich Wasser führt, ist nicht mehr im Stande die Menschen zu versorgen. Letzte Möglichkeit der Wasserversorgung sind eine Quelle im Hexenkäulchen und im Graben.

 Pfarrer Klein beschwert sich über die zunehmenden Tanzveranstaltungen der Gemeinde. Er möchte keine neuen Tanzvergnügungen aufkommen lassen. Die Gefahr des sittlich/moralischen Verfalls scheint ihm zu hoch.

 Die Sortbegeisterte Jugend gründet in diesem Jahr den Sportverein Müllenbach. Peter Zirwes wird Vorsitzender des Vereins. Weitere Mitbegründer sind: Johann Stoll I, Johann Stoll II, Theo Salchert, Anton Zirwes, Jakob Zirwes, Michael Steffes-holländer und Peter Regnier. Als Sportplatz erhält der Verein ein Gemeindegelände auf der Heide, welches von Gestrüpp befreit und von hand eingeebnet werden muss. Es bilden sich in der Folge neun Mannschaften.

 Am 17. Dezember liefert August Mark aus Brockscheid, (Sohn des Johann Mark, der die Tochter des Müllenbacher Glockengießers Matthias Schmitz heiratete) 2 neue Glocken nach Müllenbach. Die neuen Glocken werden durch das frohe Läuten der alten Glocke begrüßt. Am 18. Dezember werden auch sie wieder „Ave Maria" und „ hl. Barbara" getauft und zur Weihnachtsmesse begrüßt das neue Geläut gemeinsam die Kirchgänger. Bemerkenswert ist es noch, dass einzig aus Laubach keine Taufpaten zur Glockenweihe erschienen sind. Die Erbitterung über Abschaffung der Frühmesse in Laubach sitzt zu tief, und verhindert eine freundschaftliche Annäherung und Rücksprache des Pfarrers (Klein} mit Laubachern.

 Vom 27.11. - 4.12. findet in Müllenbach Mission statt. Trotz des sehr kalten Wetters ist die Beteiligung groß.

 Die Entwertung der Mark (1 Mark > 3 Pfennige) führte zu einer neuen Steigerung der Preise und Löhne. Letztere erreichen auf den Gruben 70 oder 80 M. Alle Preis- und Lohnschwankungen zu verzeichnen ermüdet auf die Dauer. Wir sehnen nach Stabilität des Geldwertes.

 1922:Der Arbeitslohn auf den Schiefergruben steigt im März auf 96 M für die Schicht. Akkordarbeiter sollen es auf 120 M, einer sogar 128 M täglich bringen. Die Preise betragen durchschnittlich das 50-fache der Vorkriegszeit. Das Verhältnis zwischen den einzelnen Preisen, dass sich so stark gewandelt hatte, näherte sich wieder dem, wie es früher bestand. Butter, Fette und Eier waren lange unverhältnismäßig hoch bezahlt. In der letzten Zeit blieben sie fast im Preis stehen, während Getreide und Kartoffeln ungeheure Preissteigerungen erfuhren

 Im Februar geht die Grube Maria Schacht an das Müllenbacher Dachschieferwerk über. Der bisherige Besitzer, Herr Werhahn, Düsseldorf, beginnt mit der Erweiterung kleinerer Betriebe im Sesterbach (Barbaragrube genannt).

 Am 16. April (Ostern) endet das alte Schuljahr. Mit Beginn des neuen Schuljahres besuchen insgesamt 145 Schüler die Volksschule Müllenbach.

 Als nach altem Brauch im Juli die Heuernte beginnen soll, setzte Regenwetter ein. 14 Tage wechseln Sonnenschein und Regen. Das Heu ist  darum heute in der Mitte des Monats nur teilweise eingebracht. Dem Roggen nützt der Regen wenig mehr. Der Halm ist durchweg kurz wie gewöhnlich bei später Aussaat im Herbst. Außerdem steht der Roggen so dünn, dass einige Felder - und nicht nur paar, viel mehr hat jeder einige - nicht einmal die Aussaat zurückliefern. Aber Kartoffeln und Kohlrabi können nun wachsen. Für das Sommergetreide ist es auch vielfach zu spät.

 Der Rathenaumord wird auch hier besprochen, doch fehlt die Erregung, wie sie aus manchen Teilen Deutschlands berichtet wird. Die Rechtsradikalen, Die Rechtsradikalen, die Deutsch-Völkischen haben bis hierhin ihre Propaganda betrieben. Der Völkische Beobachter eine antisemitische, nationalistische Zeitung Münchens, wird im Postbezirk Müllenbach in 17 Exemplaren bezogen. Die Leute sprechen und fühlen auch in diesem Punkte, wie die Zeitung schreibt, die sie lesen. Die meisten Einwohner bedauern den Mord, einige sollen sich aber auch freuen. (schreibt der Schul-Chronist in Laubach)

 Die Ausbesserungen auf Grube Maria-Schacht sind nun nach langer Zeit beendet, und seit Montag, den 10. Juli ist der Betrieb in der früheren Weise geregelt: von 7 Uhr morgens bis halb 4 Uhr nachmittags mit einer Mittagspause von einer halben Stunde (12 bis halb 1 Uhr).

 Die Ernte fällt schlechter aus, als man erwartete, zumal die Roggenernte ist so gering, dass man die schlimmsten Jahre Misswuchs zum Vergleich heranzieht. Glücklicherweise liefert die Kar­toffelernte Ersatz, und im kommenden Winter wird manche Pfanne Bratkartoffeln - besonders morgens - anstatt des Brotes auf dem Kaffeetische erscheinen. - Die vergangenen Jahre sind ebenfalls Fehljahre gewesen, und doch kehrt der Nur-Arbeiter zur Landwirtschaft in etwa zurück. Er schafft sich wenig­stens eine Ziege an und setzt einige Kartoffeln. Die Teuerung treibt jetzt hierzu. Zwar vermögen die Leute kaum durch den Ne­bel der Geldscheine zu sehen, doch dämmert es bald, dass das Geld nicht mehr den alten Wert hat.

 Die Kornernte dehnt sich in die Länge, so dass nun im Oktober die Arbeit drängt. Korn- und Kartoffelernte und Aussaat fallen teilweise zusammen. Der Regen der Anfang Sommer ausblieb, fällt nun ununterbrochen. Das Getreide will nicht trocken werden. Drei­mal muss es mitunter gewendet werden, und immer noch wird es nass in die Scheune eingefahren. Lange währt die Ernte wie nie, und doch füllen sich nicht die Scheunen. - Die Preise und Löhne stei­gen ins Phantastische, jetzt gegen Ende des Monats erleben wir, dass die Margarine, an die sich viele schon gewöhnt haben, in we­nigen Tagen von vierhundert Mark das Pfund auf 650 Mark steigt.

 Wegen dem fortlaufenden Preisverfall steigen die Löhne der Arbeiter auf den Schiefergruben mit den fortdauernden Preissteigerungen für alle Lebensbedürfnisse auf 180- 300- 500- 1500 M pro Schicht. Kaum sind neue Löhne bewilligt, wird es schon notwendig, neue Forderungen zu stellen.

 1923: Um die Jahreswende versucht man dem Müllenbacher Pfarrer ein eben geschlachtetes Schwein aus dem Pfarrhaushof zu stehlen. Der wachsame Haushund kann den Dieb in die Flucht schlagen.

 Die Arbeitslosen im Ort werden herangezogen um Waldwege auszubauen und eine Wasserleitung im Ort zu verlegen. Sie werden durch die Ruhrhilfe bezahlt. Wegen dem passiven Widerstand gegen die Alliierten gehen die Arbeiten schleppend voran. Die Sammelbecken werden ausgeworfen und die Leitung bis zur Höhe gelegt. Die Rohre kommen per Achse aus Bullay.

 Erleichterung in den Orten ringsum. Der berüchtigte „Stumpfarm" (Johann Wilhelm Mayer) wird  in Koblenz wegen 4fachen Mordes 4-mal zum Tode und wegen Todschlags zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Dezember wird er in der Strafanstalt „Klingelpütz“ in Köln durch die Guillotine enthauptet.

 Am Freitag den 6.7. passiert das Fuhrwerk des Fuhrmannes Johann Josef Tholl aus Laubach den Bahnübergang an der Straße Laubach -Lirstal, Ein gemischter Zug erfasst das Pferd am Kopf, wirft es zur Seite und bringt ihm erhebliche Verletzungen am Kopfe bei. Nach 14 Tagen muss es notgeschlachtet werden. Ein Schaden von 70 Millionen Mark.

 Vom 01.08 bis 09.08 wird die Arbeit auf den Gruben Herrenwiese und Maria Schacht eingestellt, da die Rauschermühle (E-Werk) infolge Kohlemangel keinen Kraftstrom mehr liefern kann. Die Grube Colonia setzt ihre Beschäftigten einstweilig über Tage ein.

 Als ob angesichts unserer Not alles hätte besonders gut gedeihen­ müssen, so stehen die Getreidefelder! Alte Leute können sich eines solch guten Getreidestandes nicht entsinnen. Nur der Sommersamen ist diesmal aus der Art geschlagen, alles andere steht hervorra­gend. Auch die Kartoffel verspricht eine gute Ernte. Die Getreide­ernte tritt spät ein.

 Aufgrund der Inflation nehmen die Felddiebstähle auch in unserer Region drastisch zu. Tag für Tag wird von neuen Diebstählen auf unseren Feldern berich­tet. In den reinen Industriegegenden fing es an, bald kam es auch nach Mayen und Umgegend, und seit mehreren Wochen übt man’s auch auf unseren Feldern. Allnächtlich streifen Langfinger durch unsere Felder und kehren mit reicher Beute nach Hause zurück. Ganze Kornkasten werden gestohlen, in einem Fall 5 in einem Felde (Laubach). Andere versehen sich mit einem Leintuch und dreschen die Garben im Felde. Die ge­droschenen Garben werden wieder fein zusammengestellt zu Kasten, als ob nichts geschehen wäre. Schlimmer wird in den Kartoffelfel­dern gehaust. Die Stauden werden aus der Erde gerissen und ihrer Früchte beraubt, obwohl sie noch lange nicht reif sind. Ganze Fel­der sind in dieser Weise schon zerstört worden. Leider konnte noch kein Dieb auf frischer Tat erfasst werden.  Und doch bewachen Nacht für Nacht so und so viele Augen die reifende Saat.

 Der Hochpochtener Wald wird von französischen Förstern verwaltet. Die Einwohner (natürlich nur etliche) der bei Pochten liegenden Orte, nutzen die nächtliche Abwesenheit der Förster aus, um Stämme, Nutzholz etc. zu stehlen. Lange hat der Franzose ruhig das Treiben mit angesehen. Das Maß war doch auf einmal voll. Die Holzdiebstähle (Holzfrevel) nehmen besonders in der Nacht immer weiter zu. Müllenbach wird für begangene Holzdiebstähle mit 240 Millionen Mark bestraft. Laubach kommt mit 80 Millionen Strafe glimpflicher davon.

 Am 3.10. vormittags halb 11 Uhr wird der Bahnhof Laubach-Müllenbach von französi­schen Eisenbahnern übernommen. Sie kommen von Daun. Ein Vortrupp 3 Mann stark, fährt zunächst die Strecke ab, zieht das Einfahrtssig­nal und meldete den Zug an, der um halb 11 einläuft. Der Bahnhof ist mit 6 franz. Eisenbahnern belegt. Der Stationsmeister Gundert und der Betriebsassistent Adams müssen sofort ihre Wohnung räumen. Der Betriebsassistent Schüller kann vorläufig noch in seiner Woh­nung bleiben. Die Strecke Daun - Mayen - Andernach - Metternich war die letzte im besetzten Rheinland, die von deutschen Eisenbah­nern gefahren wurde. Die meisten Eisenbahner haben sich geweigert, Dienst für die Regie zu machen, nur einzelne traten bisher über.

 Im Oktober wird die Arbeit zur Ausmalung der Pfarrkirche beendet. 3 Auswärtige Maler, die kurz zuvor die Kunstakademie in München beendeten, haben den ganzen Sommer gearbeitet. Haupt und Seitenschiff, sowie Chor erhalten einen lebhaft, bunten Anstrich.

 Nach und nach stellt die Regie die deutschen Eisenbahner, nach dem sie sich am 17.I0. derselben auf Weisung der Reichsregierung zur Verfügung gestellt haben, wieder ein. Betriebsassistenz am Bahnhof Laubach-Müllenbach tritt Betriebsassistent Schüller am 29.10. an. Bahnmeister Gundert ist noch nicht aufgefordert worden, den Dienst anzutreten. Von der Rotte ist bis zur Stunde G. Peters aus Müllenbach beschäftigt. Hoffentlich können bald alle wieder ihren Be­ruf ausüben.

 Am 31.10 wird bei einer Treibjagd der als Treiber mitgegangene Josef Wagner (Laubach) von dem Schützen Peters zu Müllenbach, durch einen Schuss an Arm und Brust verwundet. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich.

 Die Not in die unsere Arbeiterfamilien infolge der Stilllegung der Gruben gerieten, wächst ungeheuer. Seit 1.10. fast kein Verdienst! Ab und zu gelangt eine Kleinigkeit zur Auszahlung. Dies ist jedoch nicht einmal gleich einem Tropfen auf den heißen Stein. Heute, 14 Tage oder gar einen Monat ohne Geld sein, das will was heißen! Von den Grubenbesitzern ist keine Hilfe zu erwarten. So greifen unsere Arbeiter zur Selbsthilfe. Am vergangenen Sonntag (11.11.) wurde beschlossen, unverzüglich die Arbeit aufzunehmen, gegen den Willen der Besitzer. Aufsicht führen die Arbeiter. Für jede Grube werden 2 Betriebsführer gewählt. Auch die Bezahlung regeln die Arbeiter. Das Erarbeitete wird abgesetzt. Mit dem Erlös werden die Löhne bezahlt. Am 12.11. wird mit der Arbeit begonnen.

 Es lag auf der Hand, dass die Grubenbesitzer dem Handeln der Arbei­ter nicht tatenlos zusehen werden. 2 Tage funktionierte der Betrieb. Die Grubenbesitzer erscheinen selbst und nehmen die Lohnverhand­lungen mit den Arbeitern auf. Beginn der Arbeit am 22. 11. Hoffent­lich stellen sich keine neuen Schwierigkeiten in den Weg, die zur Folge haben, dass die Wiederaufnahme der Arbeit um Wochen verscho­ben wird.

 Einen unerwarteten Tod findet am 09.12. Steffen Valerius aus Müllenbach. Während des Hochamtes in der Pfarrkirche sinkt er, eben an seinem Platze angekommen, vor den Augen der Gemeinde zusammen, ein Herzschlag hat seinem Leben ein jähes Ende bereitet.

 In den Abendstunden des 10. Dezember kommt der 15-jährige Albert Pörling Sohn von Matthias Pörling zu Laubach, aus dem Walde, einen Stamm tragend. Bei dem Hause des Herrn Morstein im Kringelweg rutschte er, da Glatteis ist, aus und bleibt tot liegen. Der Stamm hat ihm die Schläfe durchstoßen. Der Tod tritt auf der Stelle ein.

 Man war allgemein der Meinung, dass am Montag, den 10 .12. mit der Arbeit auf den Gruben begonnen werde. Umso größer ist daher das Erstaunen in den Arbeiterkreisen, als am Montag nicht gear­beitet wird. Man vermutet also wieder etwas Neues. Es trifft auch zu. Am Dienstag, den 11.12. bekommen sämtliche Arbeiter ihre Papiere zugestellt. Alle Arbeiter werden damit der Erwerbslosenfürsorge zugeführt. Hinzugekommen sind ferner fast alle diejenigen, die im vergangenen Sommer Rhein-Ruhr-Hilfe bezogen haben.

 Für die Nachwelt mögen Aufzeichnungen über Preise und Löhne interessant sein, für den Chronisten ist dies langstielige Arbeit und nur Gestoppels, denn von Tag zu Tag ja von Stunde zu Stunde ändern sich die Preise, Löhne und Gehälter jeden halben Monat*. Fabelhaft schnell klettern die Preise in schwindelhafte Höhen. 100 - 200 % Aufschlag von einem Tag zum ändern und das an mehre­ren Tagen nacheinander, ist keine Seltenheit. Heute erscheint ei­ne Ware teuer, morgen ist sie spottbillig, weil über Nacht der Preis um das Doppelte und Dreifache gestiegen ist. Jeder, der Geld in den Fingern hat, der kauft, ganz gleich, was es ist. Nach der Preishöhe wird nicht mehr gefragt man ist froh, dass man es noch bekommt. Infolge der Sperre des besetzten Gebietes ist eine nie geahnte Warenknappheit eingetreten. Die Läden sind leer, einige Geschäfte verkaufen noch, aber nur an einigen Stunden des Tages. Das Wenige was noch verkauft wird, ist unerschwinglich teuer: 1 Liter Öl 500 000 M, Butter 150 000, Margarine 80 000, Karten­brot 9 500, Freibrot 30 000, Korn 1 500 000, Kartoffeln 150 000, Flasche 100 000 - 150 000,M. Löhne und Gehälter sind natürlich erheblich zurückgeblieben. Der Schichtlohn auf den Gruben beträgt 240 000 M.

 Zum Höhepunkt der Inflation, Ende Dezember 1923, kostet ein Brot 399.000.000.000 M. (399 Milliarden Reichsmark ).

 1924:Der Winter 23/24 lässt dem von 16/17 an Kälte nicht nach. In den Weihnachtsferien sank das Thermometer auf minus 20 Grad C. Seite Mitte November liegt ununterbrochen Schnee. Unsere Waldungen müssen in diesem Jahre herhalten wie nie zuvor. Die Gemeinden haben erheblichen Schaden zu verzeichnen. Weil die üblichen Holzversteigerungen im letzten Jahr nicht statt­fanden, waren die meisten Leute ohne Brennholz. Man nimmt, wo man’s nur findet. Daran hindern auch die Öfteren Hausre­visionen des Gemeindeförsters und Landjägers nicht.

 Selbstverständlich mangelt es an diesem Winter nicht an Rodel­bahnen. Ältere Leute können sich kaum entsinnen, solch schöne Bahnen gesehen zu haben. Was wunder, wenn groß und klein auf dem Sportplatz erscheint! Die Gruben liegen still. Man hat also auch schön Zeit. Im Pfarrort Müllenbach können sich gar verheiratete Frauen nicht mehr meistern. Das Tanz­bein konnte so lange nicht mehr geschwungen werden. Sie müs­sen Ersatz haben. Man rodelt. Die Sache in Müllenbach hat solche Formen angenommen, dass der Herr Pastor sich gezwungen sieht, das Verhalten verschiedener Frauen und Mädchen öffentlich auf der Kanzel zu geißeln. Wo gehobelt wird, gibt’s Späne, sagt man, und wo gerodelt wird, da krachen die Knochen. Eine Laubacher Frau wurde von einem dahinsausenden Schlitten, von einem Laubacher Burschen geführt, erfasst, und mit ihrem 6 Mona­te alten Kind zu Boden geschleudert. Das Kind blieb unversehrt und die Mutter ist seitdem bettlägerig. Man vermutet, dass die Frau innerlich verletzt wurde. 2 Laubacher Burschen erlitten Knochenbrüche (einer einen doppelten Beinbruch), ferner ein Mädchen. Einen tragischen Tod findet eine Kölnerin beim Rodeln in Kaisersesch, wo sie zu Besuch weilte. Sie rennt mit dem Schlitten gegen die gehobene Schere eines Wagens. Die Bauch­wand wurde durchstoßen. Auf dem Transport zum Krankenhaus nach Köln stirbt sie.

 Am 11. März verunglückt auf Herrenwiese der 20-jährige Arbeiter Jakob Kronz aus Laubach. Beim Fassen von Pulver kommt dasselbe zur Entzündung und die Flamme verletzt den Kronz an Gesicht und Händen. Wäre nicht sofort Hilfe zur Stelle gewesen, so sei er wohl an Ort und Stelle verbrannt.

 Muss der 1921 gegründete Sportverein aus finanziellen Gründen liquidiert werden. Aus Turnverein und Sportverein entsteht daraufhin die „Spielvereinigung 1924“, wieder unter Vorsitz von Johann Stoll I.

 Das Schuljahr 1923/24 endet am 12. April. Zum ersten Mal fal­len Schluss des Schuljahres und Schulentlassung nicht zusammen. Das neue Schuljahr beginnt, Dienstag den 29.4. 138 Schüler besuchen insgesamt die Volksschule Müllenbach.

 Am Mittwoch, den 7. Mai entgleist der um 3 Uhr nachmittags von Mayen kommende Güterzug bei der Einfahrt in den Bahnhof Laubach-Müllenbach (Übergang nach Eppenberg!). Der Lokomotivführer, der die Gefahr zuerst erblickt, gibt das Alarmsignal. Das ganze Zugpersonal springt ab. Einen Moment später steht die Lokomotive und 4 Wagen neben dem Gleis, hart am Rand der Böschung. Die Räder der Lok und des Kohlewagens haben sich bis zur Achse in die Erde eingewühlt. Der vordere Bremser hätte bestimmt sein Leben eingebüßt, wäre er nicht rechtzeitig abgesprungen, denn sein Bremshäuschen ist vollkommen zu­sammengedrückt.

 Am 10. Mai findet die Reichstagswahl statt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 70 %.

 Ab 15. 6. liegen sämtliche Schiefergruben still mit Ausnahme der Grube Colonia, die nur noch 3 Tage in der Woche arbeiten lässt. Für unsere Schieferbrecher hat anscheinend eine sehr ernste Zeit begonnen. Man rechnet allgemein damit, dass die Gruben vie­le Monate brachliegen werden. Und nun kein Verdienst! Gerade jetzt in der Übergangszeit! Wie viele Familien unserer Pfarrei haben schon seit Wochen nicht mehr eine einzige Kartoffel, aber auch kein Geld!

 Der Weiterbau der Wasserleitung wird einer eingehenden Erörterung unterzogen. Es wird beschlossen die Arbeiten unter allen Umständen beschleunigt fortzuführen, um die Wasserleitung möglichst vor dem Winter gebrauchsfähig zu machen. Die Hauptleitung durch das Dorf wird fertig gestellt, der Anschluss jedoch nicht geschaffen.

 Alle hiesigen Schiefergruben sind, da die Gruben stilliegen, der Erwerbslosenfürsorge zugeführt. Was wir vor einem Jahre hatten, ist also wiedergekommen: Alles arbeitslos, nur mit dem Unterschied, dass diesmal Landwirte und Handwerker nicht arbeits­los gelten. In der Woche werden 3 Tage gearbeitet. Der Lohn beträgt pro Woche für Unverheiratete 2,70 M, Verheiratete ohne Kind 7,75 M, Verheiratete mit 1 Kind 8,75 M, Verheira­tete mit 2 Kindern 9,75 M, Höchstsatz 12,75 M. Diese Sätze haben ab 15.7. eine kleine Aufbesserung erfahren. Obwohl der Verdienst sehr gering und die Not furchtbar groß ist, das Tanzen hat man noch nicht vergessen. Beinahe wird noch mehr getanzt, als in besseren Tagen der Fall war. So war am 6.7. Tanz in Müllenbach und Laubach, 13.7. Tanz in Laubach, 20.7. und 21.7. großes Sängerfest in Müllenbach. Für Tanz wird ausgiebig gesorgt. Ein besonderes Tanzzelt wird aufgeschlagen. Das "Kännchen" wird trotz der Not immer noch in Ehren gehalten.

 Bis Mitte Juli ist ein ständiger Witterungswechsel: Wärme, Regen, Wärme, Regen. Die Pflanzenwelt gedeiht aufs üppigste. Entsprechend sind auch die Fruchtansätze, so dass die Ernte­aussichten die glänzendsten sind. Was bis Ende Juli geerntet ist, dass geht an Menge und Qualität über alles bisher Dagewe­sene. Seit Menschengedenken ist die Waldbeer- Erdbeer- und Himbeerernte nicht so reichlich gewesen, wie in diesem Jahr. Ähnlich scheint es auch mit dem Getreide zu werden. Nur das Korn mach­t vielerorts, auch hier, eine Ausnahme, da die junge Saat im strengen Winter 23/24 arg gelitten hat. Was allerdings steht an Korn, das ist gut, sehr gut. Mit Beginn der "Hunds­tage“,  Mitte Juli, setzt Regen ein, und es regnet bis Ende derselben am 24.8. und immer noch weiter. Sieben Wochen Regen mitten in der Erntezeit. Gewiss gibt es schon mal lichte Stunden, auch etliche, 4-5 trockene Tage zwischendurch. Und dann fällt die reiche Saat unter die Sense des Schnitters. Aber der Wettergott duldet nicht, dass bis zum 28.8. auch nur ein Halm kann eingefahren werden. Das meiste Korn ist gemäht und steht auf Kasten, und die Körner wachsen und treiben Blät­ter, 5 cm lang und länger. Ja, sogar die Körner in den noch nicht geschnittenen Halm beginnen zu wachsen. Die anderen Fruchtarten, Gerste, Hafer, Weizen sind überreif, und wenn sie demnächst bei gutem Wetter gemäht werden, wird ein guter Teil der Frucht zur Erde fallen. Die Kartoffelfelder stehen üppig, doch wird die Ernte nicht so ergiebig sein, da viele Kartoffeln faulen. Der Sommersamen, der um diese Zeit sonst immer ver­blüht ist, ist noch lange nicht durch die Blüte hindurch. Bei weiterer ungünstiger Witterung wird er nicht ausreifen. Im südlichen Teil unserer Gemarkung (Heimert / Mühlenkäulchen) wird bei einem Hagelschlag am 7. 8. die komplette Ernte zerstört. Auch in Leienkaul wird arger Ernteverlust durch das Unwetter gemeldet.  Maria-Martental hat bei diesem Unwetter 80 % seiner Ernte eingebüßt, berichtet man.

 Rege Bautätigkeit vermeldet man im Umfeld des Laubach-Müllenbacher Bahnhofs. Das wenig bebaute umliegende Heideland wird immer weiter erschlossen. Auch 2 Familien aus Müllenbach ziehen es neben je einer weiteren Familie aus Leienkaul und Nachtsheim vor, ihre neue Wohnung in der Nähe des Bahnhofs zu bauen.

 Trotzdem die Verhandlungen in London zu einem guten Ende ge­kommen sind, war in den letzten Monaten kein regeres  Leben im Schieferindustriegewerbe zu beobachten .Colonia ar­beitete mit 50 % Schichtverkürzung, Maria-Schacht, Herrenwiese und Barbara lagen ganz still. Seit 1.10. ist eine kleine Bes­serung eingetreten. Colonia arbeitet wieder voll mit der gan­zen Belegschaft, desgl. Herrenwiese, jedoch nur mit 50 % der Belegschaft. Maria-Schacht und Barbara liegen noch still, da z. Zt. größere bauliche Veränderungen vorgenommen werden, die etliche Monate in Anspruch nehmen.

 In der Nacht vom 15. zum 16.11. sind sämtliche von der franko-belgischen Regie betriebenen Eisenbahnstrecken des altbesetzten Gebietes der "Deutschen Reichsbahngesellschaft " übergeben wor­den. Ab 16.11. können Fahrkarten nur mehr mit deutschem Geld gelöst werden. Man ist bestrebt, mit der Bahn die denkbar größ­ten Erträgnisse herauszuwirtschaften. Die Fahrpreise sind hoch gehalten. Das Kilometer 4. Kl. kostet 4 Pf, 3. Kl. 6 Pf. (Lau­bach-Müllenbach - Kaisersesch 4. Kl. 20 Pf, 3. Kl. 30 Pf.). Auch sieht man, das Personal nach Möglichkeit einzuschränken. So ist die hiesige Rotte (Bahnhof Laubach-Müllenbach) um 6 Mann verringert worden. Auf dem hiesigen Bahnhof soll außerdem eine Beamtenstelle (bisher 3, jetzt 2) abgebaut werden. Von den bis zum 16.11.noch nicht eingestellten Beamten und Arbeiter stellt die Reichsbahngesell­schaft nur mehr 75 % ein.

 Am 7. Dezember findet wieder eine Reichstagswahl statt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 61 %. Folgende Einzelstimmen: SPD-21, DNP-11, ZP(Zentrum)-112, KP-3, DVP-12, Aufwertungspartei-5. Die Landtagswahl verzeichnete die gleichen Stimmen.

 1925: Einwohnerzahl in Müllenbach 726  (745 Einwohner rk,5 evangelisch, 12 Juden ).

 Pfingsten ist endlich die lang ersehnte Wasserleitung fertig gestellt, zur Freude aller Bewohner.

 Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag den 21.4. 130 Schüler besuchen insgesamt die Volksschule Müllenbach.

 Die Basaltförderung am Hoechst wird nach nunmehr 2 Jahren Ruhezeit wegen Unrentabilität endgültig eingestellt. Die maschinellen Anlagen werden im Laufe des Sommers entfernt und soweit wie möglich an andere Betriebsstellen der Firma befördert, um dort verwandt zu werden.

 Die Schieferbergwerke haben guten Absatz, an Arbeitsmöglichkeiten fehlt es deshalb nicht. Der Arbeitslohn beträgt 5 – 6 Mark pro Tag.

 3 Tote, 18 Verletzte, ein schwerer Postauto-Unfall im Elztal erschüttert die Region. Am Sonntag, den 23.8. machen 22 Einwohner Düsseldorfs sich per Postauto auf einen Ausflug nach dem Moseltal. Gegen 1/2 1 Uhr mittags durchfährt das Auto, von Cochem kommend, Kaisersesch. Es wählte die Strecke über Düngenheim - Elztal - Mayen. Bei der letzten Kurve im Elztal gerät das Auto infolge Versagens der Bremse unter die Straße und stürzt eine hohe Böschung hinab, Geländer und Bäume zerschmetternd, ein Franzose, der nach der Kurve mit seinem Auto hielt, bringt die 1. Hilfe. Er zerschlägt eine Wagenseite, damit die Unglücklichen befreit werden können. Bald ist auch ärztliche Hilfe am Unglücksort. Man stellt fest; 3 Tote, 18 Verletzte, zum Teil schwer, 1 Mann unverletzt.

 Der Müllenbacher Schuhmacher Johann Welling (Battese Johann), der wegen fehlender Arbeitsmöglichkeiten im Ort einen Arbeitsplatz in Vilbel bei Frankfurt angenommen hat, unternimmt von dort eine Pilgerreise per Pedes nach Rom. Seine Erlebnisse schildert er in einem Beitrag des „Vilbeler Anzeiger“, einem Lokalblatt. Die erlebnisreiche Reise beginnt am 27. September. Am 17. November trifft er wieder glücklich und unversehrt, aber reich an Erfahrungen in Vilbel ein.

Seit etwa 1 Jahr ist der Betrieb auf den hiesigen Schiefer­gruben wieder ein regelmäßiger. Da der Lohn anfangs sehr ge­ring war, 3-3,50 M, blieben viele Arbeiter fern. Ältere Arbeiter haben ihr Handwerk vielfach ganz aufgegeben, andere versuchen ihr Glück in den Schiefergruben in Oberwesel am Rhein, wo sie es allerdings auch nichts finden, denn die mei­sten sind wieder zurückgekehrt. Mittlerweile haben sich die Löhne etwas erholt. Der Durch­schnittslohn beträgt nun gegen 4 M (Monatsverdienst 100 M), und das bei einer 9-stündigen Arbeitszeit. Kein Wunder, wenn die Jugend, meist auf Treiben der Eltern, sich nach anderen Berufen umsieht. " Mein Junge soll nicht zur Grube gehen, es ist genug, dass ich hingehen muss", sagen die Väter. So erlernen denn z. Zt. eine ganze Reihe Jungen ein Handwerk. Hoffentlich haben sie es später besser als ihre Väter.

 Im November wird eine ländliche Fortbildungsschule errichtet, die von 32 schulpflichtigen und 14 freiwilligen Schülern besucht wird. Es wird wöchentlich 6 Stunden unterrichtet.

 24.-25. und 26. November schwere Schneestürme, so dass alle Straßen und Wege unpassierbar werden.

 1926: Pfarrer in Müllenbach: Zils Wilhelm, (geb. in Trier) ( Amtszeit:1926 - 1941 ). Er wird am 31. Januar feierlich in sein Amt eingeführt, nachdem die Stelle über 3 Monate verwaist war.

 Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag den 13. April. Die Schülerzahl der Volksschule Müllenbach beträgt insgesamt 110. Die ländliche Fortbildungsschule vermerkt 40 Pflichtschüler.

 Nach Fertigstellung der Wasserleitung in Müllenbach erstellt der Gemeinderat eine Wassergeldtaxe, die folgende Gebühren beinhaltet: Grundgebühr 20 Mark, ob Anschluss oder kein Anschluss, pro Haushaltsangehöriger 0,50 M, pro Pferd 3.00 M., pro Stück Großvieh 1, 50 M, pro Stück Kleinvieh 0,50 M. Außerdem wird für die Gewerbebetriebe ein besonderer Zuschlag von 20,00 RM. festgesetzt.

 Anfang März 1926 beginnt Grubenverwalter Luck aus Müllenbach Basalt auf dem „Steinrech" (Gemeinde Hauroth / Eppenberg) zu brechen. Gleichzeitig beginnt er auch einen Basaltsteinbruch in der Nähe des Bahnhofs Laubach-Müllenbach zu bearbeiten.

 Am 12.04 werden auf der Grube Colonia 2 Arbeiter aus Leienkaul durch herabfallendes Gestein im Abbau verschüttet. Einer der beiden kann gerettet werden, der zweite, ein junger Bursche, wird durch die Gesteinsmassen völlig zerquetscht.

 Am 4. Juli feiert der Junggesellenverein unter Teilnahme vieler Brudervereine sein 50-jähriges Stiftungsfest.

 Ab Mitte August werden 32 schwache Schulkinder im Ort vom Wohlfahrtsamt einmal täglich gespeist.

 Ein strenger Winter, das Thermometer sinkt dauerhaft auf -23 Grad. Der Boden ist metertief gefroren, Rhein und Mosel sind gänzlich zugefroren.

 1927: Am 16. Januar werden sämtliche Schiefergruben stillgelegt, die Arbeiter fallen alle der Erwerbslosenfürsorge zu. Sie werden jede Woche 2 Tage mit der Anlegung eines Waldweges beschäftigt. Die vollständige Arbeitslosigkeit auf den Gruben dauert bis 4. April.

 Das neue Schuljahr begann am Dienstag den 26.4. 104 Schüler besuchen insgesamt die Volksschule Müllenbach.

 Am 1. Mai wird feierlich Herr Hauptlehrer Hauch von der Müllenbacher Volksschule in den Ruhestand verabschiedet. Lehrer Hauch war seit 1887 hier tätig. Der Schulrat und Pastor Zils finden dankende Worte für den Einsatz des Hauptlehrers und wünschen ihm für den kommenden Ruhestand das Allerbeste. Am 10. April feierte die Gemeinde schon den Abschied von Herrn Hauch im Holländerschen Saal mit vielen Gästen aus nah und fern, die alle zu Ehren von Lehrer Hauch angereist sind. In Gedichten, Liedern und Ansprachen wird der Scheidende geehrt.

 30.11: Der Trierer Bischof Franz Rudolph Bornewasser verfasst eigens für die Müllenbacher einen Bischöflichen Hirtenbrief, der eher als Mahnschreiben zu betrachten ist. Hintergrund ist ein allgemeines umschwenken der Arbeiter von den christlichen Organisationen zu den sozialistischen Gewerkschaften der neuen Zeit.

 1928: Zum 1. Januar übernimmt Lehrer Jakob Junglas aus Driesch die Stelle des Hauptlehrers an der Volksschule Müllenbach.

 Das neue Schuljahr beginnt am Dienstag den 17. April.

 Die in diesem Jahr stattgefunden Wahlen zum Reichs- und Landtag führen zu lebhaften politischen Stimmungsäußerungen. Es finden zahlreiche politische Veranstaltungen statt. Das Zentrum erhält 141, die christlich- soziale Reichspartei 185 Stimmen.

 Auf allen Gruben wird bis zum 1. September voll gearbeitet. In letzter Zeit zeigte sich eine schlechte Absatzmöglichkeit für den Dachschiefer - Kunstschiefer und Schiefer aus Luxem­burg werden bevorzugt. Auch hat sich die Bautätigkeit sehr gemindert. Am 1. September legte die Grube Colonia ihren Be­trieb still. während das Dachschieferwerk und die Grube Maria Schacht am 31. Dezember 1928 die Arbeiter entlassen.

 Die Erwartungen, die auf die Ernte gesetzt wurden, haben sich nicht erfüllt. Diese war mittelmäßig. Trotzdem blieben die Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse sehr nie­drig. Die Kartoffelpreise schwankten zwischen 2 - 3 M Trotz­dem ist der Absatz gering.

 1929: Sehr harter Winter, mit Temperaturen bis – 30 Grad. Die Wasserleitungen versagen und der Boden ist Metertief gefroren. An den Fastnachtstagen erreicht die Kälte ihren Höhepunkt. Solche Temperaturen sind hier seit Menschengedenken nicht mehr vorgekommen sagen die Älteren

Nach Verfügung der Regierung in Coblenz übernimmt Lehrer Jakob Junglas, aus Driesch, offiziell die Hauptlehrerstelle an der Volksschule Müllenbach.

 Die Lage im Schiefergewerbe ist nach wie vor ernst. Zurück­haltung in der privaten, wie öffentlichen Bautätigkeit, im Zeichen der immer mehr zunehmenden Geldknappheit, dann aber auch die Bevorzugung anderen Dachmaterials und die Konkurrenz des Luxemburger Dachschiefers, sollen die Ursachen hierfür sein. Die hiesigen Schiefergruben liegen nun schon über ein Jahr lang still. An eine Aufnahme des Grubenbetriebes, auch im beschränk­ten Umfange ist vor der Hand nicht zu denken. Die Zahl der Arbeitslosen in unseren Gemeinden ist darum eine relativ hohe. Die Folge dieser anhaltenden Arbeitslosigkeit ist die wirt­schaftliche Not in den betroffenen Familien, die sich deut­lich auswirkt in der nicht günstigen finanziellen Lage der ohnehin nicht reichen Gemeinden, wie auch im Geschäftsleben.

 25.11: In Müllenbach finden sich einige Sangesfreunde zusammen und nennen sich  „MGV / Chorgemeinschaft Liederblüte", die ersten aktiven Mitglieder heißen: Adolf Klotz (Benselesch Adolf), Peter Schmitz (Olles Pitta), Michael Steffes-holländer (Brecks Mechel) Lambert Valerius (Hihsteawesch Lambert), bald kommen dazu: Matthias Steffes-holländer (Brecks Mattes) Josef Stoll (Baste Josef), Theodor Peters (Brecks Theodor).

 In der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember wird die 2. Besatzungszone von den Besatzungstruppen geräumt. Auch unsere Gemeinde wurde damit frei. Es ist begreiflich, dass bei dem Aufhören des harten Besatzungsdruckes unter den Nachwirkun­gen der Erinnerung an eine demütigende, schmachvolle Zeit, die angefüllt war mit Übergriffen und Willkürakten rücksichtsloser Sieger, sich die Freude in einem spontanen Aufschrei der befreiten 2 Millionen Deutschen Luft macht. Sie findet in dieser denkwürdigen Nacht ihren erhebendsten Ausdruck in der Weihestunde am Deutschen Eck in Koblenz. Hier auf dem Lande findet die Freude mehr einen mehr stillen Ausdruck. Von beson­deren Feiern wird, nicht zuletzt im Hinblick darauf, dass un­sere Brüder in der 3. Zone noch unter dem Zwange der Besatzung stehen, abgesehen.

 Die große Glocke „hl. Hubertus" von 1854, reißt im Dezember, wegen zu dünner Wandung.

 1930: Wieder ein sehr harter Winter. Über fast 2 Monate starker Frost bis  -25 Grad. Vielen Bürgern erfrieren die Kartoffeln im Keller. Scharenweise sieht man die Menschen in den Wald ziehen um Brennholz zu besorgen, was nicht selten schwere Strafen zur Folge hat.

 Am 20. Februar trifft man sich in der Gaststätte Steffes-holländer zur offiziellen Gründung des MGV-Liederblüte.

 Das Osterfest fällt in diesem Jahr auf einen späten Termin, den 20. und 21. April. Das neue Schuljahr beginnt infolgedessen erst am Donnerstag den 1. Mai.

 Die Reichsbahnverwaltung hat die Neuregelung des Fahrdienstbetriebes auf der Eifelbahn zum großen Teil schon durchgeführt. Auch unser Bahnhof Laubach-Müllenbach ist hiervon betroffen worden. Die früher vom Stationspersonal bedienten Stellwerke sind umgebaut worden und werden fortan von dem den Zug begleitenden Zugführer selbst in Tätigkeit gesetzt. Dieser erledigt auch das Ab- und Durchmelden der Züge von Station zu Station und übernimmt alle Arbeiten, die früher der Fahrdienstleiter des Bahnhofs erledigt hat. Auf diese Weise sind Stationsbeamte überflüssig geworden. Der Innendienst im Bahnhof (wie den Fahrkartenverkauf etc.) wird vom 15. März ab von einem durch die Reichsbahnverwaltung eingestellten Bahnagenten erledigt. Bahnvorsteher Gundert soll dem Vernehmen nach Kaisersesch versetzt werden.

 Nach einem verhältnismäßig kühlen Frühling, gibt es einen ge­radezu heißen Vorsommer, durch den das Wachstum in günstig­ster Weise beeinflusst und alles zur reichen Entfaltung gebracht wird. Man spricht von einem guten Jahr. Trotz der Hitze bringen häufige Niederschläge ausreichende Feuchtigkeit. Das Korn steht ausgezeichnet. Man hat Halme von 2,30 m Länge gemessen, für die Eifel immerhin ein vorzügliches Maß. Auch die Heu- und Kornernte ist gut zu nennen.

 Am 30. Juni 1930 wird nun auch die 3. Zone des besetzten Ge­bietes von den Franzosen geräumt. Dieses Geschehen ist ein Er­eignis von weltgeschichtlicher Bedeutung zu nennen, denn mit ihm bricht nach 11 1/2 jährigem rücksichtlosem Bemühen der Traum Frankreichs zusammen, die Rheinlande zu besitzen und den Rhein zu Frankreichs Grenze zu machen.

 Der Juli ist ein rechter Gewittermonat. Fast täglich gibt es ein Gewitter oder ist doch starke Gewitternei­gung festzustellen. In benachbarten Gegenden sind durch Platz­regen große Schäden angerichtet worden, auch Unglücksfälle durch Blitzschläge sind mancherorts gemeldet worden. So wurden bei einem schweren Gewitter am 2. Juli, das über Mosel und Eifel niedergeht, in Treis an der Mosel 3, in Ulmen 2 Personen durch Blitzschlag getötet.

 Die Hoffnung, dass die Schiefergruben wieder ihren Betrieb aufnehmen hat sich leider nicht erfüllt. Nur die Grube Maria-Schacht hat seit August den Betrieb mit etwa 20 Mann aufgenommen (frühere Belegschaft 140 Mann). Der Kaulenmann verdient dort bei 9-stündiger Arbeit 6,30 M täglich. Bei Akkord kann sich der Lohn auf 7-10M erhöhen.

  Im Laufe des Jahres scheidet die Mehrheit der Arbeiter aus der Krisenfürsorge aus und fällt damit der Wohlfahrtspflege zu.

 Liefert August Mark aus Brockscheid eine neue große Glocke "Hl. Hubertus" an die Pfarrei Müllenbach.

 1931: Die Lage der Bewohner der Gemeinde wird immer schwieriger. Am 1. Februar ist die Gemeindekasse gezwungen ihre Zahlungen einzustellen. Die Folge hieraus ist auch die Einsparung der 3. Lehrerstelle der Volksschule.

 Das neue Schuljahr beginnt am 1. April.

 Hauptlehrer Junglas wird zum 1. Juni nach Pünderich versetzt.

 Während des Spätfrühlings durch Tage von großer Hitze und Trockenheit gekennzeichnet wist, änderte sich Anfang Juli die Wetterlage völlig. Eine, bis in den September sich hinziehende Regenperiode setzt ein. Dauerregen, Wolkenbrüche, Gewitter wechseln sich ab. Der Himmel zeigt dauernd ein trauriges entmutigendes Grau, das nur selten die wärmende Sonne zum Vorschein kommen lässt. Die Temperaturen sinken rapide, auch herbstliche Kühle macht das Leben unfreundlicher. Voll Bangen sieht der Landmann dieser Witterungsentwicklung zu, doch all seine Hoffnungen auf Besserung werden zunichte. Das Korn ist ausgewachsen. Die Garben sind grün geworden. Ein trauriges Erntebild. Auch für die Hackfrüchte bestehen Befürchtungen infolge der Nässe. Schon hört man Klagen über Faulen der Kartoffeln. Voll Bangen erwarten wir den kommenden Winter. In den Herbstmonaten setzt ein besonders auf dem Lebens­mittelmarkt spürbarer Rückgang der Preise ein, eine Folge der Bemühungen der Regierung, den durch Sparmaßnahmen her­vorgerufenen Gehalts- u. Löhnungsabbau mit den Lebenshaltungs­kosten in Einklang zu bringen.

 Kurios: Der Gemeinderat Müllenbach bewilligt einem Ehepaar eine Sozialrente in Höhe von 30,- M.  unter der Bedingung: „…..daß die Eheleute die erhaltene Unterstützung nach ihrem Tode an die Gemeinde zurückerstatten.“

 1932: Einige Bürger versuchen durch die Wiederaufnahme der Arbeiten an wenigen kleinen, privaten Gruben, die schon länger stilliegen, die Not im Ort zu lindern. Dadurch kann auch der Unterstützungsetat der Gemeinde langsam entlastet werden.

 Das Schuljahr 1931-32 schließt mit der Goethefeier am 22. März. 112 Schüler besuchen insgesamt zum neuen Schuljahr die Volksschule Müllenbach.

 Mit Hilfe des von der Regierung geschaffenen freiwilligen Arbeitsdienstes versucht man im Ort der Arbeitsentwöhnung zu entgehen. 6000 M. werden bereitgestellt um den Müllenbach zu regulieren und die angrenzenden Wiesen zu entwässern. 19 Arbeiter finden hierdurch eine kurze Beschäftigung.

 Auf beachtliche erfolge kann die Spielvereinigung 1924 in diesem Jahr zurückblicken. Seit ihrer Gründung im Jahre 1924 wird die 1. Mannschaft heuer zum 8. Male Kreismeister im Kreis Kochem.

 Die Schwierigkeiten, welche die Provinzialstraße in ihrem Tei­le durchs Enderttal (Martental) dem wachsenden Autoverkehr bie­tet, hat in interessierten Kreisen schon lange den Wunsch nach einer Änderung oder Umlegung dieses für jeden Autofahrer ge­fährlichen Straßenteiles hervorgerufen. Auch die zuständigen Behörden haben sich mit dieser Angelegenheit befassen müssen. Die Meinungen, wie Abhilfe zu schaffen sei, gehen wohl auseinander. Während man eines Teils glaubt, durch einen Umbau die Martentaler Straße in einen den Anforderungen des modernen Verkehrs entsprechenden Zustand versetzen zu können, lehnt man andererseits diese Lösung als eine unzureichend, ja gerade im Hinblick auf die Beseitigung der Fahrschwierigkeiten kaum zur Zufriedenheit ausführbaren Arbeit ab, und schlägt eine Umgehungsstraße vor.  Der Plan für die Umgehungsstraße ist folgender. Die neu aufzubauende Straße verlässt die Provinzialstraße bei der Schönen Aussicht, und folgt der jetzt bestehenden Landstraße nach Laubach, bis diese hinter der Wolfsburg den Wald verlässt. Hier zweigt sie von der Laubacher Straße rechts ab und schiebt sich unter Benutzung des dort bestehenden Feldweges bis an den Bahnkörper der Bahn Mayen - Gerolstein, sie begleitet den Bahnkörper in westlicher Richtung bis zum Bahnhof Laubach-Müllenbach und biegt dann südlich in die nach Müllenbach führende Landstraße ein, der sie bis kurz vor dem Ort Müllenbach folgt. Von der Höhe vor Müllenbach soll eine völlige Neuanlage um das Dorf in westlicher Richtung herumführen und unter Benutzung des südlich des Ortes zur Endert führenden sanften Hänge allmählich zum Tal absteigend. Jenseits der Endert führt dann die Umgehungsstraße in ebenso langsamen Aufstieg zur Höhe, um in der Nähe von Alflen die Provinzeilstraße wieder zu erreichen. Ebenfalls geplant ist, eine 4 Meter breite Strasse durch den Pochtener Wald anzulegen.

 Auf Antrag des Schulrats erhält die Gemeinde einen Zuschuss von 200 RM. zur Anschaffung von Schulbüchern. So kann einem langjährigen Misstand Abhilfe geschaffen werden.

 In diesem Jahr müssen die Bürger 5-mal zur Wahlurne schreiten. Eine Wahlmüdigkeit macht sich breit. Die geringste Wahlbeteiligung liegt bei 43 %.

 Die Schiefergruben liegen immer noch still, und die hiesige Bevölkerung ist noch immer ohne Arbeit. Die Not ist in vielen Familien recht groß geworden, und wird äußerlich erkennbar durch die mangelhafte, oft notdürftige Bekleidung. Besonders das Schulzeug ist bei so manchen Kindern zerschlissen und die Eltern klagen über die Unmöglichkeit, neue Schuhe beschaffen zu können.

 Gegen Ende des Jahres macht sich eine stark reaktionäre Richtung national- nationalsozialistisch bemerkbar. Die Bewegung gewinnt auch in Müllenbach immer mehr Freunde. Die Anzahl der gültigen Wahlstimmen für die NSDAP steigt von 19 auf 52 am Jahresende.

 

Drittes Reich (1933 – 1945)

 1933: Bei der Reichs- und Landtagswahl am 5. März erreichen die Nationalsozialisten 118 Wählerstimmen in unserem Ort.

 Am 21. März feiert man auch in Müllenbach - nach der Radioübertragung der Feierlichkeiten zur Reichstagseröffnung - mit einem Fackelzug durch den Ort die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten.

 Schon kurz nach der Machtübernahme Adolf Hitlers und den ersten Boykottaufrufen gegen jüdische Geschäfte, wird auch die jüdische Metzgerei Mayer in der Dorfstraße 116 durch SA Leute (erst Auswärtige, später auch durch Ortsansässige) überwacht. Müllenbacher Bürger, die bei der Familie Mayer einkaufen möchten, werden drangsaliert und am Betreten der Metzgerei gehindert.

 Am 1. Mai wird erstmals der Tag der Arbeit mit einem Umzug durch den Ort, an dem sich auch die Schulkinder beteiligen müssen, gefeiert.

