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Das Wappen der Ortsgemeinde Müllenbach

In seinen Symbolen wird die Ortsgeschichte lebendig.

 

 

Feld 1: Bereits 1657 wird eine Kapelle in kirchlichen Akten erwähnt, die dem hl. Hubertus geweiht war. Diese Kapelle stammt aus dem Jahre 1621 und hatte nur einen Altar. 1733 wurde eine neue Kapelle mit 3 Altären gebaut, die dem hl. Hubertus, der Muttergottes und dem hl. Blasius geweiht waren. 1852 – 1855 wurde die heutige Pfarrkirche errichtet, die ebenfalls 3 Altäre hatte, die dem hl. Hubertus, der Muttergottes und dem hl. Antonius gewidmet waren. Der Altar des hl. Antonius wurde bei einer Renovierung im Jahre 1995 entfernt.


Im Feld 2 weist ein schwarzes Mühlrad auf goldenem Untergrund auf die Entstehung des Ortsnamens Müllenbach hin: Kirchliche Akten berichten immer wieder über den Ort Müllenbach. So wird berichtet, daß der Ort im 10. Jahrhundert zehntpflichtig zum Landkapitel Ochtendung gehörte. 1036 wird Müllenbach erstmals in einer Urkunde des Erzbischofes Poppo erwähnt. Der Name Müllenbach kann abgeleitet sein von der Bezeichnung ”Michelembach sup comitatu” in dieser Urkunde. Die Schulchronik zählt verschiedene Versionen auf: 1.Der Name Müllenbach wird in Verbindung gebracht mit ”Müll” oder ”Mülle”, Ausdrücke für Ablagerungen von nicht brauchbaren Schiefersteinen (Schutt). 2. Ein anderer Chronist widerspricht dieser Darstellung. Er sagt: Zur Zeit der Entstehung dieses Ortes gab es hier keinen Schieferschutt, da die Schiefergruben erst im 18. Jahrhundert entstanden. Der Name des Ortes soll aus dem Fränkischen stammen und ”Schlammbach” bedeuten. Doch stand der Ort größtenteils auf Fels. Der gleiche Chronist weist dann auf die vielen Mühlen in der Nähe des Ortes hin und vermutet, daß diese dem Ort den Namen gegeben haben. Diese Deutung ist die wahrscheinlichste, zumal auf alten Wegweisern der Nachbarschaft und einer Landkarte des französischen Generals Tranchot von 1803 der Ort als ”Mühlenbach” bezeichnet wurde. Im Dialekt wird Mühle als ”Müll” oder ”Mill” ausgesprochen. Schon um 1336 wird der Ort ”Molinbach” in Zusammenhang mit einer Schenkung eines Erbes an das Kloster Stuben genannt. Auch hier deutet die Bezeichnung Molinbach (”Molina” = röm. Bezeichnung für Mühle) auf den Ursprung des Ortsnamens hin. Dies würde jedoch auch weiterhin bedeuten, daß der Flecken schon weit vor der genannten Zeit bestanden haben muß.


Feld 3 zeigt eine schwarze Glocke auf goldenem Grund: Die Glocke erinnert an die ehemals in Müllenbach bestehende Glockengießerei Matthias Schmitz. Nach dem Tode von Matthias Schmitz übernahm sein Sohn Nikolaus die Gießerei. Um sich fehlendes Fachwissen anzueignen, ging er auf Wanderschaft und wurde am 16.11.1863 in Frankreich ermordet. Damit fand die Glockengießerei in Müllenbach ein jähes Ende. Die vorhandenen Gegenstände wurden von der Glockengießerei Mark in Brockscheid, in die eine Tochter des Matthias Schmitz einheiratete, übernommen. Der Standort der Gießerei war etwa dort, wo heute das Wohnhaus Annen im Holzweg steht. Die letzte in Müllenbach hergestellte Glocke stand bis 1983 in Brockscheid bei der Fa. Mark und konnte nach langen Verhandlungen zurück nach Müllenbach geholt werden. Sie befindet sich heute in der Friedhofskapelle. Sie trägt die Inschrift: ”Schmitz in Müllenbach goß mich Anno 1860”. An die Glockengießerzunft in Müllenbach erinnert heute das Glockengießerdenkmal in der Nähe des ursprünglichen Standortes der Gießerei.


In Feld 4 weisen zwei schräggekreuzte silberne Schieferhämmer auf grünem Grund auf die Schieferbergbaugeschichte Müllenbachs hin: Der Schieferbergbau war prägend für Müllenbach und seine Bewohner. Der Bergbau wird bereits 1695 urkundlich erwähnt. Neben privaten Grubenfeldern besaß auch die Gemeinde selbst einige Grubenfelder, auf denen die Tiefbaugrube ”Colonia” stand. Schulchronik, Gemeindeakten und – Protokolle, kirchliche Unterlagen usw. belegen die enge Verbundenheit mit dem Bergbau, der den Einwohnern bis 1959 als Erwerbsmöglichkeit zur Verfügung stand. Heute erinnern eine 1984 eingerichtete Dokumentation im Bürgerhaus ”Alte Schule” Müllenbach und vor dem Bürgerhaus ein alter Grubenwagen an die Schieferbergbaugeschichte des Ortes. Inzwischen wurde auch eine Gemeindefahne mit dem Müllenbacher Wappen geschaffen.


Quelle: ”Heimat zwischen Hunsrück und Eifel” Rhein-Zeitung Beilage vom 03.03.2000. Beitrag von Heinz Peters ,Müllenbach.

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