 134 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Im freiwilligen Arbeitsdienst finden 25 – 30 junge Müllenbacher im Alter von 18 – 25 Jahren eine lohnende Beschäftigung. Außer der Melioration des Müllenbachs wird auch eine Rodung in den Hängen des Lessierbachs durchgeführt. Die etwa 10 ha große dadurch entstandene Fläche wird teils mit Roggen, teils mit Hafer eingesät. Später sollen dort Weiden angelegt werden. Außer der körperlichen Betätigung wird durch den Lehrer und Pfarrer Zils an 2 Abenden pro Woche auch geistige Schulung für die jungen Männer durchgeführt.

 Erstmalig findet auf Anweisung der Regierung eine Sonnwendfeier statt. Für Müllenbach findet diese auf der „Wolfsburg“ statt. Die Schulkinder tragen an einem riesigen Feuer Gedichte und Feuersprüche vor.

 Am 10.11 wird ein längst vergessener Brauch wieder aufleben lassen. Erstmalig findet auf der „Nick“ ein Martinsfeuer statt. Die Gemeindevertretung stellt Geld zur Verfügung damit alle Kinder einen Martinsweck erhalten können. Die schönsten Fackeln werden prämiert.

 1934:1934 hat die Arbeitslosigkeit etwas abgenommen. Maria-Schacht hat auch einige Schieferbrecher wieder neu eingestellt. Große Hoff­nung knüpft man an die geplante Wiedereröffnung der Grube Colonia. Man beginnt mit Renovierungsarbeiten, aber das ist auch alles. Die Industrie will auf dem linken Rheinufer möglichst wenig Geld anlegen, und so kommt es, dass unser Grenzgebiet und damit auch unsere Gemeinde noch viele Arbeitslose und Wohlfahrtsunter­stützte hat, während sonst im Reiche die Arbeitslosenziffer ge­waltig fällt.

 Bürgermeister in Müllenbach während der Zeit des Nationalsozialismus ist Josef Steffes-Ollig.

 Eine Werbewoche für die Hitlerjugend zeigt auch in Müllenbach den gewünschten Erfolg. Die Zahl der Jungvolkmitglieder (10 – 14 Jahre) erhöht sich von 12 auf 26. es wird auch eine Jungmädelschaft aufgezogen. Sie zählt 27 Mitglieder.

 138 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Im Herbst wird am Mittelbau der Volksschule das mittlerweile stark angegriffene Dach repariert. Das Schultürmchen bekommt hierbei eine kunstvolle Deckung.

 1935: Die 1932 geplante Umgehungsstrasse für das Martental, über Laubach und Müllenbach, wird nun gebaut. Die Marode und gefährliche Straße durch das Martental ist immer mehr zur Todesfalle für Autofahrer geworden. Viele Arbeiter aus den umliegenden Orten finden hierbei eine Beschäftigung. Der erste Spatenstich findet am 21.März in Müllenbach statt. Die beiden Gesangvereine, sowie die Schuljugend tragen hierbei Lieder, Gedichte und Sprechchöre vor. Zur Feier des Tages wird wieder ein Umzug durch die feierlich geschmückten und geflaggten Straßen des Ortes durchgeführt. Die Gemeinde verspricht sich durch den Bau der Straße nicht nur einen Anschluss an das große Straßennetz, sondern auch eine Wirtschaftsankurbelung.

 132 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Im Mai findet eine erneute Werbung für die Hitlerjugend und die Jungmädelschaft statt. Von der Schuljugend werden etwa 90 % im Jungvolk und rund 74 % in der Jungmädelschaft erfasst.

 8 Jahre liegt nun schon die Grube Colonia still und keiner dachte daran, dass sie je wieder in Betrieb kommt. Am 25. Oktober des Jahres nimmt sie jedoch ihren Betrieb wieder auf und 50 Berufskameraden haben wieder Arbeit und Brot gefunden.

 Ende des Jahres wird im Rahmen des Winterhilfswerks die Schulkinderspeisung eingeführt. Bei der Speisung wechseln Milch, Kakao und Maggisuppe einander ab.

 1936: Heinrich Berenz (36) wird am 27.05 nach einem Unglück tot aus der Grube „Maria Schacht" geborgen. Mehr hierzu erfahren wir in dem Buch „In jener Zeit“, welches Franz Weschbach, 1920 geb. in Masburg, 2004 veröffentlicht. Hier heißt es: „ …… Es war die Witwe Berenz aus Müllenbach, deren Mann auf der Grube Mariaschacht in Leienkaul tödlich verunglückt war. Zu der Zeit war es geschehen, als er selbst (Weschbach; der Verf.) dort als Jungbergmann tätig war. Dem Leichnam auf dem Pferdewagen hatte damals die ganze Belegschaft, wohl mehr als hundert Mann, das Geleit gegeben. Während vor dem Haus des Toten noch ein „Vater unser“ gebetet wurde, war die Frau mit ihren zwei Kindern ahnungslos in den Hof getreten. Zutiefst erschrocken – er vergaß es nie – hatten sie ihre Säcke mit dem Gras, das sie im Hochpochtener Wald für die Kuh gerupft hatten, wortlos abgestellt und waren seltsam steif an den vielen Männern vorbei, nach vorne zum Wagen geschritten.“

 Auf Druck des Naziregimes müssen die beiden jüdischen Metzger im Ort, Emanuel und Moses Mayer, ihre Metzgerei mit Verkaufsladen in der Dorfstraße 116 schließen.

 140 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 1937: 142 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Die 2. Hälfte des Jahres bringt eine außergewöhnliche Trockenheit. Die Wasserleitung versagt bis in die Mitte des Monats November.

 1938: 10. /11.11. „Reichskristallnacht" in Deutschland. Auch in Müllenbach werden die hier lebenden Juden Emanuel Mayer Dorfstraße 116 und Moses Mayer, Dorfstraße 1 Opfer des Judenhasses. Ortsansässiger und Auswärtiger SA Mopp zerschlägt bei den Familien die Fensterscheiben und ruft Hetzparolen. Ein Grossteil der Müllenbacher Bürger ist den Juden gegenüber positiv eingestellt, jedoch gelingt es nicht die fanatischen Parteianhänger an ihren Taten zu hindern.

 128 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Das Jahr 1938 ist ein Rekordjahr was Ernteerträge betrifft.

 Im Laufe des Jahres macht sich hier eine stärkere Abwanderung jüngerer Leute nach dem Industriegebiet bemerkbar, da dort hö­here Löhne als in den hiesigen Schiefergruben bezahlt werden. Alleine die Volksschule verzeichnet in diesem Jahr den Verlust von 12  Schülern durch Abwanderung.

 Die hiesigen Gruben sind wieder voll beschäftigt und haben Sorge um den Bergarbeiternachwuchs. Die Schieferplatten wan­dern weithin bis nach Thüringen und Sachsen. Ja, selbst bis nach Berlin und Schlesien wurden auf dem Bahnhof ei­nige Waggons verladen.

 Der Bahnhof Laubach-Müllenbach wird vollständig umgebaut und erhält nun Gleisanlagen und neue Signalmasten, zu den schon bestehenden. Eine ganz neue Verladerampe entsteht.

 1939: 1. September, mit dem Einmarsch der Deutschen Armee in Polen beginnt der 2. Weltkrieg.

 Mit Beginn des Krieges werden fast alle Vereinstätigkeiten im Ort eingestellt.

 Ende des Jahres beginnen die Arbeiten an der Reichsautobahn Koblenz – Trier. Das Teilstück Schöne Aussicht – Laubach – Ulmen soll vorrangig fertig gestellt werden. Durch einen strengen Winter werden die Arbeiten jedoch stark behindert.

117 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am Morgen des 27. August verkündet der Rundfunk den sofortigen Beginn der Rationierung aller Lebensmittel. Noch am gleichen Tag werden die großen roten Rationierungskarten an alle Haushalte verteilt.

 1940: Die Oberstufe der Volksschule wird gesammelt eingesetzt um die vom Feind abgeworfenen Brandplättchen, die vorgesehen sind die Ernte durch Brandentfachung zu vernichten, zu suchen. Beim erfolgreichsten Einsatz der Schüler können 48 Brandplättchen gefunden und unschädlich gemacht werden. Auch beim einsammeln abgeworfener Flugblätter sind die Schüler im Einsatz.

 109 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Der befohlene Schutz der Westgrenze sorgt dafür dass sich viele Soldaten im Ort aufhalten. Einheiten aus vielen deutschen Gauen sind einquartiert, Berliner, Sachsen, Rheinländer und Ostmärker. Im Schnitt 500 – 600 Soldaten, vorübergehend sogar 1000 – 1200 Mann. Zwischen Soldaten und Bevölkerung besteht bestes Einvernehmen, es wird von einem regen Treiben im Ort berichtet. Der 9. Mai bringt dann den Abmarschbefehl gen Westen.

 1941: Fertigstellung des letzten Teiles der Umgehungsstrasse von Laubach nach Schöne Aussicht.

 104 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Der diesjährige Winter ist besonders hart und kalt, er setzte am 2. Weihnachtsfeiertage ein und dauerte von da an dauernd an. Selbst die ältesten Leute können sich nicht an solche Schnee­massen erinnern. An vielen Tagen müssen die Dorfbewohner Schnee schippen gehen.

 1942: 04.01. Wiederum gehen 2 Glocken der Pfarrkirche in den Krieg um zu Waffen umgeschmolzen  zu werden.

 30.04. Jüdische Bürger der Ortsgemeinde Müllenbach (Emanuel Mayer, Johanna Mayer, Julius Mayer und der Pflegesohn Heinrich, werden von Müllenbach über Kaisersesch und Koblenz deportiert. Die Deportation durch die Nazis führt in eines der Vernichtungslager in Polen. Emanuel und Johanna Mayer finden sich in den Todeslisten des Ghettos Izbica.

 112 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 24.06 zerstört ein verheerender Hagelschlag die guten Ernteaussichten dieses Jahres. Innerhalb einer Viertelstunde ist die Flur nicht wieder zu erkennen. Die Landwirte müssen neues Saatgut kaufen, so arg hat der Hagelsturm gewütet.

 Der Bau der hiesigen Reichsautobahn wird eingestellt, weil die Arbeitskräfte anderswo dringend benötigt werden.

 Die Oberstufe der Volksschule legt im Bereich Rosenberg eine Obstbaumplantage an. Die Kosten für die Bäume werden von der Gemeinde übernommen.

 Pfarrer in Müllenbach: Fuchs Alois, (geb. in Hüttigweiler) er ist nur 10 Monate im Amt.

 Pfarrer in Müllenbach: Gilen Theodor, (geb. in Ehlenz)     ( Amtszeit: 1942 - 1958 )

 1943: Nimmt die Volksschule Müllenbach 17 Schüler aus luftbedrohten Gebieten in ihre Klassen auf. Sie kommen hauptsächlich aus Köln, Duisburg, Düsseldorf, Wuppertal, Merl. Es handelt sich um Kinder, deren Eltern größtenteils aus Müllenbach stammten. Im Laufe des Schuljahres steigt die Zahl der Gastkinder auf 26.

 Mit den Gastkindern besuchen 134 Schüler die Volksschule Müllenbach.

 1944: Starke Truppentransporte in Richtung Ardennen und Luftangriffe auf die Bahnlinie der Eifelquerbahn schränken den zivilen Bahnverkehr verstärkt ein.

 139 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach, darunter schon 26 aus luftbedrohten Gebieten.

 Am 31.5.44 geht hier ein Unwetter nieder, wie selbst die ältesten Leute es nicht bis dahin erlebt haben. Straßen und Wege werden überschwemmt, das Wasser schießt die Dorfstraße herunter. Allerlei Grund wird heruntergespült von den Abhängen.

 Am 8. September wird der Unterricht in der Volksschule Müllenbach auf Anordnung geschlossen. Die Wehrmacht benötigt die Schulräume zur Einquartierung von Soldaten.

 

Neuanfang (1945 – 1949)

 1945: 06.03: Die Amerikaner ziehen über die Autobahntrasse von Ulmen kommend in Laubach ein. Eine kleine Gruppe von Soldaten unter Führung eines Leutnants, versucht Irrsinnigerweise die amerikanischen Kampftruppen zurück zu schlagen. Der Versuch misslingt. Drei der jungen Soldaten finden den Tod und werden auf dem Müllenbacher Friedhof beigesetzt.

 07.03: Die Amerikaner ziehen kampflos von Ulmen/Alflen kommend in Müllenbach ein. Es gibt zwar einige Verletzte, aber Widerstand wird im Ort nicht geleistet. Die Verletzten sind Personen, die in ihrer Not versuchen verlassene Wehrmachtsfahrzeuge, die in der Nähe des Heiligenhäuschens im Unterdorf stehen, auf brauchbare Gegenstände zu untersuchen. Hierbei werden sie von den einrückenden Amerikanern unter Beschuss genommen.

 Der 10jährige Karl Levev (Hundte Karl) spielt in einem an der Neustrasse in der Nähe seines Elternhauses abgestellten Wehrmachtspanzer. Er findet darin Munition, mit der er herum hantiert, eine Explosion reißt ihm hierbei drei Finger einer Hand ab.

 25.04: Der 10jährige Erich Gilles spielt mit einigen seiner Kameraden in einer alten Flak- Stellung mit Kriegsmunition. Nachdem er eine Patrone in den Lauf der Flak gesteckt hat, an der sie vorher den Verschluss abmontiert hatten und dann mit einem Gegenstand auf das Zündhütchen der Munition schlägt, erfolgt eine Explosion, die ihm den Bauch aufreißt und damit eine Verwundung zufügt, die ihn am Abend, nach einer Notoperation im Krankenhaus Cochem, das Leben kostet.

 Erster Bürgermeister nach dem Naziregime wird Johann Konz.

 Erstmalig nach dem Krieg öffnet am 1. Oktober die Volksschule Müllenbach ihre Pforten wieder für die Schulkinder. Die Schule war seit Dezember 1944 geschlossen.

 1946: Phillip Lanser folgt Johann Konz im Amt des Bürgermeisters von Müllenbach.

 Am 21.10 beginnt die vom Kreisarzt angeordnete Schulspeisung der Schulkinder, die den Winter über durchgeführt werden soll. Der Sportverein veranstaltet einen Tanzabend aus dessen Erlös die Kosten für die Schulspeisung bestritten werden.

 128 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Die Spielvereinigung 1924 wird wieder reaktiviert. Die Jugend ist unter Vorsitz von Walter Stoll begeistert beim Fußball. Es entsteht eine hervorragende 1. Mannschaft.

 Eine im Oktober durchgeführte Volkszählung ergibt für Müllenbach 226 Haushaltungen bei insgesamt 746 Einwohnern.

 1947: 132 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 29. Juli wird die doppelte Sommerzeit durch Zurückstellen der Uhr um eine Stunde in die einfache Sommerzeit umgewandelt. Sie war bei vielen wenig beliebt. Die Schulkinder  kamen abends zu spät ins Bett und waren am nächsten Morgen noch ziemlich verschlafen. Dazu kam die große Junihitze, die ebenfalls den Unterricht ungünstig beeinflusste. Lt. Mitteilung des Rundfunks soll eine solch große Junihitze einmal vor sechzig Jahren gewesen sein.

 Aus Mangel an Mitteln findet in diesem Jahr (Nov.) keine Schulspeisung statt.

 1948: Franz Gilles ist der neue Bürgermeister in Müllenbach. Sein Stellvertreter ist Johann   Konz

 125 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Hamsterer durchziehen das Land. Sie bieten alles was man sich denken kann, für Fett, Mehl, Brot und dgl. an. In den Geschäften sind die gewöhnlichsten Dinge nicht zu haben, wenn man nicht etwas mitbringt. Schuhwerk ist besonders knapp. Für 6-8 Pfd. Fett kann man jedoch ein Paar kaufen. Die Bauern stehen sich dabei gut. Wer jedoch keine Vitamine hat, sieht zu dass er irgendwie durch Tauschgeschäfte oder für seine Arbeitsleistung etwas bekommt.

 Die Währungsreform am 20. Juni hat das Bild der Wirtschaft mit einem Schlage verändert. Das Geld hat Wert, aber es ist knapp. Die 40 DM Kopfgeld sind bald ausgegeben. Der Arbeiter muss mit seinem Verdienst wirtschaften. Der Bauer hat vor der Ernte fast gar nichts. Er kann sich vielleicht etwas helfen, wenn er Butter oder ähnliche Dinge schwarz verkauft (1 Pfd. etwa 8 DM - vorher 180 RM). Man kann wieder kaufen. Voriges Jahr konnte man weder Obst noch Gemüse in den „Verteilungsstellen“ haben. Jetzt wird es massenweise angeboten. Später auch Frühkartoffeln, frei! Jedoch bringt der Bauer die Frühkartoffeln am 20. Juli für 12 DM ans Haus.

 In Kaisersesch kauft man holländische Frühkartoffel frei für 13 DM. Haushaltsgegenstände, Elektrowaren, Eisenwaren, Möbel stehen plötzlich massenweise im Schaufenster. Textilien und Schuhe sind noch bewirtschaftet. Es gibt jetzt wieder Kleider und Schuhpunktekarten. Jedoch werden Stoffe usw. auch schon frei verkauft. Der Geschäftsmann will mit seinen alten Beständen Geld machen. Jedoch ist alles furchtbar teuer, so dass der leichtsinnige Käufer schnell arm geworden ist. Rauchwaren sind noch bewirtschaftet. Jedoch können viele Leute, besonders die Frauen sie nicht kaufen, so dass man sie z. T. ohne Karte kaufen kann, allerdings immer noch die Zigarette für 14 Pfennig das Stück. Die Bahn hat zum 25. Juli ihre Fahrpreise um l25% gesenkt, also jetzt noch 6 Pf. pro km. Allenthalben im Geschäft und beim Handwerker wird man ungewohnt freundlich bedient. In Mayen und Cochem sind die Wochenmärkte wieder eingerichtet. Sie sind mit Obst und Gemüse reichlich beschickt. Jeder merkt, wie arm er geworden ist, besonders die Kriegerwitwen und die Familien der Kriegsgefangenen und Vermissten, sowie die alten Leute, die bisher immer noch von ihren Ersparnissen gezehrt haben. Die kleinen Ersparnisse sind nach Abwertung 10:1 und Abzug der Kopfquote restlos hin.

 Einen seltsamen Sommer haben wir. Seit Mitte Juni Regen und Kälte bis 20. Juli. Das Heu ist zum 25. Juni noch nicht herein. Durch die Kälte  werden zeitweise die Zimmeröfen in Tätigkeit gesetzt, es ist fast nichts gewachsen. Auf den nassen Sommer folgt ein trockener Herbst. Getreide und Hackfrüchte sind befriedigend. Bis Ende Oktober haben wir auffallend warmes Wetter.

 Am 16. September findet eine große Pfarrwallfahrt nach Maria Martental statt, an der sich auch die Schüler der Volksschule Müllenbach beteiligen.

 Die wirtschaftliche Lage scheint nach hoffnungsvollen Anfängen nach der Währungsreform nunmehr wieder heillos verfahren. Die Preise schnellen ständig empor.

 Preise:

 Landwirtschaftliche Produkte (Erzeugerpreis): Ztr. Kartoffel 4,60 DM; Ztr. Äpfel: Schüttobst: 10-12 DM; Pflückobst: 20-30 DM; Verbraucherpreis: Butter das Kilo 8 DM; Fleisch das kg. 4 DM; 1 Paar Arbeitsschuhe 37 DM; Herrenmantelstoff: 30-50 DM. Holz (Tannen) da fm 50 DM. Es wird anscheinend wieder gehortet. Mansche Artikel sind auch in ihren ersten Vorräten ausverkauft und wieder rar, z.B. Fahrradbereifung, auch Stoffe, Baumaterialien: Schwemmsteine und Bauholz, Dachschiefer usw. Im Großen und Ganzen jedoch gibt es alles zu kaufen. Auf dem Mayener Lukasmarkt sind belegte Brötchen, Zuckerwaren u. dgl. in Mengen, ebenso auf der Escher Markt. Man kauft Brötchen und Wurst ohne Marken. Manche Leute sind bereits wieder sehr reich, besonders Händler und Geschäftsleute, Autobesitzer! und Winzer. Das Fuder Most der 48er Ernte kostet 2.000 DM. Eine Flasche Wein im Lokal nicht unter 4 DM gegen 2,50 DM im Juli. Vieh ist sehr teuer: ein Ferkel 70-80 DM, eine Kuh 1.000-1.500 DM, ein Pferd 2.000-3.000 DM (gegenüber 1200-1800 DM im Juli). Die Arbeiterlöhne sind um 15 bis 20% erhöht worden. Gehälter werden nicht erhöht, sie werden jetzt, statt wie früher im Voraus, nachträglich in zwei Raten gezahlt, so dass bereits ein ganzes Monatsgehalt eingespart wurde (das wurde aber wieder rückgängig gemacht). Der Beamte und Angestellte stehen sich bedeutend schlechter als ein gewöhnlicher Arbeiter bzw. Handwerker. Unser Staat Rheinland-Pfalz steht vor dem Ruin. Der Geschäftsmann kann alles kaufen….. der Arbeiter das Notwendigste, der Angestellte und der Rentenempfänger nicht das Allernotwendigste.

 Im Herbst bietet die Natur, sprich der Hochpochtener Wald, eine nie gekannte Fülle an Bucheckern. Das ganze Dorf scheint an manchen Tagen wie ausgestorben, wenn alle in Hochpochten die Bucheckern am sammeln sind. Gar aus den großen Städten kommen Lkw, die die Säcke mit den Früchten abtransportieren. Die Höhe des Geldsegens, der durch diese Fülle und durch den Verkauf von Öl in den Ort kommt, kann nicht ermittelt werden, dürfte aber etwa bei einer Viertelmillion DM liegen. Familien mit 50 – 60 Zentnern Ölfrüchten sind keine Seltenheit.

 Am 10. Dezember wird das althergebrachte Martinsfeuer auf der Nick abgebrannt.

 

Die Ära Adenauer (1949 – 1963)

 1949: Gemäß Verfügung der Regierung muss an allen Schulen ein Elternbeirat gewählt werden. In der Volksschule Müllenbach wird am 9. Februar der erste Elternbeirat in der Geschichte der Schule gewählt. Gewählt sind: Anton Schmitz, Schuhmachermeister, Josef Schmitz, Telegr. Bauhauswerker und Theodor Regnier, Schieferspalter. Ersatzleute sind: Michael Schweitzer, Metzgermeister und Jakob Klotz, Dachdecker.

 127 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Nachdem der Parlamentarische Rat am 10. Mai für die Bundeshauptstadt Bonn gestimmt hat, wird am 23. des Monats das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet.

 Am 21. Juni verstirbt nach kurzem,  schwerem Leiden der Ortsbürgermeister Franz Gilles. Johann Klotz wird sein Nachfolger, dessen Vertreter bleibt Johann Konz.

 Am 10. Juli veranstaltet der „MGV Sängerlust“ sein diesjähriges Sängerfest. Leider zieht die Chorgemeinschaft Liederblüte ihre Zusage zur Teilnahme aus „finanziellen Gründen“ zurück. Zum Schaden für die Ortsgemeinschaft, die empfindlich gestört wird (so die Schulchronik).

 Am 26. Juni wird Erbo Krämer (21) aus Laubach, in der Grube „Marienthal" (Schengels Kaul) verschüttet. Sofort ist eine Rettungsmannschaft der benachbarten Grube „Maria Schacht" herbeigeeilt und kann sich unter der Leitung des Steigers Gondermann bis dicht an den verschütteten heranarbeiten. Die Rettungsmannschaft kann mit ihm sprechen und der Pastor nimmt ihm sogar die Beichte ab. Trotz anstrengendster Arbeit gelingt es nicht ihn lebend zu bergen. Die Beine des verschütteten sind eingeklemmt und ständig rutscht Gestein nach, welches ihn erdrückt. Erbo hinterlässt seine Ehefrau und eine Tochter. Sein Sohn war nur wenige Monate vorher im Alter von acht Monaten verstorben.

 Am 14. August findet die erste Bundestagswahl in der neuen Demokratie statt. Die Wahlbeteiligung im Ort liegt bei 78 % (390 Stimmen). Ergebnis in Müllenbach: CDU-224, SPD-118, FDP-17, KPD-2 Stimmen. Konrad Adenauer wird Bundeskanzler.

 Am 4. September findet die Weihe der neuen, von der Fa. Marck in Brockscheid gelieferten Glocken in der Pfarrkirche statt. Vor der Kommunionbank sind die beiden Glocken aufgehängt und der Dechant von Kaisersesch vollzieht in Anwesenheit des Hochw. Herrn Rektor von Martental die feierliche Glockenweihe. Taufpaten für die beiden Glocken sind: Maria Steffes-ollig, Therese Schmitz, Phillipp Lanser und Edi Schüller. Der Herr Pater Rektor von Martental gibt ihnen als Taufspruch das Wort: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden“ mit auf den Weg. Unser Dechant, Georg Schreiner, Forst, vollzieht die Weihe. Der Kirchenchor singt das Halleluja von Händel und das Jubilate von Aiblinger. Die Glocken sind getauft auf den Namen Hubertus (Kirchenpatron) und Barbara (Patronin der Bergleute). St. Hubertus ist gestimmt auf den Ton  b’ wiegt ca. 10 Ztr. Und hat 92 cm im Durchmesser. Die Inschrift lautet: „Campana priore ad usum belli atlata nemet fideles restituere benigni Dictantes Sancto Huberto Ecclesiae Müllenbachensis patrone Parocho Theodoro Gilen. St. Barbara ist gestimmt auf den Ton C, wiegt ca. 7. Ztr. und misst im Durchmesser 82 cm. Die Inschrift lautet: „Barbara est mihi nomen; Barbara protegat omnes Fodientes lapides sectiles et morientes“

  Am 11. September, zum Beginn der Kirmes, läuten die neuen Glocken das Fest feierlich ein.

 Die Schulchronik berichtet, dass erstmalig zur Kirmes vor der Schule eine Schiffschaukel aufgebaut wird.

 Am 12. September wird Theodor Heuss zum Bundespräsidenten gewählt.

 Zum 13. Oktober kehrt der letzte Kriegsgefangene, Herr Jakob Steffes-enn, nach 5 Jahren Kriegsgefangenschaft zurück in die Heimat. Das Dorf bereitet ihm am Abend einen festlichen Empfang mit Gesangsvorträgen beider Gesangvereine. Auch die Kirchenglocken läuten feierlich zu diesem freudigen Ereignis. Leider sind und bleiben 14 Männer aus unserem Ort vermisst.

 Am 23. November feiert Josef Gilles (ehem. Ortsbürgermeister) seinen 80. Geburtstag. Die Rhein-Zeitung berichtet über dieses Fest, da Gilles auch das Jubiläum 66 Jahre Mitglied im Kirchenchor feiern kann. Auf die Frage nach seinem hohen Alter sagt er: “Und das will ich Euch sagen, ihr jungen Leut, wenn ihr jung bleiben wollt, so singt, Gesang hält das Herz jung.“

 Am 16. Dezember zieht sich der Schieferbrecher Wilhelm Gorges von der Sesterbach auf Grube Herrenwiese durch herabstürzendes Gestein schwere Verletzungen zu, so dass seine Überführung in das Krankenhaus Mayen notwenig wird.

 Kurz vor Weihnachten verunglückt in der Grube Marienglück (oberhalb Herrenwiese, betrieben von Peter Valerius und dessen Sohn und Jakob Gorges) der Bergmann Peter Valerius während einer Sprengung dadurch, dass sich in seiner Deckung das Gebirge löst und ihn verschüttet. Er trägt erhebliche Knochenverletzungen davon und ist für Monate arbeitsunfähig. Die genannte Grube, die noch mit primitiven Mitteln arbeitet, ist die einzige, die außer Mariaschacht noch in Betrieb ist.

 Der Bucheckersegen will kein Ende nehmen. Bei dem milden Wetter nach Weihnachten ziehen immer wieder Leute mit ihren Sieben aus.

 1950: Wehrmutstropfen in den ersten Stunden des neuen Jahres. Der angesehene Bürger Johann Stoll wird im Alter von 62 Jahren kurz nach Mitternacht auf der Straße von einem Schlaganfall betroffen und verstirbt.

 Am 22. Januar findet im Saale Steffes-ollig ein Pfarrabend statt. Vorträge des Kirchenchores, Klaviervorträge, sowie ein Hirten- und Märchenspiel der Volksschüler (Mittelstufe) unterhalten die zahlreich erschienenen Pfarrangehörigen einige Stunden.

 Einwohnerzahl 727, in 174 Häusern (722 Einw. rk, 2 evang., 2 sonst. ).

 Im Bergwerk Maria-Schacht verunglückt am 13. März Franz Peters. Er trägt einen komplizierten doppelten Beinbruch davon und wird ins Krankenhaus gebracht.

 114 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Wie in sämtlichen Schulen so nehmen auch hier am 08. April schwedische Ärzte eine Tuberkulose-Schutzimpfung vor. Die Aktion ist finanziert vom schwedischen Roten Kreuz.

 Zum 1. Mai kehrt ein Stück Normalität in Deutschland ein. Die Lebensmittelmarken werden abgeschafft, der Schwarzmarkt verschwindet allmählich.

 Am 09.05 besucht Weihbischof Metzroth im Rahmen der Firmung in unserer Pfarrei das Müllenbacher Dachschieferwerk. Er fährt unter kundiger Führung in die 185 Meter tiefe Abbausohle der Grube.

 Ende Mai wird die Rationierung der Lebensmittel, die 1939 eingeführt wurde, endgültig aufgehoben. Als letzte verliert die „Zuckerkarte“ ihre Gültigkeit. Somit ist das Ende der deutschen Lebensmittelrationierung während des zweiten Weltkriegs gekommen.

 Auf der Strecke der Eifelquerbahn verkehrt erstmals ein neuartiger Schienenbus, der den Reisekomfort gegenüber den alten Dampflokomotiven erheblich verbessert.

 Am 28. Juni verunglückt der Eisenbahnarbeiter Hubert Gilles während seines Dienstes bei einem Bauzugunglück tödlich. Er wird am 2. Juli von der gesamten Dorfgemeinde zum Friedhof geleitet.

 Die Schulspeisung hat mit dem Beginn der Sommerferien 1950 ihr Ende gefunden, sie war eine schöne Einrichtung, entsprach jedoch nicht mehr einem wirtschaftlichen Bedürfnis, was in den Jahren 1945-1948 der Fall war.

 Am 13. September findet eine Volkszählung statt, die für Müllenbach folgendes Ergebnis bringt: 732 Einwohner, davon 347 männlichen und 385 weiblichen Geschlechts. Ältester Einwohner ist der Schuhmachermeister Heinrich Stoll mit 85 Jahren, seine Gattin älteste Einwohnerin mit 83 Jahren. 728 Einwohner sind römisch/katholisch, 9 evangelisch und einer russisch/orthodox. Insgesamt werden 171 Wohngrundstücke gezählt, 221 selbstständige Haushaltungen und 28 Arbeitsstätten nichtlandwirtschaftlichen Charakters.

 Anfang Oktober werden dem Ort die ersten Flüchtlinge zugeteilt. Wegen der mangelnden Unterkunftsmöglichkeit erst einmal 3 Familien mit 8 Personen, darunter 1 Schulkind.

 Seit Herbst 1950 verkehren auf der Strecke Mayen-Gerolstein Omnibusse der Bundesbahn. Je ein Bus fährt etwa um 8 Uhr und um 18 Uhr nach Mayen und nach Gerolstein bzw. Prüm. Mittags verkehrt ein Bus bis Müllenbach wo er sich wendet um wieder nach Mayen zu fahren. Diese Einrichtung wird als zusätzliches Verkehrsmittel lebhaft begrüßt und benützt.

 1951: Die Brandglocke ruft in der Mitternachtsstunde des 2 Februar das ganze Dorf zusammen. Die Scheune der Witwe Schmitz im Wagenweg steht in hellen Flammen.

 Am 15. April wird im Saale Steffes-ollig „Der Glockengießer von Müllenbach“, ein Schauspiel in 5 Akten von Klaus Mark, durch die Laienschauspielgruppe des Kirchenchores Brockscheid aufgeführt. Die Aufführung ruft die Erinnerung wach an die einst so bekannte Glockengießerei in Müllenbach, die durch den tragischen Tod des letzten Glockengießers so jäh zum Erliegen kam.

 Am 29. April finden Landtagswahlen statt. Die Wahlbeteiligung beträgt bei 474 Wahlberechtigten 75,2 %. Die Ergebnisse: CDU-203, SPD-109, FDP-11, KPD-0, DG-0, Notgem.-2, Zentrum-3.

 117 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 18. Juni erlebt der Ort mit der Diamantenen Hochzeit des Jubelpaares Heinrich Stoll (Schosterhennrech) und Ehefrau Anna Maria geb. Schopphoven ein seltenes Fest. Am Abend werden die alten Leutchen durch einige Gesangsvorträge und Ansprachen der Vereinsvorstände und des Amtsbürgermeisters geehrt.

 Bei Erneuerung der Schiefereindeckung an der Klottener Pfarrkirche, wird ein Dachschiefer mit der Jahreszahl 1670 entdeckt. Nach Überprüfung des Schiefers auf seine Herkunft, durch Fachmänner der Vereinigten Technischen Lehranstalten zu Koblenz, kommt man zu dem Schluss: „Das mit großer Sicherheit behauptet werden kann, dass der Schieferstein aus einer Grube bei Müllenbach stammt."

 Der Junggesellenverein feiert sein 75-jähriges Bestehen. Festlich sind die Straßen zum Umzug geschmückt. Die Feierlichkeiten in den Sälen Valerius und Steffes-ollig zeigen durch den Andrang der Gäste, die Beliebtheit des Vereins im Ort und der Umgebung. Der 2. Vorsitzende Ernst Welter, begrüßt viele Ehrengäste zum Festkommers. Die beiden Gesangvereine (Liederblüte und Sängerlust), sowie das Trommlerkorps untermalen die Veranstaltung musikalisch.

 Im Oktober wird die im Krieg zerstörte Ortsbeleuchtung mit 18 Brennstellen wieder in Betrieb gesetzt, weitere Brennstellen sollen später folgen.

 Am 1. Novembersonntag sind die Arbeiten zur Erneuerung der Kirchenheizung abgeschlossen. Mit den Bauarbeiten hierzu war im Frühjahr des Jahres begonnen worden. Die Ausschachtungsarbeiten wurden durch freiwillige Helfer, darunter auch die Schuljugend aus Müllenbach und Laubach durchgeführt.

 1952:Der Winter 51/52 war einer der schneereichsten seit langer Zeit. Nach mildem Frühwinter setzen Mitte Januar starke Schneefälle ein. Die Straßen müssen ständig mit dem Schneepflug freigemacht werden. Trotzdem ist die neue Straße etwa 10 Tage lang unbefahrbar, weil der Schneepflug nicht durchkommt. Da die direkte Straße Laubach-Wolfsburg überhaupt nicht  freigeschaufelt wird, hat Müllenbach und Laubach tagelang nur durch die Bahn Verbindung mit der Außenwelt. Später ist die neue Straße Richtung Alflen befahrbar, so dass man auf dem Umweg über Chausseehaus nach Kaisersesch gelangen kann. Erst in den letzten Februartagen setzt Tauwetter ein.

 Im Zuge der alliierten Aufrüstungsmaßnahmen zum Schutze der freien Welt, wird Ende Februar mit den Bauarbeiten am Munitionslager Hochpochten begonnen. Viele Arbeitslose aus Müllenbach und den umliegenden Orten finden hierdurch für Monate eine neue Verdienstmöglichkeit.

 Ofen und Heizkörper stehen schon seit Jahren in der Müllenbacher Pfarrkirche. In diesem Frühjahr nimmt Pastor Gilen den Bau der Heizung in Angriff. Die Bauleitung liegt in Händen des Architekten Bleser, Kaisersesch. Die Ausschachtungsarbeiten werden im freiwilligen Einsatz durchgeführt.

 106 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Durch die Abwanderung vieler junger Männer in die Industriegebiete, muss die Spielvereinigung 1924 den Spielbetrieb einstellen. Die hiesige Gegend bietet nur wenige Verdienstmöglichkeiten für die Jugendlichen.

 Im September veranstaltet der Junggesellenverein mit einem großen Fest sein 75-jähriges Bestehen.

 Die Lage im Schieferbergbau ist bei weitem nicht mehr so günstig wie in den Jahren von 1948 bis 1951. Die Baukosten sind sehr gestiegen (ein Einfamilienhaus kostet ca 25.000 DM). So sucht der Bauherr zu sparen. Andere Bedachungsartikel (Zinkblech, Kunstschiefer u. a.) sind billiger, besonders da man die Dachbretter spart, die ebenfalls sehr teuer sind (ca. 4,50 DM pro qm). Die Lage auf dem Schiefermarkt ist daher ernst. In anderen Gruben sind bereits Arbeiter entlassen. Die Müllenbacher Dachschieferwerke haben dies bisher vermeiden können. 1 dz 32stel kostet über 15 DM, ein Hauer verdient pro Schicht im Durchschnitt zwischen 13 und 14 DM brutto.

 Am 25. September startet in Deutschland das erste regelmäßige Fernsehprogramm. In unseren Regionen ist der Fernseher jedoch eher selten zu finden.

 Am 9. November finden Kommunalwahlen statt. Ergebnis der Kreistagswahl: CDU-160, SPD-149, FDP-29 Stimmen; Wahl zur Amtsvertretung: CDU-124, SPD-113, WG Gansen-40, WG Kehrer-99. Bei der Wahl zum Gemeinderat sind keine Listen aufgestellt, es findet eine Persönlichkeitswahl statt. In der ersten Sitzung des neuen Gemeinderats wird Johann Klotz zum Gemeindebürgermeister und Franz Schmitz zu seinem Stellvertreter gewählt.

 1953: Am 14. Februar feiert das Ehepaar Regnier auf dem Acker das seltene Fest der Goldenen Hochzeit.

 In den Mittagsstunden des 26. März entsteht im Anwesen des Transportunternehmers Albert Lanser ein Feuer. In einem Schuppen hinter dem neu errichteten Wohnhaus entstehen die Flammen. Stroh und Heu geben Auftrieb. Nachbarn helfen Vieh und Habseligkeiten bergen. Lediglich die Garage bleibt erhalten.

 Am 8. April brennen die Geschwister Steffes-holländer im Obereichels den Feldrain eines ihrer Felder ab, als es plötzlich eine starke Detonation gibt und die beiden Frauen schwer verletzt zusammenbrechen. Das Feuer hat sich bis in eine ehemalige Flak-Stellung ausgebreitet und dort gelagerte Munition zur Explosion gebracht. Eine der beiden Frauen muss mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus verbracht werden, während ihre Schwester mit leichten Kopfverletzungen davonkommt.

 100 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Im Juli kommt es zu einem wohl einmaligen Vorfall in der Schulgeschichte des Kreises. Wegen ständiger Wechsel der Lehrer kündigen die Eltern und der Elternbeirat der Volksschule Müllenbach einen Schulstreik an. Dieser wird auch durchgeführt. Am 27. Juli erscheint kein Kind zum Unterricht, am 28. fehlen noch immer 2/3 der Schüler. Der Streik hat Erfolg. Lehrerin Frl. Laux, deren Versetzung Grund der Beschwerde ist, tritt ihren Dienst in Müllenbach am 19. August wieder an.

 Am 6. September findet die Wahl zum 2. deutschen Bundestag statt. Die Wahlbeteiligung in Müllenbach beträgt 86,9 %.

 Im Oktober wird der schöne neue Außenputz an der Südseite der Pfarrkirche fertig gestellt. Zu ihrem 100-jährigen, 1955, soll die Kirche ganz in neuem Putz erstrahlen.

 1954: Am 14. Februar feiern die Eheleute Bartholomäus Gilles und seine Ehefrau Christine, geb. Schmitz das seltene Fest der Goldenen Hochzeit.

 Am 18. Februar meldet das Radio, dass der Flugplatz Büchel nun doch gebaut wird. Schon am Sonntag den 21. Februar rollen Lastwagen, Maschinen und Geräte zum Bauplatz. Allenthalben kommt es zu Protesten unter der Bevölkerung.

 Der Spielbetrieb der Spielvereinigung 1924, wird, nachdem er 1952 ausgesetzt wurde, in diesem Jahr wieder aufgenommen. Die Jugend ist wieder begeistert beim Fußballspiel.

 In diesem Jahr zieht am Fastnachtssonntag wieder ein Fastnachtszug durch das Dorf. Das Zepter schwenkt Prinz Willi der I. (Wilhelm Peters)

 Im März wird in Müllenbach die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der erste Wehrführer ist der Dachdeckermeister Rudolf Valerius. Die junge Wehr wird mit neuem Gerät ausgestattet.

 Am 28. März hält die Volksschule im Saal Steffes-ollig ihren lange geplanten Elternabend ab. Es werden hierbei zwei Märchenspiele aufgeführt, „Die Bremer Stadtmusikanten“ und „Das tapfere Schneiderlein“. Alle Zuschauer gehen nach der Vorstellung begeistert nach Hause.

 96 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 5. Mai feiern die Eheleute Martin Steffes-enn und Ehefrau Maria, geb. Berenz das Fest der Goldenen Hochzeit.

 Das Sommerwetter 1954 ist alles nur nicht gut zu heißen. Jeder Tag bringt neue Regenschauer. Es regnet jeden Tag wie Bindfäden. Die Folgen in der Natur: Alles Wachsen und Reifen ist um einen Monat verspätet. Der Himmel ist seit den Maitagen ständig bewölkt, mit einigen wenigen Ausnahmen – Schauer und Stürme wechseln sich ab, die Nächte sind kalt und die Tage sehr kühl, die Durchschnittstemperatur dieses Sommers dürfte bei 18° liegen.

 Mitte Juni kehrt Herr Kreutz, der von Müllenbach vor über 20 Jahren als Bruder in die Chinamission ging, heim. Er ist mit seiner Familie von der Pekinger Regierung ausgewiesen worden.

 Wird für die Renovierung der Kirche ein jährliches Kirchengeld von 12 DM pro Haushalt und Jahr und  6 DM für jedes selbstständige, verdienende Familienmitglied eingeführt. Zudem hat sich das Dach der Kirche verschoben, wodurch weitere große Kosten entstehen.

 1955: Auf der Kirmes in Darscheid (Krs. Daun) kommt es am 01. Februar zu einer Schlägerei, bei der der 20-jährige Alfons Gerharts aus unserer Nachbargemeinde Laubach einen harten Schlag auf den Kopf erhält. Er wird von seinen Kameraden nach Hause gebracht. Am nächsten Morgen finden ihn seine Eltern tot im Bett. Die Ermittlungen ergeben, dass der Tod durch die Gewalteinwirkung auf den Kopf (Gehirnblutung) verzögert eingetreten ist.

 Am 15. Mai finden Landtagswahlen statt. Wahlberechtigt sind 463 Personen, dazu kommen 8 Wahlscheine. 369 Stimmen werden abgegeben, dass ergibt eine Wahlbeteiligung von 79,6 %. Auf die Parteien fallen: CDU-243, SPD-93, FDP-19, Stimmen.

 Am 29. und 30. Mai feiert die Chorgemeinschaft Liederblüte, mit ihrem Vorsitzenden Alois Lanser und ihrem Chorleiter, Schneidermeister Franz Schmitz (Glockesch Fränz), das 25-jährige Vereinsjubiläum.

 Nur noch 63 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 7. Juli 1955 kann unsere Pfarrkirche ihr hundertjähriges Jubiläum begehen. Zuvor erhält die Kirche einen schönen hellen Außenverputz. Gerade rechtzeitig zum Jubiläum können die Arbeiten beendet werden. Herrlich erhebt sich unsere Kirche nun im weißen Kleid übers Dorf. Ebenfalls wurde eine neue Eingangstreppe gelegt. Die Arbeiten führte Bauunternehmer Juchem aus Kaisersesch aus. So kann dann mit etwas Stolz die gesamte Bevölkerung am Abend des 7. Juli unseren hochwürdigsten Herrn Weihbischof Dr. Stein im Schulhof in Empfang nehmen und durch die geschmückten Straßen zur Kirche geleiten. Am Abend bringt der Kirchenchor dem hochwürdigsten Herrn vor dem Pfarrhaus ein Ständchen, und Lehrer Meiner begrüßte ihn im Namen der Gemeinde. Tags darauf spendete der Weihbischof dann das Sakrament der Firmung. Gleichzeitig findet die äußere Feier des 100 jährigen Jubiläums statt. Am Mittag verlässt der hochwürdigste Herr nach einem Ständchen der Schulkinder wieder das Dorf.  Zur Kirmes, welche in diesem Jahr gemeinsam mit dem Junggesellenfest gefeiert wird, erhält dann unsere Kirche auch noch neue Fenster, die alle gestiftet wurden. Damit hat Müllenbach und nicht zuletzt Pastor Gilen eine große Leistung vollbracht. Alle sind von den Arbeiten begeistert. Anlässlich der Kirmes zieht auch der Spielmannszug Darme (Kreis Lingen / Emsland) mit durch die Straßen, dessen Tambourmajor, Erich Köhn, ein gebürtigen Müllenbacher ist. In beiden Sälen, Valerius und Steffes-ollig, wird im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Pfarrkirche in diesem Jahr, ausgelassen gefeiert.

 Am 31. Oktober findet der erst kürzlich verheiratete Heinrich Peters auf tragische Weise den Tod. Der junge Mann ist nach seiner Arbeit in Urmersbach mit dem Motorrad nach Mayen zur Werkstatt gefahren. Auf dem Heimweg dann verunglückt er in der Nähe von Lehnholz tödlich. Obwohl die Strecke noch am Abend und in der Nacht abgefahren wird, um nach dem Vermissten zu suchen, finden ihn erst Kirchgänger am Allerheiligenmorgen. Das ganze Dorf bringt der jungen Witwe und der Familie herzliche Anteilnahme entgegen.

 Im Herbst wird in Müllenbach ein Ortsverband des Roten Kreuzes gegründet. Der erste Vorsitzende ist Herr Stoll.

 1956:Der Winter 55/56 erreicht eine Strenge, wie er seit Menschengedenken in der Eifel noch nicht gewesen ist. Bis Mitte Januar herrschte ein mildes und der Jahreszeit entsprechend warmes Klima. Über Nacht fällt dann das Thermometer tief unter den Gefrierpunkt. Vom 15. Januar bis 1. März 1956 herrschen ununterbrochen Temperaturen bei Tag und Nacht von weniger als minus 10° Celsius. Zum Glück hat es zu Beginn der Kälteperiode geschneit. Eine Schneedecke von durchschnittlich 30-40 cm Höhe bedeckt die Eifelberge. Dadurch wird die Winterfrucht nicht gänzlich vernichtet. Trotzdem ist der Schaden in den Fluren erheblich. Stellenweise ist das Getreide zwischen 50% und 100% vernichtet. Auch der Weinbau an Mosel, Rhein, Ahr und Nahe hat erhebliche Schäden davon getragen. Die Folge davon ist, dass der Wein und die Lebensmittel zu den Preisen beträchtlich gestiegen sind. Die größte Not leidet das Wild und die Vögel. Überall kann man verendetes Rotwild Wildschweine und Vögel finden. Auch die Bewohner der Eifeldörfer leiden schwer unter der Kälte. Obwohl die Bundesrepublik über große Kohlenlager verfügt, weiß man in diesem Winter kaum Brikett und Kohlen zu erhalten. Die Kohlenzuteilungen an die einzelnen Haushaltungen sind geringer als in den schlimmsten Kriegsjahren.

 Nur wer „gute Beziehungen“ zu den Kohlehändlern hat, kann sich mit genügend Brand eindecken. Holz ist ebenfalls keins zu haben, weshalb die meisten Bewohner von Müllenbach und Laubach sich einfach dort Holz schlagen, wo sie es eben finden. Deswegen  werrden in Müllenbach und auch in Laubach bei einigen Familien von der Forstbehörde Haussuchungen wegen „Holzfrevels“ durchgeführt. Pro Haushalt der Gemeinde wird nur 1 fm Holz zugestanden. Viele Volksschulen müssen wegen Brandmangel schließen, unter anderen auch die Volksschulen in Müllenbach und Cochem.

 Am 29. Januar findet wieder ein Elternabend im Saal Steffes-ollig statt. Die Schulkinder führen 2 Hans-Sachs-Spiele auf: „Der fahrende Schüler aus Paris“ und „Kälberbrüten“. Der Erlös der Veranstaltung wird zur Auffrischung der Schulbücherei genutzt.

 Am 23. März findet bei Steffes-lay eine Gemeinderatssitzung statt, bei der es um die Pflasterung der Dorfstraßen geht. Die Debatte wird sehr heftig geführt und wird bei den Angriffen auf die jeweiligen Gegner teilweise sehr persönlich. Es wird die Aufnahme eines Darlehens über 20.000 DM beschlossen. Gepflastert werden kurze Zeit später: Unterdorf (Hett), Wagenweg und Mauritiusstraße. Die Schulstraße, weswegen der heftige Streit geführt wurde, wird auf später verschoben.

 Immer mehr junge Familien ziehen weg aus Müllenbach, 699 Einwohner werden in diesem Jahr gezählt. Sie wohnen in 221 Haushaltungen, davon sind 32 Einzelpersonenhaushalte und 185 Mehrpersonenhaushalte.

 Im August kann ein schönes neues Portalfenster in der Kirche eingesetzt werden. Der Entwurf stammt von Herrn Architekt Bleser, Kaisersesch.

 66 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach, nach der Entlassung im Herbst sind es nur noch 55 Kinder.

 Am 9. September wird die Müllenbacher Kirmes mit einem schönen Brillantfeuerwerk der Firma Steffes-ollig eingeleitet. Der Spielmannszug Darme / Emsland spielt zu den Umzügen und zum Kirchgang.

 Im Oktober wird nun doch das versprochene Stück der Schulstraße gepflastert. Erst nachdem der Schulhof  einen halben Meter aufgefüllt wird sieht nun auch der Holzweg um einiges besser aus.

 Bei den Kommunalwahlen am 11. November sind 462 Müllenbacher wahlberechtigt, gewählt haben 402, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 86%. 3 Listen sind für die Gemeindevertretung aufgestellt. Ergebnisse: WG Johann Josef Klotz -236, WG Josef Gilles -43, WG Josef Steffes-ollig-105 Stimmen.

 Vor dem Weihnachtsfest 1956 wird die Pfarrkirche neu ausgemalt, nachdem zuvor 1955 der Außenputz erneuert worden ist. Die Kirche erhält als Grundfarbe weiß. Die Säulen und Pfeiler sind rot gehalten, ebenso die Rippen im Gewölbe. Die Kanten der Rippen erhalten Blattgold. Der Neuanstrich untermalt in sehr geschmackvoller Weise die herrliche gotische Architektur der Kirche. Die Seitenaltäre werden vereinfacht und mit dem Hochaltar überarbeitet. Der Hochaltar, in seiner Form plump, soll später durch einen neuen ersetzt werden. Das Kriegerdenkmal im rechten Seitenschiff wird entfernt und soll in einer Friedhofskapelle eine neue Bleibe finden. Die Stiftertafel im Turm wird entfernt. Die Türe vom Turm zur eigentlichen Kirche wird durch eine Glastüre ersetzt, wodurch der Turm mehr Licht erhält. Zur Kirmes wird das große Turmfenster erneuert, das sehr brüchig geworden ist. Beim Anstrich findet man faustdicke Risse im Gewölbe und armdicke in der Sakristei. Diese werden ausgegossen. Die  Reparatur- und Erneuerungsarbeiten fordern von der Pfarrgemeinde große Opfer, die die Bevölkerung gerne erbringt. Herr Pastor Gilen sammelt Geld von Haus zu Haus, zusammen etwa 4.000 DM. Die gesamten Unkosten belaufen sich auf etwa 8.000 DM, die aber schon bezahlt sind. 3 Müllenbacher stiften einen roten Läuferteppich, der vom Hochaltar bis zum Turm reicht. Er kostet 300 DM. Frl. Lehrerin Möller, Laubach, stiftet eine neue „Ewige Lampe“ für etwa 200 DM. Die Beleuchtung in der Kirche wird ebenfalls erneuert. Im Chor werden Neon-Röhren, in der übrigen Kirche neue Lampen angebracht. Am Triumphbogen und Hochaltar werden die alten kitschigen Lichterketten entfernt. Die Arbeiten werrden von einem Kirchenmaler (Niesporn) aus Zell ausgeführt, der mit seinen Gesellen „Reih um“, wie früher der Schweinehirt und Lehrer, essen geht. Er und seine Gesellen werden aufs Beste bewirtet. Die Pfarrkirche ist heute ein Schmuckkästchen nicht nur der Pfarrei, sondern der ganzen Eifel.

 1957: Am Dreikönigstag (6. Januar) findet wieder ein Elternabend im Saale Valerius statt. Hierbei führen die Schulkinder 2 Laienspiele auf, „Die 4 hl. Drei Könige“ und „Tölpelhaus“. Die Spiele finden guten Anklang.

 Den Bergmannstod ereilt der 39-jährige Heinrich Klasen aus Laubach auf der Grube Mosellaschacht in Mayen-Hausen. Mit ihm stirbt ein in Leienkaul geborener Schieferbrecher. Ein 150 Zentner schwerer Schieferfels löst sich plötzlich und begräbt die beiden Bergleute unter sich. Sie sind bis zur Unkenntlichkeit zerdrückt und auf der Stelle tot.  Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wird Herr Klasen zu Grabe getragen. Die Bergleute vom Mosellaschacht bei Hausen und eine Abordnung vom Maria Schacht bei Leienkaul halten in Bergmannsuniformen, in der Hand das Bergmannslicht, die Ehrenwache und tragen den Sarg zum Friedhof in Müllenbach.

 Im Frühjahr rückt die Planierraupe des Sportverbandes an, um für den Sportverein auf der „Höhe“ einen neuen Sportplatz einzuebnen. Schon im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte der Verein hierzu einen Antrag bei der Gemeinde gestellt. Hintergrund ist, dass der alte Sportplatz (auf der Heide) immer wieder dem Sturm und Regen ausgesetzt ist. Auf der Höhe sorgen die Bäume ringsum für einen besseren Wetterschutz.

 60 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Eine Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit verzeichnet der Eifelverein als „Ortsgruppe Laubach-Müllenbach“. 32 Mitglieder verzeichnet die neue Ortsgruppe im ersten Jahr. Sofort macht man sich an die Beschilderung von Rundwanderwegen und das Aufstellen von gespendeten Ruhebänken.

 Im Juni wird das Munitionslager „Hochpochten“ von der Bundeswehr übernommen. Eine Reihe älterer Männer und Rentner können sich dort im Wachdienst oder als Munitionsarbeiter etwas dazuverdienen.

 Vom Friedhofszweckverband Laubach-Müllenbach wird im Herbst eine Friedhofskapelle erstellt, sie dient gleichzeitig als Leichenhalle. Allerdings wird sie in der Anfangszeit nicht direkt als Solche genutzt, die Vorurteile der Bürger sind doch zu groß.

 Die Gemeinderäte von Laubach und Müllenbach beraten über ein gemeinsames Kriegerehrenmal. Der Lokalpatriotismus verhindert allerdings eine Einigung.

 Am 2. Weihnachtstag findet wieder der mittlerweile fast schon traditionelle Elternabend im Saal Steffes-ollig statt. Die Schulkinder führen zunächst das Märchenspiel „Hänsel und Gretel“ und danach ein Krippenspiel auf.

 1958: Am Rosenmontag findet ein Fastnachtsumzug in Müllenbach statt. Der Hauptinitiator, Anton Zirwes, aus dem Unterdorf, kann 8 teilnehmende Festwagen begrüßen.

 An Christi Himmelfahrt hält Herr Pastor Gilen zum letzten Mal Gottesdienst in unserer Pfarrei. Er kam 1942 als Kaplan nach hier und wurde bald zum Pastor von Müllenbach ernannt. 16 Jahre wirkte er zum Wohle der Pfarrei. Er ließ mit Unterstützung der Gemeinde die Laubacher Kapelle in Stand setzen. Unter seiner Leitung erhielt die Pfarrkirche Müllenbach vor 2 Jahren einen neuen Außenverputz. Im letzten Jahr wurde die Kirche im Innern renoviert. Als einer der ersten Pfarreien der Diözese wurde unter seiner Leitung das neue Gesang- und Gebetbuch eingeführt. Pastor Gilen entstammt einer Lehrerfamilie, aus der drei Geistliche hervorgegangen sind. Die Familie zählte 15 Kinder. Sein Geburtsort ist Ehlenz bei Bitburg. Pfingstsonntag übernimmt Herr Pastor Gilen die Pfarrei Rheinbrohl. Er war sehr beliebt und allseits geachtet. Gott schenke ihm noch viele Jahre seelsorgerischen Wirkens.

 Ende Mai, ertrinkt nach einem Herzschlag der 17-jährige Manfred Becker aus Laubach am „Hiwweltjen“ Eppenberger Gemarkung. Er ist das Älteste von 7 Kindern. Der Familie bringt man große Anteilnahme entgegen.

 Zum Nachfolger von Herrn Pastor Gilen wird Herr Pastor Richard Koch aus Saarbrücken stammend ernannt. Herr Pastor Koch ist 34 Jahre alt und wirkte zuletzt als Kaplan in Hohrhausen,  Dekanat Linz. Er wird am 8. Juni 1958 feierlich eingeführt.   (Amtszeit:1958 - 1969).

 Auf dem Maria Schacht wird fast die Hälfte aller Arbeiter entlassen. Absatzschwierigkeiten und geringe Ausbeute sollen die Gründe dafür sein. Für viele Müllenbacher entsteht hierdurch eine schwierige Situation.

 Am 3. August wird die neue Sportplatzanlage auf der Höhe feierlich eingeweiht. Pastor Koch nimmt die Einsegnung des neuen Fußballplatzes vor. Der Vorsitzende der Spielvereinigung, Willi Peters, begrüßt die Gäste, darunter Amtsbürgermeister Wolf, Bürgermeister Klotz und den Kreisvorsitzenden Heinrich Schneider.

 66 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Am 3. August feiern die Eheleute Johann Regnier und Maria geb. Köhn das Fest der Goldenen Hochzeit. Der ganze Ort ehrt das Jubelpaar vom Acker.

 Im Herbst beginnt das RWE nach langen Verhandlungen mit der Neuverlegung des Stromnetzes im Ort. Hierbei werden auch gleich 9 Moderne Straßenlampen mit Neon-Leuchtröhren aufgestellt.

 Am 2. Weihnachtstag findet wieder ein Elternabend im Saale Valerius statt. Die Kinder führen das Märchenspiel „Die goldene Gans“ auf. Der Erlös des Abends wird für die Neuanschaffung zweier Glocken gespendet.

 1959: 08/09.Januar: Schneeschmelze und Wassereinbruch sowie Pumpenversagen setzen die unterste Sohle der Grube Maria Schacht unter Wasser. Mit diesem Ereignis ist das Ende des Schieferbergbaues in Müllenbach, Laubach und Leienkaul besiegelt. Die Schieferförderung wird eingestellt. Fast 300 Jahre Schieferbergbau gehen zu Ende. Die Grube Maria Schacht wird nach Restarbeiten über Tage am 1. April endgültig geschlossen.

 Am 19. April findet eine Landtagswahl statt. In Müllenbach sind 462 Personen wahlberechtigt, 350 gehen zur Wahl, damit beträgt die Wahlbeteiligung 76%. Die Ergebnisse: CDU-229, SPD-98, FDP-10 und DRP-3 Stimmen.

 Im Mai stellt der Eifelverein 10 neue Ruhebänke an den Wanderwegen rings um den Ort auf. Die Bänke sind sehr stabil und verschiedenartig gestrichen. Damit ist ein Wunsch des ganzen Dorfes, insbesondere der vielen Spaziergänger, erfüllt.

 72 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Der Sommer 1959 ist sehr heiß und trocken. Die Kartoffelernte entsprechend schlecht. Die Kartoffelpreise liegen zwischen 12 und 16 DM. Im Vorjahr kosteten sie nur 6 DM. Die Erde ist ausgetrocknet und es herrscht allgemein Wassernot.

 Am 30. August liefert Glockengießer Mark aus Brockscheid  2 neue Glocken, als Ersatz für die im 2. Weltkrieg abgelieferten, nach Müllenbach aus. Die Bronzeglocken, elf und neun Zentner schwer, auf die Namen „Mutter Gottes“ und „Christkönig“ getauft,  gehören nun wieder zum Bestand der Pfarrkirche.  Da das Geläut damit von drei auf vier Glocken erweitert wird, ist auch der Ausbau des Glockenstuhls erforderlich. Alle Arbeiten übernimmt die Firma Mark aus Brockscheid. Die Müllenbacher sind stolz auf das größte Bronzegeläut im ganzen Dekanat.  Ein elektrisches Läutewerk wird von der Firma Hörz in Ulm für 4.250 DM eingebaut.

 In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober kommt die kaum 16 Jahre alte Brunhilde Fischer bei einem Autounfall in der Nähe von Poltersdorf ums Leben. Der Lehrer kommt nicht umhin allen Eltern die Schuld zuzusprechen, die ihre Kinder in diesem jungen Alter schon zum Kellnern an die Mosel schicken, damit sie viel Geld verdienen. Die Geldsucht hat ihr erstes Opfer gefunden, meint er.

 Am 17. Dezember findet der wohl erste Altentag der Gemeinde in der Gaststätte Klee im Unterdorf statt. Der neue Jagdpächter, Herr Esser aus Düsseldorf, hat sich verpflichtet neben der Pacht von 2.400 DM jährlich, auch einen gemütlichen Tag für alle Mitbürger über 70 Jahre zu bestreiten. Bei Kaffee, Kuchen, Schnittchen und Getränken können die alten Leute so über vergangene Zeiten plaudern.

 Beim Elterntag am 2. Weihnachtstag im Saal Steffes-ollig führen die Schulkinder ein Weihnachtsmärchen auf. Der Erlös der Veranstaltung ist für die Bestuhlung des leer stehenden Schulsaales gedacht, damit hier Bildungsabende abgehalten werden können.

 1960: 73 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach (39 Mädchen, 34 Jungen).

 Am 4. Dezember wütet ein schwerer, jahrzehntelang nicht erlebter Orkansturm über unsere Region. Telegrafenstangen knicken um, Fenster werden eingedrückt, Dächer abgetragen, Straßen und Eisenbahnlinien von umgeknickten Bäumen versperrt. Der Abendzug, von Kaisersesch kommend, bleibt kurz vor dem Bahnhof Laubach-Müllenbach stehen. Man will gerade einige Bäume von den Gleisen entfernen, als ein weiterer Baum umknickt und den Zug unter sich begräbt. Zum Glück kommt hierbei niemand zu Schaden. Im Staatsforst Hochpochten fallen diesem Sturm alleine an die 7.000 Festmeter Nadelholz im Gesamtwert von etwa 50.000 DM zum Opfer.

 1961: Wegen häufiger Reparaturarbeiten am alten Schulgebäude (in der Klasse II fällt alljährlich ein Stück der Decke herunter) denkt man im Gemeinderat darüber nach, evtl. ein neues Schulgebäude zu erstellen. Als Standort hierfür wird der „Borpesch“ favorisiert.

 Einwohnerzahl in Müllenbach 652 (Gemarkungsfäche: 428 ha, davon 133 ha Wald).

 Im April entscheidet sich der Gemeinderat einstimmig für eine geordnete Müllabfuhr. Die Amtsverwaltung wird gebeten hierzu eine Mustersatzung zu erstellen. Bis Dato gibt es nur die wilden Müllkippen, wie sie jeder Ort des Kreises sein Eigen nennt. In Müllenbach sind dies: „Fluutz, Nick, Heimert, Steinkaul, Hexenkäulchen. Eichels u.s.w.“, eigentlich hat jeder Ortsbereich eine nahe liegende, wilde Kippe. Das wird sich nun durch die geordnete Müllabfuhr ändern. Ab Jahresmitte wird der Müll wöchentlich abgefahren, den Bürgern werden die Müllgebühren in Rechnung gestellt.

 Die Fa. Steffes-ollig beantragt bei der Gemeinde den Bau eines Sprengstoffbunkers im Müllenbachtal, nahe der Endert. Dem Antrag wird stattgegeben.

 Der Gemeinderat sieht sich im Zwang die Straße aus dem Ort hinaus, Richtung Laubach, befestigen zu lassen. Im Juli / August wird für 36.000 DM eine Teerdecke aufgebracht. Gleichzeitig setzt man auch die Schulstraße instand und baut den Wagenweg zum Acker hin aus.

 Der Eifelverein Ortsgruppe Müllenbach-Laubach legt im Distrikt Eichels einen Kinderspielplatz an.

 Die Baukommission (Regierung/Kreis) besichtigt das vorgesehene Baugelände für die neue Schule. Sie stimmt dem Standort grundsätzlich zu, möchte jedoch den Bauplatz unterhalb des Pfädchens anlegen. Hierzu müssen nun neue Verhandlungen mit den Anliegern geführt werden. Bis auf 2 sind alle verkaufswillig. Der Preis beträgt 80 Pf. pro qm. Wieder möchte einer nicht verkaufen, er behauptet es handelt sich hier um Bauland.

 Die Gemeinde verpachtet an Herrn Kuhn, Unternehmer aus Aschaffenburg, den besten Schulsaal für 50 DM/Monat.

 Der lange gehegte Wunsch des Eifelvereins den Kindern des Ortes einen Spielplatz zu schaffen wird in diesem Jahr verwirklicht. Die Gemeinde stellt hierfür ein 600 qm großes  Grundstück im Distrikt „Eichels“ zur Verfügung. Viele Stunden harter Arbeit der Eifelvereinsmitglieder führen dazu, dass den Kindern ein Spielplatz mit Schaukel, Sandkasten, Wippe und Rutsche und den Eltern einige Sitzbänke zur Verfügung gestellt werden können. Zur Eröffnung liest ein Mädchen ein Gedicht vor und Pfarrer Koch segnet den neuen Wald-Spielplatz.

 Am 15. September kommt Hochwürden Bischof Wehr zur Firmung in unsere Pfarrei. Er wird im Schulhof empfangen und feierlich zur Kirche begleitet.

 Am 23. Oktober finden Wahlen zur Amtsvertretung und zum Gemeinderat statt. Wahlberechtigt sind 482 Personen, gewählt haben 414, das entspricht einer Wahlbeteiligung von 85,9 %.

 Im Spätherbst wird bekannt, dass ein Kleiderfabrikant aus Aschaffenburg Interesse am Schulgebäude hat, um hier eine Produktionsstätte einzurichten. Man beabsichtigt, sofern man ausreichend Arbeitskräfte bekommt (50 – 60 Personen), einen Betrieb aufzunehmen. Das bewegt den Gemeinderat dazu, für den Neubau einer Schule abzustimmen. Der Standort soll Borpesch werden. Bis auf einen Anlieger verkaufen alle ihre Grundstücke zu diesem Zweck für 60 Pf. Pro Quadratmeter. Man hofft den unwilligen mit einem Tausch umstimmen zu können.

 1962: Im Februar beschließt der Gemeinderat eine Motorspritze TS-8 für die Feuerwehr anzuschaffen. Der Preis für die Spritze liegt bei 4.200 DM, wovon 2.000 DM als Beihilfe gewährt werden.

 Wird im Borpesch die neue Volksschule gebaut. Neben der neuen Schule entsteht das Lehrerwohnhaus, welches 2 Lehrpersonen mit Familie zur Verfügung steht. Auch eine Straße soll durch den Borpesch zum Acker gebaut werden um das neue Schulgebäude anzuschließen.

 Der Eifelverein ändert seinen Namen auf „Ortsgruppe Müllenbach.“ Aktionen der Ortsgruppe in diesem Jahr sind der Wegeausbau und die Aufstellung von Ruhebänken.

 Am 28. August kann die Grundsteinlegung und das Richtfest an der neuen Schule im Borpesch gefeiert werden.

 Toni Regnier (Horpede Toni), Fähnrich des Junggesellenvereins hat in den vergangenen Monaten häufiger den Zustand der Vereinsfahne bemängelt. Der Vorstand, Vorsitzender Paul Klotz (Engels Paul), Kassierer Toni Klotz (Schimmels Toni), Schriftführer Lisse Jupp und Beisitzer Helmut Steffes-enn (Schoklose Helmut) stimmen ihm zu. Es wird eine neue Fahne beschafft, die auf der Kirmes 1962 eingeweiht werden kann. Jeder Junggeselle muss sich mit 10 D-Mark an der Anschaffung beteiligen. Viel Geld für die jungen Männer, die dazu einen Großteil ihres Verdienstes abzwacken müssen.

 Am 13.09 (Kirmes-Dienstag) kommt es im Wagenweg, Haus Schüller, zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Der 21-jährige Dachdecker Alois Gorges aus Leienkaul ist dabei ein Fanggerüst an dem Neubau anzubringen, plötzlich rutscht er ab und stürzt 8 m Tief in den Vorhof des Hauses. Er erleidet dabei so schwere innere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle verstirbt.

 Peter Hennen folgt Karl Schüller, der aus beruflichen Gründen sein Amt als Wehrführer niedergelegt hat.

 Früh einsetzender, starker Winter in unserer Region. Sehr starke Schneefälle sorgen für chaotische Zustände auf den Straßen. Häufig ist eine Räumung derselben nur mit Schneefräsen und Raupen möglich. Die Mosel ist fast gänzlich zugefroren. Anhaltender Eisregen sorgt für die Verschlimmerung der Zustände. Die Vereisung der Stromleitungen - 5 Kg Eis auf dem lfd. Meter Freileitung - sorgen für den Zusammenbruch der Stromversorgung. Dieser Belastung hält keine Leitung stand.

 Im September werden viele Straßen im Ort umbenannt. Die Dorfstraße heißt jetzt Hauptstraße, die Umgehungsstraße, im Volksmund „Neij Stroos“ bekommt die Bezeichnung Neustraße, die Schulstraße wird in den hier gebräuchlichen Namen Holzweg umbenannt, die Bezeichnung „auf dem Acker“ fällt weg, die Straße Wagenweg wird hier verlängert, der neue besiedelte Teil Obereichels bekommt den Namen Obereichelsweg, eine neue Straße führt durch den Schulneubau nun durch den Borpesch, sie heißt Brunnenstraße. Während früher das Dorf fortlaufend nummeriert war, bekommt jetzt jede Straße ihre fortlaufenden Hausnummern.

 Die für Oktober vorgesehene Einweihung der neuen Schule muss verschoben werden. Nachdem der Anstrich in allen Räumen vollendet ist, löst sich der Verputz von den Wänden und muss neu angebracht werden. Eine Kommission stellt fest, dass schlechter Kalk verwendet wurde. Man rechnet damit, dass die Einweihung erst Anfang 1964 erfolgen kann.

 

Von Erhard zu Schmidt (1963 – 1982)

 1963: 89 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach (51 Unterstufe, 38 Oberstufe).

 Der Kirchengemeinde Müllenbach wird durch den Gemeinderat eine einmalige Beihilfe in Höhe von 2.000 DM zur Errichtung der neuen Filialkirche in Laubach bewilligt.

 Am 15. Oktober tritt Bundeskanzler Konrad Adenauer zurück. Sein Nachfolger wird Ludwig Erhard, den man den „Vater des Wirtschaftswunders“ nennt.

 1964: Am 23. Januar kann nun endlich die neue katholische Volksschule Müllenbach eingeweiht werden. Herr Pastor Koch nimmt die feierliche Einsegnung der Schule vor, anschließend begrüßt Ortsbürgermeister Johann Klotz die Gäste. Unter ihnen sind der Landtagsabgeordnete Clemens Platten aus Mörsdorf, Amtsbürgermeister Florian Wolf aus Kaisersesch und Schulrat Arnold Werle.

 Am 06. und 07. Juni feiert die Spielvereinigung (Spvgg) 1924 ihr 40-jähriges Bestehen im Saal Steffes-ollig. Am Samstag findet Tanz ab 19:30 Uhr statt, am Sonntag wird ein großes Fußballturnier, und hiernach gleichfalls wieder Tanz und eine Siegerehrung im Saale Steffes-ollig geboten.

 Am 03.Oktober finden sich in der Gaststätte Steffes-Ollig 25 Müllenbacher ein, die das Bestreben haben die „Kneppelmusik" im Ort wieder aufleben zu lassen. Am gleichen Tag noch bildete sich der Spielmannszug  „In Treue fest" Müllenbach. Der Vorstand besteht aus: 1. Vorsitzender: Walter Schweitzer 2.Vorsitzender. Rudi Felser, Beisitzer: Günther Klotz, Kassierer: Raimund Kreuser, Schriftführer Lothar Valerius.

 96 Schulkinder besuchen die Volksschule Müllenbach.

 Im Herbst des Jahres wird in Laubach mit den Bauarbeiten zur neuen Filialkirche begonnen.

 Elmar Schreinemacher, Lehrer an der hiesigen Schule, verunglückt am 16. Dezember tödlich bei einem Autounfall. Alle Schüler nehmen an der Beisetzung des beliebten Lehrers in seiner Heimatstadt Mayen teil. Drei Tage nach dem Unfall erliegt auch der Fahrer des Unfallwagens, der junge Leienkauler Lehrer Heinz Börder, seinen Verletzungen.

 Die Firma Ideal-Kleiderfabrik zieht in zwei ehemalige Klassenräume der ehemaligen Schule im Holzweg ein.

 1965: 97 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach (52 Unterstufe, 45 Oberstufe).

 Der Gemeinderat beschließt in der alten Schule, ehemalig Wohnung Steffes-tun, einen Feuerwehrgeräteraum einzurichten.

 Nochmals wird an die Kirchengemeinde Müllenbach für den Bau der Filialkirche in Laubach ein Zuschuss von 3.000 DM bewilligt.

 Erstmals wird bei der Planung der neuen Straße durch den Borpesch (Brunnenstraße) auch die Einbeziehung einer zukünftigen Gesamtkanalisation des Ortes angesprochen.

 Es wird über die Umbettung der drei Kriegstoten (vom 6. April 1945) vom Müllenbacher Friedhof auf einen Soldatenfriedhof diskutiert. Der Gemeinderat ist mit der Umbettung nicht einverstanden, da eine Pflege durch die Bürger und das Munitionsdepot Ulmen gewährleistet ist.

 Am 01. August wird im Rahmen einer kleinen Feierstunde an der neuen Filialkirche in Laubach, mit deren Bau im Herbst vergangenen Jahres begonnen wurde, der Grundstein gesetzt.

 1966: Nachdem sich Johann Klotz nach 18-jähriger Bekleidung des Bürgermeisteramts am 1. April im Alter von 74 Jahren zur Ruhe setzt, finden Neuwahlen statt. Erhardt Franzen wird Bürgermeister in Müllenbach. Sein Stellvertreter ist Josef Berenz.

 Ein Männergesangverein wird in Müllenbach gegründet. Der Vorstand: Rudi Felser, Theo Peters, Herbert Schmitz, Toni Regnier, Wilh. Gerhartz und Chorleiter Franz Schmitz (Glockesch Fränz). Am 24.- und 25. Juni findet das erste Gesangfest im Festzelt „Auf der Nick“ statt.

 Wird von Dachdecker Rudi Valerius das ursprüngliche, geschmiedete Kreuz, von der Kirchturmspitze genommen. Das alte Kreuz wird durch ein neues, einfacheres, verzinktes, ersetzt. Das alte Kreuz, dass noch von dem Müllenbacher Schmied Bartholomäus Gilles geschmiedet wurde, steht noch eine Zeit lang auf dem Kirchenspeicher, später auf der Wiese neben der Kirche, bis es eines Tages von einem Schrotthändler mitgenommen wird. Ein Stück Müllenbacher Kultur und Geschichte wird der Verwertung überlassen.

 98 Schulkinder besuchen die Volksschule Müllenbach (58 Unterstufe, 40 Oberstufe).

 In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober wird in das Schulgebäude eingebrochen und dabei 360,- DM aus dem Sparschrank entwendet. Die Täter können trotz umfangreicher Ermittlungen der Kriminalpolizei nicht ermittelt werden.

 Durch die Einführung des 9. Schuljahres, werden die Schüler dieses Jahrgangs in der Schule Kaisersesch zusammengefasst, da bei 2-Klassigen Schulen die Durchführung eines 9. Schuljahres nicht möglich erscheint.

Der Gemeinderat verabschiedet den Bebauungsplan „Östliche Ortserweiterung“ zusätzlich soll das Teilgebiet „Ellenplätzchen“ mit einbezogen werden. Es entsteht ein gemeinsamer Bebauungsplan „Lauberg und auf Ellenplätzchen“.

 Der bisherige Gemeindediener Theo Barbye (Bärbys Ditsch) muss aus Gesundheitsgründen sein Amt niederlegen. Seine Aufgaben übernimmt Jakob Köhn (Kipp Jockem).

 Am 02. November tritt Bundeskanzler Ludwig Erhard zurück. Sein Nachfolger wird Kurt Georg Kiesinger.

 Die kirchliche Statistik vermeldet für das Jahr 1966: Zehn Taufen (Mü), sieben Hochzeiten, davon eine auswärts (Mü / Lau), sieben Bestattungen (Mü), Zahl der hl. Kommunionen: 17.500.

 1967: Am 01. Mai um 15:00 Uhr, findet die feierliche Einweihung der neuen Filialkirche in Laubach statt. Die Ehrengäste sind hiernach zu einem Imbiss ins Gasthaus Klemens geladen. Am Abend feiert die Pfarrgemeinde im Gasthaus Klemens, mit dem Kirchenchor, dem Gesangverein Laubach und dem Gesangverein Müllenbach. Die Gesamtherstellungskosten für die Kirche betragen rund 460.000 DM.

 Zum 1-jährigen Bestehen veranstaltet der Männergesangverein Müllenbach ein großes Sängerfest im Festzelt „Auf der Nick“.

 94 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach (34 Oberstufe, 60 Unterstufe).

 Noch immer werden die Grube Colonia und die Ölmühle als Wohnplätze der Gemeinde Müllenbach geführt. Beide Gebäude sind zerfallen und nicht mehr bewohnbar, sie werden aus der Liste der Wohnplätze entfernt.

 Nach einem Ministerialerlass vom 12. Juni und einer Verfügung des Landratsamtes vom 16. August, soll sich die Gemeinde Müllenbach freiwillig mit Laubach-Leienkaul zusammenschließen. Der Gemeinderat lehnt dies einstimmig ab.

 Am 26. Oktober wird in Teheran, Mohammed Reza Pahlewi zum Schah (König) von Persien gekrönt. Das große Inthronisationsfeuerwerk wird von der Fa. Steffes-Ollig aus Müllenbach gestaltet. Hunderttausende verfolgen dieses einmalige Großfeuerwerk der Müllenbacher am nächtlichen Himmel über Teheran.

 Der Männergesangverein veranstaltet erstmalig im Saale Steffes-ollig einen „Bunten Abend“, dem viele weitere folgen werden.

 Die kirchliche Statistik vermeldet für das Jahr: Acht Taufen (Mü), Zwölf Hochzeiten (3 Lau., 7 Mü., 2 auswärts), 7 Bestattungen (Mü), Zahl der hl. Kommunionen: 21.500.

 1968: Ein neues Schulgesetz bringt eine Neugliederung der Volksschule. Demnach gibt es eine Grund- (1. bis 4.Schj.) und eine Hauptschule (5. bis 9. Schj.). Die Hauptschule soll als Mittelpunktschule für alle Orte der Verbandsgemeinde in Kaisersesch entstehen.

  Am 04. Juli des Jahres verstirbt der 13-jährige Schüler Wolfgang Schmitz nach einem Unfall mit seinem Rennrad im Bereich „Engels Berg". (Steigung der Brunnenstraße zum Wagenweg / Haus Milda). Seine Mutter hat ihn mit einer Ware zur Kundschaft geschickt. Er fällt auf die Rinnsteinkante und zieht sich hierbei schwere Kopfverletzungen zu. Karl-Heinz Steffes-enn leistet noch erste Hilfe bis der Arzt kommt. Im Rettungswagen, auf dem Weg zur Unfallklinik in Bonn, verstirbt Wolfgang jedoch. Seine Mutter begleitet ihn in den letzten Minuten seines Lebens.

 Die Gemeinde Müllenbach wünscht für das Jahr 1969 in das Förderprogramm Ortsentwässerung aufgenommen zu werden. Es ist für die Gemeinde eine vordringliche und unbedingt notwendige Aufgabe die Ortsentwässerung durchzuführen.

 95 Schüler besuchen die Volksschule Müllenbach (51 Unterstufe, 44 Oberstufe).

 Im August feiert die Firma Steffes-ollig nicht nur den 80. Geburtstags ihres Chefs, Josef Steffes-ollig, sondern gleichzeitig auch das 100-jährige Bestehen des Unternehmens, welches sich auf Sprengstoffe und Feuerwerke spezialisiert hat. Einer der ersten Festredner anlässlich der Feierlichkeiten im Gasthaus Steffes-ollig, ist Direktor Golly, von Dynamit Nobel in Essen, der dem Jubilar und der Fa. ein hervorragendes Zeugnis ausstellt.

 Am 06. Oktober findet in der neuen Laubacher Filialkirche die Glockenweihe statt. Zwei der drei Glocken wurden bei der Fa. Mark in Brockscheid neu gegossen, die dritte ist die 1852 von Glockengießer Matthias Josef Schmitz in Müllenbach gefertigte (200 Kg), welche bis zum Jahre 1964 in Faid ihre Dienste leistete und danach bei der Fa. Mark in Brockscheid gelagert war. Sie wurde mit der Fa. Mark gegen die Glocke aus der alten, verfallenden, Laubacher Kapelle getauscht.

 Der Gemeinderat beschließt, durch die Bundespost eine öffentliche Telefonzelle im Ort installieren zu lassen. Favorisiert wird der Standort Brunnenstraße/Ecke Hauptstraße. Der Endgültige Standort ist später vor der alten Schule, neben der Feuerwehrgarage.

 Die kirchliche Statistik vermeldet für das Jahr: Acht Hochzeiten (3 hier, 5 auswärts), 12 Taufen (Mü), 5 Bestattungen (Mü), Zahl der hl. Kommunionen: 21.000.

 1969: Am 16. März wird in der Pfarrei Müllenbach-Laubach der erste Pfarrgemeinderat gewählt. Die Amtszeit des Rates beträgt 3 Jahre. Der erste Vorsitzende ist Ernst Welter, sein Stellvertreter Josef Rieder, Lehrer in  Laubach.

 Am 8. April feiert der älteste Mann unseres Ortes, Obersteiger i. R. Peter Felser, in guter Rüstigkeit sein 90. Lebensjahr.

Nach 44 Jahren bei den Steyler Missionsschwestern in Argentinischer Mission weilt die Müllenbacherin, Schwester Herbertine (Maria Steffes-holländer), zu einem 4-wöchigen Besuch in der alten Heimat. Bürgermeister Franzen begrüßt die Ordensschwester in Müllenbach. Männergesangverein, Kirchenchor und der Tambourverein bringen dem Gast ein Ständchen. Nach acht Wochen Aufenthalt in Deutschland wird sie nach Argentinien zurückkehren.

 Gemeinderatswahlen: Ergebnisse: Wahlberechtigt sind 491 Wähler, gewählt haben 345; Wählergruppe Erhard Franzen-202, WG Oskar Klotz-44 und WG Hans Schmitz-84 Stimmen, 24 Stimmen ungültig.

 Bürgermeister in Müllenbach wird Josef Gilles. Sein Stellvertreter Heinz Peters. 4 Kandidaten waren nominiert für den Posten des Bürgermeisters: Josef Gilles, Anton Scharbach, Hans Schmitz und Wilfried Klostermann. Josef Gilles erhält 6, Anton Scharbach 2, Hans Schmitz und Wilfried Klostermann je 1 Stimme. Eine weitere Stimme ist ungültig.

 Zum ersten sozialdemokratischen Bundeskanzler wird am 22. Oktober Willy Brandt im Bundestag gewählt.

 Pfarrer in Müllenbach: Dr. Bothe Bernd, (geb. in Schelmkappe/Löningen) (Amtszeit:1969 - 1970 ).

 97 Kinder besuchen die Volksschule Müllenbach (51 Unterstufe, 46 Oberstufe).

 20. Juni 3:50 Ortszeit, erstmals sind Menschen auf dem Mond gelandet. Der Amerikaner Neil Armstrong ist der erste Mensch der den Fuß auf den Mond setzt. „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit“. Auch in Müllenbach wird über Funk und Fernsehen die Berichterstattung verfolgt. Viele Fenster sind in dieser Nacht noch lange beleuchtet.

 Der Gemeinderat ernennt Paul Klotz zum neuen Brandmeister der freiwilligen Feuerwehr Müllenbach.

 Ende Oktober findet in der Gaststätte Steffes-ollig wieder ein Altentag der Gemeinde statt. Bürgermeister Josef Gilles hatte einen solchen Tag für die älteren Bürger schon lange geplant, alleine an den finanziellen Mitteln scheiterte das Vorhaben. Nun erklärte sich der Jagdpächter Kuh bereit diesen Altentag finanziell zu unterstützen. Von 62 geladenen Senioren kommen 60 und lassen es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Zur Unterhaltung liest Lehrer Scharbach mit den Schulkindern Gedichte vor, der Männergesangverein unterhält mit Lieddarbietungen und Pastor Bothe zeigt einen Lichtbild-Vortrag.

 In Müllenbach und Kaisersesch werden die Opferstöcke der Kirche ausgeraubt.

 11. November, dass Martinsfeuer wird in diesem Jahr in der Nähe des Schulhofs abgebrannt. Erstmals beteiligt sich an dem Umzug auch der Tambourverein. Durch starken Sturm wird das Feuer fast gefährlich für die umliegenden Häuser. Brennende Papierfetzen und Funken lassen Brandgefahr entstehen. Die Feuerwehr kann mit 2 Spritzen das schlimmste verhindern.

 1970: Einwohnerzahl in Müllenbach 713  ( 679 Einw. rk, 28 evang., 6 sonst. )

 Pfarrer in Müllenbach: van Iersel Peter, (geb. in Best/Holland)   ( Amtszeit:1970 - 1972 )

 Beim Schulsportfest der Hauptschule Kaisersesch kann der Müllenbacher Hans-Joachim Mengel mit 304 Punkten die Bestleistung erzielen.

 Im Februar des Jahres wird im Gasthaus Valerius eine moderne, vollautomatische Kegelbahn installiert. Das Gasthaus wird damit noch attraktiver und schon im Vorfeld hört man von Neugründungen diverser Kegelclubs, die das neue Angebot in Müllenbach nutzen möchten.

 Die Gemeinderäte von Müllenbach und Laubach, so berichtet die Rhein-Zeitung, sehen sich in diesem Jahr gezwungen, eine Resolution zu verfassen, welche eine geplante Mülldeponie im Kaulenbachtal verhindern soll. Im Kaulenbachtal soll ein Großteil des anfallenden Mülls im Altkreis Cochem deponiert werden. Die beiden Gemeinderäte verfassen folgende Resolution: „Wir können es nicht zulassen, dass ausgerechnet ein so ortsnahes Bachtal in einen zentralen Müllplatz umgewandelt werden soll, wodurch zugleich auch der viel begangene Fußweg nach der Walfahrtskirche Martental abgeschnitten würde.“

 Wie im Krimi geht es zu, als die Gendarmerie Cochem zwei Bundesweit agierende Autodiebe in Kaisersesch verfolgt. Bei der Fahrerflucht gibt die Polizei Warnschüsse ab, der Fahrer des Fluchtwagens fährt in einen Straßengraben, kann aber zu Fuß flüchten. Er wird am nächsten Morgen in Müllenbach festgenommen. Dem 17-jährigen aus Müllenbach und seinem gleichaltrigen Komplizen aus Hasborn wird Einbruch und Diebstahl von rund 30 Fahrzeugen in der ganzen Republik vorgeworfen.

 Das Ehepaar Johann Klotz und Margarete Klotz, geb. Krämer, Hauptstraße 59, feiern das Fest der Goldenen Hochzeit. Johann Klotz war von 1949 bis 1967 Bürgermeister der Gemeinde und hat sich hierbei große Verdienste erworben. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und die Bürger der Gemeinde.

 Am 13./14. Juni findet die Einweihung der vom Eifelverein erstellten Blockhütte (Hubertushütte) im Eichels statt. Als Tisch, in der Nähe der Hütte, dient ein ehemaliger Mühlstein der alten Ölmühle im Lessierbachtal.

 Am 20. Juni besucht Weihbischof Schmidt unsere Pfarrei. Die Firmung wird am folgenden Tag in Masburg abgehalten.

 Ab 1. August des Jahres zeichnet sich eine Lösung des Problems der übermäßigen Schülerzahlen ab. Ab sofort dürfen die Schuljahre 6 – 9 die Hauptschule in Kaisersesch besuchen. Die Klassen 1 – 5 verbleiben in Müllenbach. 71 Schulkinder besuchen somit noch die Volksschule Müllenbach.

 Der Eifelverein Müllenbach richtet im Gasthaus Steffes-ollig eine Gemäldeausstellung seines Mitglieds Eduard Valerius aus.

 Der Gemeinderat beschließt einen neuen Kinderspielplatz innerhalb der Ortslage anzulegen, hierzu sollen Gelder in Höhe von 5.400 DM zur Verfügung gestellt werden.

 Im Oktober feiern die Eheleute Johann und Maria Klotz ihre Goldene Hochzeit. Ortsvereine, Gemeinderat, Bürgermeister und Schüler finden sich zur Gratulation ein.

 Das Martinsfeuer findet, wegen der schlechten Erfahrungen im vergangenen Jahr, erstmalig auf dem Alten Sportplatz statt.

 Am 24. Oktober wird in Laubach die 15-jährige Petra Maria Frenz von einem Auto erfasst und getötet.

 Im November gibt der Bürgermeister bekannt, dass es dem Halter des Gemeindebullen nicht länger zumutbar ist diesen zu halten, da er sehr bösartig ist. Im Hinblick auf die wenigen deckfähigen Rindviecher der Gemeinde in den nächsten Jahren (20 – 30 Stück) gilt es zu überlegen, den Gemeindebullen abzuschaffen und auf instrumentelle Besamung umzustellen. Der Gemeinderat beschließt, ab sofort die instrumentelle Besamung der Rinder durchzuführen.

 Am 09.12 wird durch Georg Leber das Autobahnteilstück der A 48 von Dernbach bis Wittlich freigegeben.

 1971: Am 21. März finden Landtagswahlen statt. Die Ergebnisse für Müllenbach: CDU-232, SPD-112, FDP-3 und NPD-2 Stimmen.

 Im Mai vergibt der Gemeinderat den Auftrag zum Bau einer Kläranlage an die Bauunternehmung Schmitt in Ulmen. Innerhalb von 2 Wochen soll mit dem Bau begonnen werden.

 76 Schulkinder besuchen die Schule in Müllenbach.

 Am 29. August spricht sich die Elternversammlung einstimmig für eine 5-Tage Woche für die Kinder des 1. Schuljahres aus. Die Forderung wird nach den Herbstferien umgesetzt.

 Im Oktober feiern die Eheleute Josef Klee und Eheleute Hubert Reuter das Fest der Goldenen Hochzeit. Schon am 1. November kann das nächste Jubiläum, ebenfalls eine Goldene Hochzeit, von dem Ehepaar Brauns im Holzweg gefeiert werden.

 Am 27. November wird in Laubach der 55-jährige Anton Wierschem am frühen Morgen beim Austragen der Rhein-Zeitung von einem Auto erfasst und getötet. Der Fahrer begeht Fahrerflucht, wird aber später in Müllenbach ermittelt.

 Das Wetter spielt verrückt, statt Eisblumen blühen im Dezember die Frühjahrsblumen.

 1972: Durch Erdaufschüttung wird in der Nähe des Lehrerhauses in der Brunnenstraße der Platz für einen neuen Kinderspielplatz geschaffen. Spielgeräte werden teilweise vom alten Spielplatz übernommen oder durch die Gemeinde neu angeschafft.

 Die Anlage der Kanalisation im Ort ist in vollem Gange. Im März des Jahres wird mit dem 2. Bauabschnitt begonnen.

 Am 8. März wird Heinz Krämer durch den Gemeinderat zum neuen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Müllenbach berufen. Am 7. April wird ihm die Ernennungsurkunde durch den Ortsbürgermeister überreicht.

 Im April beschließt der Gemeinderat Spielgeräte für den neuen Spielplatz im Wert von 3.500 DM zu kaufen.

 Mitte des Jahres wird der neue Kinderspielplatz in der Nähe der Schule feierlich eröffnet.

 Der Gemeinderat legt fest, dass sich der Kirmesplatz der Gemeinde in Zukunft im Bereich des neuen Spielplatzes befindet.

 In der Schule wird ab 1. August  die neue Mathematik, die „Mengenlehre“ eingeführt. Der herkömmliche Rechenunterricht darf nicht mehr gehalten werden.

 Am 19. November findet Bundestagswahl statt. Wahlberechtigt sind in Müllenbach 525 Bürger, gewählt wird tatsächlich von 476 Bürgern.

 Am 22. November verstirbt unerwartet unser Pfarrer Petrus van Iersel an Herzversagen im Krankenhaus Cochem. Er wird unter großer Anteilnahme der Pfarrgemeinde auf dem Friedhof in Müllenbach beigesetzt.

 Pfarrer in Müllenbach: Flatau Konrad, (geb. in Heilsberg/Ostpreußen)  ( Amtszeit: 1972 - 1973 )

 In Laubach sind die Arbeiten zur Autobahnanschlußstelle in den letzten Zügen. Schon in wenigen Monaten wird man die Auf- und Abfahrt nutzen können. Die Region wird somit an das Bundesautobahnnetz angeschlossen sein.

 1973: Pfarrer in Müllenbach: Freytag Wilhelm, (geb. in Ankum)  ( Amtszeit:1973-1979 )

 Wolfgang Fröschen und einer seiner Arbeitskollegen vom Flugplatz Büchel, ein ehemaliger Uhrmacher, bringen die 117 Jahre alte Müllenbacher Kirchturmuhr wieder in Ordnung. Nach Herstellung einiger Teile kann die Uhr nach langer Zeit wieder in Betrieb gehen. Fortan wird Wolfgang Fröschen die Pflege und Wartung übernehmen, hierzu gehört auch das Aufziehen der Kirchturmuhr, dreimal die Woche.

 Der Bebauungsplan für das Baugebiet „Ellenplätzchen“ sieht auch eine Erweiterung des Friedhofes vor.

 Schwer verletzt wird die sechsjährige Heike Limper bei einem Unfall an der Einmündung Mauritiusstraße / Neustraße. Als sie die Straße mit ihrem Fahrrad überqueren möchte, wird sie von einem Fahrzeug erfasst. Sie wird schwer verletzt  in das Marienkrankenhaus Cochem eingeliefert, von wo sie später mit einem Rettungshubschrauber zur Uni-Klinik Bonn verlegt wird.

 Der Eifelverein Müllenbach baut einen Brunnen im Bereich Ulmener Wiese (Elme Wiss). Auch eine kleine Brücke über den Lessierbach wird erstellt.

 Mit Schreiben der Bezirksregierung wird am 12. Juli den Schulen die Auflösung des bisherigen Systems mitgeteilt. Mit Wirkung vom 1. August existiert eine vierklassige Grundschule in 2 Gebäuden (Laubach und Müllenbach). Nach Beschluss der Lehrerkonferenz werden aus organisatorischen Gründen in Laubach das 1. und 4. Schuljahr, in Müllenbach das 2. und 3. Schuljahr unterrichtet.

 Die Eheleute Theodor Peters und Margarete Peters, geb. Steffes-holländer, Hauptstraße 9, feiern bei bester Gesundheit ihre Goldene Hochzeit. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und alle Bewohner des Ortes.

 Im Oktober des Jahres treffen sich die Gemeinderäte aus Müllenbach und Laubach um über den gemeinsamen Bau eines Kindergartens für die beiden Orte zu debattieren. Als Standort für den Kindergarten wird das Neubaugebiet in Laubach favorisiert. Diskutiert wird auch wieder über die Zusammenlegung der beiden Orte zu einer neuen Gemeinde.

 Fahrverbote an vier Sonntagen zeigen den Deutschen die Grenzen des Wachstums auf. Arabische Staaten haben einen Ölboykott verfügt.

 Ende des Jahres wird mit dem lange erwarteten Bauabschnitt III der Kanalisation begonnen.

 Ebenfalls Ende des Jahres wird ein Altentag der Gemeinde durchgeführt.

 1974: Ab Januar verteilt nicht mehr wie bisher der Gemeindediener die wichtigen Informationen im Ort. Die Zeiten der „Schall“ sind vorbei. Künftig wird ein Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde über sämtlich wichtigen Vorhaben, Ereignisse und Planungen berichten. Das Mitteilungsblatt wird an alle Haushalte verteilt.

 Heinz Peters wird zum Ortsbürgermeister in Müllenbach gewählt. Sein Stellvertreter ist Paul Klotz.

 Der Eifelverein stellt im Vorfeld der Aktion „Unser Dorf soll schöner werden“ in Müllenbach sechs neue Blumenkübel auf. In Abhängigkeit zu den Mitgliederzahlen Mitgliederzahlen, wird weiterhin in Laubach zwei und in Leienkaul ein neuer Pflanzkübel aufgestellt.

 Am  06. Mai erklärt Bundeskanzler Willy Brand wegen der Guillaume Affäre seinen Rücktritt. Neuer Bundeskanzler wird Helmut Schmidt.

 Wieder wird über einen zukünftigen Standort eines Kindergartens gesprochen. Innerhalb der Sitzung erfährt man dann, dass evtl. die Grundschule in Müllenbach in naher Zukunft geschlossen werden soll, da die Schülerzahlen geringer werden.

 Die Frauengemeinschaft wird gegründet. Mitglieder sind Frauen aus Müllenbach und Laubach (Laubach 39, Müllenbach 19 Frauen). Bei der Vereinsgründung zugegen sind auch Pastor Freytag und Pastor Otten (Martental) Zur ersten Vorsitzenden wird Therese Tholl aus Laubach gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder: Martha Fischer, Erna Rieder, Franziska Kreusch, Irene Peters, Katharina Schweitzer, Helga Krämer, Agnes Laux, Elisabeth Gorges und Edith Winkel.

 Der Sportverein Müllenbach (Spvgg 1924) feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen.

 Auf Wunsch der Müllenbacher Bürger entscheidet der Gemeinderat den Kirmesplatz wieder in den Ortsmittelpunkt zu verlegen.

 Ende des Jahres spricht man in den Räten von Laubach und Müllenbach darüber, das frei werdende Müllenbacher Schulgebäude zum Kindergarten für die Orte Müllenbach, Laubach und Leienkaul umzubauen. Die Kosten sollen sich auf 85.000 DM belaufen. Ein Neubau indes würde etwa 400.000 DM kosten.

 1975: Zum 01. Januar tritt die Regelung in Kraft, dass man schon mit 18 anstatt wie bisher mit 21 die Volljährigkeit erreicht hat. Die Gemeinderäte von Müllenbach und Laubach stimmen für einen gemeinsamen Kindergarten in der bisherigen Grundschule Müllenbach ab.

 Das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern in Müllenbach das Ehepaar Michael Marx (85) und seine Frau Anna (83), geb. Wollenweber. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Vereine und alle Einwohner des Ortes.

 Vom 30. Mai bis 02. Juni feiert der Kirchenchor St. Cäcilia Müllenbach sein 100-jähriges Bestehen. Während des Festaktes im Saale Steffes-ollig überreicht Landrat Bartos im Auftrag des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, den Wappenschild des Landes.

 Am 19. Juni beginnt man in Laubach mit dem Abriss der alten Kapelle St. Joseph im Ortsmittelpunkt.

 Werden die Schulen Laubach und Müllenbach zu einem Schulsystem zusammengefasst. Die Müllenbacher Kinder besuchen ab dem neuen Schuljahr (nach den Sommerferien) die Grundschule in Laubach.

 1.300 Menschen besuchen das Starprogramm anlässlich des Müllenbacher Junggesellenfestes. Vorsitzender Wilfried Biedermann und die Männer des Junggesellenvereins haben wieder einmal keine Kosten und Mühen gescheut einen einmaligen Starabend auf die Beine zu stellen. Zu Gast im Festzelt sind: Tanz- und Show Orchester John C. , Parodist und Conferencier Olaf King, sowie Schlagersängerin Ramona.

 Im Oktober des Jahres teilt die Bezirksregierung der Gemeinde mit, dass der gemeindlich genutzte Müllplatz („Fluutz“, der Verf.) mit sofortiger Wirkung zu schließen ist. Die Rekultivierung des Geländes muss bis 31.05.1976 durchgeführt werden. Bis Dato war der Müllplatz noch zur Ablagerung von Bauschutt zugelassen.

 1976: Ab 1. Januar 1976 wird der Kindergarten Müllenbach, im ehemaligen Schulgebäude in der Brunnenstraße, in Betrieb genommen.

 Der Eifelverein Ortsgruppe Müllenbach legt im Müllenbachtal ein Vogelschutzgebiet an. Im Rahmen dieser Aktion werden diverse Vogelhäuschen im Bereich der Talhänge angebracht.

 Mitte des Jahres wird auf der „Nick“ ein Hubschrauberlandeplatz für Notfälle eingerichtet. Jeder Ort muss im Rahmen der Luftrettung einen solchen Landeplatz zur Verfügung stellen. Rettungshubschrauber sollen in Notfällen einen geeigneten Landeplatz vorfinden.

 Nachdem die 1952 eingebaute Kirchen-Heizung defekt ist, erhält die Firma Mahr aus Aachen 1976 den Auftrag zum Einbau einer neuen Heizung.

 Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird im Bereich Einmündung Mauritiusstraße/ L-52 ein Verkehrsspiegel angebracht. Die Kosten hierfür übernimmt die Ortsgemeinde.

 Nach erfolgter Kanalisation werden die Brunnenstraße und der Wagenweg erneuert und mit einer Deckschicht versehen.

 Die 1974 gegründete Frauengemeinschaft (Laubach-Müllenbach) spaltet sich auf. Die Vorsitzende der neuen Müllenbacher Frauengemeinschaft ist Frau Agnes Sültenfuß.

 Im August beschließt der Gemeinderat eine Namensgebung für die Straße A im Neubaugebiet Lauberg. Zwei Vorschläge liegen vor: „Im Lauberg“ und „Heideweg“. Im Rahmen der Abstimmung entscheidet man sich einstimmig für den Namen „Heideweg“.

 Am 21. und 22. August feiert der Junggesellenverein sein diesjähriges Junggesellenfest mit einem Starabend. Zu Gast sind: Costa Cordalis mit einer neun Mann starken Begleitband, und der aus Funk und Fernsehen bekannte Parodist und Conferencier Olaf King. Vereinsvorsitzender Wilfried Biedermann und die Mitglieder des Vereins haben wieder ein buntes Programm zusammengestellt.

 Der Eifelverein Ortsgruppe Müllenbach feiert im Oktober im festlich geschmückten Saal Steffes-ollig sein 60-jähriges Bestehen. Im Rahmen der Feierlichkeiten werden folgende Mitglieder mit der grünen Ehrennadel des Eifelvereins ausgezeichnet: Lothar Valerius, Mechthild Weber, Josef Gilles, Amalie Gilles und der amtierende Vorsitzende der Ortsgruppe, Helmut Reuter sen.

 1977: Der Eifelverein baut die zuvor abgebrannte Hubertus-Schutzhütte im Eichels wieder auf.

 Nach erfolgter Kanalisation wird in diesem Jahr die Hauptstraße ausgebaut. Es werden auch neue Straßenschilder in allen Ortsstraßen angebracht.

 Vom 19. bis 21. August feiert der Junggesellenverein sein 100-jähriges Bestehen. Im Rahmen eines Festkommers werden ehemalige Vorstandsmitglieder geehrt und der Vereinsvorsitzende Gerd Schüller erhält durch Rolf Braun, dem Referenten für Öffentlichkeitsarbeit der Landesregierung, den Wappenschild des Landes Rheinland-Pfalz.

 Der Ortsgemeinderat beschließt nach der Erweiterung des Friedhofes nun auch ein Kriegerdenkmal aufzustellen.

 1978: Die Gemeinde beschwert sich über die bis Dato noch immer nicht durchgeführte Flurbereinigung. Die Ortsgemeinde Müllenbach ist einer der letzten Orte in der Verbandsgemeinde in der die Flurbereinigung noch nicht durchgeführt ist.

 Im Rahmen der Spiele um den Wanderpokal der Verbandsgemeinde Kaisersesch, wird am 15. Juli auf dem Sportplatz Müllenbach durch Pastor Freytag die neu erstellte Umkleidekabine eingeweiht. Mit dem Bau wurde im April 1976 begonnen

 Der Eifelverein weiht seine neue, größere Schutzhütte (Hubertus Hütte) im Eichels feierlich ein. Ferner wird die Ecke Holzweg/Neustraße (Glockengießerdenkmal) neu gestaltet und bepflanzt. Auch wird eine Nistkastenaktion im Ortsbereich durchgeführt und die Quelle der Brunnenanlage am Lessierbach (Elmer Wiss) neu gefasst.

 Am 03. September gibt es ein großes Chorkonzert des Chores der Chorleiter im Sängerbund Rheinland-Pfalz, in der Pfarrkirche Müllenbach. Etwa 140 Chorleiter des Sängerkreises tragen wundervolle Melodien vor. Ein Konzert, von dem wegen seiner Einmaligkeit noch lange die Rede sein wird, so schreibt die Rhein-Zeitung. Zu verdanken hat Müllenbach dieses hochwertige Konzert dem Bundesgeschäftsführer Hans Lehnen, der aus Müllenbach stammt und den Sängerkreis zu seinem 65. Geburtstag in die Kirche St. Hubertus eingeladen hat. Mit dem Reinerlös der Veranstaltung soll das Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Müllenbach finanziert werden.

 Am 12. September 1978 beschließt der Kirchenvorstand die Renovierung und die teilweise Erneuerung des Kirchenturmes.

 Die stark geschädigte Friedhofsmauer im Bereich Holzweg (etwa 1,50 Meter hoch) wird durch eine 50 cm hohe Bruchsteinmauer ersetzt.

 1979: Im Einmündungsbereich Holzweg / L-52 wird eine Bushaltestelle mit Wendeplatz gebaut.

 Wiederwahl von Heinz Peters zum Ortsbürgermeister von Müllenbach. Sein Stellvertreter wird Walter Tholl.

 Pfarrer in Müllenbach: Walhorn Johannes, (geb. in Osnabrück)  (Amtszeit:1979 - 1993 ).

 Müllenbach plant eine Teilnahme an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

 1980: Vom 15. bis 17. August führt der Junggesellenverein Müllenbach sein alljährliches Junggesellenfest durch. Am Freitag gibt es eine Hitparade mit Jörg Ebner von RTL, am Samstag ein Starprogramm vor über 900 Gästen mit Gabi Baginsky und der Rolly Brandt Show. Fast 1100 Teilnehmer verzeichnet man am Sonntag beim feierlichen Umzug durch den Ort, mit Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal.

 92 Senioren über 70 Jahre der Ortsgemeinde Müllenbach verbringen Ende November einen schönen Seniorentag im Gasthaus Steffes-ollig. Nach einem gemeinsamen Kirchgang, gestaltet durch den Kirchenchor, trifft man sich bei Kaffee und Kuchen in der Gaststätte und erzählt von Damals. Der älteste Teilnehmer ist 87 Jahre alt.

 1981: Legt der Eifelverein neben der Schutzhütte im Eichels einen neuen Grillplatz an. 

 Die Ära Kohl (1982 – 1998)

 

 1982: Am 15. Februar verliert ein junger Müllenbacher Bürger sein Leben bei einem grässlichen Unfall auf der A48. Willi Klotz, ist aus ungeklärter Ursache als Geisterfahrer auf der Strecke zwischen Laubach und Kaisersesch unterwegs. Hierbei stößt er  frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen und ist sofort tot. Die Trauer des Ortes lähmt alle Fastnachtsvorbereitungen in diesem Jahr. Niemandem ist nach Feiern zumute.

 Am 13. März verkündet die DWK, dass im Bereich Hambuch / Illerich eine Wiederaufbereitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstoffe entstehen soll. Schon am nächsten Tag versammeln sich aufgebrachte Bürger der Region zu einem Protest auf dem Kaisersescher Marktplatz.

 Mit Schreiben vom 03. Mai machen die Priester des Pfarrverbandes Martental auf den Priestermangel aufmerksam, welcher in Zukunft dazu führen kann, dass nicht alle Gottesdienst der Pfarreien noch bedient werden können und das sich die katholischen Gemeindemitglieder auf Einschränkungen einstellen müssen.

 Am 16. Mai findet eine Sternwanderung zum geplanten Bauplatz der beabsichtigten Wiederaufbereitungsanlage (WAA) zwischen Hambuch und Illerich statt. Über 4.000 Bürger zeigen damit ihren Widerstand gegen die geplante Anlage.

 Der Eifelverein stellt rings um Müllenbach geschnitzte Wegweiser auf.

 Am 2. September schleudern Unbekannte einen Molotow-Cocktail in das Büro der DWK in Kaisersesch. Die Bürgerinitiative gegen die WAA distanziert sich deutlich von diesem Anschlag.

 Am 5. September demonstrieren in Kaisersesch 5.000 Menschen gegen den geplanten Bau der WAA im Wald zwischen Illerich und Hambuch. Ein großes Polizeiaufgebot begleitet die friedlichen Demonstranten bei ihrem Protestmarsch durch Kaisersesch.

 Der Widerstand der WAA-Gegner hat Erfolg. Anfang November teilt die Betreibergesellschaft DWK mit, dass sie nicht in Hambuch / Illerich, sondern nunmehr in Wackersdorf / Bayern bauen möchte.

 Dez.: Wird Anna Schmitz (geb. Gilles) beim Überqueren der Neustraße in Höhe Einmündung Mauritiusstraße von einem Fahrzeug erfasst, sie verstirbt wenig später an ihren schweren Verletzungen. Anna Schmitz war die Ehefrau des am 16.08.82 verstorbenen Nikolaus Schmitz (Bosch), dem letzten selbstständigen Friseur im Ort.

 In der Rhein-Zeitung erscheint ein Bericht über Erich Peters, den Leiter der Postdienststelle in Müllenbach. Die Zeitung mutmaßt, dass der fleißige Postbote mit seiner Hündin Cora jeden Tag etwa 15 Kilometer beim Post austragen zurücklegt, was über den Zeitraum seiner mittlerweile 40 Jahre andauernden Beschäftigung etwa eine dreifache Weltumrundung bedeutet.

 Zum 01. Oktober beendet ein Misstrauensvotum die Karriere von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Zu seinem Nachfolger wird Helmut Kohl (CDU), ehemals Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz gewählt.

 1983: Der Eifelverein bringt innerhalb der Ortslage Müllenbach Hinweisschilder an, welche die Wanderwege anzeigen.

 13. September. Die Schul- und Feuerglocke, die von der 1808 entweihten Kapelle in Martental an Müllenbach ging, wird an Martental zurückgegeben. Die Gemeinde Müllenbach macht zur Auflage, dass die letzte Glocke, welche der Glockengießer Matthias Schmitz 1860 in Müllenbach goss, von der Gießerei Mark in Brockscheid an Müllenbach zurückgegeben wird. Nach der Rückgabe durch Mark, dient diese nun als Totenglocke in der Friedhofskapelle. Unter großer Beteiligung der Ortsbewohner wird auf dem Friedhof Müllenbach eine Glockenweihe abgehalten.

 Im Oktober führt der Männergesangverein 1966 ein Chorkonzert im Saale Valerius-Zirwes durch, an dem viele Gastvereine aus der Umgebung teilnehmen. Auszeichnungen gibt es für Willi Gerhartz, der seit 50 Jahren aktiver Sänger in Müllenbach ist, und Rudi Felser für seine Verdienste als langjähriger Vereinsvorsitzender des MGV.

 Am 24. Oktober wird die Filliale der Sparkasse in Laubach überfallen. Der Täter kann 17.000 DM erbeuten und zuerst unerkannt flüchten. Nach etwa einer halben Stunde wird ein 23-jähriger Mann aus Piesport durch die Polizeibeamten an der Autobahnauffahrt Laubach festgenommen. Das Geld trägt er bei sich. Marita Steffes-ollig aus Müllenbach, die in der Sparkasse beschäftigt ist und dem Täter gegenüber stand, ist noch einige Zeit unter Schock.

 1984: Heinz Peters wird wiederholt zum Ortsbürgermeister gewählt. Rudi Gilles ist sein Stellvertreter im Amt.

 Die Flurbereinigungsmaßnahmen in Müllenbach werden in diesem Jahr abgeschlossen.

 Mitarbeiter des Munitionsdepots Ulmen, darunter auch einige Müllenbacher, setzen im Hochpochtenwald das „Hochkreuz“ wieder instand. Nach vielen Jahren waren die Wegweiser verfault und hingen herab.

 Am 24. August kann nach etwa zwei Jahren Bauzeit das vom Junggesellenverein gestiftete Glockengießerdenkmal eingeweiht werden. Ortsbürgermeister Heinz Peters und Glockengießer Mark aus Brockscheid halten die Festansprache. Die Blaskapelle Kaisersesch umrahmt die Feierlichkeiten musikalisch.

 Der Tambourverein feiert Ende August sein 20-jähriges Bestehen mit vielen Gastvereinen und jede Menge Musik.

 Anlässlich der Müllenbacher Kirmes gibt es in diesem Jahr nicht nur das Fest an sich, sondern auch noch das 60-jährige Bestehen der Spvgg 1924 Müllenbach und den ersten Platz des Ortes im Gemeindevergleich „Unser Dorf soll schöner werden“ zu feiern. Müllenbach und Fankel sind die schönsten Orte im Kreis.

 Nach Abschluss der Flurbereinigungsmaßnahmen in Müllenbach installiert der Eifelverein zehn Naturholzbänke an den Wanderwegen und eine unterhalb des Glockengießerdenkmals, am Wanderparkplatz. Weiterhin wird ein neuer Rundwanderweg durch den Bau einer kleinen Brücke über den Müllenbach, im Bereich der ehemaligen Zirwes-Mühle erschlossen.

 Im November erhält Ortsbürgermeister Heinz Peters in Bad Ems durch Regierungspräsident Heinz Korbach die Freiherr-vom-Stein-Plakette, mit der seit Jahren der besondere ehrenamtliche Dienst in der Kommunalpolitik gewürdigt wird.

 1985: Am 16. Februar genehmigt die Bezirksregierung der Ortsgemeinde Müllenbach das Führen eines Ortswappens, welches folgende Symbole zeigt: Zwei Schieferhämmer (Schieferbergbau), Glocke (ehemalige Glockengießerei), Mühlrad (Entstehung des Ortsnamens) und Hirschkopf (Pfarrei St. Hubertus).

 Seit Ende Februar des Jahres benutzt der Ortsbürgermeister ein neues Dienstsiegel, welches nun auch das neue Wappen der Ortsgemeinde Müllenbach trägt.

 An den Wanderwegen rings um Müllenbach werden durch den Eifelverein sieben neue Naturholzbänke installiert.

 Im September feiert die Firma Schüller, Bedachungsmaterial, in Laubach ihr 50-jähriges Bestehen. Auch viele Müllenbacher stehen beim „Leyen-Schüller“ in Lohn und Brot.

 1986: Jan. Der elfjährige Marco Laux wird an der Bushaltestelle im Holzweg vom Schulbus überrollt. Die Ärzte können ihn nicht mehr retten, er verstirbt an den Unfallfolgen.

 Am 26. April kann in der alten Schule Müllenbach der neue Gemeindesaal eingesegnet werden. 171.000 DM wurden für die Renovierung und den Ausbau des alten Schulgebäudes investiert. Hiervon trägt das Land Rheinland-Pfalz 82.000 DM und der Kreis 34.200 DM. Den Restbetrag musste Müllenbach selbst aufbringen. Der neue Gemeindesaal, ausgestattet mit einer kunstvoll beschlagenen Schieferwand mit Hinweistafeln zum traditionellen Schieferbergbau, soll zukünftig die „good Stuff“ (gute Stube) der Gemeinde sein, so Ortsbürgermeister Heinz Peters.

 Ebenfalls am 26. April kommt es zu einem verheerenden Reaktorunfall im russischen Tschernobyl. Weite Teile Europas werden in der Folge verseucht, auch in Deutschland geraten viele Menschen in Panik.

 Im Ortsmittelpunkt schließt die ehemalige Bäckerei und Kolonialwarenladen Schmitz.

 Die Sanitätsgruppe Müllenbach des Ortsvereins Kaisersesch des Deutschen Roten Kreuzes hat es bereits im zweiten Anlauf geschafft, die beste DRK-Mannschaft des Landesverbandes Rheinland-Pfalz zu werden. Beim Landeswettbewerb Erste Hilfe in Speicher, bei Trier, erringt die erfolgreiche Gruppe mit Gerd Schüller, Dieter Peters, Margret Krämer, Uwe Peters und Alfred Marx, 818 von Tausend möglichen Punkten. Sie qualifizieren sich damit für den Bundeswettbewerb in Xanten.

 Auch in diesem Jahr zeigt der Eifelverein wieder einige Aktivitäten. So werden zwei neue Sitzbänke auf dem Müllenbacher Friedhof und eine auf der Klosterheide installiert. 19 Nistkästen werden aufgehängt, davon  zwölf im Kieferbüschelchen und sieben im Distrikt Vogelsang.

 Maria Reuter wird Nachfolgerin von Agnes Sültenfuß als Vorsitzende der Frauengemeinschaft Müllenbach.

 Die DRK-Ortsgruppe Müllenbach vertritt den DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz beim Bundeswettbewerb in Erster Hilfe im nordrhein-westfälischen Xanten. Die Mannschaft von Gruppenführer Gerd Schüller; Dieter Peters, Margret Krämer, Johannes Buschwa, Uwe Peters und Alfred Marx kann auf dem Bundesentscheid den 6. Platz belegen und ist damit hoch zufrieden.

 Vom 24. bis 26. Oktober feiert der Männergesangverein 1966 sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festkommers und Freundschaftssingen im Saale Valerius-Zirwes. Der Verein verfügt über 57 Mitglieder, davon sind 20 aktive Sänger. Vorsitzender ist Heinz Peters.

 1987: Im August richtet Ortsbürgermeister Heinz Peters eine ständige Ausstellung zum Schieferbergbau im Gemeindehaus alte Schule ein.

 Im Bürgerhaus alte Schule wird im November auf Initiative von Ortsbürgermeister Heinz Peters eine Ausstellung zur Geschichte des Schieferbergbaus und zur Ortsgeschichte gezeigt. Großes Interesse bei den Müllenbachern und Gästen.

 1988: An der Alten Schule wird ein in Schiefer gehauenes Ortswappen angebracht.

 1989: Rudi Gilles wird zum Ortsbürgermeister von Müllenbach gewählt. Sein Stellvertreter ist Josef Lanser.

 Die Ortsgruppe Müllenbach des Eifelvereins nimmt am Umzug anlässlich des Rheinland-Pfalz Tages in Zell an der Mosel teil.

 Vom 13. bis 15. Oktober feiert der Spielmannszug „In Treue fest“ 1964 Müllenbach sein 25-jähriges Bestehen.

 09. November, Tag des Mauerfalls, auch in unserer Region jubelt man über die neue Freiheit der DDR.

 1990: Am 20. Januar feiern die Eheleute Rudolf Valerius und Katharina Valerius, geb. Zirwes, in der Brunnenstraße 5 das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Verbandsgemeindebürgermeister, der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und die Einwohner Müllenbachs.

 Am 28. April feiern die Eheleute Josef Gilles und Anna (Anni) Gilles, geb. Kerpen, in der Hauptstraße 58, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Verbandsgemeindebürgermeister, der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und die Einwohner Müllenbachs.

 Am 23. Juni feiert das Ehepaar Albert Lanser und Magdalene Lanser, geb. Gorges, in der Neustraße, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Verbandsgemeindebürgermeister, der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und die Einwohner Müllenbachs.

 Zum diesjährigen Junggesellenfest, vom 17. bis 19. August bietet der Junggesellenverein am Samstag ein Starprogramm mit Cindy Berger, den 3 Colonias, Olaf King und dem Tanzorchester Les Rubis. Karten an der Abendkasse kosten 15 DM.

 03. Oktober, Tag der Wiedervereinigung, die DDR tritt der Bundesrepublik bei.

 1991: Die Eifelquerbahn von Mayen nach Gerolstein stellt wegen „Unrentabilität" ihren Betrieb ein. Die Fahrgäste der Eisenbahn müssen auf Buslinien umsteigen.

 Wegen dem Golfkrieg fallen, wie in anderen Orten, sämtliche Fastnachtsaktivitäten aus.

 Im Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" belegt Müllenbach in der Hauptklasse nach Altstrimmig und Blankenrath den 3. Platz im Kreis Cochem-Zell.

 In der Pfarrkirche wird mit dem ersten Bauabschnitt der Innenrestaurierung begonnen. Die Restaurationsarbeiten sollen in drei Bauabschnitten bis zur 140-Jahrfeier der Pfarrkirche, 1995, abgeschlossen sein.

 Am 20. Juni entscheidet der Bundestag, dass Berlin die neue Hauptstadt Deutschlands wird.

 Der Eifelverein Müllenbach erbringt auch in diesem Jahr wieder einige gemeinnützige Leistungen. So wird die Brunnenanlage und der Steg über den Lessierbach im Bereich „Ulmener Wiese“ (Elmer Wiss) angelegt, eine neue Brücke im Bereich der Mündung des Müllenbachs in die Endert erstellt, sowie das Heiligenhäuschen am alten Forsthaus in Hochpochten renoviert.

 Am 04. August wird der neue Dorfplatz in Müllenbach feierlich übergeben. Ortsbürgermeister Rudi Gilles wünscht sich in seiner Ansprache, dass der neue Platz von den Bürgern rege genutzt wird. Die Herstellungskosten belaufen sich auf  184.000 DM.

 Vom 16. bis 18. August feiern die Junggesellen ihr Junggesellenfest. Am Freitag gibt es einen Disco-Abend mit „pi-em-five-disco-production“, am Samstag einen Fackelzug unter Beteiligung der Orts- und Gastvereine mit anschließendem Tanz im Festzelt. Sonntags dann ein feierliches Junggesellenamt mit anschließendem Frühschoppen sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag.

 Umfangreiche Renovierungsarbeiten werden am Müllenbacher Gemeindehaus „Alte Schule“ durchgeführt. Die Sanier- Maler- und Deckenarbeiten kosten rund 153.000 DM. Sie werden im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms mit 75.000 DM bezuschusst. Den Rest muss die Gemeinde selbst finanzieren.

 1992: Die Fraktion der SPD im Gemeinderat Müllenbach tritt geschlossen zurück, der Rat bleibt jedoch Handlungsfähig. Die Rhein-Zeitung berichtet auf ihrer Rheinland-Pfalz-Seite über diesen besonderen Vorfall. Oppositionsführer Gerhard Schmitz fordert Neuwahlen.

 In der Nacht zum 13. April, gegen 03:20 Uhr, erschüttert ein starkes Erdbeben die Region. Das Epizentrum liegt bei Roermond in den Niederlanden. Die Stärke von 5,9 auf der Richterskala ist auch in Müllenbach deutlich zu spüren, etwa 20 bis 30 Sekunden lang dauern die Erschütterungen an und schrecken die meisten Einwohner aus dem Schlaf. In vielen Häusern fallen Bilder von den Wänden und Tassen aus den Regalen. Das Erdbeben wird von einem lauten Grollen begleitet, welches viele Bürger ängstigt.

 Am 15. August feiern die Eheleute Martin Simon und Christine Simon, geb. Buschwa, im Wagenweg 22, das Fest der Goldenen Hochzeit. Zum Fest gratulieren der Verbandsgemeindebürgermeister, der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und alle Müllenbacher Bürger.

 Der Eifelverein Ortsgruppe Müllenbach feiert am 26. und 27. September sein 75jähriges Bestehen mit einem Bezirkswandertag. Insgesamt hat der Verein in den Jahren seines Bestehens im Bereich der Ortsgemeinde 9 Wanderwege mit einer Länge von insgesamt 84 km angelegt.

 1993: Pfarrer in Müllenbach: Koch Ferdinand, (geb. in Henri Chapelle/ Belgien)   (Amtszeit:1993 - 1994 ) Vakanzzeit.

Die riesigen Schieferhalden im Kaulenbachtal werden auf Betreiben von Heinz Peters als Zeugnis des geistigen Schaffens sowie des handwerklichen Werkens, insbesondere als Zeugnis der Technik- und Wirtschaftsgeschichte des Moselraumes, von der Kreisverwaltung Cochem-Zell in Verbindung mit dem Amt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz unter Denkmalschutz gestellt.

 Am 01. Juli werden in Deutschland die bisher vierstelligen Postleitzahlen durch fünfstellige ersetzt. Müllenbach hat nun nicht mehr die 5441, sondern die 56761 als Ortskennzahl für die Postzustellung.

 Der Architekturstudent Jörg Gilles aus Müllenbach, erhält gemeinsam mit zwei weiteren Kommilitonen den mit 6.000 DM dotierten Schinkel-Preis in der Sparte „Konstruktiver Ingenieurbau“. Ihnen gelingt es, die Potsdamer Ernst-Thälmann Straße mit Hilfe von Überführungen an einem neuralgischen Punkt, einer niveaugleichen Kreuzung einer Bahnlinie, zu entschärfen.

 Der Männergesangverein legt einen Wanderweg im Kaulenbachtal an und beschildert diesen. Genannter Weg wird später als der „Schiefergrubenwanderweg" eine der touristischen Anziehungspunkte in Müllenbach.

 Auch in diesem Jahr findet vom 13. bis 15. August das Junggesellenfest in Müllenbach statt. Am Freitag mit dem Fashion Disco Team, am Samstag gibt es einen Fackelzug durch den Ort und gegen Mitternacht eine „Wahl der Miss Wet T-Shirt“. Auch am Sonntag wird noch gefeiert, mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag und einem weiteren Discoabend.

 1994: Die großen Schieferhalden im Kaulenbachtal sollen zur Produktion von Schiefermehl (Zusatz für Zement) abgebaut werden. Über 100 Gegner dieses Vorhabens aus Müllenbach, Laubach und Leienkaul treffen sich bei strömendem Regen auf der Herrenwiese unterhalb der „Colonia" zu einer Demonstration. Der Eifelverein und der Männergesangverein Müllenbach organisieren diesen Protestmarsch, welcher auch verschiedene Umweltorganisationen auf die beabsichtigte Zerstörung einer Kulturlandschaft aufmerksam macht.

 Rudi Gilles wird in seinem Amt als Ortsbürgermeister bestätigt. Stellvertreter bleibt weiterhin Josef Lanser.

 Zu Beginn des Jahres versucht man mit einer Unterschriftensammlung in den Anrainerorten des Kaulenbachtals den beabsichtigten Abbau der Schieferhalden im Kaulenbachtal zu verhindern. Hunderte Muellenbacher Bürger tragen sich in die Listen ein.

 Pfarrer in Müllenbach und Masburg: Goebel Hubert, (geb.in Mundersbach)  Amtszeit: 1994 -  2008).

 Hubert Köhn und Wolfgang Fröschen installieren an der Pfarrkirche das restaurierte Ziffernblatt der Kirchenuhr. Das alte Ziffernblatt hat im Laufe der Jahre doch arg gelitten und starken Rost angesetzt. Nunmehr besteht die quadratische Tafel aus Nirosta-Blech und die Zahlen sind mittels Einbrennlackierung aufgebracht. Auch die Zeiger wurden in dieser Art erneuert.

 Der Junggesellenverein veranstaltet vom 19. bis 21. August sein Junggesellenfest. Am Freitag gibt es einen Discoabend mit Fashion, am Samstag einen Fackelzug unter Beteiligung der Orts- und Gastvereine mit anschließender Mitternachtsshow, bevor das Fest am Sonntag mit Kaffee und Kuchen sowie Kinderbelustigung ausklingt.

 Die seit 1991 in 3. Haupt-Bauabschnitte eingeteilte Renovierung der Müllenbacher Pfarrkirche kann Ende des Jahres abgeschlossen werden. Das Ergebnis ist eine im Innenraum komplett neu gestaltete Kirche, die bei den Pfarrinsassen helle Begeisterung hervorruft.

 Aus einer Bierlaune heraus bilden mehrere Mitglieder des Männergesangvereins einen neuen Karnevalsverein in Müllenbach. Der erste Prinz der neuen Generation heißt Toni Regnier. Aus Mangel an Damen greift man bei der ersten Prinzessin auf einen Mann zurück. Michael Mülders tritt als Prinzessin „Michaela“ auf. Beide sind auch Gründungsmitglieder des neuen Vereins.

 1995: In der Pfarrkirche wird durch die Bildhauerin Schmitz-Möllmann aus Kötterichen der Hauptaltar restauriert.

 Mai: In Müllenbach wird der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht die Geschichte des Schieferbergbaues in unserer Region zu pflegen und die Erinnerung daran zu erhalten. 35 Interessenten schreiben sich in die Mitgliederliste ein. Zum Vorsitzenden wird Heinz Peters gewählt. Seine Stellvertreter sind Günther Gilles (Lau) und Wolfgang Fröschen (Mü). Schatzmeister wird Wolfgang Klinkner (Lei) und Schriftführerin Ursula Augustin (Lau). Die Ortsbürgermeister von Müllenbach, Laubach und Leienkaul gehören dem Vorstand als geborene Mitglieder an.

 Regierungspräsident Gerd Danco besucht in Begleitung von Landrat Balthasar die Schieferhalden der ehemaligen Gruben im Kaulenbachtal. Er verspricht den Anrainern sich für die Erhaltung der vom Abbau bedrohten Halden einzusetzen.

 Anfang Juni berichtet die Rhein-Zeitung über die juristische Ahndung eines Vergehens, welches sich im Oktober 1994 im Festzelt des Spielmannszuges Müllenbach ereignet hatte. Ein 30-jähriger Mann aus einem Nachbarort von Kaisersesch, hatte anlässlich des Abspielens der Nationalhymne im vollbesetzten Festzelt den „Hitlergruss“ gezeigt. Das Amtsgericht Cochem verhängt hierfür eine Geldstrafe von 1.800 DM. Staatsanwaltschaft und Richter waren sich einig, die Entwicklung von nationalsozialistischem Gedankengut im Keime zu ersticken.

 18. Juni: Grosse 140 - Jahr Feier der Pfarrkirche. Erstmals wird die Kirche von 5 Strahlern angeleuchtet die sie in den weiteren Jahren in neuem Licht erscheinen lassen. Schon von weitem kann man die hell erleuchtete Kirche im Heimatort erblicken. Ein eigens zu diesem Fest von Heinz und Rolf Peters erstelltes Buch „140 Jahre Pfarrkirche Müllenbach“ bietet einen geschichtlichen Rückblick. Zwei Tage lang feiert man im Saal Valerius-Zirwes das Jubiläum.

 1996: Das Karnevalsprinzenpaar in diesem Jahr heißt: Prinz Franz-Josef I (Steins Jippes) und Rita I (Schmitt). Der 1995 gegründete Karnevalsverein organisiert die erste große Kappensitzung im Saal Valerius-Zirwes.

 Der Gemeinderat berät über die Beteiligung an zwei Willkommensschildern für den Ort. Ausschlag hierzu gibt der Eifelverein.

 Der Einsatz all jener, die sich für die Erhaltung der Schieferhalden eingesetzt haben, hat sich gelohnt. Die Rhein-Zeitung meldet am 16. März „Schieferhalden sind verkauft". Die Stiftung Natur u. Umwelt Rheinland-Pfalz ist neuer Besitzer des Haldengeländes, somit kann der Abbau der mächtigen Schieferhalden verhindert werden.

 Am 27. März hält eine Geiselnahme in Leienkaul das Dreieck Müllenbach, Laubach, Leienkaul in Atem. Ein Geiselgangster nimmt in Leienkaul 10 Personen in seine Gewalt. Massenaufgebot an Fernsehanstalten in allen drei Orten. Die Geiselnahme wird am 28.03 durch ein SEK unblutig beendet.

 April: Bewaffneter Raubüberfall in Müllenbach. Das Ehepaar Helmut und Maria Reuter werden des Nachts von bewaffneten Einbrechern überfallen. Sie können sich in einem unbemerkten Moment durch ein Fenster nach draußen retten.

 Die Leiterin der Grundschule Laubach-Müllenbach, Frau Mechthild Weber, wird nach 41 Jahren im Berufsleben in den Ruhestand verabschiedet. Ihre Laufbahn als Lehrerin begann sie im Jahre 1957 an der Volksschule in Müllenbach.

 Am 5. und 6. Oktober feiert der Männergesangverein Müllenbach im Saale Valerius sein 30-jähriges Stiftungsfest.

 Nov: Wieder großes Presseinteresse. In Laubach verschanzt sich der 42jährige Heinz Bürger im Haus seiner Eltern. Als er Polizisten mit einer Waffe angreift stürmt ein SEK das Haus. Der Mann wird durch einen Schuss schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert.

 Der Verbandsgemeinderat Kaisersesch beschließt eine touristische Erschließung und Vermarktung der Schieferhalden im Kaulenbachtal. Motto: „Schieferspalten statt faul am Strand liegen.“

 1997: Februar.  Das Prinzenpaar in diesem Jahr: Prinz Franz I (Krause) und Prinzessin Roswitha I (Mohr). Zum närrischen Treiben lädt man die Gäste in den Saal Valerius-Zirwes. Sogar der Pastor steigt in die Bütt. Die Fastnacht steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Tanzt, lacht und singt, damit die Fastnacht Freude bringt“.

 Am 19. Februar verstirbt plötzlich und unerwartet Anni Gilles, die als letzte Hebamme im Ort noch bis Ende der 60er Jahre vielen Müllenbachern bei der Hausgeburt auf die Welt geholfen hat.

 April: Die Feuerwehr erhält ein neues Fahrzeug (TSF), dieses wird am 27. April feierlich durch Pastor Göbel eingesegnet. Anlässlich der Einsegnung ist auch Verbandsgemeindebürgermeister Ewald Mattes zugegen.

 02. Aug: Der Schiefergruben-Wanderweg wird offiziell eröffnet, Hinweisschilder werden erstellt und der Wanderweg von 1993 in seiner Ausschilderung nochmals wesentlich verbessert.

 30. Aug.: Macht sich das Postfahrzeug in Höhe der Einmündung Wagenweg selbstständig und rollt in Richtung Ortsmitte. Am Haus von Hilde Schweitzer (Bäckesch Hilde) stößt der Klein-Lkw auf ein dort abgestelltes Fahrzeug und beschädigt dieses Total. Personen kommen nicht zu schaden.

 In Müllenbach werden 730 Einwohner gemeldet (davon 45 mit Nebenwohnung).

 Der Karnevalsverein Müllenbach hat im November Edgar Brauns und Heidi Burger zu seinem Prinzenpaar der Session 1997/1998 proklamiert.

 Dez: Beschweren sich einige Müllenbacher Bürger über das Schneeräumsystem der Gemeinde. Es geht soweit, dass der Fahrer des Schneeräumfahrzeugs gar beleidigt und beschimpft wird. Der Bürgermeister fordert die Gemeinde dazu auf den Schneeräumer zu unterstützen, nicht zu behindern.

 

Von Kohl zu Merkel (1998 -       )

 1998: Stellt die Fa. Pro Vento bei der Gemeinde einen Antrag zur Errichtung von 4 Windkraftanlagen im Distrikt „Auf der Höhe". Das Vorhaben wird jedoch nicht verwirklicht.

 Prinz Edgar I (Brauns) und Prinzessin Heidi I (Burger) führen die Müllenbacher in diesem Jahr durch die närrischen Tage. 2 Große Kappensitzungen, am 7. und 14. Februar im Saale Valerius-Zirwes sind ausverkauft. „Jeckije Läit, verreckte Daach, et oss Fassenejen onn Millebaach“ so lautet das diesjährige Fastnachtsmotto, an welches sich alle halten.

 

Helmut Reuter jun. wird in San Remo Vizeweltmeister der Pyrotechniker. Er begeistert mit seinen Feuerwerken die Menschen in ganz Deutschland und immer öfter auch im fernen Ausland.

 Im Mai werden Informationstafeln am Schiefergrubenwanderweg aufgestellt. Jede der Tafeln ist an ihrem jeweiligen Standort (Müllenbach, Laubach, Leienkaul, Auf der Nick, Grube Colonia, Herrenwiese und Escherkaul) mit Informationen zur Geschichte des Schieferbergbaus gespickt. Mit 15.000 DM der oberen Landespflegebehörde der Bezirksregierung wurden die Hinweistafeln finanziert.

 Im Juni wird auf bestreben von Hans Schumann der Pfadfinderstamm Müllenbach-Laubach geründet.

 Große Ziele hat im Juni des Jahres der VG-Bürgermeister Ewald Mattes. Das Thema Schiefer soll in der Verbandsgemeinde touristisch aufgewertet werden. Ein Info-Center im Bereich Kaulenbachtal und ein Besucherstollen sollen neue Besucherströme erschließen. Studenten der FH Koblenz erarbeiten Konzepte zur touristischen Vermarktung des Schieferland Kaisersesch und zeigen Modellvorschläge für ein Info-Center.

 Am 01. August findet im Unterdorf das nunmehr vierte „Hüttenfest“ statt. Die Anwohner der Hauptstraße im Unterdorf richten seit vier Jahren ein Fest aus, dessen Erlös für einen guten Zweck innerhalb der Gemeinde bestimmt ist. So wurde im vergangenen Jahr das Heiligenhäuschen im Unterdorf restauriert und mit einem Naturschieferdach versehen. Da die Gelder hierfür nicht ausreichend waren, haben sehr viele Bürger ehrenamtlich die Restaurierung des „Unterdorfer Heiligenhäuschen“ unterstützt.

 Am 27. September endet mit der Bundestagswahl für Dr. Helmut Kohl mit 16 Jahren die längste Amtszeit eines Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland. Gerhard Schröder (SPD) wird zum neuen Bundeskanzler gewählt.

 Im Oktober bietet Heinz Peters und der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte eine Zusammenarbeit mit den Schulen der Region an. Die Schieferbergbaugeschichte soll Teil der Heimatkunde in den Schulen der Umgebung werden. Heinz Peters wirbt für die Möglichkeiten eines Besuches  der Schüler im Kaulenbachtal mit der Vermittlung der Schieferbergbaugeschichte durch fachkundige Wanderführer.

 Am 24. Oktober feiern die Eheleute Bernhard Klotz und Margarete Klotz, geb. Pörling in der Hauptstraße 61 das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren der VG-Bürgermeister, der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und alle Bürger des Ortes.

 Nur fünf Monate nach seiner Gründung zählt der Müllenbach-Laubacher Stamm der Pfadfinder schon 100 Mitglieder.

 Dez.: Findet in der Pfarrkirche ein Weihnachtskonzert statt. Alle Sitzplätze innerhalb der Kirche sind besetzt. Der Kirchenchor „Cäcilia“, der Spielmannszug, der Männergesangverein, der Musikverein Dünfus sowie die Gesangsgruppe „Steilbachspatzen“ begeistern mit ihren Darbietungen das Publikum.

 1999: Einwohnerzahl in Müllenbach 754, in 349 Familien, die in 269 Häusern leben (381 männlich,373 weiblich) ( 652 Einw. rk, 48 evang., 54 sonst. ) (Gemarkungsfläche 427 ha)

 Das Prinzenpaar der Session: Prinz Werner I (Mitscherling) und Prinzessin Petra I (Wilhelmi). Erstmals erscheint das Müllenbacher Prinzenpaar auf der Titelseite einer Koblenzer Tageszeitung.

 Juni: Josef Lanser wird als Bürgermeister der Nachfolger von Rudi Gilles. Mit der Kommunalbeamtin Nicole Laux tritt erstmals eine Frau in den Gemeinderat ein.

 Zur diesjährigen Kirmes kann der Veranstalter, der Spielmannszug „In Treue fest“ sein 35-jähriges Jubiläum feiern. Schon am Freitag findet ein bayrischer Abend mit den „Alpen Yuppies“ statt. Am Samstag ein großer Fackelzug mit anschließendem Tanz mit der Band „Da Capo“. Am Sonntag gibt es einen Früh- und einen Dämmerschoppen, bevor die Kirmes am Montag wiederum mit der Tanzband „Da Capo“ ausklingt.

 Auch in diesem Jahr finden wieder Freischneidemaßnahmen im Naturschutzgebiet Kaulenbachtal statt. Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, unter Vorsitz von Heinz Peters, hat noch viel vor im Tal des Moselschiefers. Als nächstes sollen die Gebäudereste des Schieferbergbaus im Kaulenbachtal gesichert und restauriert, somit für lange Zeit erhalten werden.

 Dez: Der Jahrtausendwechsel wird in Müllenbach groß gefeiert, pünktlich um 24:00 Uhr ist der ganze Ort in den Glanz hunderter von Feuerwerks-Raketen eingebettet. Noch eine Stunde nach Mitternacht sieht man bunte Lichter am Himmel und die Böller krachen noch immer im Ort.

 Helmut Reuter jun. hat alle Hilfsfeuerwerker aktiviert. Er hat die Aufgabe in vielen großen Städten Deutschlands das neue Jahrtausend gebührend „anzuschießen". Sein Werk ist auch das große Jahrtausend Feuerwerk von der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Hunderttausende verfolgen dieses einmalige Ereignis.

 2000: Ralf Stein und Margit Reuter sind das Prinzenpaar der Session 99/00. Ihnen zur Seite steht Kinderprinz Jan I. In der Müllenbacher Narrhalla, dem Saal Valerius-Zirwes, geht es getreu dem diesjährigen Motto: „Es tönt ein Ruf wie Donnerhall, in Müllenbach ist Karneval“ besonders närrisch zu. Einer der stimmungsvollen Höhepunkte ist auch der Auftritt des Männergesangvereins. Zwei ausverkaufte Sitzungen zeugen vom großen Anklang dieser Fastnachtsveranstaltung.

 Umwelttag der Soldaten des JaboG33, fast  50 Soldaten unter Führung von Hauptmann Klumpp sorgen im Kaulenbachtal für Ordnung und legen historische Gemäuer frei. Es gilt auch die einzigartige Flora und Fauna in diesem Natur- und Denkmalschutzgebiet zu schützen und zu erhalten, die Soldaten setzen sich dafür ein.

 Müllenbacher Gemeindewald bekommt als einer der ersten die Zertifizierung FSC (Forest Stewart Ship Council) hiernach werden International die Forstbetriebe beurteilt, die ihren Wald nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaften. Müllenbach erhält dieses hohe Prädikat.

 Mai: Wohnhausbrand in Müllenbach, Neustr.6, Afghanische Asylbewerber verlieren innerhalb weniger Minuten ihr ganzes Hab und Gut. Die Mutter kann ihr Kind noch aus dem Fenster in die Arme eines Helfers reichen, zum Glück wird niemand verletzt. Das Haus wird durch den Brand unbewohnbar.

 Im Kaulenbachtal beginnt unter Federführung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz mit Unterstützung von Lotto Rheinland-Pfalz und dem Land die Sanierung der alten Betriebs- und Wohngebäude.

 Sept.: Helmut Reuter gestaltet auch in diesem Jahr mit seinem Feuerwerk das Weinfest in Cochem. Es gibt etwas zu feiern, das 50. Feuerwerk in Cochem und alle wurden von der Fa. Steffes-Ollig aus Müllenbach gestaltet. Der Sen. Chef erhält hierfür von der Stadt Cochem eine Verdienstmedaille (Rathausmedaille). Seine letzte Ehrung, wenige Tage später stirbt der große Feuerwerker, der Müllenbach in der Welt bekannt machte.

 Ein großer Verlust für die Ortsgemeinde ist der Tod von Heinz Peters am 19. Oktober. Er war über lange Jahre Bürgermeister der Ortsgemeinde und hat sich hierbei besonders für die Geschichte des Ortes und die des Schieferbergbaus der Region eingesetzt. Der von ihm gegründete Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte muss Abschied nehmen von seinem Vorsitzenden, der sein Krebsleiden nicht besiegen konnte.

 Anlässlich des 60. Geburtstags von Pfarrer Hubert Göbel findet in der Pfarrkirche Müllenbach eine feierlich Jägermesse statt. Der Pastor ist sichtlich gerührt von diesem für ihn „einmaligen Erlebnis.“

 Ende des Jahres löst sich der Männergesangverein auf, Gründe hierfür sind der fehlende Nachwuchs, fehlende Akzeptanz in der Öffentlichkeit und allgemein schwindende Vereinskultur, hauptsächlich begründet in der Übersättigung der Bürger durch die neuen Medien. Andere, alteingesessene Ortsvereine, haben die gleichen Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs.

 Kurz vor Weihnachten gibt die Musikgruppe Müllenbach unter Moderation von Rüdiger Klee ein Konzert in der Pfarrkirche St. Hubertus Müllenbach. Die seit einem Jahr bestehende Gruppe hat ein Konzert organisiert, das so schnell nichts Gleichwertiges findet, so schreibt die Rhein-Zeitung in ihrem Bericht.

 2001: Das Prinzenpaar der Session 00/01: Prinz Hans I Schumann und Prinzessin Irma I  Gilles.

 Im Februar folgt Dieter Peters seinem verstorbenen Vater Heinz im Vorsitz des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, der in diesem Monat mit Joachim Buschwa auch sein 100. Mitglied begrüßen kann.

 Im Gasthaus Zirwes-Valerius hat das Prinzenpaar der Session, Prinz Hans I und Prinzessin Irma I in diesem Jahr seine närrischen Zelte aufgeschlagen. Zur Kappensitzung ist die Müllenbacher Narrhalla wie immer voll besetzt.

 Erstmalig findet in der Pfarrkirche Müllenbach unter der Leitung von Pastor Hubert Göbel ein Fastnachtsgottesdienst mit Masken statt. In seiner Predigt meint er: „Gott freut sich wenn wir uns freuen.“ Deshalb gehören Fastnacht und Kirche für ihn zusammen.

 01.März: Die Poststelle Müllenbach wird geschlossen. Sie kann sich gegenüber anderen Filialen in der Verbandsgemeinde relativ lange halten, doch mit dem 1. März 2001 fällt auch sie den Einsparungen des Briefpostdienstes zum Opfer. Einziger Ausweichpunkt wird somit eine Postfiliale in Kaisersesch, für viele ältere Mitbürger ein großes Problem.

 Die katholische Frauengemeinschaft Müllenbach, welche seit 1973 besteht und derzeit 89 Mitglieder zählt, wählt im März 2001 einen neuen Vorstand. In den Vorstand werden gewählt: Adele Klee, Roswitha Labonte, Gabi Wolf, Christel Schüller, Agnes Laux und Irmgard Fuhrmann.

 15.03: Müllenbach erhält vom Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von 750.000 DM zum Bau des neuen Bürgerhauses. Es soll auf der Wiese oberhalb des Friedhofes gebaut werden. Integriert in das Bürgerhaus wird auch eine neue Unterkunft für die Freiwillige Feuerwehr Müllenbach. Der Gesamtpreis ist mit 2,1 Millionen DM veranschlagt.

 Die Landtagswahlen am 25. März ergeben für Müllenbach folgendes Ergebnis: Wahlberechtigt: 562, Gewählt haben: 324, Ungültige Stimmen: 11, Verteilung: SPD 155; CDU 171; FDP 14; Grüne 5; FWG 11; 

 15.April: Zu Ostern über Nacht starke Schneefälle und minus 3 Grad. Ostersonntag ist der Schnee am Abend wieder geschmolzen, es regnet ganztägig.

 01.Mai: Wird das durch die Eifelvereine Müllenbach und Ulmen sowie dem Höchster Wanderverein neu angefertigte „Hochkreuz" feierlich eingesegnet. Mehrere Hundert Gäste versammeln sich bei herrlichem Wetter im Hochpochtener Wald um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Die Einsegnung des neuen Kreuzes wird vorgenommen durch den Müllenbacher Pfarrer Hubert Göbel und Pfarrer Fuss aus Ulmen.

 Nach erfolgreicher Umstrukturierung des ehemaligen Spielmannszuges Müllenbach in den nun bestehenden Musikverein Müllenbach, findet in der Pfarrkirche Müllenbach der erste öffentliche Auftritt der neuen Musikgruppe statt.

 Im Juli feiert Pfarrer Hubert Göbel im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Pfarrkirche Müllenbach sein silbernes Priesterjubiläum.

 Am 9. August feiern Jakob und Irmgard Gilles, geb. Engel im Wagenweg das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide sind noch aktiv im Kirchenchor. Es gratuliert der Bürgermeister, die Ortsvereine und alle Bürger des Ortes.

 11. September: Ein Tag der die Welt verändern wird. In USA werden vier Verkehrsmaschinen von Terroristen entführt, zwei der entführten Maschinen werden von den Attentätern unmittelbar auf die beiden Türme des World Trade Center in New York gesteuert. Die beiden je 411 Meter hohen Türme werden durch die Einschläge zerstört und fallen zusammen. Eine weitere Maschine trifft das Pentagon in Washington und nimmt ebenfalls hunderte von unschuldigen Menschen mit in den Tod. Die vierte Maschine, die wohl auf das weiße Haus gelenkt werden sollte, stürzt vorher in der Nähe von Pittsburgh (PA) ab. Insgesamt sterben bei den Attentaten Tausende von Menschen. Überall auf der Welt erkennt man die Gefahr der neuen Qualität der Bedrohung durch extrem fundamentalistische Selbstmordkommandos. Man glaubt heute dem 3. Weltkrieg näher zu sein als jemals zuvor. Die Amerikaner kündigen dem Irak, als mutmaßlichem Urheber der Anschläge, massive Vergeltung an. Alle Feiern und Veranstaltungen im Umkreis werden abgesagt.

 Mitte September richtet der Eifelverein Müllenbach den Bezirkswandertag aus. 120 Teilnehmer aus nah und fern wandern auf den Wegen rund um den Ort.

 Zum Altentag lädt die Gemeinde die Senioren des Ortes ins Gemeindehaus Alte Schule ein. Für Unterhaltung sorgen die Kinder des Kindergartens, die Tanzgruppen des Karnevalsvereins und der Musikverein Müllenbach.

 Okt.: Auf der Herrenwiese wird bei Aufräumarbeiten ein 12 m langer Schienenstrang mit Weiche des ehemaligen Müllenbacher Dachschieferwerkes freigelegt.

 Am 31. Oktober feiert der Junggesellenverein sein jährliches Junggesellenfest im Festzelt auf dem Bolzplatz. Die Coverrock-Band „Sidewalk“ sorgt für jede Menge Stimmung unter den Gästen.

 Nov.: Prinzenproklamation in Müllenbach, das neue Prinzenpaar für die Session 01/02: Prinz Dirk I Regnier und Prinzessin Michaela I Krause.

 In der Pfarrkirche findet ein Weihnachtskonzert für einen guten Zweck statt. Begeisterte Zuhörer erleben einen Querschnitt durch die Musikwelt. Die Mitwirkenden sind: Barbara Heege, (Lei), Anke Pauly (Grei), Stefanie Thönnes (Pommern), Dieter Dreis (Sarmersbach), Männerquartett Laubach-Monreal, Musikverein Müllenbach und die Musikgruppe Müllenbach. Für den guten Zweck – „Hilfe für Rita“ – werden anschließend 3.250 Mark gesammelt.

 Die Grundschule Laubach-Müllenbach freut sich über einen Scheck in Höhe von 400,- DM den der Förderverein zur Anschaffung von Basketballkörben für Pause und Sport überreichen kann. Schulleiter Thomas Schmittgen freut sich, dass auch der Kauf von Software durch den Förderverein mit 300,- DM unterstützt wird.

 2002: 01.01: Währungsumstellung, ab sofort gibt es die D-Mark nicht mehr. Die neue Währung heißt „Euro", bis 28.02 hat man noch Gelegenheit sein Geld zu tauschen, ab diesem Datum darf nur noch mit Euro gezahlt werden. Am besten fährt man, indem man sofort umstellt auf die neue Währung. Nach 2 Wochen bezahlt schon niemand mehr in D-Mark, die Umstellung ist gelungen. Umrechnungsfaktor ist: 1 € = 1,95583 DM.

 Feb.: Die Fastnachtsfeierlichkeiten finden erstmals in einem auf dem Bolzplatz installierten Festzelt statt. Besonders am Sonntag, noch dem Fastnachtsumzug, ist das Festzelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Ergebnis ist eine überschäumende Stimmung bei den Gästen.

 Im März meldet die Rhein-Zeitung, dass ein Filmbeitrag über die Moselschieferstraße, der im Wesentlichen über den Schieferbergbau im Kaulenbachtal berichtet, eine Rekordzuschauerzahl von 560.000 erreicht hat. Dieses trotz einer gleichzeitigen Übertragung der Olympischen Winterspiele.

 Der SPD-Kreisverband besucht Anfang Mai den Schiefergrubenwanderweg im Kaulenbachtal. Vereinsvorsitzender Dieter Peters führt die Mitglieder des Verbandes mit ihrer Kreisvorsitzenden, Heike Raab, Sachkundig durch das Tal des Moselschiefers und durch die fast 300-jährige Geschichte des Schieferbergbaus in unserer Region.

 Im Mai regt der Gemeinderat ein Planfeststellungsverfahren für ein Neubaugebiet im Bereich Heiligenhäuschen/Seufen im Unterdorf an. Gleichfalls werden im Mai die Ausschreibungen für den Neubau des Gemeindehauses  mit Feuerwehrtrakt veröffentlicht.

 01. August: Auf der Wiese oberhalb des Friedhofes beginnen die Bauarbeiten zum neuen Müllenbacher Gemeindehaus. Das Ausheben der Baugrube besorgt eine Firma aus dem Kreis Daun.

 Im Rahmen einer großen Pressekonferenz in der Alten Schule Müllenbach besucht die Umweltministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Margit Conrad, auch die Schieferregion Kaulenbachtal. Sie ist begeistert von Landschaft, Flora und Fauna und bestätigt die weitere Unterstützung durch die Stiftung Natur und Umwelt, deren Vorsitzende sie ist.

 Im September finden Bundestagswahlen statt. Die Ergebnisse für Müllenbach: Wahlberechtigt: 563; gültige Stimmen: 425; Ergebnis: CDU-230, SPD-157, FDP-24, Grüne-12, PDS-0, Sonstige-0.

 In der Nacht vom 01.08. auf den 02.08. treibt eine Diebesbande in Müllenbach ihr Unwesen. 7 Fahrzeuge im Ort werden aufgebrochen und Wertsachen, so wie Radios und CD- Player entwendet. Die Polizei fahndet nach den Räubern.

 Der Kraftfahrzeuggesamtbestand in Müllenbach beträgt am 15. September 505 Fahrzeuge. Aufteilung wie folgt: 41 Krafträder, 420 Personenkraftwagen, 16 Lastkraftwagen und 24 Zugmaschinen. Außerdem werden im Ort 51 Kraftfahrzeuganhänger betrieben.

 Vom 6. bis 9. September wird in Müllenbach wieder Kirmes gefeiert. Der Musikverein als Ausrichter hat ein schönes Programm zusammengestellt, welches am Freitag mit der Rock-Band Tyborn-Tall beginnt, am Samstag die „Wiesenfelder“ zum Tanz aufspielen lässt, am Sonntag einen Frühschoppen mit dem Musikverein Kail/Klotten und am Nachmittag ein Platzkonzert des MV Müllenbach bietet, um dann am Montag mit einem Tanzabend mit der Band „Brandt-Brothers“ zu enden.

 Nov.: Prinzenproklamation. Das neue Prinzenpaar in Müllenbach: Prinz Wolfgang I  (Boppen) Gilles und Prinzessin Ilse I Wagner. Ihnen zur Seite steht Kinderprinzessin  Anna-Lena I (Anna-Lena Schumann) und Mundschenk Resi (Resi Stein). Die Proklamation findet in den Räumen der alten Schule statt.

 Dez.: Die „Alte Schule“ ist verkauft. Die neuen Besitzer sind Frans und Kathrin Somers.  Frans Somers ist Künstler und möchte das Gebäude zur Galerie und zu einem Prähistorischen Museum umwandeln.

 Ulrich Klostermann (39), gebürtiger Müllenbacher, jetzt mit seiner ebenfalls aus Müllenbach stammenden Ehefrau Ruth (geb. Gilles) in Ulmen beheimatet, kann durch eine  Stammzellenspende einem todkranken Leukämiepatienten im Osten Deutschlands das  Leben retten.

 Am 24.12. feiert Frau Margarethe Klotz (Viehweg) ihren 90. Geburtstag.

 2003: Närrisch geht es Anfang Februar für den Karnevalsverein in die verrückten Fastnachtstage. Das diesjährige Prinzenpaar, Prinz Wolfgang I (Wolfgang Gilles), Prinzessin Ilse I (Ilse Wagner) mit Kinderprinzessin Analena I (Analena Schumann), kann hunderte von Gästen im Festzelt am Bolzplatz begrüßen.

 März: Der Künstler Frans Somers eröffnet seine Galerie in der alten Schule. Später  im Jahr (Juni) soll dann auch das kleine Prähistorische Museum im oberen Stockwerk  eröffnet werden.

 Juli: Am neuen Gemeindehaus mit Feuerwehrtrakt oberhalb des Holzweg wird Richtfest gefeiert. Die Anwohner der umliegenden Gemeinden spötteln über den Baustil, der durch die Ausführung eines Blechdachs jegliche Verbindung zur Schieferbergbautradition des Ortes vermissen lässt. Die Gesamtbaukosten liegen bei 1.095.051,- €. Durch das Land wird ein Zuschuss von 363.017,- € gewährt. In Aussicht gestellt wird auch eine Beteiligung aus Mitteln des Brand- und Katastrophenschutzes in Höhe von 43.971,- €.

 Aug.: 3. Wirtschaftsmesse in Laubach. Auch Müllenbacher Unternehmer stellen ihren  Betrieb vor. Die Resonanz und die Geschäfte bleiben allenthalben bescheiden, wohl auch  wegen der angespannten Wirtschaftssituation im Lande.

 Sept.: SWR-4 Wanderspaß im Kaulenbachtal. 736 Wanderer folgen dem Aufruf des

 Radiosenders zu einer Wanderung durch das Schieferland. Alles unter dem Motto: „Mittendrin im Eifeler Schieferland".

 Vor dem Kirmeszelt am Bolzplatz stellt Frau Ursula Buchholz (Bergheim) ihr Ortsfamilienbuch der Pfarreien Masburg und Müllenbach vor. Inhalt sind die Eintragungen

 in die Kirchenbücher der Pfarreien seit etwa 1700. Hier besonders Geburten, Hochzeiten, Sterbefälle. Bei Auflage dieses Buches, wird es jedem Interessierten möglich sein, seine Familiengeschichte bis etwa zum Jahre 1700 zurück zu verfolgen.

 Bürgermeister Urwahl in der Verbandgemeinde Kaisersesch. Der amtierend Bürgermeister Ewald Mattes muss in Müllenbach und in vielen anderen Orten der Verbandgemeinde eine Niederlage einstecken. In Müllenbach stimmen nur 48,1 % für den amtierenden Bürgermeister. In der gesamten VG kann er sich mit 52.1% über den Berg retten.

 Zwölf Kinder werden nach den Schulferien in der Grundschule Laubach-Müllenbach eingeschult.

 Der Sommer 2003 wird als der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingehen.

 Okt.: Die Bundeswehr Büchel und Biotopbetreuer sind wieder einmal im Dienste der Natur im Naturschutzgebiet Kaulenbachtal unterwegs. Diesmal werden, auch mit Hilfe des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, etliche Bäume und Büsche entfernt, welche die sonnenexponierten Schieferhalden zunehmend beschatten.

 Nov.: Im Gasthaus Arnold`s findet die Prinzenproklamation statt. Neues Prinzenpaar in Müllenbach: Prinz Martin II. Ruzanski, Prinzessin Dorothea I. Schumann. Kinderprinz Joshua I. Krause und Kinderprinzessin Christina I. Oster. Ihnen allen zur Seite steht Mundschenk Toni Regnier.

 Dez.: Am Sonntag den 21.12 gibt die Musikgruppe Müllenbach ihr 4. Konzert in der festlich geschmückten Pfarrkirche zu Müllenbach. Die Gäste sind begeistert von den wundervollen Darbietungen der verschiedenen Interpreten. Ihr Dank sind stehende Ovationen und Tränen der Rührung. Die Einnahmen werden für einen guten Zweck verwand. Insgesamt werden 842 € gespendet. Die Spenden gehen an die Aktion „GlycoKids“, für Kinder welche an Zucker erkrankt sind.

 Per 31. Dezember 2003 meldet das Statistische Landesamt für Müllenbach einen Wohnungsbestand von 284 Wohngebäuden mit 333 Wohnungen. Der Bevölkerungsstand verzeichnet 703 Personen (350 Männer und 353 Frauen), welche sich wie folgt verteilen: 1,8 % unter 3 Jahre, 2,6 % 3-5 Jahre, 3,8 % 6-9 Jahre, 11,4 % 10-19 Jahre, 7,1% 20-29 Jahre, 34,4% 30-49 Jahre, 9,7% 50-59 Jahre, 20,9% 60-74 Jahre und 8,3% 75 Jahre und älter.  Landwirtschaftliche Betriebe werden noch sechs gemeldet. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche beträgt 94 ha, das ergibt einen Schnitt von 16 ha je Betrieb. 25.000 Kubikmeter Frischwasser wurden im vergangenen Jahr verbraucht, das ergibt in der Verteilung einen durchschnittlichen Verbrauch von 98 Litern pro Einwohner und Tag. Insgesamt werden für das Schuljahr 2003/2004 103 Schüler gemeldet, wovon 41 in Grund- und Hauptschulen, 32 in Regionalen Schulen, 2 in Förderschulen, 5 in Realschulen und 23 in Gymnasien unterrichtet werden.

 Die kirchlichen Statistiken melden für das Jahr 2003: Vier Taufen, drei Hochzeiten, zwölf Erstkommunikanten, 45 Firmlinge, zwei Kirchenaustritte und zehn Bestattungen.

 2004: Am 01. Januar 2004 wird durch das Statistische Landesamt für Müllenbach ein Kraftfahrzeugbestand von 528 Fahrzeugen, davon 434 Pkw, ausgewiesen. Das ergibt einen Schnitt von 616 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner.

 Im Januar feiert die Metzgerei Schweitzer ihr 80jähriges Bestehen.

 Bei der konstituierenden Sitzung des Pfarrgemeinderates am 13. Januar werden als Vorstand gewählt: Vorsitzender: Dirk Barbye (Mü), Stellvertreter: Wilfried Regnier (Lau), Schriftführer: Marco Labonte (Mü). Weitere Mitglieder: Michael Leicht (Mü), Ewald Blach (Mü), Andre Peters (Lau), Melanie Peters (Lau).

 Im Zuge der Sternsinger-Aktion 2004 wird ein schwerwiegender Vorwurf gegen die  Messdiener erhoben. Sie werden beschuldigt einen Teil des gesammelten Geldes nicht Ordnungsgemäß abgegeben zu haben. Der Pastor kann diesen Vorwurf nach persönlicher Überprüfung widerlegen. Im Pfarrbrief erläutert er die Maßnahmen der von ihm durchgeführten Überprüfung.

 Am 28.01 wird Frau Gertrud Gilles (Müllenbach) aus dem Schuldienst der Grundschule Laubach - Müllenbach feierlich in den Vor-Ruhestand entlassen. Ihre Nachfolgerin und damit Rektorin der Grundschule wird Frau Renate Alefsen (Löf/Mosel).

 Am 07.02 wird in Müllenbach das von Ursula Buchholz veröffentlichte Ortsfamilienbuch (etwa 1200 Seiten stark) an die Käufer verteilt.

 Ebenfalls am 07.02 findet mit der  Kappensitzung des Karnevalsvereins Müllenbach die erste Veranstaltung im neuen Gemeindehaus statt. Die offizielle Eröffnung soll später im Jahr stattfinden. Die Müllenbacher Narren feiern mit ihrem Prinzenpaar Prinz Martin I (Martin Ruzanski), Prinzessin Dorothea I (Doro Schumann), sowie dem Kinderprinzenpaar Joshua I (Joshua Krause), Christina I (Christina Oster) und Mundschenk Toni (Toni Regnier) eine ausgelassenen Fastnacht.

 Im Februar wird die Raiffeisenbank Müllenbach modernisiert. In einem Vorraum befindet sich nun ein allzeit zugänglicher Geldautomat mit Kontoauszugdrucker.

 Zu einem Informationsabend lädt der Musikverein junge Interessenten am 28. Februar ins Gemeindehaus. Absicht des Vereins ist es, in Kürze eine neue Jugendgruppe zu bilden.

 April: Die Aktion „Super 60“ der Verbandsgemeinde Kaisersesch führt mit 80 Personen eine Wanderung auf dem Schiefergrubenwanderweg durch.

 Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte, der sich maßgeblich für die Erhaltung der Schieferbergbautradition in Müllenbach einsetzt, wählt einen neuen Vorstand. Nach Dieter Peters, der drei Jahre im Amt war, übernimmt nun Dieter Laux die Leitung des Vereins. Stellvertretende Vorsitzende sind: Dieter Peters und Manfred Adams, Kassierer: Wolfgang Klinkner, Schriftführer: Ursula Augustin, stv. Herbert Steffes-enn. Die Ortsbürgermeister von Müllenbach, Laubach und Leienkaul sind geborene Mitglieder.

 Am  8. Mai geht es bei der Mitgliederversammlung des Eifelvereins im neuen Gemeindehaus um die Frage des Fortbestandes, oder den Verein ruhen zu lassen. Der Vorstand unter Walter Schweitzer bittet um rege Teilnahme.

 Juni: Bei den Kommunalwahlen im Juni wird Andreas Klotz mit 58,05 % aller Stimmen zum neuen Bürgermeister von Müllenbach gewählt. Sein Vorgänger Josef Lanser ist mit 41,95 % unterlegen. In den Gemeinderat werden gewählt: Josef Lanser, Anita Arenz, Franz Krause, Peter Lanser, Kai Lanser, Dirk Barbye, Johannes Buschwa, Dieter Laux, Dieter Peters, Wolfgang Gilles, Siegfried Mengel und Helmut Reuter. Dirk Barbye wird als erster Beigeordneter Stellvertreter des Bürgermeisters. Wahlberechtigt waren 563 Müllenbacher, gewählt haben 398 (70,69%).

 Juli: Helmut Reuter hat es geschafft, in San Remo kann er den Titel des Feuerwerks-Weltmeisters erringen. In den folgenden Tagen berichten die Tageszeitungen sowie die lokalen Rundfunkanstalten über den Weltmeister aus Müllenbach und seinen Empfang im Ort.

 Am 01. Juli tritt Horst Köhler als neunter Bundespräsiden der Bundesrepublik Deutschland sein Amt an.

 Nach einem Gewitter brennt Mitte Juli ein leer stehendes Wohnhaus in der Neustraße (zwischen Laubach und Müllenbach, ehem. Malchen Gilles). Die Wehren aus Kaisersesch, Laubach und Müllenbach haben den Brand schnell im Griff, so dass es nur zu geringem Gebäudeschaden kommt.

 Ende des Monats Juli trägt die Aktion Super 60 ihr Sommerfest im neuen Gemeindehaus Müllenbach aus. Dank der Mithilfe und Organisation des Musikvereins können  die 320 angereisten Gäste einen wunderschönen Nachmittag in Müllenbach verbringen. Besonderen Anklang findet neben den wundervollen Musikbeiträgen auch der von Dieter Laux erstellte Vortrag über den traditionellen Schieferbergbau im Kaulenbachtal.

 Im August bietet die Gemeinde gemeinsam mit einigen Vereinen erstmalig ein Kinderferienprogramm an. Dieses Programm soll in den folgenden Jahren ausgebaut und erweitert werden. Es bietet den Daheim gebliebenen die Möglichkeit sich vor Ort an Ferienaktionen zu beteiligen.

 Etwa 110 Teilnehmer vermeldet der Schieferverein bei der Durchführung einer Führung mit dem Thema „Flora und Fauna im Kaulenbachtal“ Die Wanderführer des Vereins sowie die Biotobetreuerin, Diplom Biologin Dr. Corinna Lehr, vermitteln den Gästen die Besonderheiten im Tal des Moselschiefers.

 Achtzehn I-Dötzchen werden nach den Sommerferien in der Grundschule Laubach-Müllenbach eingeschult.

 Am 24.10. 2004 wird das neue Gemeindehaus Müllenbach, etwa 10 Monate nach der Fertigstellung festlich eingeweiht. Gleichzeitig bekommt die Halle auch einen Namen. Ab sofort soll sie „Schieferlandhalle“ genannt werden. Der Namensgebung vorausgegangen war ein Ideenwettbewerb innerhalb der Gemeinde. 5 Namensvorschläge wurden eingereicht. Der Gemeinderat beschloss den von Dieter Laux und Hermann Schweitzer vorgeschlagenen Namen „Schieferlandhalle“ zu übernehmen. Er wird die Stellung des Ortes Müllenbach als einstige Metropole des Schieferbergbaus im linksrheinischen Schiefergebirge hervorheben und somit eine anhaltende Identifikation des Ortes nach außen unterstützen.

 An drei Tagen kann der Junggesellenverein Ende Oktober etwa 1700 Menschen in sein Festzelt nach Müllenbach locken. Fünf Bands sorgen an diesen Tagen für ein außerordentlich gelungenes Junggesellenfest.

 Im November kann der Karnevalsverein nach einigen Irritationen nun doch ein neues Prinzenpaar für die Session 2004/2005 vorstellen. Proklamiert werden Prinz Toni II (Toni Regnier) und Prinzessin  Iris I. (Iris Kehrmann) Ihnen zur Seite steht die Kinderprinzessin Michelle I (Michelle Reitz).

 Zum Nikolausabend auf dem Bolzplatz laden die Pfadfinder am Samstag den 4. Dezember Kinder und Eltern auf den Bolzplatz ein. Die Kinder tragen Gedichte vor und werden vom Nikolaus beschenkt. In beheizten Pfadfinderzelten kann man einen beschaulichen Nikolausabend verbringen.

 Einen wunderbaren Konzertabend führt am 19.12. der Musikverein Müllenbach in der festlich geschmückten Pfarrkirche durch. Mitwirkende sind: Kirchenchor Müllenbach, Männerquartett „Eifelvokal“, Singgruppe Leienkaul und die  Solistin Barbara Heege. Gespendet werden an diesem Abend 1.500 €, die der schwerst behinderten, 13 jährigen Isabell Schumacher aus Kötterichen, zu einer weiteren Delphintherapie in den USA verhelfen.

 Am 26.12.2004 wird die Welt durch eine Naturkatastrophe sondergleichen aufgeschreckt. Nach einem Seebeben im Indischen Ozean bildet sich eine der gefürchteten „Tsunamis“ (Riesenwelle die sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Km/h fortbewegt). Die Flut überspült die Küstenbereiche von Indonesien, Sumatra, Indien, Thailand. Fast 300.000 Menschen fallen der Todeswelle zum Opfer, davon etwa 1/3 Kinder. Die ganze Welt trauert mit den betroffenen. Eine ungeheuere Anteilnahme führt zu einer nie vorher erlebten Spendenbereitschaft. Allein in Deutschland werden privat ca. 150.000.000 € gespendet. Auch in unserer Region gibt es niemanden, der nicht auch seinen Beitrag leisten möchte. Am 5. Januar 2005 wird um 12:00 Uhr mittags Europaweit den Opfern in 3 Schweigeminuten gedacht.

 Die kirchliche Jahresstatistik für die Gemeinde Müllenbach vermeldet: Acht Bestattungen, drei Taufen, eine Hochzeit, zwei Kirchenaustritte und 19 Erstkommunikanten aus Laubach und Müllenbach.

 2005: Am 14. Januar feiern die Eheleute Hubert und Maria Mohr im Holzweg 14 das Fest der Goldenen Hochzeit.

 Die Frauengemeinschaft Müllenbach hatte am 28. November 2004 einen weihnachtlichen Nachmittag in der Schieferlandhalle durchgeführt, nun kann der Ertrag von 1.300,- €, der hierbei erwirtschaftet wurde, für wohltätige Zwecke verwendet werden. 500,- € gehen an die Pfarrkirche Müllenbach, je 250,- € an die schwer behinderte Isabell Schumacher aus Kötterichen und an die Flutopfer in Asien.

 Am 21.Januar feiert Herr Otto Köster  in der Hauptstraße 14 seinen 90. Geburtstag.

 April: Die Viertklässler der Grundschule Laubach-Müllenbach nehmen mit ihrem Klassenlehrer Werner Wendel am Projekt „Klasse! Intermedial“ teil. Sie erkennen hierbei, dass Zeitung lesen oder selbst Beiträge zu schreiben spannend ist und Spaß macht.

Am 19. April wird der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Papst gewählt und gibt sich den Namen Benedikt XVI. Er ist nach 480 Jahren der erste deutsche Pontifex in Rom.

 Mai: Die Führer des bekannten „Deutschen Schieferbergwerk“ in Mayen (23.000 Besucher in 2004) besuchen den Schiefergrubenwanderweg und sind begeistert von Flora, Fauna und Geschichte. Sie werden zukünftig bei ihren Führungen im Besucherbergwerk auf den Schiefergrubenwanderweg hinweisen.

 Juni: Am 05. Juni feiert die Grundschule Laubach-Müllenbach mit einem fröhlichen Schulfest ihr 10-jähriges Bestehen.

 Am 12. Juni begeht die Pfarrgemeinde mit einem Pfarrfest den 150. Geburtstag der Pfarrkirche Müllenbach. Eine Ausstellung und Präsentation von Rolf Peters erinnert an die Kirchengeschichte. Im Vorfeld zu den Feierlichkeiten wird im Garten des Pfarrhauses die Stiftertafel (Schiefertafel) aus dem Jahre 1855 entdeckt. Sie war ehemals in der Kirche angebracht und wurde wohl Anfang des 20. Jahrhunderts entfernt. Im Garten diente sie als „Gehwegplatte“. Sie soll nun restauriert und an ihrem ursprünglichen Platz befestigt werden.

 Am 29. Juni findet in der Schieferlandhalle ein Kinder- und Jugendtheater statt (Titel: „Kleiner Eisbär lass mich nicht allein“.). Über 250 Kinder aus der gesamten Verbandsgemeinde besuchen die Vorstellung. Die Spenden von 300,- € kommen dem Spielplatz Müllenbach zugute.

 Anfang Juli richtet die Grundschule Hambuch am Rande des Kaulenbachtals (Klosterheide) ein Wochenendzeltlager aus. Neben einer  Führung über den Schiefergrubenwanderweg präsentieren die Schüler am Abend im Bereich Escherkaul ein von ihnen selbst geschriebenes Theaterstück mit dem Titel „Das Kaulenmännchen“.

 Ende Juli berichtet die Polizeiinspektion Cochem in ihrem Polizeibericht über 2 Vorfälle in Müllenbach. 1.) Ein männlicher Fahrzeugführer aus Müllenbach befährt die Ortslage Laubach und behindert einen Feuerwehreinsatz (nach Gewitterregen). Hierbei wird durch Zeugen Alkoholgeruch festgestellt. Der Fahrer ist nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis. 2.) Drogenkontrolle im Zuständigkeitsbereich (Müllenbach). Hierbei wurde Betäubungsmittel, Betäubungspillen, Schwarzpulver und 2 Wasserpfeifen aufgefunden und sichergestellt. Ein Fahrzeugschlüssel präventiv vereinnahmt. Des Weiteren wurde ein Patronengurt samt entladener Munition festgestellt.

 Die diesjährige Kirmes wird vom Musikverein durchgeführt. Am Freitag gibt es Coverrock mit der Gruppe Message, Samstag einen bayrischen Abend mit den Wiesenfeldern, am Sonntagnachmittag eine musikalische Hitparade mit dem Musikverein, bevor am Montag zum Abschluss ein Tanzabend mit den Brand Brothers stattfindet.

 Ende September werden im Eingangsbereich der Schieferlandhalle 2 von Dieter Laux angefertigte Schieferplatten angebracht. Eine Platte zeigt das Ortswappen, die zweite den Namen „Schieferlandhalle“. Mit diesen Naturschieferprodukten soll an die jahrhundertealte Tradition des Schieferbergbaus in Müllenbach erinnert werden.

 Eine Woche nach der Kirmes finden in diesem Jahr Bundestagswahlen statt. Hier die Ergebnisse für Müllenbach: Wahlberechtigt: 556 Personen; gültige Stimmen: 401; Verteilung: CDU-203, SPD-154, FDP-19,Grüne-5, Linke-10, Sonstige-4.

 Am 27. September wird Karl Schüller, Wagenweg 8, 90 Jahre alt.

 Anfang Oktober kann der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte mit dem elfjährigen Timo Junglas aus Zettingen den 1000. Besucher im Jahre 2005 auf dem Schiefergrubenwanderweg begrüßen. Insgesamt haben nun in den vergangenen Jahren fast 4000 Besucher die Schönheiten des Themenwanderwegs durch das Kaulenbachtal kennen gelernt. Ebenfalls im Oktober führt der Verein weitere Freistellungs- und Sicherungsarbeiten an Gebäudeteilen im Kaulenbachtal (Oberhalb Holzkaul) durch.

 Am 16. Oktober feiert der älteste Verein der Müllenbacher Ortsgeschichte, der Kirchenchor „Cäcilia“,  sein 130-jähriges Bestehen in der Schieferlandhalle. Bis auf den letzten Platz ist die neue Halle gefüllt. Besonders geehrt werden verdiente Mitglieder des Chors: Walter Klee, 30 Jahre Mitglied; Maria Milda und Edith Winkel für 40 Jahre Mitgliedschaft und eine besondere Beachtung findet die nunmehr 65-jährige Mitgliedschaft von Irmgard Gilles und Hildegard Theobald.

 Die Bundeswehr Büchel führt gemeinsam mit dem Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte eine weitere Freischneide- und Reinigungsaktion im Kaulenbachtal (Herrenwiese) durch.

 Eine Prinzenproklamation kann durch den Karnevalsverein im November des Jahres nicht durchgeführt werden. Es hat sich leider kein Prinzenpaar gefunden. Die Session 2005/2006 muss ohne närrische Führung auskommen.

 Ende November treffen sich 56 Senioren zum jährlichen Altentag in der Schieferlandhalle. Kindergarten- und Grundschulkinder bringen Lieder und Gedichte dar. Der Kirchenchor und der Musikverein unterhalten die Senioren musikalisch.

 Zum Nikolausabend auf dem Bolzplatz laden die Pfadfinder am Samstag den 3. Dezember. Die Grundschul- und Kindergartenkinder tragen dem Nikolaus Gedichte vor, bevor dieser seine Geschenke verteilt.

 Am Sonntag den 4. Dezember führt der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte anlässlich seines 10-jährigen Bestehens ein traditionelles „Barbarafest“ in der Schieferlandhalle durch. Viele Gäste, auch aus der weiteren Umgebung, besuchen diese Veranstaltung die an den ehemals „höchsten Feiertag der Bergleute“ erinnert.

 Christine Stein, 25-jährige Erzieherin im Kindergarten Müllenbach, veröffentlicht ihr Buch „Like an Angle – einmal Himmel und zurück“. Sie beschreibt darin ihre Nahtoderfahrung, die sie in der Folge eines schweren Verkehrsunfalls im Jahre 2000 auf dem Weg zu ihrer Dienststelle in Müllenbach hatte. Hierbei wurde ihr Fahrzeug von einem Lkw erfasst, der dieses unter sich begrub, wobei die Fahrerin schwerste Verletzungen erlitt.

 18. Dez. Der Musikverein Müllenbach führt, nun fast schon traditionell, ein Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche Müllenbach durch. Viele Gäste erleben einen wunderschönen Musikabend gestaltet von: Musikverein Müllenbach, Singgruppe Leienkaul, Kirchenchor Müllenbach und dem Gesangsquartett Eifelvokal. Der Erlös durch freiwillige Spenden geht in diesem Jahr nach Greimersburg, wo die schwer behinderte 6-jährige Noelle Sperling dringend Geld für eine notwendige Delphin-Therapie benötigt. Auch die Gruppe „Falken“, der Müllenbach-Laubacher Pfadfinder hat im Vorfeld schon 220,- € für Noelle gesammelt und an die Eltern übergeben.

 27.12. Im Birkenweg verunglückt der 5-jährige Leon Schmitt beim Schlitten fahren. Er fährt ungebremst, vom Stichweg zum Ginsterweg kommend, in ein Fahrzeug dass den Birkenweg befährt. Der Rettungshubschrauber Christoph-23, aus Koblenz, landet ca. 10 Minuten nach dem Unfall mit dem Notarzt an Bord. Leon wird mit leichten Verletzungen nach Koblenz geflogen. Schon 2 Tage später kann er die Unfallklinik wieder verlassen.

Die kirchliche Jahresbilanz 2005 meldet für Müllenbach: Fünf Bestattungen; eine Hochzeit; sieben Taufen, ein Kirchenaustritt, sowie für Müllenbach und Laubach gemeinsam zwölf Erstkommunikanten.

 2006: Im Januar wird im Hochpochtenwald ein allseits bekanntes Naturdenkmal, die „dicke Buche“ gefällt. Sie ist weit über 200 Jahre alt geworden und muss nun der Verkehrssicherheit auf der immer stärker frequentierten Hochstraße weichen. Die dicke Buche war vielen bekannt, da sie oft als Treffpunkt im Hochpochtenwald genutzt wurde. Fäulnis und Pilzbefall haben dem Baum in den letzten Jahren stark zugesetzt.

 Die Sammlung der Sternsinger erbringt in diesem Jahr in Müllenbach 588,63 € (Laubach: 437,- / Masburg:812,- / Hauroth: 401,- / Eppenberg 364,-)

 Am 22. Januar bietet der Eifelverein Müllenbach im Anschluss an eine geführte Wanderung über den Schiefergrubenwanderweg ein Wildschwein am Spieß an der Hubertushütte im Eichels.

 Ein neuer Pächter, Frau Roswitha Thelen, übernimmt Arnolds Gasthaus in Müllenbach. Ina und Frank Arnold bedanken sich bei ihren Gästen der vergangenen Jahre für das entgegengebrachte Vertrauen.

 Am 11.Februar feiern die Eheleute Aloysius und Agnes Schmitt, im Unterdorf, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und die Bürger des Ortes.

 Am 26.02. findet bei Außentemperaturen von Minus 2 Grad ein farbenprächtiger Fastnachtsumzug mit fast 20 Fuß- und Wagengruppen statt. An der Spitze des Umzugs Prinz Toni II. aus dem Jahre 2005, der die Frage stellt „Prinz Toni der Letzte?“ Eine Anspielung auf das Ausbleiben eines Prinzenpaares in dieser Session.

 Aschermittwoch findet in der Schieferlandhalle der „Fußball-Kasper“ großen Anklang bei den Kindern der Verbandsgemeinde.

 Im März zeigt in der Schieferlandhalle die Theatergruppe „Schlibberdibix“ ihr Können. Der Förderverein der Grundschule Laubach-Müllenbach organisiert das Theaterspiel, an dem sich viele Kinder aus Laubach und Müllenbach erfreuen.

 Am 18. März präsentieren sich der Musikverein Müllenbach und der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte bei der Veranstaltung „Wir bei Euch“ von SWR-4 in der Sporthalle Kaisersesch. Beide Vereine repräsentieren den Ort bei der Radiosendung, die im Schnitt von ca. 80.000 Menschen gehört wird, sehr eindrucksvoll.

 Am 26.03. findet eine Landtagswahl statt. Die Ergebnisse für Müllenbach: Wahlberechtigt 559, Wähler 350 (62,8 %), SPD-159 (46,6 %), CDU-166 (48,7 %), FDP-16 (4,7 %).

 Am 1. April findet in der Schieferlandhalle die Veranstaltung „Klingende Verbandsgemeinde“, ein Konzertabend der Musikvereine Müllenbach, Kaifenheim, Kaisersesch, Leienkaul und der Jagdhornbläser „Wilde Endert“ statt. Ein erfolgreicher Konzertabend in der vollbesetzten Festhalle.

 Förster Michael Fohl berichtet, dass im Walddistrikt Obereichels mächtige Fichtenstämme der Premiumklasse zum Bau eines Block-Wohnhauses in München geschlagen werden. In Plaidt wird das Wohnhaus erstellt, hiernach abgebaut, nach München transportiert und dort an seinem endgültigen Standort wieder aufgebaut. Ein Stück Müllenbach in München.  Am 8. April lädt der Gemeinderat Müllenbach die Gäste zur SWR-1 Night Fever Party in die Schieferlandhalle ein. Über 500 Fans der Ü-30 Veranstaltung sind begeistert von SWR DJ Johannes Held und der lautstarken Musik der 60er, 70er und 80er Jahre. Es wird getanzt bis früh in den Morgen.

 Im April nimmt der Ort am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Müllenbach kann nach dem Moselort Mesenich den 2. Platz im Kreisentscheid erringen. Die Gemeinden Beilstein, St. Aldegund, Klotten und Kaifenheim folgen auf den weiteren Plätzen. Am 11. Juli findet die Bereisung im Rahmen des Gebietsentscheids statt.

 Erstmalig werden durch den Landkreis Elektro-Altgeräte kostenlos entsorgt. Fast an jedem Haus findet man alte Fernseher, Waschmaschinen, Trockner und viele weitere Elektrogeräte, die bis dato nur gegen eine Entsorgungsgebühr abgegeben werden konnten.

 Das Fest der Goldenen Hochzeit feiern am 03. Juni die Eheleute Anton und Emma Hennen in der „Hett“ (Unterdorf). Es gratulieren der Bürgermeister, die Ortsvereine sowie die Bürger des Ortes.

 Am 15. Juni (Fronleichnam), wird durch Pfarrer Hubert Göbel das vom Eifelverein Müllenbach restaurierte und verschönerte Kriegerdenkmal feierlich eingesegnet. Auch die RWE-Aktion „Aktiv vor Ort“ steuerte 2000,- € zur Verschönerung und Erhaltung des Kriegerdenkmals bei. Nach der Einsegnung findet im Vorfeld der Schieferlandhalle ein Frühschoppen mit dem Musikverein Müllenbach statt.

 Die alten Herren der Spielvereinigung Müllenbach gewinnen im Juni das AH-Turnier der Verbandsgemeinde in Landkern.

 Am 24. Juni gibt es eine Wiedereröffnung in Arnold´s Gasthaus, welches ab sofort Alrun´s Gasthaus heißt und von Alrun Emmerich betrieben wird.

 Die Einwohnerstatistik meldet für Müllenbach 737 Einwohner (370 männlich; 367 weiblich), 697 mit Hauptwohnung und 40 mit Nebenwohnung.

 Im Juli schafft der Förderverein der Grundschule Laubach-Müllenbach Pausenhof-Sportgeräte für die Schüler an.

 Am Sonntag den 11. Juli feiert der Kindergarten Müllenbach mit einem Sommerfest sein 30-jähriges Bestehen. Viele Gäste besuchen die Veranstaltung, die bei herrlichem Sonnenschein durchgeführt wird.

Am 14. Juli feiern die Eheleute Werner und Anna Waldorf, im Kirchweg, ihre goldene Hochzeit. Zum Jubeltage gratulieren die Bürger der Gemeinde, die Kinder des Kindergartens und der Musikverein mit einem Ständchen.

 Auch beim Gebietsentscheid des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ kann sich der Ort erfolgreich präsentieren. Von der Jury werden die positive Vereinsarbeit im Ort und ganz besonders die interkommunalen Aktivitäten des Schiefervereins rund um den Schiefergrubenwanderweg gewürdigt. Leider reicht es nicht für einen der vorderen Plätze im Wettbewerb. Platz 18 bleibt für Müllenbach im Gebietsentscheid.

 Die Gemeinde und die Ortsvereine bieten auch in den diesjährigen Sommerferien wieder ein Ferienprogramm für Kinder an. Frans und Katrin Somers bieten einen Mal- sowie einen Theaterkurs an, der Schieferverein eine Schnitzeljagd durch die Ortsgeschichte, der Musikverein einen Besuch im Erlebnispark Klotten mit anschließendem Grillfest und der Junggesellenverein eine LAN-Party in der Schieferlandhalle.

 In der Galerie Somers finden keltische Wochen statt. Sie stellen die irische Kultur und Geschichte in den Mittelpunkt.

 Auf dem Schiefergrubenwanderweg wird im Juli mit Walter Klee aus Müllenbach der insgesamt 4.000te geführte Wanderer begrüßt.

 Die Grundschule Laubach-Müllenbach führt das Projekt Verkehrssicherheitserziehung durch. Die Schüler lernen das richtige Verhalten im Straßenverkehr und stellen sich hiernach erfolgreich den Tests in Theorie und Praxis.

 Neben dem Kinderspielplatz und dem Kriegerdenkmal werden eine Flutlichtanlage auf dem Sportplatz und die Sanierung am Kinderspielplatz begonnen und mit ebenfalls je 2000 € von RWE Rhein-Ruhr „Aktiv vor Ort“ unterstützt. Mit privaten Spenden, der Unterstützung der Sparkasse Mittelmosel und dem Preisgeld anlässlich des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" kann ein neues Spielgerät für den Spielplatz angeschafft werden. Die Raiffeisenbank hat für die Spielplatzanlage 3 neue Ruhebänke gestiftet.

 Schon im Oktober ein weiteres Hochzeitsjubiläum in Müllenbach. Das Ehepaar Schüller im Wagenweg begeht das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit (60). Auch hierbei gratulieren die gesamte Gemeinde und die Ortsvereine.

 Der Förderverein des Kindergartens Müllenbach renoviert mit vielen Helfern den Spielplatz des Kiga. Auch einige neue Geräte kommen, dank der Initiative des Fördervereins und seiner Helfer, zur Aufstellung. 

 Die Gemeinde erhält von der Fa. Rathscheck Schiefer in Mayen, 2 Schieferloren, die an den Ortseingängen zur Aufstellung kommen und hier an die Schieferbergbaugeschichte des Ortes erinnern.

 Durch den Förderverein des Kindergartens Müllenbach wird der Spielplatz des Kindergartens neu gestaltet. Ortsansässige Firmen, sowie die Aktion „Aktiv vor Ort“ von RWE, mit einer Spende von 2000,- €, sorgen dafür, dass neue Geräte installiert und der Platz attraktiv umgestaltet werden kann.

 Am 16. Oktober vollendet Frau Hedwig Zirwes, im Wagenweg (Haus Zinnecker), ihr 95. Lebensjahr. Hedwig Zirwes ist die älteste Bürgerin des Ortes. Es gratulieren der Verbandsbürgermeister, der Ortsbürgermeister und die Bürger der Gemeinde zum Erreichen dieses hohen Lebensalters.

 Auf Kosten der Gemeinde und in Eigenleistung der Ratsmitglieder wird ein neuer Holzzaun am Spielplatz aufgestellt.

 Im November treffen sich rund 50 Seniorinnen und Senioren zum Altentag in der Schieferlandhalle. Die Helfer des Gemeinderates bewirten die Bürger ab 70 mit Kaffee und Kuchen, sowie einem schmackhaften Abendessen. Die Kinder der Grundschule Laubach-Müllenbach und auch Musikverein und Kirchenchor unterhalten die Gäste. Alte Fotos sorgen für viel Gesprächsstoff.

 Mitte November wird die Erschließung des Neubaugebiets "Am Heiligenhäuschen/Im Seufen", mit der Verlegung des Abwasserkanals, beginnend an der Kläranlage, zum Baugebiet begonnen.

 Die Firma AJE Consulting, aus Roes, stellt Ende des Jahres DSL Internetanbindung über Funk zur Verfügung und ermöglicht somit für alle Interessenten Übertragungsraten die die Telekom über ihr Kabelnetz nicht anbieten kann. Der Hauptempfänger/sender ist auf der Schieferlandhalle installiert und ermöglicht auch dort einen Internetzugang. Mit dieser Technik wird ein Standortnachteil für Müllenbach behoben.

 Der Ortsgemeinderat beschließt, nach Vorschlag der Bürger, die Erschließungsstraßen im Neubaugebiet „Am Heiligenhäuschen/Im Seufen“ folgendermaßen zu benennen: Planstr. A- „Im Seufen“, Planstr. B- „Hüttenstraße“, Planstr. C- „Im alten Garten“ und Planstr. D- „Auf der Gass“.

 Am Freitag, den 1. Dezember führen die Pfadfinder Müllenbach-Laubach ihren jährlichen Nikolausabend auf dem Bolzplatz durch. Ein festlich geschmücktes Zeltlager mit kleinen Holzhütten sorgt für eine vorweihnachtliche Atmosphäre. Die Kinder des Ortes werden vom Nikolaus beschenkt.

 Am 3. Dezember findet in der Schieferlandhalle ein weihnachtlicher Nachmittag der Frauengemeinschaft mit Kaffee und Kuchen statt. Untermalt wir die Veranstaltung musikalisch durch den Musikverein und den Kirchenchor.

 Die Eheleute Adolf und Maria Theisen, im Obereichelsweg, feiern am 14. Dezember ihre Goldene Hochzeit. Es gratulieren der OB, Vertreter der VG, die Ortsvereine und alle Bürger des Ortes zu diesem Jubiläum.

 Der Kindergarten Müllenbach und die St. Georgs Pfadfinder erhalten durch die Gesellschaft Lotto Rheinland-Pfalz eine Spende von je 3.000 €.

 Am 22. Dezember findet wieder ein festliches Adventskonzert in der Pfarrkirche Müllenbach statt. Mitwirkende sind: Kirchenchor Müllenbach, Gesangverein Laubach, Männerquartett Eifelvokal, Singgruppe Leienkaul und der Ausrichter, der Musikverein Müllenbach. Die Spendeneinnahmen kommen dem schwer behinderten Marvin Simon aus Kaifenheim zu gute.

 2007: Vom 18. auf 19. Januar fegt das einige Tage vorher angekündigte Orkantief „Kyrill“ über Europa. Mit Windgeschwindigkeiten zwischen 120 und 200 Km/h ist der Orkan einer der Stärksten der letzten Jahre. Die Menschen dürfen früher ihre Arbeitsstellen verlassen um sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. In ganz Deutschland wird der Zugverkehr eingestellt, dass gab es noch nie. In Müllenbach gibt es nur wenige Schäden, einige gelöste Dachpfannen oder umgestürzte Bäume, Menschen werden nicht verletzt. Innerhalb Deutschlands sterben 11 Menschen an den Folgen des Orkans. In Laubach entsteht, vom Distrikt Wallscheid bis zur Autobahn, eine riesige Windwurfschneise, in der über 1000 Bäume dem Sturm zum Opfer fallen. Die L-52 bleibt in diesem Bereich den ganzen Tag gesperrt. Ein Ü-Wagen des ZDF berichtet in Live-Übertragungen aus dem Waldstück bei Laubach. Im gesamten Kreis werden etwa 25.000 Bäume, meist Nadelbäume, gezählt, die dem Sturm nicht standhalten konnten. Im Müllenbacher Wald fallen rund 2000 Festmeter Nadelholz.

 Am 30. Januar dürfen die Eheleute Matthias und Margarete Zirwes, in der Hauptstraße 11, dass Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Es gratulieren der Bürgermeister, die Bürger und die Ortsvereine zu diesem Feste.

 Bernd Peters, Vorsitzender der Spvgg 1924 Müllenbach kann im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Vereins zwei besondere, bisher einmalige Ehrungen aussprechen. Albert Klotz und Walter Klee erfüllen bereits zum 25. Male die Anforderungen zum deutschen Sportabzeichen. Der Vorsitzende überreicht Urkunden und goldene Anstecknadeln.

 Auch der Karnevalsverein ist wieder aktiv in diesem Jahr. Zwei große Sitzungen, Kindersitzung und der große Umzug an Fastnachtssonntag bilden die Hauptaktionen dieser Session. Irma Gilles wird für ihre besonderen Verdienste in Vorbereitung auf die Fastnachtssitzungen, in diesem und der vergangenen Jahre, mit dem Orden der Rhein-Zeitung ausgezeichnet.

 Die Wanderführer des Schiefervereins fahren Ende Februar unter Tage. Beim Besuch der Fa. Rathscheck in Mayen lernen sie den Untertageabbau von Schiefer auf der Grube Katzenberg in etwa 300 Metern „Teufe“ kennen.

 Im Frühjahr schauen wir zurück auf einen Winter, der eigentlich keiner war. Die Tage an denen es eine geschlossene Schneedecke gab, kann man an einer Hand abzählen. Viele sprechen von der globalen Erwärmung und ihren Folgen für Wetter und Klima auf unserem Planeten.

 Am 28. März besucht die Freiwillige Feuerwehr Müllenbach den Kindergarten. Wehrführer Jürgen Steffes-ollig und sein Stellvertreter Hans-Werner Zimmer vermitteln den interessierten Kindern die Arbeit der Feuerwehr, zeigen ihnen die Ausrüstung des Feuerwehrfahrzeugs und der Feuerwehrmänner, beantworten viele Fragen.

 Anfang April überrascht uns der Sommer mitten im Frühjahr. Am Wochenende 13. – 15. April schaukeln sich die Temperaturen in unserer Region bis auf 27 Grad hoch. Die Höchsttemperaturen in Deutschland steigen gar bis auf 30 Grad. Innerhalb weniger Tage blüht und grünt es überall. Der ganze Monat bleibt ohne Regen bei ständig warmen Temperaturen. Am Monatsende steht fest, es war der wärmste April seit 200 Jahren.

 Am 19. April führt in der Schieferlandhalle das Wittener Kindertheater vor etwa 200 bis 250 Kindern aus der ganzen Verbandsgemeinde das Theaterspiel „Lars der kleine Eisbär“ auf. Als Sponsor der Veranstaltung hat sich der Energieversorger RWE angeboten, so dass kein Eintritt gezahlt werden muss.

 Am 22. April findet im Kreis die Landratswahl statt. 5 Kandidaten stellen sich zur Wahl: Manfred Schnur (CDU), Dr. Anna Köbberling (SPD), Thomas Auler (FDP), Matthias Müller (FWG) und Christine Hartge (freie Bewerberin). In Müllenbach fallen auf die Bewerber: Köbberling 48,5%, Schnur 34,5%, Müller 9,0%, Auler 2,5 % und Hartge 5,5%. Die Wahlbeteiligung im Kreis liegt bei 42,3 %. Bei der Stichwahl zum Landrat des Kreises Cochem-Zell, am 06.05.2007 kann sich Manfred Schnur mit 52,5% aller Stimmen gegen Dr. Anna Köbberling mit 47,5% aller Stimmen durchsetzen. In Müllenbach verteilen sich die Stimmen folgendermaßen: Manfred Schnur (39,43%) 69 Stimmen, Dr. Köbberling (60,57%) 106 Stimmen. Die Wahlbeteiligung ist allgemein gering und in Laubach mit 18,3% am niedrigsten im Kreis.

 Die Freiwilligen Feuerwehren von Müllenbach, Laubach und Leienkaul, sowie die Pfadfinder des Stammes Müllenbach-Laubach übernehmen Patenschaften im Kaulenbachtal. Mit den Patenschaften verbunden sind Pflegemaßnahmen in den jeweiligen Bereichen (Schieferhalden und Feuchtbiotop Herrenwiese). Am Aussichtspunkt Maria Schacht überreicht der Vereinsvorstand des Schiefervereins die Patenschaftsurkunden.

 Die Brüder Rudolf und Erwin Labonte fertigen ehrenamtlich einen Steg im Dachgewölbe der Pfarrkirche an. Der Steg über die ausladenden Chorgewölbe ist eine Forderung der Berufsgenossenschaft, welche eine Unfallgefahr bei Begehung der bisher angebrachten Dielen sieht.

 14 Kinder aus Müllenbach und Laubach feiern in der Pfarrkirche St. Hubertus in Müllenbach das Fest der 1. hl. Kommunion.

 Jugendgruppe und Junggesellenverein stellen ein neues Spielgerät auf dem Spielplatz auf. Zuvor muss die Rutschbahn wegen baulicher Mängel abgebaut und unter Ausnutzung des natürlichen Geländes am Hang installiert werden. An deren Stellplatz wird nun durch die genannten Gruppen ein Seil-Klettergerüst aufgestellt.

 Am 18. Mai begrüßt der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte mit Jutta Schüller aus Auderath den insgesamt 5000. geführten Wanderer auf dem Schiefergrubenwanderweg.

 Am 26. Mai, einen Tag vor Pfingsten, erneuert Walter Klee ganz uneigennützig die Türgriffe unserer Pfarrkirche. Die alten Griffe sind mittlerweile so verrostet und abgegriffen, dass unter Umständen Verletzungsgefahr besteht. Walter Klee, der ehemals als begeisterter Schmied und Schlosser in einem großen Betrieb beschäftigt war, findet unter den materiellen Resten welche von seiner Beschäftigung geblieben sind, von ihm persönlich angefertigte Türgriffe, die er kurzerhand gemeinsam mit neuen Blenden der Pfarrkirche zur Verfügung stellt und zusammen mit Wolfgang Fröschen am Portal anbringt.

 Anfang Juni erleidet Pastor Hubert Göbel einen Schlaganfall. Glücklicherweise findet dieser in Gesellschaft einer Reisegruppe statt, die sofort die Rettungskräfte alarmieren kann. Pastor Göbel verbringt einige Wochen im Krankenhaus, wird aber wohl ohne Folgeschäden nach einer Rehabilitation den Dienst in seiner Pfarrei Müllenbach-Laubach wieder aufnehmen können.

 Am Samstag den 02. Juni lädt die Gemeinde Müllenbach ihre älteren Mitbürger zum Seniorentag in die Schieferlandhalle. Rund 60 Senioren und Seniorinnen folgen der Einladung und verleben einen schönen, stimmungsreichen Nachmittag, der aus den eigenen Reihen durch „Eiesch Erwin“ (Erwin Bungart) musikalisch untermalt wird.

 In der Nacht vom 22.06. auf 23.06.2007 wird bei Bürgermeister Andreas Klotz eingebrochen. Der Polizeibericht meldet, dass ein Bürofenster aufgehebelt und hiernach das Zimmer durchwühlt wurde. Ein hoher Geldbetrag, so die Polizei, ist den Dieben in die Hände gefallen. Familie Klotz schlief und hat von dem Einbruch nichts bemerkt.

 Vom 13. bis 15. Juli richtet der Eifelverein sein traditionelles Waldfest im Eichels aus.

 Am 2. August wird durch Wolfgang Fröschen und Rudolf Labonte die durch die Restauratorin Schmitz-Möllmann aus Kötterichen überarbeitete Stiftertafel von 1855 im Vorraum der Kirche wieder angebracht. Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde sie aus unerklärlichen Gründen hier abgenommen und fand sich anlässlich der 150-Jahrfeier der Pfarrkirche im Garten des Pfarrhauses wieder. Hier diente sie wohl über Jahre als „Gehwegplatte“. Glücklicherweise lag die Schieferplatte mit der Schrift nach unten, so konnte man die Gravur zu großen Teilen noch erkennen und aufbereiten. Die Stiftertafel nennt alle Bürger, welche anlässlich des Kirchenbaus 1885 mindestens 5 Thaler und mehr gespendet haben.

 Die Pfadfinder des Stammes Müllenbach-Laubach errichten einen Aussichtsturm im Distrikt Walscheid in Laubach. Anlässlich eines Waldfestes wird der neue Turm feierlich eingeweiht.

 Am Samstag den 04. August ereignet sich am frühen Morgen, gegen 4:50 Uhr, ein Erdbeben der Stärke 4,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum wird in Plaidt ermittelt. Etwa 20 – 30 Sekunden bebt die Erde in unserer Region. Schäden werden keine festgestellt, dazu waren die Erschütterungen zu schwach. Viele Müllenbacher Bürger werden aus dem Schlaf geschüttelt und hören das dumpfe Grollen im Untergrund.

 Am 15. August feiert das Ehepaar Hubert und Ingeborg (Inge) Stoll, Hauptstraße 30, das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Ortsgemeinde und die Ortsvereine zu diesem freudigen Ereignis.

 Die große Kölner Karnevalsgesellschaft „Müllemer Junge“ besucht im August den Schiefergrubenwanderweg im Kaulenbachtal. Der Vorsitzende des Schiefervereins hat auch den Vorstand der Müllenbacher Karnevalisten zu dieser Führung eingeladen. Die Kölner sind begeistert von Natur, Landschaft und Geschichte der Region, zeitgleich werden neue Kontakte zwischen den Vereinsmitgliedern beider Gruppierungen geknüpft, die auf weitere gemeinsame Aktivitäten schließen lassen.

 Am Abend des 19. August 2007 nimmt Pfarrer Hubert Göbel im Rahmen einer Hl. Messe die Arbeit in seiner Heimatpfarrei Müllenbach-Laubach wieder auf. Die Kirchenbesucher freuen sich den Herrn Pastor gesund und erholt wieder zu sehen.

 Vom 19. bis 26. August findet in der Galerie Somers die Ausstellung „Triptychon“ statt. Frans Somers und zwei weitere Künstler stellen hierbei ihre Arbeiten aus.

 Anfang September sieht sich der Ortsbürgermeister gezwungen einen öffentlichen Brief an die Eltern einiger Jugendlicher im Ort zu schreiben. Die angesprochenen Jugendlichen, im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, fordern von Kindern Geld für die Benutzung des Trampolins auf dem Spielplatz, bedrohen andere Kinder mit Stockschlägen, sammeln unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Geld von Bürgern des Ortes um, wie sie behaupten, den Spielplatz herzurichten, zerstören den erst vor kurzem angebrachten neuen Zaun am Kindergarten, werden nach 22:00 Uhr ohne Begleitung der Erziehungsberechtigten auf den Straßen des Ortes angetroffen und fahren mit Motorrollern durch den Ort, ohne eine hierfür gültige Fahrerlaubnis zu besitzen. Der Bürgermeister fordert in dem offenen Schreiben die Eltern der Jugendlichen auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten und droht zeitgleich mit einer Anzeige sofern sich die Vorfälle wiederholen.

 Auch die Ortsgruppe Müllenbach des Deutschen Roten Kreuz hat in diesem Jahr ein Jubiläum zu feiern. 50 Jahre gibt es die Gruppierung im Ort schon, was mit der Durchführung der Müllenbacher Kirmes auch zünftig gefeiert wird. Eine Ü-30 Party am Freitag, mit SWR-1 Moderatorin Ilka Siebert, bildet den Auftakt. Am Samstag lockt ein Bayrischer Abend mit den bekannten „Wiesenfeldern“. Am Sonntag spielen der Musikverein Müllenbach und das Original Hunsrück Echo aus Mörsdorf, bevor die Kirmes am Montag mit einem Tanzabend ausklingt.

 In der Nacht vom 08. auf 09. September wird am Kirmeszelt ein Getränke-Kühlwagen aufgebrochen. Entwendet werden einige Stangen Zigaretten und Spirituosen. Der Gesamtwert des Diebesguts beträgt nach ersten Schätzungen deutlich über 500 €. Es stellt sich heraus, dass wieder die schon oben genannten Jugendlichen an diesem Einbruch beteiligt sind. Die Kriminalpolizei wird zur Ermittlung des Sachverhaltes und Ahndung der Tat eingeschaltet. Es hat den Anschein als ob einige Eltern so sehr damit beschäftigt sind ihr Leben in der „Spaßgesellschaft“ zu genießen, dass die Erziehung der Kinder und damit die Vermittlung von Moral und Werten an die selbigen, nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

 Die Pfarrei Müllenbach wird im Rahmen der Umstrukturierung der Dekanate (Strukturplan 2020) in das neue Dekanat Karden- Martental überführt. Diese Strukturreform soll bis 2020 bestehen.

 Am 21. September führt die Grundschule Laubach-Müllenbach ihr Projekt „Der Natur im Kaulenbachtal auf der Spur“ durch. Das 3. und 4. Schuljahr fertigen an der Schieferlandhalle gemeinsam mit Förster Albert Jung und Mitgliedern des Schiefervereins sogenannte Tagesunterkünfte für Fledermäuse an. Später am Abend geht man gemeinsam ins Kaulenbachtal, um den Fledermäusen bei ihrem nächtlichen Beuteflug zuzuschauen und mit Hilfe eines Detektors, welcher anhand der Frequenz der Schallwellen die die Fledermäuse aussenden, feststellen kann um welche Art es sich handelt. Die Kinder sind begeistert von diesem Projekt. Nur eine Woche später, am 29. September, wandert das 1. und 2. Schuljahr mit dem Naturexperten Walter Müller, Niederzissen, der jährlich die bekannten GEO Tage der Artenvielfalt durchführt, ebenfalls in Richtung Schieferhalden im Kaulenbachtal. Die Kinder sollen zwischen den mächtigen Halden und auf den ausgedehnten Trockenrasenbereichen kleine Tiere sammeln, welche dann durch Herrn Müller analysiert und in eine Bestandsliste übernommen werden. Auch hier sind die Schüler mit Spaß und Eifer bei der Sache, so dass Müller verspricht diese Aktion im kommenden Jahr weiterzuführen. Auch er selbst ist völlig begeistert vom Natur- und Denkmalschutzgebiet Kaulenbachtal. Er spricht dem Vorsitzenden des Schiefervereins ein Lob für die Aktivitäten aus.  Nach der Exkursion in die Natur findet am Nachmittag ein Schulfest in der GS Laubach-Müllenbach statt.

 Am 6. Oktober führt der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte seine jährliche Freischneideaktion im Kaulenbachtal durch. Immer mehr Bürger der Kaulenbachtal-Anrainer  Müllenbach, Laubach und Leienkaul aktivieren sich mittlerweile bei diesen Aktionen. In diesem Jahr kann die Rekordzahl von 62 Helfern im Einsatz für Flora und Fauna vermeldet werden.

 Anfang Oktober bemüht sich der Kirchenchor Müllenbach durch einen Aufruf im Pfarrgemeindeblatt neue Mitglieder zu finden. Die 132-jährige Geschichte des Kirchenchores, welcher der älteste Verein im Ort ist, scheint gefährdet. Die Mitglieder sind meist älteren Semesters und das Ende des Vereinslebens ist ohne Nachwuchs absehbar.

 Am 16. Oktober des Jahres feiert die älteste Einwohnerin des Ortes, Frau Hedwig Zirwes, Wagenweg, ihren 92. Geburtstag.

 Am 20. Oktober kann der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte mit Frau Gisela Berwanger, Landkern, den 6.000. Besucher auf dem Schiefergrubenwanderweg begrüßen. Frau Berwanger enthüllt an der Müllenbacher Pfarrkirche eine Schiefergravur.

 Die Grundschule Laubach-Müllenbach führt am 24. Oktober einen Projekttag „Bewegte Schule – Gesunde Schule“ durch. Thematischer Schwerpunkt: „ Bewegung bedeutet Leben“.

 130 Jahre Vereinsgeschichte feiert der Junggesellenverein Müllenbach am Samstag den 27. Oktober und am 31. Oktober im Festzelt auf dem Bolzplatz. Berühmte Bands wie Chock-A-Block, Peilomat und Sidewalk begeistern die Gäste, darunter rund ein Dutzend befreundeter Junggesellenvereine, welche sich an einem großen Fackelzug durch die Gemeinde beteiligen.

 Der 31.Oktober ist der letzte Arbeitstag für unseren Landrat Eckhard Huwer, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird Manfred Schnur.

 Die Martinsfackeln sehen am 09. November die ersten weiß gepuderten Dächer. Der Winter lässt grüßen.

 6. November: Soldaten des Jagdbombergeschwaders 33 in Büchel führen auch in diesem Jahr ihren Umwelttag in der Schieferregion Kaulenbachtal durch. Unter Führung von Umweltoffizier, Hauptmann Willi Barbara, reinigen die Soldaten, unter ihnen auch einige Mitglieder der US Air-Force, das Kaulenbachtal von Unrat und Schnittgut.

 Pünktlich zur Eröffnung der neuen Karnevalssession, am 11.11. lädt der KV Müllenbach zu einer Sessionseröffnung in die Schieferlandhalle Müllenbach ein. Auch in diesem Jahr kann leider kein neues Prinzenpaar inthronisiert werden.

 Am 17. November führt der Förderverein des Kindergartens Müllenbach wieder einen Bücher- und Spielzeugbasar in der Schieferlandhalle durch. Es ist der Dritte seiner Art.

 Wie schon seit einigen Jahren, führt die Pfadfinderschaft Müllenbach-Laubach am 01. Dezember ihren Nikolausabend am Bolzplatz durch. Die Kinder erhalten Geschenke vom Nikolaus.

 9. Dezember: Anlässlich der Weihnachtsfeier von Lotto Rheinland-Pfalz in einem Festzelt in Laubach, erhält der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte für seine Aktivitäten zur Sicherung des Kaulenbachtales als Natur- und Denkmalschutzgebiet eine Spende von 3.000 Euro. Den Feierlichkeiten wohnen neben Lotto Geschäftsführer Hans-Peter Schössler viele Prominente Sportler bei, u. a. DFB Präsident Dr. Theo Zwanziger, Horst Eckel (Fußball WM 1954), Lars Riedel (Diskuswerfer), Ronny Weller (Gewichtheber) Anna Dogadnaze (Trampolin Goldmedaille) und viele weitere.  Vereinsvorsitzender Dieter Laux bedankt sich bei der Gesellschaft und verspricht die gespendeten Gelder gänzlich für die Förderung der Schieferregion Kaulenbachtal einzusetzen.

 Am 14. Dezember feiern die Eheleute Helmut und Anneliese Marx im Tannenweg 14 das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner von Müllenbach.

 Traditionell führt der Musikverein Müllenbach auch in diesem Jahr am Tag vor heilig Abend ein festliches Adventskonzert durch. In der weihnachtlich geschmückten Pfarrkirche St. Hubertus wirken mit: Kirchenchor „Cäcilia“ Müllenbach, Gesangverein „Frohsinn“ Laubach, Männerquartett „Eifelvokal“, die Singgruppe Leienkaul und der Gastgeber selbst. Der Eintritt ist wie immer frei, es wird jedoch um eine Spende für einen karitativen Zweck gebeten. 1.550 Euro können in diesem Jahr an den „Treffpunkt 2000“, eine Freizeitgruppe von Eltern und ihren behinderten Kindern, in Kaisersesch übergeben werden.

 2008: Schon sehr früh beginnen in diesem Jahr die Karnevalsaktivitäten. Der Weihnachtsbaum ist in vielen Wohnungen noch nicht abgeräumt, da findet am 19. Januar die erste Kappensitzung in der Schieferlandhalle statt. Es folgen der Kinderkarneval am 20. Januar und die zweite Sitzung am 26.Januar, die durch den Besuch und den Auftritt der Tanzgruppe der Kölner Karnevalsgesellschaft „Müllemer Junge“ geprägt ist. Mit dem Besuch bedankt sich die Gesellschaft für einen gelungenen Wandertag auf dem Schiefergrubenwanderweg, den man im vergangen Jahr durchgeführt hatte. Nachdem der Sportverein die Möhnen des Ortes am 31. Januar zum Möhnentag in die Schieferlandhalle geladen hat, findet der Müllenbacher Karneval mit dem großen Fastnachtsumzug am 03. Februar seinen Abschluss.

 Die Sammlung der Sternsinger erbringt in diesem Jahr in Müllenbach einen Betrag von 663,63 €.

 Nach der Wahl konstituiert sich ein neuer Pfarrgemeinderat. Die Mitglieder: Marco Labonte (Vorsitzender), Margret Kreuser, Michael Leicht, Dirk Lescher, Melanie Peters, Martina Schmitt.

 Die Kinder der Grundschule Laubach-Müllenbach trainieren ein korrektes Verhalten bei der Busfahrt. Das Training sorgt für mehr Sicherheit auf dem Weg zur Schule.

 Am 09. Februar, zwischen 08:30 und 12:00 brechen unbekannte Täter in die Privaträume oberhalb der Metzgerei Schweitzer ein. Entwendet wird div. Schmuck und Bargeld. Die Täter können unbemerkt entkommen.

 Am 18. Februar feiern die Eheleute Walter und Adele Klee, Hauptstr. 81, das Fest der goldenen Hochzeit (Standesamtl.). Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Europaabgeordneter Dr. Werner Langen, Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion im Europaparlament, besucht die Schieferregion Kaulenbachtal. Er ist begeistert von den Aktivitäten des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte und tritt spontan als nunmehr 130. Mitglied dem rührigen Verein bei.

 Ende März beginnen die Bauarbeiten für die ersten beiden Wohngebäude, welche im neuen Baugebiet „Am Heiligenhäuschen-Im Seufen“ durch Privatpersonen erstellt werden.

 Am Sonntag den 20.04.2008 teilt Pastor Hubert Göbel den Mitgliedern seiner Pfarrgemeinde anlässlich der Sonntagsmesse mit, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sieht sein Amt als Pfarrer langfristig weiter wahrzunehmen. Er habe deshalb in Trier seine Pensionierung beantragt. Diese Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen, aber die gesundheitlichen Einschränkungen nach zwei Schlaganfällen ließen ihm keine andere Wahl.

 Im Rahmen eines großen Bahnhofsfestes in Ulmen wird am 26. und 27. April die frisch sanierte Eifel-Querbahn zwischen Ulmen und Kaisersesch wieder in Betrieb genommen. Zumindest zwischen April und Ende Oktober verkehren an den Wochenenden nunmehr wieder die historischen Schienenbusse auf der 1895 eröffneten Eifelstrecke.

 Am 28. April feiern die Eheleute Ernst und Mathilde Groneß, Neustraße 17a, das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Wegen der stark angeschlagenen Gesundheit von Pastor Hubert Göbel fällt in diesem Jahr die Fronleichnamsprozession in Müllenbach aus.

 Am 21. Mai feiern die Eheleute Hans und Ingeborg Peters im Unterdorf das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Vom 31. Mai bis 01. Juni feiern die Pfadfinder des Stammes Müllenbach-Laubach auf dem Bolzplatz ihr 10-jähriges Bestehen. 130 Kinder und Jugendliche und 25 Ausbilder bilden die „starke Truppe“, der Hans Schumann als Gründer und Stammesleiter vorsteht.

 Am 06. und 07. Juni findet das VG-Turnier der alten Herren in Müllenbach statt. Sieger des Wettkampfes werden die Gastgeber, die „Altstar-Kickers“ der Spvgg Müllenbach.

 Am 20. Juni feiern die Eheleute Otto und Elfriede Annen, Holzweg, das Fest der goldenen Hochzeit (Standesamtl.). Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Am 26. Juni wird durch einen bewaffneten Mann (als Fußballfan verkleidet, mit schwarz, rot, goldener Perücke) die Filiale der Sparkasse in Laubach überfallen. Der Dieb erbeutet bei dem Raubzug mehr als 10.000 €. Verletzt wird, trotz Anwesenheit von Kunden und Bankangestellten, glücklicherweise niemand.

 Am 30. Juni feiern die Eheleute Jakob und Ingrid Steffes-ollig, Neustraße 17, das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Auf dem Schiefergrubenwanderweg wird mit Rouven Fösser, Waldfischbach, der 7000. geführte Wanderer begrüßt.  Gleichzeitig wird am kleinen Teich auf der Herrenwiese eine Schiefergravur enthüllt, die auf die Patenschaft der Pfadfindergruppe „Salamander“ für das Biotop hinweist.

 Auch in diesem Jahr bietet die Ortsgemeinde mit ihren Vereinen ein kleines Ferienprogramm an. Jungen und Mädchen können sich beteiligen an Theater spielen bei Katrin und Frans Somers, Zelten auf dem Bolzplatz mit den Ortsvereinen, sowie einer LAN-Party des JGV in der Schieferlandhalle.

 Am 03. August wird Pastor Hubert Göbel im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Pfarrkirche Müllenbach, mit anschließendem Kaffee und gemütlichem Beisammensein in der Schieferlandhalle, in den Ruhestand verabschiedet. 14 Jahre dauerte seine Amtszeit in den Pfarrgemeinden Müllenbach und Masburg. Mehrere Hundert Gläubige aus den umliegenden Gemeinden verabschieden sich im Rahmen der Feierstunde von Pastor Göbel. Die Seelsorgerische Arbeit in der Pfarrgemeinde übernimmt vorübergehend Pfarrer Ernst-Walter Fuß aus Ulmen.

 Am 9. August feiern die Eheleute Edmund und Renate Sesterhenn, Hauptstr. 82, das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren auch hier der Bürgermeister, der Gemeinderat und die Ortsvereine, sowie alle Einwohner des Ortes.

 Der Schieferverein stellt auf dem Acker (im Wagenweg), am Verlauf des Schiefergrubenwanderwegs, einen alten Leiterwagen beladen mit Schieferplatten auf. Der Wagen erinnert an den Transport des Schiefers aus dem Kaulenbachtal zur Schiffsverladung nach Cochem und Klotten. Im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier übergibt der stellvertretende Ortsbürgermeister, Dirk Barbye, den Wagen seiner Bestimmung als Exponat für Wanderer und Gäste der Schieferregion Kaulenbachtal.

 Am 31. August eröffnen in der Neustraße 14 Carmen und Jürgen Köhn ihren Imbiss „Zum Kaulenbachtal“.

 Am letzten Augustwochenende protestieren am Fliegerhorst Büchel über 2000 Menschen friedlich gegen die Lagerung von Atomwaffen.

 Anfang September bedankt sich Ortsbürgermeister Andreas Klotz bei vielen freiwilligen Helfern, den beiden Gemeindearbeitern und den Mitgliedern des Gemeinderates, welche in den vergangenen Wochen einige wichtige Arbeiten in Eigenleistung erbracht haben. Unter anderem wurde auf dem Spielplatz die Vogelnestschaukel gegen eine neue ausgetauscht und Randsteine auf dem Friedhof neu gesetzt.

 Der Musikverein Müllenbach sorgt vom 12. bis 15. September wieder einmal für eine bemerkenswerte Kirmes. Freitags gibt es eine Oldie-Night, samstags spielen die bekannten Wiesenfelder und am Sonntag bietet der Musikverein eine wundervolle Hitparade der Volksmusik, zu der etwa 200 Besucher im Festzelt Beifall zollen. Am Montag findet die Kirmes mit einem zünftigen Frühschoppen und am Abend mit Tanz ihren Abschluss.

 Am 27. September bietet der Schieferverein eine Durchgangskontrolle der Oldtimer-Rallye „Moselschiefer-Classic“ an der Schieferlandhalle an. Über 150 begeisterte Zuschauer können etwa die gleiche Anzahl an historischen Fahrzeugen an der Stempelkontrolle bewundern. Ortsbürgermeister Klotz und Feuerwerksweltmeister Helmut Reuter, als Repräsentanten der Schieferregion Kaulenbachtal, bestätigen den Teilnehmern ihre Durchfahrt mit dem Gemeindestempel.

 Die Kinder des Kindergartens Müllenbach dürfen bei einer Kartoffelernte mit Hermann Clasen teilnehmen und so ein herrliches Naturerlebnis haben. Hermann Clasen bietet den Kindern seit einigen Jahren die Gelegenheit landwirtschaftliche Arbeiten auf dem Feld kennen zu lernen. Viele von ihnen kennen landwirtschaftliche Produkte nur noch aus dem Supermarkt.

 Anfang Oktober wird in Berlin ein 27-jähriger Mann festgenommen, der mit einer Perücke in den Farben schwarz, rot, gold am 26. Juni des Jahres die Laubacher Filiale der Kreissparkasse überfallen hatte. Wenige Tage später wird auch die 29-jährige Komplizin des Täters verhaftet, welche den Fluchtwagen gesteuert haben soll.

 Ein vollbesetztes Festzelt zum 130-jährigen Vereinsbestehen, beschert dem Junggesellenverein Müllenbach die Band „Sidewalk“ am 31. Oktober.

 Am 15. November kann der Karnevalsverein Müllenbach wieder ein neues Prinzenpaar für die Session 2008 / 2009 proklamieren. Prinz Jürgen I und Prinzessin Heike I (Jürgen und Heike Stoll), sowie Kinderprinz Niklas I (Niklas Stoll), übernehmen die närrische Herrschaft in Müllenbach. Ortsbürgermeister Klotz übergibt ihnen die Schlüssel für die Amtsstuben.

 Ebenfalls am 15. November führen die Pfadfinder sowie die Jugendgruppe und freiwillige Helfer eine Aktion „Saubere Umwelt“ in und um Müllenbach durch. Es bleibt völlig unverständlich warum die Bürger, trotz geregelter Müllentsorgung, noch immer ihren Dreck in der Umwelt entsorgen. Der Bürgermeister dankt den Helfern für ihren vorbildlichen Einsatz.

 Im November schreibt die Rhein-Zeitung die Aktion „Helden im Alltag“ aus. Hierbei sollen Menschen gewürdigt werden, welche auf besondere Art und Weise die Gemeinschaft und das Zusammenleben in den Orten fördern und beleben. Auch Toni Regnier aus Müllenbach ist hierfür nominiert. Seine Arbeit als Mitbegründer und Vorstandsmitglied vieler Müllenbacher Vereine soll gewürdigt werden. Unter 10 Bewerbern in der Endausscheidung belegt Toni Regnier den 2. Platz und erhält ein Preisgeld von 2.000 €, welches er nach Erhalt sofort für die Jugendarbeit in den Ortsvereinen (Pfadfinder 400,- €, Musikverein 800,- € und Karnevalsverein 800,- €) zur Verfügung stellt.

 Am 01. Dezember wird Pfarrer Ernst-Walter Fuß, welcher die Aufgabe von Pfarrer Hubert Göbel in der Pfarrei Müllenbach übernommen hat, von Bischof Robert Brahm für die kommenden sieben Jahre zum Dechant des Dekanats Karden-Martental ernannt.

 Anfang Dezember beschildert der Landesbetrieb Mobilität die „Schieferregion Kaulenbachtal“ mit touristischen Hinweistafeln (Meilenstein, Bahnübergang Laubach, Einmündung Flugplatz Büchel nach Müllenbach und Ortseingang Leienkaul). 

 Am 07. Dezember feiert die Organisation Lotto Rheinland-Pfalz ihre jährliche Weihnachtsfeier in Laubach. Wie jedes Jahr werden anlässlich der Feierlichkeiten verschiedene gemeinnützige Organisationen mit einer Spende beglückt.  In diesem Jahr erhält der Kindergarten Müllenbach eine Zuwendung von 3.000,- €.

 Am 13. Dezember führt Helmut Reuter mit seiner Feuerwerksfirma Steffes-Ollig ein Schauschießen auf dem Sportplatz Müllenbach durch. Etwa 500 Gäste beobachten das Präsentations-Feuerwerk. Rund 560,- Euro bringt der Verkauf von Glühwein ein. Margit und Helmut Reuter spenden diese Einnahmen an die Familie der behinderten Zwillingsbrüder Tim und Phillip Reinicke in Müllenbach (Vulkaneifel-Kreis).

 Mitte Dezember melden die lokalen Zeitungen, dass gegen den Verbandsgemeindebürgermeister der VG Kaisersesch, Ewald Mattes, ein Verfahren wegen Betrugs (Falsche Abrechnung von Fahrtkosten) und sexueller Nötigung einer Verwaltungsmitarbeiterin eröffnet ist. Der Prozess soll in den kommenden Monaten geführt werden.

 Traditionell findet am letzten Wochenende vor Heilig Abend in der Müllenbacher Pfarrkirche das Adventskonzert des Musikvereins statt. Die Mitwirkenden in diesem Jahr: Kirchenchor „Cäcilia“ Müllenbach, Gesangverein „Frohsinn Laubach“, Männerquartett „Eifelvokal“, die Singgruppe Leienkaul sowie der Veranstalter, der Musikverein Müllenbach. Die Spenden kommen in diesem Jahr dem schwerstbehinderten Niklas Michels aus Kalenborn zu gute. Eine Delphintherapie in Marmaris, Türkei, soll eine weitere Stabilisierung seines Gesundheitszustandes bewirken. 

 Am 23. Dezember feiern die Eheleute Karl-Heinz und HildegardHHH Abramowicz, Wagenweg 27, das Fest der goldenen Hochzeit. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, die Ortsvereine und alle Einwohner des Ortes.

 2009: Zum 31.12. 2008 liegen dem stat. Landesamt folgende Daten für Müllenbach vor: Bodenfläche 4,27 Quadratkilometer, davon 41,4% Landwirtschaftsfläche, 42% Waldfläche, 0,5% Wasserfläche, 15,8% Siedlungs- und Verkehrsfläche, 0,2% sonstige Flächen. Bevölkerungsstand 680 Personen (328 männlich, 352 weiblich), diese wohnen in 290 Wohngebäuden in denen sich 341 Einzel-Wohnungen befinden. Größte Altersgruppe: 35 – 50-jährige 27,2%. Veränderung der Gesamtbevölkerung gegenüber Vorjahr: - 2,7%. Insgesamt werden 74 Schüler aller Schularten gemeldet. Im Ort werden 479 Fahrzeuge bewegt, davon 393 Personenkraftwagen. Die Schulden der Gemeinde belaufen sich nach Abschluss des Jahres 2008 auf 986.000 €, das entspricht einer pro Kopf Verschuldung von 1.450 €.

 Die ersten beiden Wochen des Jahres sind geprägt von Frost und Eis. Für Deutschland meldet man die kältesten Temperaturen seit 22 Jahren. Rheinland-Pfalz, und damit unsere Region, trifft es nicht so hart. Die maximalen Tiefsttemperaturen liegen bei – 12 bis – 15 Grad. Allerdings friert über die Dauer sogar die Mosel komplett zu, so dass sie für den Schiffsverkehr gesperrt werden muss. Ab 14. Januar zeichnet sich milderes Wetter ab. In Ulmen treffen sich an einem Sonntag hunderte von Menschen, darunter auch viele Müllenbacher, um bei strahlendem Sonnenschein auf dem dick zugefrorenen Jungfernweiher Eis zu laufen, oder einfach nur umher zu wandern.

 Anfang Januar gibt es Vorstandswahlen im Musikverein. Es bleibt bei der alten Besetzung der Vorstandsposten: Vorsitzender: Michael Schweitzer, 2. Vorsitzender: Joachim Buschwa, Kassierer: Marco Labonte, 2. Kassierer: Mark Steffes-tun, Schriftführer: Agathe Hoffmann, 2. Schriftführer: Nicole Fronczak, Beisitzer: Jens Pinkhaus.

 Kurz nach fünf Uhr, am Morgen des 23. Januar, kommt es zu einem Unfall auf der L-52 zwischen Müllenbach und Flugplatz Büchel (letzte Kurve vor der Endert). Ein 40-Tonner Lkw, aus dem Kreis Wittlich, verliert während der Fahrt seinen 30 Tonnen schweren Auflieger, der mit Wein beladen ist. Zum Glück wird niemand verletzt. Den Schaden beziffert die Polizei auf etwa 100.000 €. Die L-52 ist wegen den Bergungsarbeiten für mehrere Stunden gesperrt.

 Zwei Kappensitzungen, der Kinderkarneval und der Große Karnevalsumzug am 22. Februar bilden den Höhepunkt der Karnevalssession 2008/2009. Prinz Jürgen I und Prinzessin Heike I mit Kinderprinz Niklas I (alle Stoll), führen die Müllenbacher Narren gekonnt durch die lustigen Tage.

 In Koblenz steht Mitte Februar der Bankräuber vor Gericht, der am 26. Juni vergangenen Jahres als Fußballfan verkleidet die Sparkasse in Laubach überfallen hat. Mitangeklagt ist auch seine Komplizin, die den Fluchtwagen gefahren haben soll. Der Dieb tritt während der Verhandlung als Gentlemen auf, entschuldigt sich bei den Opfern seines Überfalls (Bankangestellte und Besucherin). Weiterhin gibt er im Verlauf des Verfahrens alle Straftaten die ihm vorgehalten werden (diverse weitere Überfälle) zu. Das Urteil: Achteinhalb Jahre Haft für den Täter und zwei Jahre auf Bewährung für die Komplizin.

 Ende Februar sieht der Gemeinderat Müllenbach an Investitionen für das kommende Jahr vor: Umrüstung der Straßenlampen in der Neustraße auf Energiesparlampen, ca 4.000 €, Erneuerung der Abwassergrube auf dem Sportplatz 4.000 €, Planungskosten für die Herstellung des Parkplatzes an der Schieferlandhalle ca. 6.000  und die größte finanzielle Herausforderung, die Beschaffung eines neuen Gemeindefahrzeugs wird mit 35.000 € veranschlagt. Ein Teil der Kosten für das neue Fahrzeug soll durch den Verkauf des Unimogs finanziert werden. Auch der Jagdverband beteiligt sich mit einem Darlehen von 15.000 €.

 Die Straßen im Neubaugebiet Am Heiligenhäuschen/Im Seufen ((Auf der Gass, Hüttenstraße, Im alten Garten, Im Seufen) erhalten ihre Widmung als Ortsstraßen

 Am 12. April, Ostersonntag, läuten am Mittag die Glocken der Pfarrkirche zu Ehren des neuen Bischofs von Trier, Dr. Stephan Ackermann (46), geb. in Mayen. Nach fast einjähriger Vakanz des Bischofsamtes freut sich das Bistum nun nach Dr. Reinhard Marx, der im vergangenen Jahr nach München/Freising wechselte, einen neuen Bischof zu haben.

 13. April (Ostermontag) gehen in der Pfarrkirche Masburg fünf Kinder aus Müllenbach zur Heiligen Kommunion.

 Der Kindergarten St. Hubertus Müllenbach erhält aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung (11 Millionen € für den Kreis Cochem-Zell) 49.200 € zur Renovierung und Instandsetzung.

 Bei den Vorstandswahlen des Karnevalsvereins KV 1995 ergibt sich am 24.April folgendes Ergebnis: Vors. Franz-Josef Stein, 2. Vors. Franz Krause, Kassierer Wolfgang Gilles, Schriftf. Dirk Regnier, Jugendvertreter Annika Bauer.

 Am 25. April, wird durch eine Besuchergruppe des Schiefervereins eine Schiefergravur und eine Hinweistafel zur Geschichte der alten Schule im Holzweg enthüllt. Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte ist bemüht, auch die Ortsgeschichte am Verlauf des Wanderwegs zu vermitteln. So wurde u. a. auch am Haus von Karl-Heinz Abramowicz im Wagenweg (altes Schieferbrecher-Haus) eine Hinweistafel angebracht.

 Hans-Werner Zimmer wird durch Verbandsbürgermeister Ewald Mattes offiziell zum stellvertretenden Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Müllenbach ernannt.

 Der 08. Mai bietet dem Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte wieder einmal die Möglichkeit ein Jubiläum zu feiern. In Leienkaul kann mit Frau Waltraud Krämer, Mayen, der 8000. geführte Wanderer auf dem Schiefergrubenwanderweg begrüßt werden. Zum Jubiläum wird ein Leiterwagen mit Schiefer enthüllt, der hier dauerhaft an den Schiefertransport der vergangenen Jahrhunderte erinnert. Die Jubilarin und der Vereinsvorsitzende Dieter Laux enthüllen weiterhin eine Schiefergravur, welche auf den Schiefertransport über die „Grubenstraße“ hinweist.

 Sein 45-jähriges Jubiläum feiert der Musikverein „In Treue Fest“ am 09. Mai in der Schieferlandhalle. Die 43 Spielerinnen und Spieler, sowie die 12 in der Ausbildung befindlichen Jungspieler bieten einen feierlichen Konzertabend, zu dem auch befreundete Musikvereine beitragen. Eine besondere Ehrung erhält Dirigent Karl „Charly“ Fuhrmann mit der Verdienstnadel des Landesmusikverbandes aus den Händen von Robert Michels, dem Vorsitzenden des Kreismusikverbandes. Viele, viele weitere Ehrungen werden ausgesprochen darunter u. a, Landesehrenbrief und Ehrenzeichen in Gold an die Musikanten Robert Gilles und Franz-Josef Stein.

 Zum Seniorentag lädt die Gemeinde alle Senioren über 70 Jahre am 16. Mai in die Schieferlandhalle. Über 60 Teilnehmer genießen einen schönen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen sowie einem Abendessen. Erwin Bungart unterhält musikalisch und Dieter Laux zeigt eine Fotopräsentation mit dem Thema „Müllenbach und seine Bewohner damals“. Die Teilnehmer des Seniorentages werden hierbei aufgerufen, ihre alten Fotos in Kopie einem noch zu erstellenden Foto-Archiv der Gemeinde zu überlassen um auch den folgenden Generationen die Möglichkeit zu bieten, einen fotodokumentarischen Rückblick zu halten. Am Abend unterhält der Musikverein die Senioren.

 Am 20. Mai findet in Büchel das Meisterschaftsspiel der 1. Mannschaft der Spvgg Müllenbach statt. Für die Spieler geht es gegen Weiler-Gevenich um den Aufstieg in die Kreisliga A. Vor 600 Zuschauern, so berichtet die Rhein-Zeitung, kann die 1. Mannschaft 3:0 gegen Weiler-Gevenich gewinnen und so in die A-Liga des Fußballkreises aufsteigen. Nun ist auch der Weg in die B-Klasse frei für die 2. Mannschaft, die in der Woche vorher mit einem 7:2 Sieg gegen den SSV Ernst Meister in der Kreisliga C wurde. Sportvereinsvorsitzender Bernd Peters und die Mitglieder freuen sich gemeinsam mit der Gemeinde mächtig über den Aufstieg ihrer beiden Mannschaften.

 Am Samstag den 23. Mai wird Bundespräsident Horst Köhler von der Bundesversammlung für eine weitere Periode in seinem Amt bestätigt.

 Wieder gewinnen die Alten Herren der Spvgg Müllenbach den begehrten Verbandsgemeinde-Pokal.

 Zu den Kommunalwahlen am 07. Juni stellen sich in unserer Gemeinde 2 Wählergruppen. Die FWG Klotz mit dem Bürgermeisterkandidaten Andreas Klotz, sowie die Wählergruppe Josef Lanser ohne Bürgermeisterkandidaten.

 Die Kommunalwahl am 7.Juni endet mit folgendem Ergebnis: Wahlberechtigt 553 Personen, gewählt haben 365 Personen, Wahlbeteiligung 66 %. Auf die Wählergruppe Klotz entfallen 80,4 % (10 Sitze) der Stimmen, Wählergruppe Lanser 19,6 % (2 Sitze). Andreas Klotz wird mit 322 Stimmen zum Ortsbürgermeister gewählt. In den Ortsgemeinderat sind gewählt: Dirk Barbye (1. Beig.), Dieter Laux (2. Beig.), Dieter Peters, Johannes Buschwa, Marco Labonte, Wolfgang Gilles, Frank Wissel, Ronny Brylka, Siegfried Mängel, Kai Lanser, Josef Lanser (Übergang durch Verzicht auf Hans-Günther Schmitz), Helmut Reuter.

 Anfang Juni meldet die Rhein-Zeitung, dass die Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch bis 2014 reaktiviert werden soll. Die Kosten belaufen sich lt. Planung auf 20 Millionen Euro.

 Am 17. Juni beginnt vor dem Amtsgericht Cochem das Verfahren gegen unseren VG-Bürgermeister Ewald Mattes. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf sexuelle Nötigung einer Verwaltungsmitarbeiterin und Betrug bei Fahrtkostenabrechnungen in neun Fällen. Beim Prozess herrscht großer Zuschaueransturm und starkes Medieninteresse.

 29. Juli. Ortsbürgermeister Andreas Klotz überreicht im Rahmen einer Gemeinderatssitzung dem ausscheidenden Gemeinderatsmitglied Josef Lanser eine Auszeichnung für 35 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Mitglied des Gemeinderates Müllenbach.

 Am 19. Juni bringt die Rhein-Zeitung eine Hiobsbotschaft für die Region. Die Firma Glunz in Kaisersesch wird ihre Tore schließen. Etwa 320 Mitarbeiter, darunter auch viele aus Müllenbach, werden in den kommenden Monaten ihren Arbeitsplatz verlieren. Grund für die Schließung soll laut Firmenleitung der Auftragsrückgang in Folge der Weltwirtschaftskrise sein.

 Anfang Juli beschafft die Gemeinde ein neues Fahrzeug. Der Kleintraktor der Marke „John Deere“ wird mit seinen diversen Anbaugeräten in Zukunft eine wesentlich effizientere Durchführung der Gemeindearbeiten ermöglichen. Zu den Anbauteilen gehören Mähwerk, Schneepflug, Streubehälter u. a. Der bisher eingesetzte Unimog kann zu einem guten Preis an einen Liebhaber verkauft werden.

 Am 27. Juli beschließt der Gemeinderat die Grundstücke im Neubaugebiet Am Heiligenhäuschen /Im Seufen  zu einem Preis von 29,50 € (voll Erschlossen) anzubieten.

 Aus Mangel an Beweisen wird VG-Bürgermeister Ewald Mattes am 11. August wegen des Vorwurfes der sexuellen Nötigung einer Verwaltungsangestellten und Abrechnungsbetruges vom Cochemer Amtsgericht freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Revision zugelassen.

 Im Kaulenbachtal findet Heinz Klasen eine seltene Spezies der Gattung Pilz. Ein sogenannter „Tintenfischpilz“, dessen Sporen vermutlich im Verlauf  des 1. Weltkrieges mit australischer Wolle nach Europa eingeschleppt wurden.

 Auf dem Sportplatz wird am Sportlerheim ein neuer Abwassertank (7.000 Liter, bisher 1.000 Liter) installiert.

Der Junggesellenverein verlegt mit Hilfe eines Kleinbaggers ein verstärktes Stromkabel zum Bolzplatz. Bei Festen hatte es immer wieder Probleme mit der Stromversorgung gegeben, die damit behoben sind.

 Der Ortsbürgermeister weist im Amtsblatt auf die Straßenreinigungspflichten der Bürger hin. Besonders in den Fällen in denen meist auswärtige Grundstücksbesitzer betroffen sind (Rinnsteine zugewachsen, starke Verschmutzung durch Ablagerungen, Überwuchs des Straßenbereiches von bis zu einem Meter) wird eine sofortige Behebung des Mangels  eingefordert.

 Am Montag den 24. August sind die Sommerferien zu Ende und für die Kinder beginnt der Schulalltag. In diesem Jahr werden in die Grundschule Laubach-Müllenbach keine Schulanfänger eingeschult. Der Geburtenrückgang zeigt auch bei uns seine Folgen. Insgesamt besuchen nur noch 32 Schüler die Grundschule Laubach-Müllenbach: (Klasse 1 = keine Kinder / Klasse 2 = 13 Kinder / Klasse 3 = 14 Kinder / Klasse 4 = 5 Kinder (Kombi-Klasse 3+4).

 Zum 31. August stellt der Schieferverein eine Grußtafel (Willkommen am Schiefergrubenwanderweg) am Eingang zum Kaulenbachtal (Haus Forys) auf. Im Rahmen der Ehrung von Wanderführer Hubert Köhn zu seiner 75. Führung wird die Schiefergravur enthüllt.

 Helmut Reuter kann auf der Weltmeisterschaft der Musikfeuerwerke in Kanada mit seiner Präsentation „Abenteuerland“ die Juroren überzeugen. Zum 1. Platz reicht es nicht, aber die Vizeweltmeisterschaft kann dem Weltmeister 2004 keiner nehmen.

 Vom 11. bis 14. September führt der Sportverein Müllenbach die traditionelle Kirmes durch. Am Samstag begeistern die „Wiesenfelder“ mit ihrer Tanzmusik die Gäste im Festzelt auf dem Bolzplatz. Sonntags spielen die Fidelen Eifelländer auf.

 Am 22. September findet die traditionelle Wallfahrt der Pfarrei Müllenbach nach Barweiler statt.

 Am 26. September führt der Schieferverein wieder eine Durchgangskontrolle der Oldtimerveranstaltung „Moselschiefer-Classic“ durch. Über 200 Besucher erleben wunderschöne Oldtimer in der Vorbeifahrt oder im Rahmen der statischen Ausstellung an der Schieferlandhalle.

 Bundestagswahl am 27. September, die Ergebnisse für Müllenbach: Wahlberechtigt 550 Personen, gültige Stimmen 341 / CDU:52,4%, SPD:29 %, FDP:7,1%, Grüne:2,4%, Linke:8,6%, Sonstige:0,6%.

 Viele Aktionen startet in diesem Jahr auch die Grundschule Laubach-Müllenbach mit ihren Schülern. Genannt seien: Busschule, Ernährungstag, Waldtag, Bewegungsschule (Rückenschule), Polizei-Puppenbühne, Projekttag Sport, Besuch des Schulmuseums, Basteln und Backen, Besuch der Burgfestspiele und vieles mehr.

 Fast 70 Helfer, so viele wie noch nie, unterstützen am 10. Oktober die Freischneide- und Pflegeaktionen des Schiefervereins im Kaulenbachtal. Vereinsvorsitzender Dieter Laux bedankt sich bei den Vereinsmitgliedern und besonders bei den Feuerwehren aus Laubach, Müllenbach und Leienkaul sowie bei den Pfadfindern der Ortsgruppe Müllenbach-Laubach für den Einsatz um Landschaft und Kultur.

 Eine Besondere Ehrung erfährt am 10. Oktober Wolfgang Fröschen, Wanderführer des Schiefervereins. Er kann an diesem Tage seine 100. Führung durch das Kaulenbachtal verbuchen. Fast zweieinhalbtausend Wanderfreunden konnte er hierbei sein Wissen um den traditionellen Schieferbergbau vermitteln. Damit hat er die Schieferregion Kaulenbachtal maßgeblich mit bekannt gemacht. Zu seiner Ehre, soll eine Eiche im Kaulenbachtal, am Verlauf des Wanderweges, ab heute seinen Namen tragen.

 Zahlreiche Kirchenbesucher kommen am Sonntag den 18. Oktober in die Pfarrkirche Müllenbach um die Amtseinführung von Pastor Volker Malburg mitzuerleben. Dechant Walter Fuß aus Ulmen leitet die Einweihungsfeierlichkeiten. Begleitet wird Pastor Malburg von vielen Wegbegleitern, Kollegen und einer Schar von Ministranten aller Pfarreien und Filialen, als er in die Kirche einzieht. Der 38-jährige Malburg stammt aus der Nähe von Hermeskeil und trat 1990 in das Priesterseminar in Trier ein. Neben den Pfarreien Müllenbach und Masburg sind die Gemeinden Kaisersesch und Düngenheim jetzt die ersten Pfarrstellen, die der junge Pastor innehat. Ein Wehmutstropfen, der neue Pastor wird in Kaisersesch wohnen. Die weitere Nutzung des Pfarrhauses in Müllenbach muss geklärt werden. Eingeführt wird auch der neue Gemeindereferent Bernd Gilles aus Forst, der den neuen Pastor bei seiner Arbeit in den vier Pfarreien unterstützen wird.

 Ende Oktober schließt die Fa. Glunz in Kaisersesch endgültig die Werkstore. Die Arbeitnehmer wechseln in eine Auffanggesellschaft, welche versuchen wird die Menschen in den kommenden Monaten bei der Weiterbildung und der Arbeitssuche zu unterstützen.

 Der 05. November ist ein ganz besonderes Datum für die Eheleute Welter im Obereichelsweg 4. Sie können an diesem Tage das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Es gratulieren der Ortsbürgermeister, der Gemeinderat und die Vereine des Ortes zu diesem Jubiläum.

 Zum Martinsfeuer geht es am 7. November auf die Nick. Nach dem Abbrennen des traditionellen Feuers lädt die Freiwillige Feuerwehr - wie auch in den vergangenen Jahren - zum „Deppekochen“ Essen in die Schieferlandhalle ein.

 Der Gesamterlös des Bücher- und Spielzeugbasars, der am 14. November in der Schieferlandhalle stattfindet, geht an den Förderverein des Kindergartens Müllenbach.

 Roswitha Labonte, aus Müllenbach, kann als Lehrerin der Grundschule Hambuch-Gamlen ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern.

 Stefan Rottauscher aus Müllenbach wird auf der Europaschau für Kleintiere, im slowakischen Nitra, mit seinem Kaninchen, einem Rheinischen Schecken, Europameister der Kaninchenzüchter.

 Zur Eröffnung der Session 2009/2010 und zur Prinzenproklamation lädt der Karnevalsverein 1995 e. V. am 14. November in die Schieferlandhalle. Ortsbürgermeister Andreas Klotz übergibt symbolisch den Gemeindeschlüssel an das frisch inthronisierte Prinzenpaar Prinz Bernd I und Prinzessin Sandra I sowie Kinderprinz Nico I (alle Peters).

 Am 1. Dezember beginnt vor dem Koblenzer Landgericht ein weiteres Verfahren gegen Verbandsbürgermeister Ewald Mattes, wegen sexueller Nötigung einer Verwaltungsangestellten. Die Staatsanwaltschaft war nach dem Urteil (Freispruch wegen fehlender Beweise) des Amtsgerichtes Cochem, in dem Ewald Mattes freigesprochen wurde, in Revision gegangen.

 Zum Präsentations-Feuerwerk kann Helmut Reuter mit seiner Firma Steffes-ollig wieder viele Gäste auf dem Sportplatz begrüßen. Beim Ausschank von Eier- und Kinderpunsch kommen Spenden in Höhe von 444,- € zusammen, die von Margit und Helmut Reuter für einen wohltätigen Zweck gespendet werden. Dieses Jahr freut sich der Verein „Familie sein – Familie bleiben“ in Kaisersesch über die Spende der weltbekannten Feuerwerksfirma.

 Zum traditionellen Nikolausabend bitten die Pfadfinder am 5. Dezember auf den Bolzplatz. Schön hergerichtete Bäume und Buden laden zum Verweilen und Warten auf den Nikolaus, der allen Kindern ein Geschenk mitbringt.

 Zum Jahresabschluss führt der Musikverein Müllenbach am 20. Dezember sein festliches Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Hubertus durch. Mitwirkende in diesem Jahr neben dem Ausrichter: Kirchenchor Cäcilia Müllenbach, Gesangverein Frohsinn Laubach, Männerquartett Eifelvokal und die Singgruppe Leienkaul. Die Einnahmen aus den Spenden für die Veranstaltung gehen in diesem Jahr an den 17-jährigen Christopher Faßbender aus Kaisersesch, der an dem sogenannten „Dandy Walker Syndrom“ (Wirbelsäulenverkrümmung) leidet. Christopher wurde operiert, jedoch verweigert die Krankenkasse eine Bezahlung der extrem teuren OP in einer Privatklinik. 1843,- € spenden die Besucher des Konzerts.

 2010: Zum 31.12.2009 werden vom statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz folgende Daten für Müllenbach gemeldet: Bevölkerung 682 (329 männlich, 353 weiblich); Geburten 4, Sterbefälle 5; Anzahl Schüler 72 (Verteilung: Grundschulen-20, Realschulen-8, Realschule plus-24, Gymnasien-17, Förderschulen-3); Sozialversicherungspflichtig 222; Landwirtschaftliche Betriebe 5; Landwirtschaftliche Fläche 91 ha; Wohngebäude 293, darin befindliche Wohnungen 345; Wasserverbrauch im Jahr 25.000 Kubikmeter / 99 Liter pro Tag und Bürger; Schulden der Gemeinde 942.000 €; Steuereinnahmekraft 261.382 €; Kraftfahrzeugbestand insgesamt 480, davon Pkw 396.

 Die Sternsinger-Aktion 2010, zu der 3 Sternsinger-Gruppen in Müllenbach aufbrechen, erbringt ein Spendenergebnis von 850,62 €. Pfarrer Malburg und der Pfarrgemeinderat bedanken sich bei den Messdienern für ihren Einsatz, der in diesem Jahr von Schneefall und Kälte begleitet war.

 Im Rahmen des Familientages des Kirchenchor „Cäcilia“ Müllenbach im Gasthaus Alrun´s,  kann Pastor Malburg als Präses den aktiven Mitgliedern für ihren treuen Einsatz danken. Er überreicht Dankesurkunden des Bischofs für 60-jährige Mitgliedschaft an Maria Buschwa, Helga Mohr und Agnes Schmitt. Für 70-jährige Vereinszugehörigkeit an Irmgard Gilles und Hildegard Theobald.

 Der Winter 2009/2010 ist seit langen Jahren mal wieder ein richtiger Winter, der seinem Namen alle Ehre macht. Der Schnee liegt von Mitte Dezember bis Ende Februar. In der letzten Januarwoche sorgen schwere Schneefälle – über 50 cm innerhalb von zwei Tagen – für Verkehrschaos in ganz Deutschland. Auch in Müllenbach häufen sich die Schneemassen in den Straßen meterhoch. Dank des neuen Gemeindefahrzeugs und dem unermüdlichen Einsatz der Gemeindebediensteten bleiben die Ortsstraßen befahrbar. Im Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde muss der Ortsbürgermeister wieder einmal die Bürger darauf hinweisen, ihrer Streu- und Räumpflicht nachzukommen. Ferner ist es als ungeheuerlich und unverschämt zu bezeichnen, dass wiederholt die Gemeindebediensteten bei ihren Schneeräummaßnahmen beschimpft und behindert werden. Einige Bürger – wohl unter der sich immer weiter verbreitenden „Vollkaskomentalität“ leidend – gehen davon aus, selbst nichts mehr tun zu müssen wenn es doch ein Gemeindefahrzeug mit Räumschild gibt. Weit gefehlt! Jeder Bürger hat die Pflicht zwischen 07:00 Uhr morgens und 20:00 Uhr abends, die an sein Grundstück grenzenden Gehwege incl. halber Straßenbreite zu reinigen/räumen und für den öffentlichen Verkehr nutzbar zu machen. Weiterhin müssen die in diesem Bereich liegenden Hydranten frei gelegt sein, um der Feuerwehr im Brandfall den Zugang zu ermöglichen. Die Gemeinde bietet mit ihrem Räumfahrzeug eine Unterstützung dieser Räum- und Streupflichtpflicht der Bürger an, nicht mehr und nicht weniger.

 Am 15. Januar meldet die Rhein-Zeitung: „Guttenberg: Eurofighter für die Eifel“ / Bundesverteidigungsminister plant neue Kampfflugzeuge ab 2014 in Büchel – Bleser: Signal zur Standortsicherung. Schon am 19. Januar meldet man in gleicher Zeitung: Bleser: Feste Zusage für Büchel gibt es nicht. Es gibt nichts weiter, als den altbekannten Planungsstand. Aussagewert zu diesem Zeitpunkt = 0. Wer soll wohl einen Eurofighter (Tranche 3b) bezahlen, wenn allein 2010 die Neu-Kreditaufnahme des Staates etwa 80 Milliarden Euro beträgt, womit man gerade die wichtigsten Löcher im Haushalt stopfen kann? Die Verschuldung des Staates steigt unaufhörlich auf nunmehr 1.600 Milliarden Euro!!!

 Leider kündigt Uwe Schaller – Gemeindebediensteter - Ende Januar sein Arbeitsverhältnis. Ausschlaggebend hierfür ist unter anderem das Verhalten der Müllenbacher Bürger gegenüber den beiden Gemeindearbeitern. Nicht nur im Winter werden diese auf das übelste beschimpft und teilweise behindert, auch im Sommer beschwert man sich über zu kurz geschnittene Hecken und Büsche, über eine schlecht gemähte Wiese und sonstiges. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Unmutsäußerungen von Bürgern des Ortes, welche sich dadurch auszeichnen, niemals, auch nur andeutungsweise für das Orts- und Gemeinschaftswohl einzutreten. Die Gemeindearbeiter hingegen, haben sich in den vergangenen Jahren als außerordentlich eigeninitiativ, hoch motiviert und unermüdlich gezeigt. Durch ihr Engagement hat sich vieles im Ort sehr positiv entwickelt. Ihr Einsatz wird durch den Ortsbürgermeister, den Gemeinderat und die Mehrheit der Bürger als „vorbildlich und richtungweisend“ herausgestellt.

 Am 28. Januar wählt der Musikverein Müllenbach einen neuen Vorstand. Gewählt werden: Vorsitzender: Marco Labonte, 2. Vors.: Joachim Buschwa, 1. Kassierer: vakant!, 2. Kassierer: Mark Steffes-tun, Schriftführer: Agathe Hoffmann, 2. Schriftführer: Christoph Rieder, Beisitzer: Ralph Geißbüsch.

 In den ersten Februartagen machen sich die Schüler der Grundschule Laubach-Müllenbach auf zur Winter-Rucksackschule in den tief verschneiten Eifelwald im Distrikt Walscheid. Interessiert werden Tierspuren gedeutet und kennengelernt.

 Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte hält in dreijährigem Intervall Neuwahlen ab. Anlässlich der Mitgliederversammlung am 05. Februar in Alrun´s Gasthaus, wird folgender Vorstand gewählt: Vorsitzender: Dieter Laux, 1. Stellvertretender Vorsitzender: Dieter Peters, 2. Stellvertretender Vorsitzender: Dr. Stefan Göbel (Lau), Schatzmeister: Wolfgang Klinkner (Lei), Schriftführerin: Karin Winkel, Stellvertretender Schriftführer/Schatzmeister: Uwe Schaller. Zu Kassenprüfern werden gewählt: Herbert Brück (Lau) und Wolfgang Fröschen. Wegewarte: Franz Schmitz und Johannes Reitz.

 Zwei Kappensitzungen, eine Kindersitzung, der Möhnen-Tag und der Straßenkarneval am 14. Februar sind die Höhepunkte der diesjährigen Karnevalssession in Müllenbach, die durch das Prinzenpaar Prinz Bernd I. und Prinzessin Sandra I. sowie Kinderprinz Nico I. (alle Peters) hervorragend angeführt und geleitet wird. Starker Schneefall in der Woche vor dem Umzug sorgt jedoch dafür, dass sich nur Fußgruppen auf den Narrenzug durch den Ort machen können. Für die Fastnachtswagen ist ein Betrieb unter den Schnee- und Eisbedingungen nicht möglich. Die Müllenbacher Karnevalisten lassen sich jedoch durch solche Ereignisse nicht beeindrucken und ziehen per Pedes durch die verschneiten Gassen um danach in der Schieferlandhalle feuchtfröhlich zu feiern.

 Am 15. Februar verstirbt Müllenbachs älteste Bürgerin. Frau Hedwig Zirwes, geborene Steffes-enn, verwitwete Arenz, geb. 1911, konnte stolze 98 Jahre ihr Leben in Müllenbach genießen. Zuletzt lebt sie, nach einer Bein-Amputation, im Altenheim St. Martin in Düngenheim. Mit ihr geht eine Zeitzeugin des fast vollständigen 20. Jahrhunderts, mit all seinen Höhen und Tiefen.

 Am 19. Februar wählt die Spvgg Müllenbach einen neuen Vereinsvorstand. Vorstandsmitglieder sind: Vorsitzender: Bernd Peters; 2. Vorsitzender: Gerhard Klasen; Beisitzer: Walter Mohr; 1. Kassierer: Peter Hoffmann; 2. Kassierer: Gerd Schmitt; 1 Schriftführer: Mark Klasen; 2. Schriftführer: Andreas Klotz; 1. Jugendwart: Frank Wissel; 2. Jugendwart: Patrick Stein.

 Die Sternsinger-Aktion 2010 ergibt in der Pfarrgemeinde Müllenbach folgendes Spendenergebnis: Müllenbach = 850,62 €, Laubach = 839,88 €.

 Die Jäger des Hegerings Kaisersesch bestätigen anlässlich ihrer Jahresversammlung die beiden Müllenbacher Jörg Bungart (Vorsitzender) und Markus Steffes-lay (stv. Vorsitzender) in ihrem Amt. Im Hegering Kaisersesch kommen im Jagdjahr 2009/2010 147 (Vorjahr 477) Sauen,  499 Rehe und 17 Stück Rotwild zur Strecke. Im Revier Laubach kann das seltene Exemplar eines „Perückenbock“ erlegt werden, dessen haariges Gehörn dadurch entsteht, dass durch eine hormonelle Störung der Kopfschmuck nicht jährlich abgeworfen wird, sondern immer weiter wuchert.

 Im Mattes-Prozess, gegen VG-Bürgermeister Ewald Mattes wegen sexueller Nötigung einer Untergebenen, titelt die Rhein-Zeitung am 24. Februar: Neuer Zeuge soll Klägerin belasten- Müllenbacher will Beweise liefern!!!

 Am Sonntag den 28. Februar fegt Sturmtief „Xynthia“ über Deutschland. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 130 Km/h in unserer Region werden unzählige Bäume umgeknickt und Dächer abgedeckt. In Müllenbach bleibt es glücklicherweise bei einigen abgedeckten Dachpfannen. Weiterhin werden hier keine größeren Schäden gemeldet.

 Nachdem die letzte Februarwoche mit relativ positiven Temperaturen den Schnee des Winters beseitigt hat, erwachen die Müllenbacher Bürger am Samstag den 06. März bei 20 Zentimeter Neuschnee. So schön der Winter in den vergangenen 3 Monaten auch war, viele sind froh wenn die weiße Pracht endlich verschwunden ist.

 Fit in Fragen zur guten Ernährung werden die Schüler der Grundschule Laubach-Müllenbach durch ein Gesundheitsprojekt im März. Der Bewegungs- und Ernährungs-TÜV steht auf dem Schulplan.

 In Müllenbach gibt es einen neuen Versuch das „Kläppern“ von Karfreitag bis Ostersonntag wieder aufzunehmen. Die Kommunionkinder 2010 versuchen mit ihren Katechetinnen Elke Geißbüsch, Ute Laux und Petra Groneß gemeinsam mit den Messdienern wieder aufleben zu lassen. Franz Schmitz (Mille Fränz), aus dem Heuweg, stellt nach altem Brauch die Kläppern für die Kinder her.

 Der Gemeinderat entscheidet im April eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Schieferlandhalle zu installieren. Die Kosten von etwa 160.000 € sollen bis etwa 2020 durch die laufenden Einnahmen gedeckt werden. Hiernach arbeitet die Anlage dann Profitabel für die Gemeinde.

 16 Kinder aus Laubach und Müllenbach gehen am Sonntag den 18. April in der Pfarrkirche Müllenbach zur 1. Hl. Kommunion. Aus Müllenbach: Hendrik Geißbüsch, Aileen Groneß, Ines Leicht, Max Regnier, Josie Geißbüsch, Colin Laux und Mandy Reuter. Aus Laubach: Jona Celine Diehl, Kirsten Kreiser, Theresa Laubenthal, Sebastian Müllen, Niklas Dietz, Sarah Hillen, Leonie Kreiser, Jens Mildenberger und Christin Nikolay.

 Am 30. April meldet die Rhein-Zeitung: Harte Strafe für Ewald Mattes / Richterin bescheinigt Kaisersescher Bürgermeister „ein hohes Maß an krimineller Energie“. Ewald Mattes wird zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem muss er 5000 € an das Frauenhaus in Koblenz zahlen. Die Richterin kündigt an, dass auch drei seiner leitenden Angestellten, wegen „Falschaussage“ für den Bürgermeister, mit einer Strafverfolgung rechnen müssen.

 Mit Hilfe der RWE-Aktion „Mitarbeiter vor Ort“ initiiert durch Ortsbürgermeister Andreas Klotz, können die Mitglieder des Schiefervereins am Wanderparkplatz „Auf der Nick“ und am Einstieg zum Kaulenbachtal „Haus Forys“ neue Sitzgruppen installieren. Die Maßnahmen werden in einer Höhe von 2000,- € durch RWE unterstützt. Uwe Schaller, Rudolf Labonte, Johannes Reitz und der Ortsbürgermeister stellen die neuen Ruhebänke und Tische auf.

 Die zukünftigen Schulkinder des Kindergarten Müllenbach besuchen gemeinsam mit ihren Betreuerinnen die Heilig-Rock Tage im Trierer Dom.

 Anfang Mai entscheiden alle Fraktionen des Verbandsgemeinderates „Mattes soll gehen“. Trotz der laufenden Revision, die sich nur auf Verfahrensfehler, nicht auf das Urteil bezieht, möchte der Verbandsgemeinderat den Bürgermeister seines Amtes entheben.

 Am 08. Mai führt die Gemeinde ihren jährlichen „Seniorentag“ in der Schieferlandhalle durch. Die Senioren werden neben Kaffee und Kuchen sowie einem guten Abendessen durch die Vorführungen der Kindergartenkinder, des Kirchenchores und des Musikvereins kurzweilig unterhalten.

 Die Kinder der Grundschule Laubach-Müllenbach erhalten durch den Förderverein der Grundschule eine Ausstattung mit Laptops. Die Medienkompetenz der Grundschüler soll dadurch gestärkt werden.

 Im Rahmen der Waldjugendspiele auf dem Treiser Schock, an denen rund 600 Schüler aus dem Kreis teilnehmen, kann die dritte Klasse der Grundschule Laubach-Müllenbach den ersten Platz erreichen.

 Ab 01. Juni wird Herr Jürgen Steffes-ollig als neuer 2. Gemeindearbeiter auf Basis geringfügiger Beschäftigung eingestellt.

 Am 11. Juni trifft sich auf Initiative des Schiefervereins der Schiefer Fachverband Deutschland (SVD) Arbeitskreis Geologie und Geschichte zu einer 2-tägigen Sitzung in der Schieferlandhalle in Müllenbach. Der SVD ist ein Zusammenschluss aller Schieferattraktionen Deutschlands. 25 Vertreter dieser Museen, Informationszentren, Themen-Wanderwege, genießen in diesem Jahr eine Wanderung durch das Kaulenbachtal und einen Besuch unter dem Dach der ältesten Kirche Deutschlands, dem Trierer Dom. 

 Da Bürgermeister Ewald Mattes sein Amt freiwillig nicht räumt, entscheidet sich der Verbandsgemeinderat ein Abwahlverfahren einzuleiten. Diesem muss sich der beharrliche Bürgermeister damit am 15. August des Jahres stellen.

 Die Rhein-zeitung berichtet am 01. Juni über die hervorragende Jugendarbeit des Musikvereins Müllenbach. Zehn jugendliche Musikanten sind in der internen Ausbildung unter Leitung von Karl „Charly“ Fuhrmann.

 Der 12. und 13. Juni stehen im Zeichen des Frühlingsfestes der Pfadfindergruppe Müllenbach-Laubach. Auf dem Bolzplatz in Müllenbach bieten die Pfadfinder ein buntes Programm, welches leider durch heftigen Regen an beiden Tagen beeinflusst wird.

 Die Frauengemeinschaft Müllenbach lädt am 20. Juni zum Sommerfest in der Schieferlandhalle ein. Der Auftritt eines Zauberers, des Kirchenchores Müllenbach, sowie des Musikverein Müllenbach gestalten den Sommernachmittag sehr kurzweilig.

 Am 21. Juni feiern Franz und Margret Pinkhaus, im Wagenweg 23 das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren hierzu ganz herzlich der Ortsbürgermeister, der Gemeinderat, die Ortsvereine und alle Einwohner.

 Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte investiert in diesem Monat rund 2.000 € für den Neubau der „Jäsjes Brück“ über den Kaulenbach. Der Zahn der Zeit, sowie Motorradfahrer und Reiter haben der Vorgängerbrücke arg zugesetzt, so dass ein Neubau unumgänglich ist.

 Der 30. Juni bringt unserem Land einen neuen Bundespräsidenten. Nachdem der Amtsvorgänger Horst Köhler am 31. Mai diesen Jahres sein Amt wegen der Kritik an seinen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr niederlegte, wird heute Christian Wulff als zehnter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland in sein Amt eingeführt.

 „Fahr mal hin“ im SWR-Fernsehen berichtet am 10. August in seinem Beitrag „Höchste Eisenbahn! Mit Volldampf durch Eifel und Moseltal“ über die touristischen Attraktionen entlang der historische Eifelquerbahn. Das Wander- und Kulturerlebnis Schiefergrubenwanderweg im Kaulenbachtal wird im Beitrag vorgestellt. Die Sendung erreicht eine hohe Einschaltquote (260.000 Zuschauer bei der Erstausstrahlung) und wird in den kommenden Wochen in vielen dritten Programmen wiederholt.

 Am 15. August findet die Abwahl von Ewald Mattes als Verbandsbürgermeister statt. Nie geahnte 82,7 % der Wähler in der Verbandsgemeinde sprechen sich gegen den Bürgermeister aus, der nun auf Wunsch aller aus dem Amt befördert wird. Die Eskapaden, die er sich während seiner Amtszeit geleistet hat, waren ausschlaggebend für die Abwahl. In Müllenbach sind 556 Bürger Wahlberechtigt, 292 gehen zur Urne (52,5 %), zwei Stimmen sind ungültig. Gegen Mattes sprechen sich 240 (82,8%) Bürger aus. Für ihn nur 50 Stimmberechtigte. Landesweit wird über die Abwahl berichtet, schließlich ist es in der langen Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz erst der zweite Fall, indem ein Verbandsgemeinde-Bürgermeister abgewählt wird.

 Im August übergibt die DRK Gruppe Müllenbach ein Frühdefibrillationsgerät an die Gemeinde. Der Defibrillator wird zur Vermeidung des plötzlichen Herztodes durch Kammerflimmern eingesetzt. Das Gerät gibt im Notfall Anweisungen zur Durchführung der Reanimation mit Beatmung (Herz- Lungen Wiederbelebung) Das Gerät darf von allen unterwiesenen Ersthelfern eingesetzt werden und wird in der Schieferlandhalle installiert.

 Dorothee Schweitzer mit ihrem Lebensgefährten Nuri, aus Müllenbach, feiern am 27. und 28. September die Neueröffnung ihres „Landgasthaus und Cafe` Schweitzer“ im traditionsreichen Gasthaus „Schöne Aussicht“.

 Der Gemeinderat berät über die Vergabe des Auftrages zur Herstellung des dringend benötigten Parkplatzes an der Schieferlandhalle. Bisher war der Platz nur geschottert, was dazu führte, dass Schmutz mit in die Halle getragen wurde und die Anzahl der Stellmöglichkeiten entsprechend gering war.

 Weit über 100 Gäste nehmen am 28. August an der Einweihung des „Heinz-Peters-Platz“ im Verlauf des Schiefergrubenwanderwegs im Kaulenbachtal teil. Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte e.V. mit seinem Vorsitzenden Dieter Laux setzt damit dem Vereinsgründer und langjährigen Bürgermeister von Müllenbach, Heinz Peters, verstorben im Oktober 2000,  ein ehrenvolles und dauerhaftes Andenken. Festansprachen und Laudatio halten der Vereinsvorsitzende, sowie Landrat Manfred Schnur. Leider lässt das regnerische Wetter eine geplante Feier auf dem Gelände der ehemaligen Grube Colonia nicht zu. Kurzerhand weicht man auf die Schieferlandhalle aus, in der die Musikvereine Müllenbach und Leienkaul, sowie der Männergesangverein Büchel – der auch die Einweihungsfeierlichkeiten musikalisch untermalt – für die Unterhaltung der Gäste sorgen.

 Ende August kann Helmut Reuter mit seiner Feuerwerks-Firma Steffes-ollig in Kanada zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft der Musikfeuerwerke gewinnen. In Hull, Kanada, tritt die Fa. Steffes-ollig gegen Portugal, den Sieger von 2009, China und die USA an. Bis kurz vor dem Finale steht Helmut Reuter mit seinen Helfern auf Platz drei, allerdings sehr knapp hinter China und USA. Das Finale jedoch, zum Musiktitel „Amazing Grace“ hat die Jury davon überzeugt, wem der Weltmeistertitel zu verleihen ist.

 Der Gemeinderat beabsichtigt die Aufstellung von 3 Windrädern im Bereich Obereichels zu prüfen. Die schlechte finanzielle Situation der Gemeinde führt dazu, dass man sich in Anbetracht der von den Windkraftunternehmen zugesagten Pachtgelder von etwa 20.000 € pro Jahr und Windrad nunmehr fast zwangsweise mit der Aufstellung von Windkraftanlagen befassen muss, obwohl dies vor einigen Jahren noch als unvorstellbar erschien, da die über 100 Meter hohen Windräder nicht unbedingt zur Verschönerung der Landschaft beitragen.

 Die DRK-Ortsgruppe Müllenbach übernimmt in diesem Jahr die Ausrichtung der Kirmes vom 10. bis 13. September. Eine 1 € Party mit DJ Goofey am Freitag, ein Bayrischer Abend mit den Wiesenfeldern am Samstag, der Musikalische Frühschoppen mit dem Musikverein Müllenbach und dem Original Hunsrück Echo zur Kaffee-Zeit, sowie der Tanz mit Michael am Montag zum Abschluss des Festes, bilden das Programm der diesjährigen Kirchweih.

 Ein Diplom für Fußgänger, der Roller-Führerschein und ein Fahrradcheck wird den Schülern der Grundschule Laubach-Müllenbach im Rahmen der Verkehrserziehung durch Jörg Schnitzius, Verkehrspolizist für die Grundschulen im Kreis, angeboten.

 Unter etwas nachteiligen Wetterbedingungen – kalt und stürmisch – wird am 25. September durch den Schieferverein die Durchgangskontrolle der Oldtimerveranstaltung „Moselschiefer-Classic 2010“ durchgeführt. Trotz der widrigen Bedingungen finden wieder über 100 Zuschauer den Weg zur Schieferlandhalle, an der die Teilnehmer am Kontrollpunkt ihren Durchgangsstempel und ein kleines Geschenk aus den Händen von Hubert Köhn und Wolfgang Fröschen als Vereinsvertreter erhalten. Professionell wird die Durchfahrt der Fahrzeuge auch in diesem Jahr wieder von Klaus Pinkhaus moderiert. Wie immer befindet sich auch eine kleine statische Ausstellung von Fahrzeugen im Umfeld der Schieferlandhalle. Die diesjährige Veranstaltung wird von den Vereinsmitgliedern Klaus Pinkhaus und Joachim Buschwa organisiert. Für die Sicherheit sorgt der stv. Wehrführer Hans-Werner Zimmer mit seinen Wehrmännern.

 Am 27. September wird der älteste männliche Ortsbewohner, Schreinermeister Karl Schüller, im Wagenweg, 95 Jahre alt. Der Jubilar erfreut sich bester Gesundheit.

 Erstmalig bietet der Musikverein Müllenbach in den Räumen der blau-weiß geschmückten Schieferlandhalle am 02. Oktober ein „Oktoberfest“ an. Bei zünftiger Bayerischer Musik, bayerischen Schmankerln, original Oktoberfestbier sowie bayerischem Dreikampf, kann der Verein sich über eine proppenvolle Halle freuen.

 Über 50 Helfer kann der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte am 09. Oktober zu seiner jährlichen Freischneideaktion im Kaulenbachtal begrüßen. Unter der Leitung von Vorstandsmitglied Uwe Schaller können auch in diesem Jahr wieder große Bereiche gepflegt und freigestellt werden. Am Rande der Pflegeaktion kann der stv. Vereinsvorsitzende Dieter Peters eine Anzahl von Pflegegeräten, welche durch 2.500 € Fördergelder der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz beschafft werden konnten, an die freiwilligen Helfer der Pfadfindergruppe Müllenbach-Laubach unter Führung der neuen Bundesvorsitzenden, Dorothea Schumann (Müllenbach), zur Nutzung übergeben.

 Ebenfalls am 09. Oktober lädt die Pfarrgemeinde die Kinder der Pfarrei zur Drachenbauwerkstatt ins Pfarrhaus Müllenbach. Unter Leitung von Gemeinde-Referent Bernd Gilles bauen die Kinder wunderschöne Drachen, die später gemeinsam mit den Eltern auf dem Bolzplatz ausprobiert werden.

 Am 15. Oktober meldet die Rhein-Zeitung, dass vom Oberlandesgericht Koblenz die Revision im Fall Ewald Mattes abgelehnt wird. Somit ist der mittlerweile abgewählte VG-Bürgermeister rechtmäßig wegen sexueller Nötigung verurteilt. Er muss 5.000 € an das Frauenhaus in Koblenz zahlen und die Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf Bewährung wird wirksam. Es folgt Disziplinar die offizielle Entlassung aus dem Dienst als Beamter unter Wegfall aller Geld- und Sachbezüge. Mittlerweile stellen sich vier Kanditaten zur Wahl des neuen Amtsbürgermeisters, welche am 7. November stattfinden soll. Die Kandidaten sind: Thomas Welter, Leienkaul, Andreas Seiler, Nickenich, Helmut Braunschädel, Illerich, sowie Albert Jung, der derzeit amtierende Amtsbürgermeister der VG Treis-Karden.

 Im Oktober begehen Heinz und Anneliese Krämer im Wagenweg das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 Am Montag den 18. Oktober beginnt die Fa. Knieper, Dünfus mit den Vorbereitungen zum Bau des Parkplatzes an der Schieferlandhalle.

 In Laubach feiert die Firma Eduard Schüller Bedachungsmaterialien ihr 75-jähriges Jubiläum. Viele Männer und Frauen aus Müllenbach haben in dieser Zeit bei der Firma einen guten und sicheren Ausbildungs- und Arbeitsplatz gefunden.

 Eine Spende von 500,- durch den Geschäftsbereich Kaisersesch der Sparkasse Mittelmosel an den Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte wird dazu genutzt, auf der Herrenwiese, am Verlauf des Schiefergrubenwanderwegs eine neue Sitzgruppe zu installieren. Am 22. Oktober übergibt Dietmar Bohn, Leiter der Filiale Laubach, die Sitzgruppe offiziell an die Vereinsvertreter.

 Am 27. Oktober teilt der Ortsbürgermeister in einem Beitrag des Amtsblattes mit: „Liebe Bürgerinnen und Bürger, die Fa. Knieper, die in der Zwischenzeit mit der Behebung der Schäden am Kanalnetz begonnen hat, wird auch den Parkplatz am Gemeindehaus ausbauen. Mit diesen Arbeiten wird ebenfalls in Kürze begonnen werden. Diese Investition wurde erst nach Verhandlungen mit der Kreisverwaltung genehmigt und wird auch auf längere Sicht die letzte große Maßnahme sein, die sich die Ortsgemeinde Müllenbach finanziell leisten kann. Damit auch in Zukunft die vorhandene Infrastruktur erhalten bleibt, ist ein hohes Maß an Eigenleistung erforderlich, um mit den vorhandenen Mitteln das Bestmögliche zu erreichen. Diesbezüglich möchte ich mich einmal bei den Anwohnern des Wagenwegs bedanken, die den Brunnenplatz hergerichtet haben und bei dem Förderverein des Kindergartens, der im dortigen Umfeld immer für Ordnung sorgt. Vielen Dank.“           Man kann nur hoffen, dass alle Müllenbacher Bürger die Tragweite dieser Mitteilung verstanden haben! (Der Verfasser).

 Der Junggesellenverein ruft am 31. Oktober zum Junggesellenfest. Über 1.600 zahlende Gäste besuchen die Rocknacht des JGV, der in diesem Jahr die Coverband „Sidewalk“ engagiert hat, die vor nunmehr zwölf Jahren einen ihrer ersten Auftritte in Müllenbach hatte. Seit dem ging es für die Truppe steil nach oben, sie ist heute eine der bekanntesten und begehrtesten Rockformationen der Region.

 Zum 1. November wird Pater Christoph Kübler durch Bischof Ackermann zum neuen Kaplan der Pfarreien Gemeinschaft ernannt. Pater Kübler wird wohl ein Büro im Pfarrhaus Müllenbach beziehen.

 Der Pfarrgemeinderat bemüht sich seit geraumer Zeit, nachdem Pastor Göbel aus dem Pfarrhaus Müllenbach ausgezogen ist, die Veräußerung des Gebäudes zu verhindern, indem man Vereinen oder Verbänden eine Mitnutzung der Räumlichkeiten anbietet. Als potentieller Interessent wird auch der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte angesprochen, der sofort Interesse für das Angebot zeigt. Am 04. November wird der Vertrag zur Mitnutzung unterzeichnet. Der Schieferverein möchte die Räumlichkeiten im Obergeschoss zukünftig als Empfangs- und Ausstellungsräume aufbereiten. Die Bezeichnung „Kulturzentrum Schieferregion – Altes Pfarrhaus“ soll zeigen, dass unser Pfarrhaus in Zukunft nicht nur ein Treffpunkt für die Besucher der Schieferregion Kaulenbachtal sein soll, sondern auch die Bürger der Anrainerorte sich hier einfinden können um Vorträge, Lesungen oder Themenabende zu erleben. Das Kulturzentrum soll ein lebendiger Treffpunkt der Generationen werden, in dem sich Alt und Jung austauschen können.

 Der 7. November ruft die Bürger der Verbandsgemeinde Kaisersesch in die Wahllokale, um nach der Entlassung von Amtsbürgermeister Ewald Mattes einen neuen Bürgermeister zu wählen. Vier Kandidaten haben sich zur Wahl gestellt: Thomas Welter (30) aus Leienkaul, Andreas Seiler (37) aus Nickenich, Helmut Braunschädel (54) aus Illerich und Albert Jung (42) aus Brohl, amtierender VG-Bürgermeister in Treis-Karden. In Müllenbach sind 563 Bürger Wahlberechtigt, wovon nur 281 tatsächlich zur Wahlurne gehen (49,9%). Die Stimmen der Müllenbacher Wähler verteilen sich wie folgt: Thomas Welter 125 (44,5 % / VG: 28,3 %), Andreas Seiler 23 (8,1 % / VG: 13,4 %), Helmut Braunschädel 48 (17,1 % / VG: 16,1 %), Albert Jung 82 (29,2 % / VG: 42,1 %) Drei der abgegebenen Stimmen sind ungültig. Bei diesem Ergebnis kommt es am Sonntag den 21.11.2010 zu einer Stichwahl zwischen Albert Jung und Thomas Welter.

 Die Firma AJE aus Roes, macht es möglich, dass die Grundschule Laubach-Müllenbach mit einer schnellen DSL-Funkverbindung ausgestattet wird. Damit können die Schüler der Grundschule nunmehr auch auf schnelles Internet zurückgreifen.

 Am 13. November findet in der Schieferlandhalle die Eröffnung der Karnevalssession 2010/2011 statt. Da leider kein Prinzenpaar gefunden werden kann, geht man in dieser Session ohne ein närrisches Paar in die tollen Tage hinein. Vereinsvorsitzender Franz-Josef Stein verabschiedet mit Bernd und Sandra Peters das Prinzenpaar der abgelaufenen Session 2009/2010. Auch Kinderprinz Nico Peters wird damit in den vorläufigen Ruhestand geschickt. Vielleicht sieht man ihn ja irgendwann einmal als echten Karnevalsprinz auf der Müllenbacher Jecken-Bühne.

 Zur Unterstützung des „Kulturzentrum Schieferregion – altes Pfarrhaus“ spendet die Raiffeisenbank Kaisersesch dem Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte e. V. einen Betrag von 250,- €. Die Unterstützung einer guten Idee ist Anlass für die Spende.

 Jenni Burger, die älteste Dame im Ort, und damit zugleich älteste Bürgerin von Müllenbach, feiert am 9. November ihren 97. Geburtstag. Sie wohnt noch alleine in ihrem Haus im Unterdorf, wird aber täglich durch ihren Sohn versorgt.

 Die Bürgermeister-Stichwahl am 21.11.2010 ergibt ein klares Votum für Albert Jung. Innerhalb der Verbandsgemeinde stimmen 62,6 % für Albert Jung als neuen Amtsbürgermeister. Thomas Welter unterliegt mit 37,4 %  aller Wählerstimmen. Die Wahlbeteiligung in unserer Verbandsgemeinde liegt bei 44,5 %. Für Müllenbach ergibt sich folgendes Ergebnis: Wahlberechtigt: 561; tatsächlich gewählt haben: 265 (47,2 %); für Thomas Welter stimmen 137 Wähler (51,7 %); für Albert Jung 128 Wähler (48,3 %).

 Der 27. November bringt wieder ein vom Junggesellenverein initiiertes musikalisches Highlight nach Müllenbach. Die SWR1 Night Fever Party lockt hunderte Fans der 70er, 80er und 90er-Jahre Musik in die Schieferlandhalle nach Müllenbach, die genau wie bei der ersten Night Fever Veranstaltung vor einigen Jahren, wieder proppenvoll ist.

 In der letzten Novemberwoche fallen die ersten Schneeflocken dieses Winters. Allenthalben wird von einem bevorstehenden harten Winter gesprochen, der die Kälte und die Schneemassen des letzten Winters übertreffen könnte. Dier erste Dezemberwoche kratzt mit ihren Minustemperaturen schon mal kurzzeitig an der 10 Grad Marke. Eine Woche vor Weihnachten setzen starke Schneefälle ein, die mit ihren Schneehöhen von bis zu 50 cm stark an den vergangenen Winter erinnern. In der Hauptstraße türmt sich der Schnee an den Seiten so hoch, dass teilweise nur ein Fahrzeug durch die enge Gasse passt. Kurzes Tauwetter mit Starkregen vor Heiligabend und anschließender starker Frost führen dazu, dass über die Weihnachtstage die Straßen komplett vereist sind. Der wieder einsetzende Schneefall deckt die eisglatten Straßen nur ab. Nur wenige Kirchenbesucher machen sich auf den gefährlichen Weg zur Weihnachtsmesse am Morgen des 1. Weinachtstages.

 Die Nikolausfeier der Pfadfinder findet am 04. Dezember auf dem Bolzplatz statt. Wieder einmal haben die Pfadfinder mit ihren Jurten eine wunderschöne Zeltburg mit vielen beleuchteten Tannenbäumen im Umfeld geschaffen, die bei dem Schneefall ein schönes Bild und eine gemütliche Atmosphäre bilden. Der Nikolaus verteilt an die Kindergarten- und Schulkinder seine Geschenke, nachdem diese ihm schöne Gedichte dargebracht haben.

 Am Sonntag den 05. Dezember verstirbt in seinem Alterswohnsitz in Trier unser ehemaliger Pastor Hubert Göbel. Pastor Göbel führte die Pfarrgemeinden Müllenbach und Masburg mit ihren Filialen Laubach, Eppenberg und Hauroth von 1994 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand am 01. August 2008. Pfarrer Göbel wurde am 06. Oktober 1940 in Mundersbach geboren und am 11. Juli 1976 im Hohen Dom zu Trier von Bischof Dr. Bernhard Stein zum Priester geweiht. Er war Pfarrer im Dekanat Prüm, bevor er am 26. Januar 1994 zum Pfarrer der Pfarreien St. Laurentius Masburg und St. Hubertus Müllenbach ernannt wurde. Die Menschen der Pfarr- und Filialorte haben Pfarrer Göbel als aufgeschlossenen Seelsorger kennengelernt, der stets die Nähe zu den Menschen suchte.

 Eine Schulweihnachtsfeier bietet die Besatzung des Schulschiffes Laubach-Müllenbach im Dezember. Viele Eltern, Opa´s und Oma´s folgen der Einladung der Schulkinder zur weihnachtlichen Feier in das Gemeindehaus Laubach. Die Kinder bieten ihren Gästen mit kleinen Gedichten, Sing- und Lesevorträgen einen kurzweiligen Nachmittag.

 Am 19. Dezember bietet der Musikverein Müllenbach sein jährliches Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche Müllenbach an. Mitwirkende sind in diesem Jahr der Kirchenchor Cäcilia Müllenbach, der Gesangverein Frohsinn Laubach, das Männerquartett Eifelvokal, die Singgruppe Leienkaul sowie der Gastgeber, der Musikverein Müllenbach, selbst. Schwere Schneefälle verhindern die Anreise vieler Gäste, so dass in diesem Jahr vor etwas kleinerem Auditorium gespielt wird, was der Qualität der Darbietungen keinen Abbruch tut.

 2011: Die Schneemassen der vergangenen 5 Wochen werden in der ersten Januarwoche durch Starkregen zur Schmelze gebracht. Innerhalb weniger Tage schwindet der Schnee und die Flüsse und Bäche steigen gefährlich an.

 Am 14. Januar führt der Musikverein Müllenbach seine Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen durch. In den Vorstand gewählt werden: 1. Vorsitzender: Marco Labonte; 2. Vorsitzender: Joachim Buschwa; 1. Kassierer: Christoph Rieder; 2. Kassierer: Mark Steffes-tun; 1. Schriftführer: Agathe Hoffmann; 2. Schriftführer: Julia Schweitzer; Beisitzer: Ralf Geisbüsch.

 Die Helfer des Schiefervereins beginnen Anfang Februar mit dem Umbau der Räume im alten Pfarrhaus.

 1.200 Euro, so lautet das Spendenergebnis anlässlich des Advendskonzerts des Musikverein Müllenbach. Im Januar können Vorsitzender Marco Labonte  und Schriftführerin Agathe Hoffmann den Betrag an die Familie Schild in Lirstal überreichen. Der sechsjährige Sohn der Familie leidet an der seltenen Krankheit AMC (Arthrogryposis multiplex congentia), einer angeboren Gelenksteife. Marcel kam mit schlimm verbogenen Gelenken zur Welt. Durch zahlreiche Operationen konnte das Leiden des Jungen verringert werden. Eine Delfintherapie jedoch, die durch die Krankenkassen nicht bezahlt wird, würde dem Kind weitere Erleichterungen bringen. Der Musikverein trägt mit seiner Spende zur Finanzierung dieser Delfintherapie bei.

 Schon in der ersten Februarwoche hört und sieht man die Kraniche (Holjäns) über Müllenbach in Richtung Norden ziehen. Ob das auf einen frühen Frühlingsbeginn in diesem Jahr hinweist? Es bleibt abzuwarten.

 Am Mittwoch den 16. Februar dreht das SWR-Fernsehen in Müllenbach einen Beitrag zur Sendereihe „Hierzuland – Straßen und Plätze“. Der Holzweg steht hierbei im Fokus der Betrachtung. In der Sendereihe werden Straßen porträtiert, wie sich das Leben in ihnen abspielt, Geschichte, Erlebnisse und Aktivitäten im und um die Ortsstraßen werden vermittelt.

 In diesem Jahr muss der Karnevalsverein leider wieder ohne Prinzenpaar seine närrische Session begehen. Trotzdem sind die Sitzungen am 19. Und am 26. Februar wieder sehr gut besetzt. Auch der Kinderkarneval am 20. Februar und die Weiberfastnacht am 03. März sind gut besucht. Der große Umzug am 06. März beendet die Session 2010/2011. Alle Veranstaltungen finden wie gewohnt in der Schieferlandhalle statt.

 Die ganze Welt schaut am Freitag den 11. März nach Japan. Hier hat es nach einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 auf der Richterskala (eines der 5 stärksten Erdbeben das jemals auf unserem Planeten stattfand) eine ebenso verheerende Flutwelle gegeben, die Tausende von Menschen in den Tod reißt. Das schlimmste jedoch, und das bewegt die ganze Welt, ist die Explosion von mindestens zwei Kernkraftreaktoren. Der GAU (Größter anzunehmender Unfall) und die darauf folgende Verstrahlung weiter Landstriche erschüttert die Menschheit. In Deutschland wird in der Folge durch 80% der Bevölkerung der sofortige Ausstieg aus der Atomkraft in unserem Land gefordert.

 Am 21. März berichtet die Rhein-Zeitung über die wiederholte Zerstörung des Waldlehrpfades der hiesigen Pfadfindersippe im Distrikt Walscheid bei Laubach. Zum zweiten Male müssen die Jungen und Mädchen der Sippe hinnehmen, dass durch Vandalen die von ihnen angebrachten Hinweistafeln zerstört werden. Die Pfadfinder erstatten Anzeige bei der Polizei in Cochem. Zweihundert Euro bieten sie demjenigen, der mit seinen Hinweisen zur Ermittlung der Täter beiträgt.

 Die Gemeinde ruft am 26. März im Rahmen einer Umweltaktion freiwillige Helfer dazu auf, die Straßen, Wege und Plätze innerhalb der Gemeinde zu reinigen und Müll zu beseitigen. Besonderen Dank richtet der Ortsbürgermeister Andreas Klotz an die Sippe der Pfadfinder, die sehr zahlreich an der Umweltaktion beteiligt sind. So kann innerhalb kurzer Zeit der Müll in der Gemarkung Müllenbach gesammelt und ein, von der Kreisverwaltung zur Verfügung gestellter 10 cbm- Container gefüllt werden.

 Am Sonntag den 27. März finden Landtagswahlen statt. Hier die Ergebnisse für Müllenbach: Wahlberechtigt (549), gewählt haben (343 / 62,5 %), davon SPD (138 / 41,2 %), CDU (149 / 44,5%), FDP (10 / 3,0%), Grüne (24 / 7,2%), Linke (8 / 2,4%), NPD (3 / 0,9%), Freie Wähler (1 / 0,3%) und Piraten (2 / 0,6%).

 Grund zum Mangel gibt es am Zustand der Hubertushütte im Eichels. Der Eifelverein, als zuständiger Nutzer der Hütte und des Umfeldes, kümmert sich nicht mehr um den ehemals begehrten Anlaufpunkt im ortsnahen Walddistrikt Eichels. Es besteht die grundsätzliche Frage, ob der Eifelverein noch existent ist. Der Gemeinderat Müllenbach, als zuständiges Gremium, bittet den noch amtierenden Vorstand des Vereins hierzu Rechenschaft abzulegen und weist gleichzeitig auf die Unterhaltungspflicht des Geländes einschließlich der Hütte seitens des Eifelvereins hin.

 Volles Haus, meldet der Musikverein in der Schieferlandhalle anlässlich des Verbandsgemeinde Musikkonzerts der Musikvereine am 10. April. Weit über 300 Aktive und Besucher finden Einlass zu einem Musikabend, der durch die Teilnahme der Musikvereine Leienkaul, Kaisersesch, Kaifenheim, der Jagdmusikfreunde „Wilde Endert“ und dem Gastgebenden Musikverein „In Treue fest“ 1964 Müllenbach e. V. nichts zu wünschen übrig lässt.

 Ein wunderschöner Frühling zeichnet sich schon Anfang April ab, aber dass der Frühling temperaturmäßig dem Sommer in nichts nach steht, dass hätte man in unserer Region nicht erwartet. Mitte des Monats steht der Wald Hochpochten in vollem Grün. Zu Ostern (24. und 25. April) werden Temperaturen von bis zu 27 Grad gemessen. Die höchsten Temperaturen seit 50 Jahren, so berichten die Medien. Der Pollenflug, der in diesem Jahr extrem zu sein scheint, bedeckt Gebäude, Fahrzeuge und Plätze mit seinem grün-gelben Mantel.

 Immer wieder steht die Sauberkeit des Jugendraums in der Schieferlandhalle auf dem Sitzungsplan des Ortsgemeinderates. Es wird festgestellt, dass die Jugend trotz vielfacher Hinweise den Jugendraum sauber zu halten, anscheinend nicht in der Lage ist dieser Forderung nachzukommen. Intensive Gespräche des Ortsbürgermeisters mit den Nutzern sollen in den kommenden Wochen zur Verbesserung der Situation beitragen, da ansonsten die Schließung des Jugendraums in Betracht gezogen werden muss.

 Ein trauriger Jahrestag ist der 26. April. Vor genau 25 Jahren ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Am 1 Mai 1986 zog die radioaktive Wolke dann über unsere Region und regnete vor allem über dem Hunsrück ab. Noch heute wird das Fleisch von Wildschweinen  aus der Hunsrückregion auf Strahlenspuren überprüft und teilweise wegen zu hoher Werte vernichtet. Ob die erhöhten Krebsraten der heutigen Zeit auch auf den Reaktorunfall von 1986 zurück zu führen sind, ist bis Dato nicht erwiesen. Nach dem Unfall in Fukushima hat man die Unbeherrschbarkeit der Atomkraft vielerorts erkannt. Bleibt zu hoffen, dass die Welt darauf reagiert. Derweil wird bekannt, dass der Unfall in Japan der Katastrophe von vor 25 Jahren in Russland in nichts nachsteht, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weitreichendere Ausmaße hat.

 Am Sonntag, den 8. Mai gehen in der Müllenbacher Pfarrkirche St. Hubertus 11 Kinder aus Müllenbach und Laubach zur 1. Heiligen Kommunion. Aus Müllenbach sind dabei: Tim Hellfritzsch Ann-Sophie Kuhles, Sandra Lanser, Nico Peters, Leon Reuter, Tobias Schlicht und Lars Stoll. Bei sonnigen 24 Grad können alle einen wunderschönen Frühlingstag anlässlich ihrer großen Feier genießen.

 Anfang Mai berichtet die Rhein-Zeitung über die vorbildliche Eigeninitiative von Wolfgang Fröschen und Rudolf Labonte. Die beiden haben das so genannte „Schneiderkreuz“ im Eichels freigestellt und restauriert. Das alte Wegekreuz aus dem Jahre 1668, erinnert seit fast 350 Jahren an einen Mann, der hier, nachdem er an einem heißen Arbeitstag aus dem Lessierbach etwas Wasser getrunken hat, verstorben ist. Die Überlieferung spricht davon, dass er beim Trinken im Bach ein Tierchen verschluckt hätte!?

 Am 15. Mai wird im Kreise der Feuerwehrkameraden der FFw Müllenbach, im Rahmen  einer kleinen Feierstunde, Werner Schüller für 45-jährige Mitgliedschaft in der Brandbekämpfungstruppe geehrt. Schüller trat 1966 als Jungfeuerwehrmann in die FFw Müllenbach ein. Heute ist er einer der Erfahrensten unter den Feuerwehrkameraden, der seine Erlebnisse und Erkenntnisse aus den Einsätzen gerne an die jüngeren Wehrmänner weiter gibt. Wehrführer Jürgen Steffes-ollig und sein Stellvertreter Hans-Werner Zimmer übergeben einen Präsentkorb und eine Ehrenurkunde.

 Am 20. Mai veranstaltet der Schieferverein gemeinsam mit der Mundartinitiative Cochem-Zell eine Führung auf dem Schiefergrubenwanderweg. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Komm jaste mott onn de Koulebersch“. Wanderführer Hubert Köhn führt die fast 60 Teilnehmer im Müllenbacher Dialekt über den begehrten Themenwanderweg.

 Am 03. Juli feiert unser Pastor Dr. Volker Malburg seinen 40. Geburtstag. Hierzu hat er viele Gäste und die Vereine der Pfarreiengemeinschaft zu einem nachmittäglichen Umtrunk in den Garten des Pfarrhauses nach Kaisersesch eingeladen. Viele Pfarrkinder folgen dem Aufruf, so dass der Pfarrgarten bei herrlichem Wetter fast überfüllt ist von den vielen Gratulanten.

 Fast 2000 Jahre alte Schiefersteine, die ehemals den Rundgang des Tempels auf dem Martberg bei Pommern eindeckten, erhält Dieter Laux, der Vorsitzende des Schiefervereins Anfang Juni von dem Pommerner Winzer und Hobbyarchäologen Alfred Fuchs. VG-Bürgermeister Albert Jung hatte beide nach einer Wanderung auf dem Martberg bekannt gemacht. Die historischen Schieferplatten werden zukünftig in der Ausstellung im neuen „Kulturzentrum Schieferregion – Altes Pfarrhaus“ in Müllenbach zu bewundern sein.

 Die Kinder der Grundschule Laubach-Müllenbach besuchen mit ihren Lehrerinnen Frau Alefsen, Frau Helfen und Frau Metzroth de Bundesgartenschau in Koblenz. Dort steht, neben der Besichtigung des Buga-Geländes und der Fahrt mit der eigens für die Buga erstellten Seilbahnüber den Rhein, für die Jungen und Mädchen im Rahmen des bunten Klassenzimmers „Bionik“ auf dem Freiluftstundenplan. Nach einer kurzen Einführung basteln die Kinder unter Anleitung ein Filzballspiel. Ein erlebnisreicher Tag für die Schüler aus Müllenbach und Laubach.

 Anfang Juni klagt die in Leienkaul lebende Apothekerin Elke Koller gegen die Bundesregierung betreffend „unrechtmäßiger Lagerung von Atomwaffen“ auf dem Fliegerhorst Büchel. Hier sollen sich bis zu 20 US-Atombomben befinden, die im Ernstfall von deutschen Flugzeugen abgeworfen werden können.

 Frans Somers erregt mit seinem kleinen Prähistorischen Museum in der Alten Schule immer wieder Aufsehen. Die Rhein-Zeitung berichtet Mitte Juni widerholt über die seltenen Exponate, die in der Fachwelt immer mehr Aufmerksamkeit erregen.

 Wieder einmal sichern sich die Müllenbacher „Oldies“ der Alte Herren den Verbandsgemeindepokal. Im Landkerner Waldstadion übergibt VG-Bürgermeister Albert Jung nach einem spannenden Turnier die Trophäe des Wanderpokals an die siegreiche Müllenbacher Mannschaft.

 Am Samstag, den 18. Juni kann der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte mit Herrn Christoph Bartscher, aus Rheinbach, den 10.000. geführten Wanderer auf dem Schiefergrubenwanderweg begrüßen. Verbandsbürgermeister Albert Jung und Vereinsvorsitzender Dieter Laux übergeben nach der Ehrung des Jubiläumswanderers eine Urkunde und Geschenke aus der Schieferregion an den überraschten Gast. Seine Wandergruppe, der Kammerchor Rötgen, bringt spontan ein Ständchen vor dem Pfarrhaus, der neuen Heimat des Schiefervereins.

 Im Juli berichtet die Rhein-Zeitung über illegale Motocross-Rennen im Natur- und Denkmalschutzgebiet Kaulenbachtal. Immer wieder kommt es vor, dass Motorradfahrer mit ihren Cross Maschinen die riesigen Schieferhalden und Bereiche des Schiefergrubenwanderwegs befahren und dabei Wanderer gefährden und geschützte Tierarten töten. In der Folge wird das Gebiet verstärkt von Polizeikräften bestreift, mit dem Erfolg, dass die Aktivitäten der Cross-Fahrer vorerst beendet sind.

 Im August blicken 15 neue I-Dötzchen zuversichtlich den neuen Herausforderungen an der Grundschule Laubach-Müllenbach entgegen. Es sind dies: aus Müllenbach – Nils Gilles, David Klotz, Nele Klotz, Esther Kreuser, Robin Retterath und Erik Wissel. Aus Laubach – Jean Pierre Harzer, Samuel Henaux, Lena Hennen, Jessica Jung, Colin Rackers, Jule Ramler, Luisa Ramler, Ricarda Rau Luciano und Aniela Stolarska.

 Bewundernswert die Initiative der Bewohner des Wagenwegs. Sie kümmern sich seit dem vergangenen Jahr um den Dorfplatz an der Ecke Wagenweg/Hauptstraße. An den Sommerabenden kann man immer wieder die fleißigen Bürger bei der Pflege und Erneuerung der Pflanzareale, des Brunnens und der Sitzbänke antreffen. Ein besonderer Dank gilt Hans-Günther Schmitz, Mitglied des Gemeinderats Müllenbach. Er kam im Verlauf einer Geburtstagsfeier auf die Idee, gemeinsam mit den Bewohnern des Wagenwegs die Initiative zur Erhaltung des Dorfplatzes zu initiieren, die sofort angenommen wurde. Die Maßnahme gilt als Beispielgebend für die Möglichkeiten der bürgerlichen Initiative, in einem Ort, dessen Schuldensituation keine weiteren kommunalen Investitionen zulässt.

 Zu Gunsten der Lautsprecheranlage in der Pfarrkirche Müllenbach, sowie in der Filialkirche Laubach veranstaltet der Pfarrgemeinderat am 14. August sein alljährliches Pfarrfest in der Schieferlandhalle. Für kurzweilige Unterhaltung sorgt ein buntes Unterhaltungsprogramm mit dem Musikverein Müllenbach, bei Kaffee und Kuchen. Im Rahmen einer Verlosung gibt es als Hauptpreis zwei Eintrittskarten für das EM-Qualifikationsspiel Deutschland – Österreich zu gewinnen.

 Eine Rettungsübung der besonderen Art führt die FFw Müllenbach gemeinsam mit dem DRK auf Initiative des stv. Wehrführers, Hans-Werner Zimmer, am 20. August im Kaulenbachtal durch. Annahme ist die Verunfallung von Gästen auf dem Schiefergrubenwanderweg, die Schutz vor einem herannahenden Gewitter in einem alten Schieferstollen gesucht haben und dabei verschüttet werden. Eine sehr anspruchsvolle Übung mit Darstellung von vielen Verletzungsmustern kann von den Rettungskräften sehr effektiv und professionell abgeschlossen werden. Seitens der Teilnehmer gibt es großes Lob für den Organisator.

 Einen grandiosen Doppelschlag leistet die Firma Steffes-ollig Feuerwerke Ende August in Kanada und eine Woche später am Lago Maggiore in Italien. Helmut Reuter schafft es, bei beiden Events die Weltmeisterschaft der Musikfeuerwerker (Kanada) und die offizielle Weltmeisterschaft der Feuerwerker (Italien) zu gewinnen. Die Müllenbacher sind stolz auf Helmut Reuter und die Mitarbeiter der Firma Steffes-ollig, die nunmehr, mit dem Gewinn beider Weltmeisterschaften innerhalb eines Jahres, quasi auf den Olymp der Pyrotechniker aufgestiegen sind.

 Große Aufregung im Ort, als Anfang September ein 79-jähriger Rentner des jahrelangen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen beschuldigt wird. Presse, Funk und Fernsehen berichten über die Anschuldigungen, die in den kommenden Wochen durch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen beleuchtet werden sollen. Der Beschuldigte bleibt auf freiem Fuß, da zumindest im Falle der ersten Anzeige die Tatzeit verjährt ist. Gleichzeitig wird an der Grundschule Laubach-Müllenbach eine Präventionsveranstaltung der Kriminalpolizei in punkto „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen“ durchgeführt, um die allgemein aufgebrachte Elternschaft der Kindergarten- und Schulkinder zu beruhigen.

 Zum 01.September 2011 errichtet Bischof Dr. Stephan Ackermann offiziell die Pfarreien Gemeinschaft und  den Kirchengemeindeverband Kaisersesch. Zur Pfarreien Gemeinschaft gehören damit die Einzelpfarreien: St. Pankratius Kaisersesch, St. Simeon Düngenheim, St. Castor Forst, St. Johannes der Täufer Hambuch, St. Vinzenz Illerich, St. Nikolaus Kaifenheim, St. Servatius Landkern, St. Maria Königin der Märtyrer Leienkaul (Maria Martental), St. Laurentius Masburg und St. Hubertus in Müllenbach. Pfarrer Malburg und Pater Pohl werden für die Mehrzahl der Pfarreien das Pfarramt gemeinschaftlich und gleichberechtigt ausüben. Damit dies nicht zu Streitigkeiten führt, kümmert sich Pfarrer Pohl hauptsächlich um Maria Martental und Leienkaul, während Pfarrer Malburg die restlichen Pfarreien betreut. Das Seelsorgeteam besteht aus: Pfarrer Dr. Volker Malburg, Pater Andreas Pohl, Kaplan Christoph Kübler, Pater Weizenmann, Pfarrer im Ruhestand Stiller, Gemeindereferent Bernd Gilles und Pfarrer im Ruhestand Drescher.

 Vom 09. Bis 12. September richtet der Musikverein die traditionelle Kirmes in Müllenbach aus. Am Freitag gibt es einen Stimmungsabend mit der Müllenbacher Band „Spätschicht“. Am Samstag einen „Kölschen Abend“ und der Sonntag wartet mit dem traditionellen Hochamt mit anschließendem musikalischen Frühschoppen mit dem MV Leienkaul auf. Am Nachmittag gibt es Kaffe und Kuchen während die Mitglieder des gastgebenden Musikvereins seine Gäste mit einer musikalischen Hitparade begeistert. Den Ausklang finden die Kirmestage am Montag mit dem Frühschoppen, der am Abend im Tanz mit Alleinunterhalter Michael Schweitzer fröhlich endet.

 Am 20. September organisiert Günther Klotz, wie in den vergangenen Jahren, die Wallfahrt der Pfarrei St. Hubertus Müllenbach nach Barweiler.

 Mit einem ganztägigen Event feiert der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte am Samstag den 24. September die Einweihung des neuen „Kulturzentrum Schieferregion – Altes Pfarrhaus“. Das Obergeschoss des Pfarrhauses, mit dem alten Pfarrsaal, wurde über Monate von den Vereinsmitgliedern renoviert, mit Exponaten und einer multimedialen Präsentationsfläche versehen. Etwa 2.500 Arbeitsstunden wurden aufgebracht, damit die Besucher der Schieferregion, aber auch die Bewohner der drei Anrainerorte Müllenbach, Laubach und Leienkaul, einen zentralen Anlaufpunkt für Geschichte und Kultur der Region nutzen können. Viele Gäste wohnen schon am Morgen der Durchfahrt der Moselschiefer-Classic 2011 vor dem ehemaligen Pfarrhaus bei. Am Nachmittag begeistern die Schlepperfreunde Schieferland die anwesenden Gäste mit der Vorbeifahrt vieler alter Traktoren, bevor mit einem gemeinsamen Kirchgang die Feierlichkeiten zur Einweihung des Kulturzentrums (Kuz) beginnen. Etwa 200 Gäste lauschen den Ansprachen von Vereinsvorstand Dieter Laux, dem Kreisbeigeordneten  Hans-Jürgen Sehn, VG Bürgermeister Albert Jung sowie Pfarrer Dr. Volker Malburg bevor durch die Enthüllung einer Schiefergravur das „Kulturzentrum Schieferregion“ offiziell seiner Bestimmung übergeben wird. Neben den Exponaten zum traditionellen Schieferbergbau, beherbergt das Kuz auch ein Archiv für Orts-, Kirchen-, und Kulturgeschichte, welches ab sofort allen interessierten Bürgern zur Verfügung steht. Vorträge, Referate und kulturelle Veranstaltungen sollen in Kürze ebenfalls durchgeführt werden. Als Kulturwarte, die für Fragen und Besichtigungen im Kulturzentrum zur Verfügung stehen, werden am gleichen Tag die Vereinsmitglieder Toni Regnier und Paul Laux in ihr zukünftiges Amt eingeführt. Ortsbürgermeister Andreas Klotz übergibt das Heldenbuch des 1. Weltkriegs zur dauerhaften Ausstellung und Aufbewahrung an den Schieferverein.

 Herbert Brück (Lau) ist der Vertreter der Pfarrgemeinde Müllenbach im neu gegründeten Kirchengemeindeverband der Pfarreien Gemeinschaft Kaisersesch. Der Gemeindeverband wird in Zukunft über den Vermögenshaushalt der Pfarreien Gemeinschaft wachen.

 Insgesamt weit über 60 Helfer unterstützen den Schieferverein Anfang Oktober bei den jährlichen Freischneide- und Pflegearbeiten im Kaulenbachtal. Die Maßnahmen sorgen dafür, dass die einmalige Kulturlandschaft noch vielen Generationen erhalten bleibt. Es freut den Vorstand besonders, dass neben den Vereinsmitgliedern auch die Freunde der FFw´s  Laubach, Leienkaul und Müllenbach, der Pfadfindersippe Carpe-Diem Müllenbach-Laubach sowie die Schlepperfreunde Schieferland aus Laubach den Schieferverein bei den Maßnahmen unterstützen.

 Fit in Sachen Gesundheit, Bewegung und Ernährung werden die Lehrer und  Schüler der Grundschule Laubach-Müllenbach im Rahmen eines Gesundheitstags.

 Zur Wahl des Pfarrgemeinderates der Pfarrei St. Hubertus Müllenbach treten am Sonntag, den 30 Oktober, folgende Bewerber an: Sonja Berenz (Lau), Margret Kreuser (Mü), Marco Labonte (Mü), Michael Leicht (Mü), Dirk Lescher (Mü), Melanie Peters (Lau) und Martina Schmitt (Mü).

 Einen riesigen Ansturm verzeichnet das Junggesellenfest am 31. Oktober auf dem Bolzplatz. Die Gruppe Sidewalk begeistert die über 1.800 zahlenden Gäste mit einer Rock-Show der Superlative. Das Junggesellenfest in Müllenbach zeigt sich seit Jahren als eine der begehrtesten Jugendveranstaltungen der Region. Insgesamt verläuft die Veranstaltung sehr ruhig, was Schlägereien und Krawalle betrifft, jedoch werden im Verlauf der Nacht im Tannenweg abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Ein Fahrzeug wird in Brand gesteckt, bei einem Zweiten bleibt es beim Versuch der Brandstiftung, an einem weiteren Fahrzeug wird schwere Sachbeschädigung vorgenommen. Die Polizei ermittelt in allen Fällen.

 Große Erleichterung in der Region, als Anfang November bekannt wird, dass der Fliegerhorst Büchel nicht von der Strukturreform der Bundeswehr betroffen ist. Das bedeutet, dass auch in den kommenden Jahren die Bundeswehr am Standort Büchel und Brauheck ein zuverlässiger Arbeitgeber für viele Bedienstete sein und bleiben wird.

 Bürgermeister Alber Jung besucht die Grundschule Laubach-Müllenbach und zeigt den Schülern einige Apfelzaubereien, bevor er gemeinsam mit ihnen einen Tag rund um den Apfel gestaltet. Höhepunkt ist das gemeinsame Herstellen und Verkosten von Apfelsaft. Die Schüler lernen von Albert Jung auch, dass sie den Zuckergehalt eines Apfels mit einem lupenähnlichen Gerät messen können. Viele Erkenntnisse rund um eine heimische Frucht, die den Kindern spielerisch vermittelt wird.

 Die erste Woche im November bringt noch fast frühlingshafte Temperaturen. Anlässlich des Martinsfeuers am Samstag, den 05. November, herrschen tagsüber zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Am Abend trifft man Martinsfeuer Besucher im T-Shirt an. Auch die Ältesten können sich nicht an ein Martinsfest mit ähnlichen Temperaturen erinnern. Der von der Feuerwehr angebotene Glühwein bleibt gänzlich unangerührt. Der traditionelle „Deppekochen“ in der Schieferlandhalle wird, wie jedes Jahr, gut angenommen.

 Einige Müllenbacher Bürger sind dabei, als am Montag, den 07. November die Bohrung des 2. Kaiser-Wilhelm Tunnel in Cochem durch den Berg bricht. Seit 18 Monaten wurde, von Ediger-Eller beginnend, mit einer 1710 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschine an dem rund 200 Millionen Euro teuren Projekt gearbeitet. Hunderte Schaulustige verfolgen den Durchstich, der um 12:57 unmittelbar links neben dem Eingang des alten Kaiser-Wilhelm-Tunnel erfolgt, welcher vor 130 Jahren, am 15. Mai 1879 eröffnet wurde. Die Länge des Kaiser-Wilhelm-Tunnel beträgt 4.200 Meter. Lange Zeit war der alte Tunnel der längste Bahntunnel Deutschlands.

 Große Baustelle auf der Kläranlage in Müllenbach. Da die Ausstattung des Klärwerks in die Jahre gekommen ist und den Anforderungen moderner Abwasserbeseitigung nicht mehr genügt, lässt das Abwasserwerk der VG Kaisersesch mit großem maschinellem und finanziellem Aufwand das Klärwerk Müllenbach auf neuesten Stand der Technik bringen. Das Gesamtauftragsvolumen für die Modernisierung liegt bei über 1 Million Euro.

 Einbruch im Tannenweg. In der Nacht von Freitag, den 08.12. auf Samstag den 09.12. wird in das Haus der Familie Heinz Schweitzer im Tannenweg eingebrochen. Die Familie befindet sich zur Einbruchszeit in der Schieferlandhalle zu einer Weihnachtsfeier. Im Polizeibericht des Kreises Cochem-Zell erfährt man, dass auch in Ulmen, Alflen und Kaisersesch in gleicher Nacht eingebrochen wurde. Da in den vergangenen Wochen häufiger Einbrüche solcher Art in der Umgebung stattgefunden haben, geht man von Diebesbanden aus, die ihr Unwesen in der Region treiben. Insgesamt werden bei den Einbrüchen in den vier Ortschaften in dieser Nacht rund 20.000 € erbeutet.

 Vor 25 Jahren gründete der damalige Pfarrer Johannes Walhorn mit Frauen aus Müllenbach einen Gebetskreis „Fatima Rosenkranz“, der sich seither am 13. eines jeden Monats zum gemeinsamen Gebet trifft. Pfarrer Malburg würdigt im Pfarrbrief die Aktivität des Gebetskreises und ergänzt, dass dieser für das Leben der Kirche und der Pfarrgemeinde von entscheidender Bedeutung ist.

 Anfang Dezember meldet der Wochenspiegel, dass die Staatsanwaltschaft Koblenz nach weitreichenden Ermittlungen Anklage gegen den 79-jährigen Rentner aus Müllenbach erhoben hat, der seit Ende August im Verdacht steht sexuellen Missbrauch an Jugendlichen und Kindern begangen zu haben. Mit dem erwarteten Prozess vor dem Amtsgericht Cochem wird nicht vor Februar 2012 gerechnet.

 Auf dem Müllenbacher Sportplatz findet am Samstag, 10. Dezember, das jährliche Präsentationsschießen der Fa. Steffes-ollig statt. Weit über 200 Gäste haben den Weg nach Müllenbach gefunden, um die neuesten pyrotechnischen Produkte für das Silvesterschießen zu bestaunen. Helmut Reuter, der in diesem Jahr Doppelweltmeister der Feuerwerker wurde, überrascht die Gäste zum Abschluss des Präsentationsschießens mit einem Musikfeuerwerk der Extraklasse. Zu den Klängen von Mariah Careys „All i want for Christmas“ zeigt er ein Musikfeuerwerk, welches den Weltmeisterstatus des Pyrotechnikers auf beeindruckende Weise unterstreicht. Ein „Gänsehaut-Erlebnis“ das die vielen Gäste zum Abschluss, völlig begeistert, mit endlosem Applaus honorieren.

 Am Sonntag, den 11.12. bietet der Schieferverein mit dem Vortrag „Jüdisches Leben in Müllenbach“ die erste Kulturveranstaltung im neuen Kulturzentrum Schieferregion an. Dieter Laux referiert etwa zweieinhalb Stunden über das Leben der jüdischen Mitbürger in Müllenbach, vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Alte Fotos, die auf dem Großbildschirm gezeigt werden, machen die Ausführungen des Referenten plastischer. 42 Zuhörer füllen den alten Pfarrsaal, der damit gänzlich ausgelastet ist. Vielen stockt der Atem, als Dieter Laux über die Reichskristallnacht 1938 in Müllenbach berichtet und zeitgleich ein Überfall auf das Gebäude simuliert wird. Hans-Werner und Tim Zimmer stürmen mit wildem Geschrei, zerberstendem Glas und lautstarkem schlagen gegen die Holztüren den Flur des alten Pfarrhauses. Viele der Gäste fühlen sich in die Zeit der Pogromnacht 1938 zurückversetzt. Ein Erlebnis, welches, neben den schrecklichen Details der Judenverfolgung, in dauerhafter Erinnerung bleiben wird.

 Von Winter ist Ende des Jahres noch nicht viel zu sehen. In der Woche vor Weihnachten stellt sich erster Schnee ein, der jedoch gerademal für eine dünne weiße Decke sorgt, die schnell wieder verschwunden ist.

 Aufregung am Heiligabend. Viele sehen am abendlichen Himmel einen riesigen Feuerschweif, der von Westen kommend in Richtung Osten grell erleuchtet hinweg zieht, dabei teilweise Funken versprüht. Auch in unserem Ort ist der Feuerschweif etwa 20 Sekunden lang zu sehen. Kurz darauf melden die Internetdienste das Ereignis, das viele Menschen in der Mitte und im Süden Deutschlands beobachtet haben. Man erinnert sich an den weihnachtlichen Kometen, der vor 2000 Jahren die Geburt Jesu verkündete. Realistisch klingt jedoch die Aussage der Europäischen Weltraumagentur ESA, einen Tag später, die eine verglühende Triebstufe einer Sojusrakete vermutet, die einige Tage zuvor einen Kosmonauten zur Internationalen Raumstation ISS gebracht hat.

 Das Läuten der Glocken unserer Pfarrkirche St. Hubertus begrüßt das neue Jahr 2012. Der Himmel über dem Ort ist wie jedes Jahr von grellen Raketen und lautstarken Böllern erfüllt, die über eine halbe Stunde lang das neue Jahr begrüßen. Und das Wetter zum Jahresabschluss? Für Neujahr sind in unserer Region positive 10 bis 14 Grad gemeldet!

 Die Pfarrgemeinde Müllenbach vermeldet für das vergangene Jahr (2011) folgende Statistik: Taufen: 3; Erstkommunion: 11; Trauungen: 1; Beerdigungen: 13; Kirchenaustritte: 0.

 Das statistische Landesamt meldet Ende 2011 für Müllenbach folgende Daten: Bevölkerungsstand: 664 Bürger (330 Männer, 334 Frauen), größter Bevölkerungsanteil: 35 bis 50jährige = 23,2%, Bevölkerungsänderung gegenüber Vorjahr: minus 1,9%, Geburten: 1, Verstorbene: 8, Zuzüge: 13, Fortzüge: 19, Schüler aus dem Ort: 64 (Grundschüler = 21, Realschüler = 25, Förderschüler = 2, Gymnasiasten = 16), Landwirtschaftliche Betriebe: 4, Wohngebäude: 294, Wohnungen: 346, Durchschnittlicher Wasserverbrauch pro Tag und Bürger: 93 Liter, Kraftfahrzeugbestand: 483 (davon 394 Pkw), Schulden der Gemeinde: 1.061.000 € (= 1.565 € / Bürger).

 2012: Im Januar dieses Jahres hätte sie ihr 87-jähriges Bestehen feiern können, die Metzgerei Schweitzer in Müllenbach. Leider jedoch erfahren die Bürger des Ortes von der Schließung des alteingesessenen Fleischwarengeschäfts. Zuletzt hatte Familie Schweitzer neben den Fleischwaren auch Brot und Gebäck, sowie Kleinwaren verkauft. Die Supermärkte in den naheliegenden Städten, mit ihren Niedrigpreisen, lassen den kleinen Einzelhändlern auf den Dörfern keinen Handlungsspielraum. Das Geschäft steht zum Verkauf.

 In der ersten Januarwoche fegen die Orkanstürme Uli und Andrea mit Windstärke 11 über unsere Heimat. Größere Schäden, außer ein paar abgehobenen Dachpfannen, werden in Müllenbach und auch in der Region nicht gemeldet. Der Regen jedoch, den die Stürme mit sich führen, führt zu steigenden Pegelständen an der Mosel, wo einige Straßen gesperrt werden müssen.

 1958 endet die Vereinschronik des MGV Liederblüte, der am 25.11.1929 im Gasthaus Steffes-holländer (beijm Lambert) gegründet wurde. Die prächtige Fahne des Vereins lagerte bis zum Januar 2012 im Gasthaus Zirwes. Auf vielfaches Nachfragen der Müllenbacher Bürger Wolfgang Fröschen und Toni Regnier bei Gastwirt Matthias Zirwes, findet die Fahne in diesem Winter endlich Einzug in unsere Pfarrkirche St. Hubertus. Hier hängt sie nunmehr im weiten Kirchenschiff zwischen den vielen anderen betagten Müllenbacher Vereinsfahnen und ist ab sofort von den Kirchenbesuchern zu bewundern.

 Auf der Jahreshauptversammlung der Spielvereinigung Müllenbach wird das Vereinsmitglied Albert Klotz (Lau.) mit der goldenen Ehrennadel des Sportbundes geehrt. Sprinten, Kugelstoßen, Radfahren und Schwimmen, mit diesen vier Disziplinen erlangt Albert Klotz zum 30. Mal in Folge das goldene Sportabzeichen des Deutschen Olympischen Sportbundes.

 Brand im „Schouresteck“. Ende Januar brennt im Bereich des Anwesens Schmitz im Obereichels ein kleiner Aufenthaltsraum. Ein Ofen ist wohl überhitzt und setzt das in der Nähe befindliche, leicht brennbare Material in Brand. Kurioser Weise wird durch die Leitstelle in Koblenz die Müllenbacher Feuerwehr nicht informiert. Die Brandmeldung geht bei den Kaisersescher Brandschützern ein, die, schnell vor Ort, den Brand innerhalb weniger Minuten löschen können. Geringer Sachschaden wird nach Abschluss der Brandbekämpfung gemeldet. Gemäß der Koblenzer Leitstelle waren die Müllenbacher Wehrführer telefonisch nicht zu erreichen, so dass man auf die Funkaktivierung der Kaisersescher Sirene zurückgreifen musste. Die Feuerwehr Müllenbach fordert schon seit geraumer Zeit die Installation einer Funkaktivierung für die örtliche Sirenenanlage.

Dier erste Februarwoche bringt mit Hoch Dieter aus dem Osten eine Kältewelle über Deutschland. Minus 15 bis 20 Grad werden in den kalten Nächten gemessen.

 Anfang Februar werden auf der Baustelle an der Kläranlage 2 Baucontainer aufgebrochen. Laut der bauausführenden Firma werden hierbei keine Wertsachen gestohlen. Die Polizei nimmt die Ermittlungen auf.

 Der Karnevalsverein Müllenbach ruft im Februar wieder zum närrischen Treiben in der Schieferlandhalle auf. Kappensitzungen am 04. und am 11. Februar, der Kinderkarneval am 05. sowie der Möhnentag, organisiert durch den Sportverein, am 16.02. zählen wieder viele Gäste. Der große Umzug am Fastnachtssonntag lockt ebenfalls wieder einige Zuschauer aus der Region in unseren Ort. Auch für die Session 2011/2012 konnte kein Prinzenpaar gefunden werden.

 Am 27. Februar begehen Walter und Hannelore Tholl, Hauptstraße 5 a, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 Alarm für die Ortsfeuerwehr Müllenbach am 09. März gegen Abend. Aufmerksame Spaziergänger haben am Grüngut-Sammelplatz auf „der Nick“ ein entstehendes Feuer festgestellt. Die Feuerwehr, unter Führung von Jürgen Steffes-ollig und Hans-Werner Zimmer, hat den Schwelbrand, der wohl durch abgelagerte Aschereste eines Kaminofens entstanden ist, schnell im Griff. Wenig später informiert, so meint Hans-Werner Zimmer, wäre die Brandbekämpfung ein weit größeres Problem geworden.

 Die Rhein-Zeitung meldet am 15. März, dass die Verbandsgemeinde beabsichtigt, die Grundschulen Laubach-Müllenbach und Masburg zusammen zu legen. Beide Standorte sollen dabei jedoch erhalten bleiben.

 18. März, die Bundesversammlung wählt in Berlin den ehemaligen evangelischen Pfarrer Joachim Gauck zum Bundespräsidenten. Christian Wulff, sein Amtsvorgänger, war wegen zu engen Kontakten zu Wirtschaftsbossen und wegen des Verdachts der Vorteilnahme von seinem Amt zurückgetreten. „Was für ein schöner Sonntag!“ So beginnt die Antrittsrede des neuen Präsidenten, der mit über 80 % der Stimmen der Bundesversammlung gewählt wird.

 Die Freiwillige Feuerwehr Müllenbach wählt am Donnerstag, den 22. März Herrn Hans-Werner Zimmer zu ihrem neuen Wehrführer.

 Vier Vortragsabende mit dem Thema „Stumpfarm – Ein Wilderer, Streuner und Mörder“ am 09., 10., 23. und 24. März, führen insgesamt über 150 interessierte Zuhörer aus der Region in das neue Kulturzentrum Schieferregion im alten Pfarrhaus. Der Verein zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte kann den Mannebacher Buchautor und Stumpfarm-Experten Helmut Müller für die kostenlos angebotenen Vorträge gewinnen.

Der Frühling hält Einzug. Am Wochenende 24. und 25. März werden bis zu 20 Grad in unserer Region gemessen.

 Zum 01. April des Jahres bieten die Kulturwarte des Schiefervereins, Toni Regnier und Paul Laux, jeweils Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr, einen Tag der offenen Tür im neuen Kulturzentrum. In einem Bericht der Rhein-Zeitung werden die Bürger der Region eingeladen, die Ausstellung und das Archiv des Schiefervereins kostenlos zu besichtigen und ggf. eigene Exponate zur Ausstellung beizusteuern.

 Da der ortsansässige Eifelverein faktisch nicht mehr existent ist, kündigt die Gemeinde den Nutzungsvertrag für die Schutzhütte „im Eichels“ (Hubertushütte) auf. Das Gelände geht wieder in Gemeindebesitz über.

 In der Woche nach Ostern, beginnt die Fa. Schmitt, Ulmen, im Bereich der Mauritiusstraße, Hauptstraße und Holzweg mit Sanierungsarbeiten am Abwasserkanal. Eine Besichtigung der Rohrführung hat an einigen Stellen massive Beschädigungen des Rohrsystems festgestellt, die hiermit  behoben werden sollen. Die Rohre müssen erneuert werden, damit ist es erforderlich, die Straße an genannten Stellen aufzureißen.

 Wolfgang Fröschen, Hubert Köhn, Franz Schmitz und Toni Regnier zeigen einmal mehr ihr ehrenamtliches Engagement für die Gemeinde, indem sie den Kindern des Kindergartens das Anfertigen von Nistkästen vermitteln. Gemeinsam mit den „Größten“ wird der Umgang mit Hammer, Nägeln und Schleifpapier geübt und später bei Bau der Kästen in die Tat umgesetzt. Nunmehr hängen die fertigen Nistkästen auf den Bäumen rings um den Kiga und die Kinder bestaunen jeden Tag, wie die Vöglein ein und aus fliegen um ihre Nester zu bauen.

 Am 12. Mai lädt die Ortsgemeinde ihre Senioren zum Seniorentag in die Schieferlandhalle. Zahlreiche ehrenamtliche Hände der Kommune haben die Halle festlich vorbereitet. Bei Kaffee und Kuchen lauscht man am Nachmittag den Vorträgen der Kinder und weiterer Bühnenaktiver, die mit Gesang, Gedichten und Musikdarbietungen die Senioren des Ortes unterhalten.

 Der 66-jährige Herbert Brück aus Laubach, wird bei den Senioren-Weltmeisterschaften der Leichtathleten im finnischen Jyväskyla, mit seiner 4 x 200 Meter Staffel Weltmeister der Senioren.

 Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen wird ein 79-jähriger Rentner aus Müllenbach vor dem Amtsgericht Cochem zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wird auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt, weil der nicht vorbestrafte Rentner die Tat eingesteht. Das rechtskräftige Urteil beinhaltet weiterhin die Zahlung von jeweils 1000 Euro an den Kinderschutzbund und die Aktion Weißer Ring. Weiterhin ergeht die Weisung des Richters, zu Kindern einen Mindestabstand von 50 Meter einzuhalten. Da nicht nur die missbrauchten Kinder, sondern die ganze Dorfgemeinschaft die Anwesenheit des Täters nicht ertragen kann, legt der Richter dem Rentner nahe, schnellstmöglich über einen Umzug nachzudenken.

 Anfang Juni meldet die Rhein-Zeitung, dass die Reaktivierung der Eifelquerbahn, welche für das Jahr 2015 geplant war, nunmehr wohl als unrealistisch bezeichnet werden darf. Die voraussichtlichen  Kosten für die geplante Reaktivierung sind innerhalb kurzer Zeit von 20 auf nunmehr 40 Millionen Euro angestiegen. Unter diesen Voraussetzungen ist eine Zukunft der Eifelquerbahn unrealistisch, so die Landräte und Bürgermeister der Landkreise Cochem-Zell und Vulkaneifel. Der Betrieb der historischen Eifelquerbahn liegt in privater Hand und ist hiervon vorläufig nicht betroffen.

 Anlässlich der Einweihung der Sport-, Spiel-, und Freizeitanlage in Kaisersesch richtet der SV Masburg das Verbandsgemeinde-Fußballturnier der Alten Herren aus. Von den vier teilnehmenden Vereinen, setzt sich die Mannschaft aus Müllenbach wieder gegen ihre Konkurrenten durch und gewinnt das Turnier.

 In der Nacht von Mo. 11. Juni auf Di. 12. Juni machen sich wieder einmal Einbrecher an der Baustelle der Kläranlage zu schaffen. Aus einem Baucontainer entwenden sie Werkzeuge. Mit Hilfe eines Radladers wird ein Dieselfass abtransportiert und vermutlich auf einen Anhänger verladen. Die Polizei Cochem bittet um Hinweise zu einem möglichen Tatfahrzeug mit Anhänger in Müllenbach oder auf dem Anfahrtsweg zur Kläranlage.

 Mitte Juni ist der Müllenbacher Gemeinderat gezwungen einen Nachtragshaushalt über 30.000 € zu verabschieden. Im Rahmen der Kanalrevision im Holzweg, Hauptstraße und Mauritiusstraße stellt man an den Schachträndern fest, dass die Teerdecke an den Seitenbereichen auf das ehemalige Kopfsteinpflaster verlegt wurde und somit nach Abschluss der Straßenversiegelung ein unterschiedliches Setzverhalten an den Tag treten wird, was zwangsläufig zur Rissbildung in der Straßenoberfläche führt. Der Rat entscheidet sich für einen Grundaufbau der Straßen im Revisionsbereich was Kosten in Höhe von etwa 26.000 € verursachen wird. Die Entscheidung fällt dem Rat sehr schwer, da Aktuell die pro Kopf Verschuldung der Gemeinde schon um das 4,3-fache Höher ist als im Landesdurchschnitt. Die Zukunft der defizitären Gemeindekasse lässt die schlimmsten Befürchtungen aufkommen.

 Ein Sommerfest in der Schieferlandhalle bietet die Frauengemeinschaft Müllenbach am 24. Juni an. Bei Kaffee und Kuchen, Luftballonshow und Auftritt des „Müllenbach Duos“ (Johannes Schwall, Rolf Peters) verlebt man einen schönen Nachmittag. Am Abend sorgt der Musikverein Müllenbach für die Unterhaltung.

 Am 26. Juni begehen Wolfgang und Maria Fröschen, Hauptstraße 49, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 Der Schieferverein kümmert sich im Juni um die Begrüßungsschilder am Ortseingang. 1997 feierlich eingeweiht, haben die Tafeln durch Wind und Wetter arg gelitten. Dieter Laux hatte seine Mitglieder im März anlässlich der Jahreshauptversammlung auf den schlechten Zustand aufmerksam gemacht. Sofort meldeten sich die beiden Kulturwarte des Vereins, Toni Regnier und Paul Laux um die Schilder zu restaurieren. Nach wochenlanger farblicher Bearbeitung in der Garage von Toni Regnier grüßen Ende Juni die neuwertig glänzenden Begrüßungstafeln wieder die Gäste der Schieferregion aus nah und fern.

 Das Sportfest der Spvgg Müllenbach lockt vom 29. Juni bis 01. Juli viele Gäste auf den Sportplatz „Auf der Höhe“. Am Sonntag findet der „Müllenbacher Fünfkampf“ eine Menge Akteure aus den Vereinen, die vor den begeisterten Zuschauern ihre Spiele austragen.

 Am 05. Juli begehen Josef und Hedwig Reitz, Wagenweg 43, das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 Der Sommer lässt in diesem Jahr auf sich warten. Nicht nur der Juni zeigt sich regnerisch, auch im Juli möchte der Regen bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad nicht nachlassen. Ab 23. Juli zeichnet sich ein Hoch mit Temperaturen um die 25 Grad ab.

 Vier Mannschaften kämpfen Ende Juli um den Sieg bei der Verbandsgemeinde-Sportwoche, die diesmal der Sportverein Blau-Weiß Kaifenheim ausrichtet. Bei schönem Wetter und fairen Spielen kann sich die SG Vordereifel (Müllenbach-Laubach-Leienkaul-Kaisersesch) gegen die anderen Mannschaften durchsetzen und das Turnier gewinnen.

 Am 14. August beginnt das neue Schuljahr in der nunmehr zusammengelegten „Grundschule Schieferland Laubach-Masburg“. Die Klassen eins und zwei werden in Masburg, die Klassen drei und vier in Laubach unterrichtet. Einziger Schulneuling aus Müllenbach ist in diesem Jahr Fynn Elias Lescher. Seine Klassenlehrerin in Masburg ist Renate Alefsen.

 Die Mitglieder des Schiefervereins installieren im Bereich der Grube Colonia eine neue Sitzgruppe (für 12 Personen) sowie ein sogenanntes Waldsofa.

 Am 13. August kann Frau Anna Schwall, geb. Schweitzer ihren 90. Geburtstag feiern. Anna Schwall lebt im Hause ihrer Tochter im Tannenweg und wird dort liebevoll gepflegt. Sie nimmt noch gerne an den Seniorennachmittagen im Mehrgenerationshaus Kaisersesch teil. Für die Verbandsgemeinde Kaisersesch sowie namens des Landkreises überbringt Bürgermeister Albert Jung die herzlichsten Glückwünsche. Ortsbürgermeister Andreas Klotz gratuliert im Namen der Ortsgemeinde Müllenbach.

 Nach lang anhaltender Regenzeit in den Monaten Juni und Juli, versucht sich der Sommer im August langsam durchzusetzen. In der ersten Augustwoche steigen die Temperaturen kontinuierlich an, um am Wochenende 18. und 19. August mit über 35 Grad ihren Höhepunkt zu erreichen. Die Freude hierüber liegt besonders bei den Pfadfindern des Stammes Carpe Diem Müllenbach-Laubach, feiern sie doch just in diesen Tagen ihr Jurtenfest auf dem Müllenbacher Bolzplatz. Viele Gäste machen sich bei hochsommerlichen Temperaturen und lustigen, unterhaltsamen Spielen ein schönes Wochenende gemeinsam mit den Pfadfindern.

 Einmal mehr ist zu Anlass des Cochemer Weinfestes die Fa. Steffes-ollig aus Müllenbach in aller Munde. Was die Pyrotechniker um Helmut Reuter an den Nachthimmel über der Reichsburg und der Mosel zeigen, ist wieder einmal das Highlight der Veranstaltung. Gäste aus ganz Deutschland und vielen angrenzenden europäischen Ländern spenden langanhaltenden Applaus ob eines Feuerwerks, welches in der Finalphase den Zuschauern den Atem stocken lässt. Der Rhein-Zeitung ist dieses wahnsinnige Schauspiel am nachfolgenden Tag eine ganze Seite der Berichterstattung mit vielen Fotos wert. Helmut Reuter meint dazu: „Wenn man das so mitbekommt, ist man schon ein wenig stolz!“

 Die Tradition der Wallfahrt nach Barweiler wird am 18. September fortgesetzt. Unter Führung von Günter Klotz beginnt die Wallfahrt um sieben Uhr in der Früh mit einem gemeinsamen Gottesdienst, bevor man den langen Fußweg nach Barweiler antritt.

 Mitte September lobt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz das große Engagement des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte für das Natur- und Denkmalschutzgebiet Kaulenbachtal. Als Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen Stiftung und Schieferverein stellt man seitens der Stiftung Fördergelder zur Anschaffung von sogenannten Allmähern zur Verfügung. Rund 3.200 € stehen für die Anschaffung der Geräte bereit. Vereinsvorsitzender Dieter Laux kann nach der Beschaffung die Allmäher an die beiden Wegewarte des Vereins – Johannes Reitz und Achim Gorges – übergeben. Die Gesamtinvestition liegt bei knapp 3.500 €.

 Am 24. September verstirbt mit Schreinermeister Karl Schüller – Wagenweg - der älteste Mann im Ort. Nur drei Tage später, am 27.09. hätte er seinen 97. Geburtstag feiern können.

 Einen neuen Vorstand wählt der Förderverein der Schieferland Grundschule Laubach-Masburg. Neue Vorsitzende ist Frau Andrea Roth (Laubach), ihre Stellvertreterin Simone Ramler (Laubach).

 Die Pfarrgemeinde Müllenbach-Laubach feiert am 30. September ihr Pfarrfest in der Schieferlandhalle in Müllenbach. Nach dem Festgottesdienst zum Erntedank in der Pfarrkirche zieht es die zahlreichen Gäste zu Kaffe und Kuchen in die Gemeindehalle. Dort wird tolle Unterhaltung durch den Musikverein Müllenbach und die Kinder des Kindergartens geboten. Mit der großen Verlosung unter der Leitung von Pfarrer Dr. Volker Malburg klingt das Fest am Abend aus.

 Der Wochenspiegel titelt am 04. Oktober „Sex-Opa droht Opfern mit Anzeigen“. Es geht um den 79-jährigen Rentner aus Müllenbach, der vor rund sechs Monaten wegen sexuellem Missbrauch an mindestens elf Kindern vom Amtsgericht Cochem zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt wurde, welche auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Wir erinnern uns, dass der Richter ihm damals empfohlen hatte, „schnellstmöglich über einen Umzug nachzudenken.“ Jetzt lässt der Verurteilte durch seinen Anwalt Briefe an die Opfer verschicken, die rechtliche Maßnahmen ankündigen, sofern er weiter in der Öffentlichkeit als Kinderschänder bezeichnet werden sollte.

 Am 06. Oktober lädt der Musikverein Müllenbach zum Oktoberfest in die Schieferlandhalle. Bei bayrischem Bier und Schmankerln, sowie zünftiger Musik feiert man bis tief in die Nacht hinein. Bei Spielen am Biertisch wird eine Vereinsmeisterschaft ausgetragen.

 Wieder findet die Freischneideaktion des Schiefervereins großen Anklang bei den Menschen der Umgebung. Fast 60 Helfer kann der Vorsitzende Dieter Laux zur jährlichen Pflegemaßnahme am 13. Oktober im Kaulenbachtal begrüßen, darunter die Feuerwehren von Müllenbach, Laubach und Leienkaul, die Pfadfinder der Sippe Carpe Diem Müllenbach-Laubach sowie die Schlepperfreunde Schieferland aus Laubach.

 Viel Gutes leisten die Firmlinge aus Laubach und Müllenbach im Rahmen ihrer Firmvorbereitungen. Die Mädchen der Firmgruppe sammeln Früchte und Kräuter in der Natur. Unter Anleitung von Margret Kreuser machen sie daraus leckere Marmeladen, Tee und Salben. Diese werden auf dem Pfarrfest verkauft und der Erlös den Kirchen zur Verfügung gestellt. Die Jungs bringen sich handwerklich am Heiligenhäuschen im Unterdorf ein und verschaffen diesem einen neuen Außenanstrich.

 Die Straßenbauarbeiten im Ort, welche nach den Kanalrevisionsarbeiten erforderlich wurden, können Mitte Oktober abgeschlossen werden.

 Am 22. Oktober begehen Walter und Waltraud Schweitzer in der Hauptstraße das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 In den frühen Stunden des 27. Oktober streckt der nahende Winter seine eiskalten Fühler über unsere Region aus. Bei Minus 4 Grad Celsius hat es in der Nacht geschneit und die Landschaft ist am Morgen durchgehend weiß gepudert.

 Wehrführer Hans-Werner Zimmer freut  sich Ende Oktober über den Anschluss der örtlichen Sirenenanlage an das Funk-Alarmierungssystem. Zu oft war es in den vergangenen Jahren passiert, dass auswärtige Wehren bei Einsätzen in Müllenbach eher vor Ort waren als die ortsansässigen Brandbekämpfer. Grund war eben die fehlende Funk-Aktivierung der Sirenenanlage durch die Leitstelle. Auf Eigeninitiative des Wehrführers konnte nunmehr ein Funkempfänger besorgt und installiert werden. In Zukunft wird die Müllenbacher Wehr also sofort von der Leitstelle alarmiert, sollte es einen Brand geben oder sonstige Nothilfe im Ort geleistet werden muss.

 Das Junggesellenfest in Müllenbach - am 31. Oktober - sorgt wieder für viele Gäste im Festzelt auf dem Bolzplatz. Die Gruppe Sidewalk schafft es wieder einmal über 1.600 zahlende Besucher anzulocken, die bis zum frühen Morgen die Tanzfläche in Beschlag nehmen. Ernsthafte Vorkommnisse wie im Vorjahr sind in diesmal Gott sei Dank nicht zu verzeichnen. Die ortsansässige Feuerwehr war vorbereitet und hat eigens eine Notbereitschaft in der Feuerwache Schieferlandhalle aufgestellt.

 Am 09. November begehen Walter und Marianne Krämer  im Wagenweg das Fest der Goldenen Hochzeit. Es gratulieren die Verbandsgemeinde, der Ortsbürgermeister, die Gemeinderäte, sowie alle Vereine und Bürger des Ortes zum Jubiläumstag.

 Pünktlich zum Beginn der Karnevalssession 2012/2013 treffen sich am Sonntag, den 11. November die ortsansässigen Karnevalisten unter Führung ihres Vorsitzenden Franz-Josef Stein, um die närrische fünfte Jahreszeit einzuläuten. Mit Musik und einem kleinen Versorgungsfahrzeug ziehen die Narren, Elferrat und Funken lautstark durch die Straßen des Ortes. Noch lange schallen die närrischen Rufe durch das Dorf, bevor nach Sonnenuntergang der schöne Tag in den Gastwirtschaften fröhlich ausklingt.

 Ebenfalls am 11. November findet ein weltweit bewundertes Highlight in Kuweit statt. Mit dem teuersten und größten Feuerwerk aller Zeiten feiert der Staat den 50. Jahrestag seiner Verfassung. Wenn es denn einmal um Superlative im Bereich Feuerwerke kommt, darf eine Firma nicht fehlen, die Fa. Steffes-ollig aus Müllenbach. Helmut und Margit Reuter, sowie 6 Mitarbeiter weilen 3 Wochen in Kuweit Stadt um beim Aufbau des größten Feuerwerks der Welt maßgeblich mit Hand anzulegen. Zwölf Millionen Euro lässt sich der Ölstaat dieses Superevent kosten, bei dem innerhalb von 60 Minuten rund 77.300 Raketen und Bomben in den Nachthimmel geschossen werden.

 Am Samstag, den 17. November findet in Maria Martental die Firmung durch Weihbischof Jörg Michael Peters statt. Die Müllenbacher Firmlinge sind: Hanna Buschwa, Jennifer Laux, Monique Lanser, Verena Peters, Alena Winkel, Matthias Ruske und Simon Stein.

 Der Nikolausabend der Pfadfinder am 01. Dezember bietet wieder einmal ein herrliches Ambiente in der Vorweihnachtszeit. Die Pfadfinder und deren Leiter Hans Schumann haben sich wieder alle Mühe gegeben, auf dem Bolzplatz eine schöne Umgebung für den Auftritt des Nikolaus zu schaffen. Die Kinder tragen Gedichte vor und werden vom Nikolaus mit kleinen Geschenken überrascht. Für die Größeren gibt es in den warmen Zelten und Jurten Glühwein, Punsch und Reibekuchen.

 Das jährliche Präsentationsfeuerwerk der Fa. Steffes-ollig findet am zweiten Dezemberwochenende auf dem Firmengelände im Obereichels statt. Hunderte von Zuschauern strömen zu diesem Event, welches auch in diesem Jahr durch ein fulminantes Musikfeuerwerk abgeschlossen wird.

 Der 8. Dezember bringt den ersten, kräftigen Schnee. In den kommenden Tagen fallen bis zu 20 cm Neuschnee, der den Autofahrern im Ort wieder große Probleme bereitet. Nur eine Woche später ist der Schnee wieder zu Wasser geworden und macht sich auf den Weg, die Freunde an der Mosel zu besuchen.

 Die Rhein-Zeitung titelt am 13. Dezember „Aus für die Dampfloks: Signal steht auf Rot“. Man sieht die Zukunft der Eifelquerbahn gefährdet. Nachdem die Kosten der Wiederinbetriebnahme schon im Sommer mit ca. 40 Millionen Euro veranschlagt wurden und das Land und die Bahn bisher keine Reaktion zeigen, sieht sich auch der Betreiber der historischen Bahn genötigt den Betrieb einzustellen. Somit wird es in Zukunft keine Fahrten mit den alten Schienenbussen und auch keine Dampflokfahrten auf der Eifelquerbahn geben.

 „Sagenabend Schieferregion“ heißt es am 15. Dezember als der Schieferverein einmal mehr ins Kulturzentrum einlädt, wo Gertrud Gilles und Werner Wendel die alten Müllenbacher und Laubacher Sagen vorlesen. Interessiert lauschen die Zuhörer den Geschichten. Zum Abschluss der Veranstaltung bieten Irene Valerius und Gertrud Gilles selbst hergestelltes historisches Weihnachtsgebäck an. Mancher kennt sie noch, die „Schäwesch-Säck“, Wecke-Dutzen“, und „Oassearen“, die in früheren Jahren wesentlicher Bestandteil des Weihnachtsfestes waren.

 Mitte Dezember gute Meldungen aus Koblenz wo ein Treffen der Befürworter der Reaktivierung der Eifelquerbahn stattfindet. Man möchte sich weiterhin für die Reaktivierung der Bahn einsetzen. Besonders der touristische Aspekt ist für die Anrainer-Verbandsgemeinden und -Kreise maßgeblich sich weiter für die Eifelquerbahn einzusetzen.

 Soll es dieses Mal wirklich soweit sein? Das fragt man sich allenthalben am Vortag des 21. Dezember 2012. Endet doch an diesem Tag der Kalender der alten Maya und somit, wie viele glauben, das Ende unserer Welt. Schon oft hat man auf den Weltuntergang nach der Vorhersage vieler selbsternannter Experten gewartet. Jeder wusste, dass viele der Vorhersagen an den Haaren herbei gezogen sind. Anders in diesen Tagen, dem Ende des Maya-Kalenders. Der Weltuntergang ist in aller Munde. Als am Morgen des 22. Dezember alles wohlbehalten aus den Betten steigt, stellt man befriedigt fest, dass auch das Ende eines Kalenders nicht zwangsläufig das Ende der Welt bedeutet. Viele haben auch gar keine Zeit für den Weltuntergang, schließlich ist in wenigen Tagen Weihnachten!!!!

 In der Pfarrkirche werden zwei neue elektronische Hinweistafeln installiert, die ab sofort die Nummer des Gesangstextes anzeigen. Die alte Anzeige war in die Jahre gekommen und fiel immer häufiger aus. Die neuen Geräte kosten rund 2.100 €. Pfarrer Malburg ruft die Pfarreimitglieder zu Spenden für die Neuinstallation auf.

 Das Weihnachtskonzert des Musikvereins Müllenbach lockt am 23. Dezember wieder viele Zuhörer in unsere Pfarrkirche. Akteure sind in diesem Jahr neben dem MV Müllenbach das Männerquartett „Eifelvokal“, Willi und Käthi Brück aus Monreal mit Gesang, Rebeca Hanke aus Laubach am Klavier, sowie Elena Schmitz und Miriam Kreiser mit Gesang.  Der Erlös der wohltätigen Veranstaltung geht in diesem Jahr an den 5-jährigen Jeremy Ringelstein aus Düngenheim, der seit seiner Geburt am sogenannten Waardenburg Syndrom leidet.

 Dreizehn Grad Celsius zeigt das Thermometer am Heiligabend in Müllenbach an. Im Süden Deutschlands werden bis zu 18 Grad erreicht. Die höchste Temperatur an einem 24. Dezember seit Aufzeichnung der Wetterdaten.

 2013:  In der ersten Woche des Jahres 2013 hat sich noch kein Verein gefunden, der den diesjährigen Weiberdonnerstag in der Schieferlandhalle ausrichten möchte. Der Ortsbürgermeister ruft alle Interessenten auf sich zu verständigen und eine Veranstaltergemeinschaft zu bilden, damit diese Traditionsveranstaltung fortgeführt werden kann.

 Die Ortsgemeinde beabsichtigt auf mehrfachen Wunsch eine weitere Beschaffung von Gemeindefahnen einzuleiten. Interessenten hierfür melden sich beim Ortsbürgermeister.

 Am 16. Januar übernimmt Marie-Luise (MaLu) Dreyer (SPD) von Kurt Beck das Amt des/der  Ministerpräsident(in)en von Rheinland-Pfalz. Der scheidende Ministerpräsident Kurt Beck zieht sich wegen gesundheitlichen Problemen aus seinem Amt zurück.

 Mitte Januar kann der Ortsbürgermeister melden, dass sich doch einige Unterstützer gefunden haben die den Weiberdonnerstag am Leben erhalten möchten.

 Über den kompletten Januar hält sich der Schnee in unserer Region bis am 28.01. eine Tiefdruckfront mit teilweise starkem Sturm und Temperaturanstieg bis zum unteren zweistelligen Bereich den Schnee innerhalb von zwei Tagen beseitigt.

 Das letzte Januarwochenende ist der Auftakt zur Fastnachtszeit in Müllenbach. Vor ausverkaufter Schieferlandhalle präsentiert der KVM 1995 die erste Kappensitzung. Am folgenden Tag findet an gleicher Stelle der Kinderkarneval mit den jungen Akteuren statt. Anfang Februar, nur eine Woche später, findet die zweite Kappensitzung statt.

 

(Chronologische Geschichtsdaten der Gemeinde Müllenbach und ihrer direkten Umgebung. Erstellt und gepflegt durch Dieter Laux. Der Inhalt vorliegender Chronologischer Auflistung entstammt tausenden von Einzelquellen, deren Detailauflistung die Gesamtseitenzahl sprengen würde. Jeder Eintrag ist urheberrechtlich geschützt und darf ohne vorherige Zustimmung des jeweiligen Verfassers bzw. des Rechteinhabers nicht zu anderen als rein privaten Zwecken verwendet werden. Änderungen dürfen nicht vorgenommen und Vervielfältigungsstücke ohne Genehmigung nicht verbreitet werden.)